Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflege bietet pflegebedürftigen Personen die Möglichkeit sich für eine kurze und begrenzte Zeit in einer vollstationären Pflegeeinrichtung versorgen zu lassen. Das wird häufig nach Krankenhausaufenthalten notwendig, wenn es in der häuslichen Umgebung keine ausreichenden Betreuungsmöglichkeiten gibt. Die Gründe für die Aufnahme in eine vollstationäre Kurzzeitpflege können sehr verschieden sein, wie die nachfolgende Auflistung zeigt:

  1. Nach einem Krankenhausaufenthalt
    Da pflegende Angehörige mit einer fachgerechten Pflege nach einem Krankenhausaufenthalt des Pflegebedürftigen überfordert wären, wird diese in einer vollstationären Pflegeeinrichtung von geschultem Fachpersonal übernommen. Des Weitern kann nicht davon ausgegangen werden, dass die pflegebedürftige Person in der Lage ist, sich um sich selbst zu kümmern, was das Hinzuziehen professioneller Hilfe erforderlich macht.
  2. Verschlimmerung einer Erkrankung/ Nach einem Unfall
    In manchen Fällen verschlechtert sich ein bestehender Krankheitsverlauf plötzlich oder ein Unfall ist passiert, sodass vorrübergehend eine intensivere Betreuung durch ausgebildetes Fachpersonal notwendig wird.
  3. Als Überbrückungsmöglichkeit
    Kurzzeitpflege kann als Überbrückungsmöglichkeit beansprucht, wenn ein langfristiger Heimaufenthalt geplant ist, aber noch ein geeigneter Platz gefunden ist. Es kann auch vorkommen, dass die Kurzzeitpflege dazu genutzt wird, um die Qualität und das Betreuungsangebot einer vollstationären Pflegeeinrichtung zu testen.
  4. Plötzlicher Eintritt der Pflegebedürftigkeit
    In manchen Fällen tritt die Pflegebedürftigkeit plötzlich und unvorhersehbar ein. Die gewährleistete Kurzzeitpflege soll in diesen Fällen dafür sorgen, dass die Pflege ausreichend organisiert werden kann und gegebenenfalls einzelne Wohnbereiche oder die gesamte Wohnung behindertengerecht renoviert werden kann. Dadurch wird die reibungslose Durchführung der Pflege im privaten Umfeld gesichert.
  5. Der pflegende Angehörige ist auf eine Auszeit angewiesen
    Sollte der pflegende Angehörige selbst krank werden, eine Reha benötigen oder sich zeitweise mit der Pflege psychisch und physisch überfordert fühlen, kann Kurzzeitpflege beantragt werden.

Die Kurzzeitpflege wird von der jeweiligen Pflegekasse nur für einen bestimmten Zeitraum mit finanziellen Leistungen unterstützt. Die Kurzzeitpflege wird für eine Dauer von bis zu 56 Tage mit 1.612 Euro bezuschusst. Die Höhe der gewährleisteten finanziellen Mittel ist für alle Pflegestufen (Pflegestufe 0, Pflegestufe 1, Pflegestufe 2 und Pflegestufe 3) gleich.

Bitte beachten Sie, dass die Pflegestufen seit 1. Janur 2017 in Pflegegrade überführt wurden. Wir haben für Sie alle relevanten Informationen zu den aktuellen Pflegegraden zusammengefasst:

Wer hat Anspruch auf Kurzzeitpflege?

Um einen Anspruch auf Kurzzeitpflege geltend zu machen, muss mindestens Pflegestufe 0 mit eingeschränkter Alltagskompetenz (z.B. Demenz) vorliegen. Seit 2016 gibt es jedoch eine Ausnahme von der Regel, die es auch Personen ohne Pflegestufe ermöglicht Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen. Diese Möglichkeit ist jedoch an gewisse Voraussetzungen gebunden.

Kurzzeitpflege ohne Pflegestufe

Die Versorgungslücke, dass nur Personen mit Pflegestufe Kurzzeitpflege erhalten, wurde zum 1. Januar 2016 geschlossen. Wenn durch einen Unfall oder eine plötzliche Krankheit die Pflegebedürftigkeit einstritt, können auch Personen ohne Pflegestufe Kurzzeitpflege beanspruchen.

Muss ich einen Antrag auf Kurzzeitpflege stellen?

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Um einen Anspruch auf vollstationäre Kurzzeitpflege geltend zu machen, muss ein Antrag gestellt werden. Zu beachten gilt, dass der Pflegebedürftige selbst oder dessen Vertretungsberechtigter den Antrag unterschreiben muss. Im Idealfall wird der Antrag vor Beginn der Kurzzeitpflege gestellt. Sollte die Kurzzeitpflege aus einer Krisensituation heraus notwendig werden reicht die Aussage der Pflegeperson oder des Pflegedienstes aus, die auf die Dringlichkeit hinweist.

