Hörgeräte Krankenkasse

Die Ohren sind sensible Organe, die bei Verletzungen oder anderen Beeinträchtigungen schlecht bis gar nicht regenerieren. Dementsprechend hoch ist die Zahl der Menschen in Deutschland, die unter Schwerhörigkeit leiden. Die beste Lösung für diese Probleme ist in vielen Fällen die richtige Hörhilfe, genauer gesagt das richtige Hörgerät. Gleichzeitig handelt es sich bei Hörgeräten jedoch um teure technische Hilfsmittel, die leider nicht für alle Menschen leistbar sind. Glücklicherweise gibt es in Deutschland eine gesetzliche Krankenkasse. In diesem Artikel erfahren Sie alles über Hörgeräte Krankenkasse. Sanubi erklärt was Ihnen zusteht und welche Kosten, in welchem Ausmaß übernommen werden.

Inhaltsverzeichnis

  1. Hörgeräte Krankenkasse: Definition und Anwendung
  2. Hörgeräte Krankenkasse: Bauformen
  3. Hörgeräte Krankenkasse: Die Kosten
  4. Kostenübernahme für Hörgeräte durch die Krankenkasse
  5. Hörgeräte Krankenkasse: Eine ausreichende Kostenübernahme ist garantiert

Hörgeräte Krankenkasse: Definition und Anwendung

Hörgeräte sind technische Hilfsmittel, die dazu konzipiert wurden, die Auswirkungen von Schwerhörigkeit zu mindern, beziehungsweise im besten Fall, können sie diese komplett ausgleichen. Dabei verbessern Hörgeräte nicht nur das Sprachverständnis von Betroffenen, sondern garantieren auch ihren sozialen Anschluss und können Kindern beim Spracherwerb helfen. Dementsprechend wichtig ist auch die Frage, inwiefern Hörgeräte von der Krankenkasse bezahlt werden. In Deutschland sind zwischen 12 und 16 Millionen Menschen schwerhörig, davon verwenden 30 bis 40 Prozent Hörgeräte. Ist man gesetzlich krankenversichert und die Schwerhörigkeit vom Arzt festgestellt, dann ist die Krankenkasse für die Finanzierung der Hörgeräte zuständig. Soziale Stigmatisierung ist dabei nach wie vor eine Angst vieler Schwerhöriger, die vor allem heutzutage absolut ungerechtfertigt ist. Insbesondere weil moderne Hörgeräte entweder sehr unauffällig oder von Bluetooth-Headsets kaum unterscheidbar sind.

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Hörgeräte Krankenkasse: Bauformen

Hörgeräte kommen in unterschiedlichen Ausführungen. Grundsätzlich übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Hörgeräte unabhängig von deren Bauform. Insofern braucht man sich also keine Gedanken zu machen und kann das wählen, was den persönlichen Bedürfnissen am meisten gerecht wird. Am besten ist es, wenn man mit seiner Diagnose vom Arzt zum Hörakustiker geht. Der Akustiker kann dann dabei helfen, das optimale Gerät für die individuelle Situation zu finden. Da die unterschiedlichen Arten von Hörgeräten verschiedene Vorteile haben, hat Sanubi für Sie die wichtigsten aufgelistet.

Hinter-dem-Ohr-Geräte

Hinter-dem-Ohr-Geräte (HdO) bestehen aus drei Komponenten, einem Gehäuse, das sich hinter dem Ohr befindet, einem Schallschlauch und einem Einsatz für das Ohr. Im Gehäuse befindet sich die gesamte Elektronik und die Batterie. Hinter-dem-Ohr-Geräte sind universell einsetzbar und zwar bei jedweden Hörproblemen, genauso wie bei allen Graden der Schwerhörigkeit. Die Batterielaufzeit ist ebenfalls sehr lange, als einziger Nachteil kann ein gewisser Mangel an Diskretion angeführt werden.

Ex-Hörer-Geräte

Ex-Hörer-Geräte (RIC) sind in Sachen Optik den Hinter-dem-Ohr-Geräten ähnlich, funktionieren aber anders. Bei Ex-Hörer-Geräten läuft alles über die das Gehäuse hinter dem Ohr, dementsprechend gibt es anstatt eines Schallschlauchs lediglich eine wesentlich dünnere Kabelleitung. Gleichzeitig befindet sich der Einsatz tiefer im Gehörgang. Somit sind Ex-Hörer-Geräte etwas diskreter als Hinter-dem-Ohr-Geräte. Dennoch ist die hörverstärkende Leistung sehr gut, selbiges gilt auch für die Qualität. Störgeräusche gibt es dabei auch keine und die Batterielaufzeit ist ebenfalls relativ lang. Insgesamt sind Ex-Hörer-Geräte also fast immer eine gute Option.

Im-Ohr-Geräte

Im-Ohr-Geräte (IdO) bezeichnen Hörgeräte, die komplett im Ohr sind und somit über kein ausgelagertes Gehäuse verfügen. Aus dieser Tatsache heraus ergibt sich, dass Im-Ohr-Geräte grundsätzlich die diskretesten Hörgeräte sind. Das kommt jedoch nicht ohne Preis, denn die hörverstärkende Leistung bleibt oft hinter den Alternativen zurück. Außerdem sind Im-Ohr-Geräte anfällig für Verschmutzungen und verfügen meist über eine kürzere Batterielaufzeit oder Akkulaufzeit.

Im-Ohr-Geräte gibt es in verschiedenen Varianten. Sanubi listet die wichtigsten für sie auf:

  • In-The-Ear (ITE)
  • In-The-Canal (ITC)
  • Completely-In-The-Canal (CIC)
  • Invisible-In-The-Canal (IIC)

Hörgeräte Krankenkasse: Die Kosten

Auch Hörgeräte gibt es in unterschiedlichen Preisklassen. Diese beziehen sich dabei nicht immer zwingend auf die Qualität des Hörsystems, oftmals geht es bei den Kosten auch um ein bestimmtes Design oder eingebaute Sonderfunktionen. Die Krankenkasse übernimmt dabei immer nur die Geräte, die von der Wirkung ausreichen. In puncto Diskretion oder Design muss man, wenn man sich auf ein Hörgerät von der Krankenkasse verlässt, Abstriche machen. Konkret gibt es also Hörgeräte in unterschiedlichen Preisklassen, Basismodelle starten dabei unter 100 Euro, erfüllen aber in den seltensten Fällen die Ansprüche der Krankenkasse und lassen gleichzeitig, was die Hörverstärkung angeht zu wünschen übrig. Möchte man ein Hörgerät, das die Krankenkasse bezahlt, dann sollte man mit einem Preis von mindestens 600 bis 700 Euro pro Hörgerät rechnen. Solche Geräte erfüllen in der Regel die Anforderungen und bieten eine ausreichend gute Leistung. Wünscht man sich mehr Diskretion, eine innovativere Technik oder zusätzliche Programme, kommt man nicht um eine Zuzahlung aus der eigenen Tasche herum. Solche Geräte können pro Hörgerät zwischen 1.000 und 2.000 Euro kosten. Premium-Hörgeräte, ausgestattet mit der neusten Technik, zahlreichen Sonderfunktionen und dem besten Design, können pro Ohr bis zu 5.000 Euro kosten.

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Kostenübernahme für Hörgeräte durch die Krankenkasse

Wie im bisherigen Verlauf angedeutet können Hörgeräte, von der Krankenkasse übernommen werden. Grundsätzlich ist diese Kostenübernahme im fünften Sozialgesetzbuch (SGB V), in §33¹ und §36² geregelt. Darüber hinaus wurden einige Grundsatzurteile von verschiedenen Gerichten gefällt, die die Ansprüche der Versicherten zusätzlich gestärkt haben. Wie viel genau übernommen wird, ergibt sich aus der Hilfsmittelrichtlinie. Wichtig ist allerdings zunächst, dass die infrage kommenden Hörgeräte gewisse Anforderungen erfüllen müssen. Besagte Kriterien lauten wie folgt:

  • Ein Hörgerät von der Krankenkasse muss volldigital sein.
  • Das Hörgerät von der Krankenkasse muss über drei Hörprogramme verfügen.
  • Mehrmikrofontechnik, Störlärmunterdrückung und Rückkopplungsunterdrückung müssen bei einem Hörgerät von der Krankenkasse unterstützt werden.
  • Mindestens vier einstellbare Frequenzkanäle müssen vorhanden sein.