Welche Leistungen bietet die Kurzzeitpflege?

Kurzzeitpflege findet, wie bereits erwähnt, in einer vollstationären Einrichtung statt. Diese Einrichtungen bieten innerhalb der Kurzzeitpflege die aufgelisteten Leistungen an:

  • Unterkunft und Verpflegung
  • Grund- sowie Behandlungspflege (Das beinhaltet Waschen, Duschen, Baden; Hilfe beim An- und Auskleiden; den fachgerechten Wechsel von Verbänden, sowie Wundversorgung; Mobilisierung durch Gehübungen, Sprachübungen usw.)
  • Teilnahme an hauseigenen Veranstaltungen und angebotenen Tätigkeiten (z.B. Gymnastik, Spaziergänge, Brettspiele, etc.)
  • Konsultation von Mitarbeitern des Sozialdienstes
  • Inanspruchnahme anderer Angebote, die von Pflegeeinrichtung zu Pflegeeinrichtung variieren können

Prüfen Sie bitte vor Antritt der Kurzzeitpflege, ob die ausgewählte Einrichtung auch tatsächlich für die gewünschten Leistungen zugelassen ist, ansonsten übernimmt die Pflegekasse die Kosten für die zeitweise Betreuung nicht.

Wo liegt der Unterschied zur Verhinderungspflege?

Neben der Kurzzeitpflege gibt es eine weitere Variante der Ersatzpflege, die sogenannte Verhinderungspflege. Die Verhinderungspflege findet, anders als die Kurzzeitpflege, zu Hause statt. Pflegende Angehörige werden dann von Ersatzpersonen vertreten, die die Pflege für eine Dauer von bis zu sechs Wochen im Jahr übernehmen. Das Ersatzpersonal kann stunden- oder tageweise angefordert werden. Wer die Pflege ersetzt ist dabei unerheblich. Für die Verhinderungspflege kommen andere Angehörige, Bekannte oder geschulte Pflegekräfte gleichermaßen in Frage. Die Pflegekassen stellten für die Verhinderungspflege jährlich finanzielle Leistungen in Höhe von 1.612 Euro zur Verfügung, die ab Pflegestufe 0 gewährleistet werden. Zu beachten gilt, dass die Verhinderungspflege erst nach sechs Monaten nach Aufnahme der Pflegetätigkeit gestattet wird.

Nach der Kurzzeitpflege

Wer nach einem Aufenthalt in einer vollstationären Pflegeeinrichtung in die häusliche Pflege zurückkehrt bzw. die häusliche Pflege aufnimmt, sollte folgende Dinge beachten:

  1. Für den Fall, dass sich der Grad der Pflegebedürftigkeit geändert hat oder erst festgestellt worden ist, muss die Wohnung dementsprechend angepasst werden und der (weitere) Pflegeverlauf mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Ein reibungsloser Pflegeablauf entlastet die Pflegeperson und bietet dem Pflegebedürftigen komfort und Lebensqualität.
  2. Verwenden Sie Pflegehilfsmittel zum Verbrauch? Wenn ja, prüfen Sie, ob die monatlich genutzten Pflegehilfsmittel noch der gegenwärtigen Pflegesituation entsprechen. Sollten Sie keine Pflegehilfsmittel für die Pflege zu Hause verwenden, hier ein kleiner Tipp für Sie: Pflegebedürftige Personen mit Pflegestufe, die privat von Angehörigen gepflegt werden, haben gemäß SBG XI einen monatlichen Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch in Höhe von bis zu 40 Euro. Zu den zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln zählen Bettschutzeinlagen, Einmalhandschuhe, Fingerlinge, Schutzschürzen, Desinfektionsmittel und Mundschutze. Pflegehilfsmittel können Sie ganz einfach über Sanubi beziehen. Sie stellen sich einfach Ihre individuelle Pflegebox zusammen, hinterlegen Ihre Adressdaten und bekommen die Pflegehilfsmittel direkt nach Hause geliefert. Dieser Service ist für Sie komplett kostenfrei. Bestellen Sie Ihre Box hier.
  3. Sollte die Pflege für Angehörige zu anstrengend werden bzw. durch persönliche Umstände nicht mehr möglich sein. Sollte bis zum Ende der Kurzzeitpflege geklärt werden, wer die Pflege in Zukunft übernimmt. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen kann eine andere verwandte oder bekannte Person die Pflege übernehmen oder ein ambulanter Pflegedienst kann mit der Pflege beauftragt werden. Eine weitere Möglichkeit wäre die Anstellung einer Pflegekraft, die individueller auf die Bedürfnisse der pflegebedürftigen Person eingehen kann, z.B. eine polnische Pflegekraft.
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