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, ist die Kostenübernahme möglich. Sofern also ein Gutachten vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt, kurz HNO-Arzt, vorliegt, welches eine Hörminderung von mindestens 30 Dezibel bescheinigt, kann ein Antrag eingereicht werden. Erfolgt anschließend eine Genehmigung so werden laut Richtlinie für das erste Ohr mindestens 784,94 Euro übernommen und für beide zusammen mindestens 1.412,89 Euro bezahlt. Manche Krankenkassen leisten auch höhere Zuzahlungen, am besten ist es, wenn Sie sich bei Ihrem individuellen Versicherer informieren. Ganz wichtig zu beachten ist außerdem, dass man, sollte keine Sonderregelung vorliegen und hat man das 18te Lebensjahr vollendet, 10 Euro pro Hörgerät aus eigener Tasche zuzahlen muss.

Ausnahmen

Geht es um das Thema Hörgeräte Krankenkasse gibt es wie bei den meisten anderen Dingen in Deutschland auch gewisse Sonderregelungen. Im Fall von Hörgeräte Krankenkasse fußen diese auf richtungsweisenden Gerichtsurteilen. Der Bundessozialgerichtshof hat im Jahr 2009 nämlich beschlossen, dass die Hörgeräte, die von der Krankenkasse gestellt werden, immer gut genug sein müssen, um die körperlichen Einschränkungen auszugleichen. Im Klartext heißt das, wenn eine so starke Beeinträchtigungen gegeben ist, dass die standardmäßig übernommenen Hörgeräte einen Ausgleich der Schwerhörigkeit nicht garantieren können, muss die gesetzliche Krankenkasse ein adäquates Hörgerät bezahlen, auch wenn die Kosten höher sind als der Betrag, der normalerweise übernommen wird.

Sonderfall: Private Krankenversicherung

Bei privaten Krankenversicherungen verhält sich die Situation etwas anders, als bei der gesetzlichen Krankenkasse. Hier kann leider keine universal gültige Aussage getroffen werden. Die Übernahme der Kosten für Hörgeräte hängt also ganz allein vom jeweiligen Versicherungsvertrag ist. Konkret können Sie sich also vor dem Kauf des Hörgerätes bei Ihrem privaten Versicherungsvertreter informieren und dann, darauf aufbauend, eine Kaufentscheidung treffen.

Hörgeräte Krankenkasse: Eine ausreichende Kostenübernahme ist garantiert

Eine große Zahl der Menschen, die in Deutschland leben, leiden unter Schwerhörigkeit. Der beste Weg um das Problem in den Griff zu bekommen, ist fast immer ein passendes Hörgerät. Hörgeräte, unabhängig ob von der Krankenkasse bezahlt oder nicht, kommen in verschiedenen Ausführungen, die jeweils unterschiedliche Vorteile haben. Es gibt also für jede Form und jeden Grad der Schwerhörigkeit eine passende Hörlösung. Hörgeräte werden, bei ausreichenden Einschränkungen der Hörfunktion, von der gesetzlichen Krankenkasse finanziert. Das Hauptaugenmerk dieser Kostenübernahme liegt aber beim Thema Hörgeräte Krankenkasse vor allem auf einer ausreichenden Versorgung. In anderen Worten Hörgeräte von der Krankenkasse sollen die verminderte Hörfähigkeit ausgleichen, dabei aber keine weiteren Anforderungen erfüllen. Wer also ein hochwertigeres Gerät, mit zusätzlichen Funktionen oder einem unauffälligeren Design wünscht, der kommt um eine Zuzahlung für seine Hörhilfe nicht herum. Nichtsdestotrotz muss niemand mit einer unbehandelten Schwerhörigkeit leben. Sanubi rät daher zum Arzt zu gehen und sich umfassend beraten zu lassen. Haben Sie erst einmal das richtige Hörgerät, mit Kostenübernahme oder Zuzahlung der Krankenkasse, gefunden, dann können Sie wieder unbeschwert leben.

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Quellenverzeichnis

1. §33, fünftes Sozialgesetzbuch (SGB V)
2. §36, fünftes Sozialgesetzbuch (SGB V)