Pflegerecht und Pflegeleistungen

Auf das Pflegerecht ist in Deutschland auch die Verteilung von Pflegeleistungen aufgebaut. Zusammen bilden sie die Grundlagen der Pflege und umfassen damit alle gängigen Formen der Altenpflege, Krankenpflege oder Gesundheitspflege. Ist man selbst oder einer der eigenen Angehörigen pflegebedürftig geworden, lohnt es sich, sich mit den Themen Pflegerecht und Pflegeleistungen genauer auseinanderzusetzen. Aber auch in Situationen wo man noch nicht unmittelbar betroffen ist, kann es hilfreich sein über das Pflegerecht und die verschiedenen Pflegeleistungen Bescheid zu wissen. Sanubi hat für Sie alle wichtigen Informationen in einem großen Übersichtsartikel zusammengestellt, damit Sie sich einen optimalen Überblick verschaffen können.

Pflegerecht Pflegeleistungen Gesetze

Pflegerecht: Die gesetzlichen Grundlagen

Möchte man sich genauer mit dem Pflegerecht auseinandersetzen, kommt man nicht darum herum, sich auch mit den dazugehörigen gesetzlichen Grundlagen zu beschäftigen. Da Gesetze an sich nicht nur sehr dröge sind, sondern auch oft schwer verständlich, hat Sanubi für Sie die wichtigsten Gesetze und Regelungen zusammengefasst.

Pflegeversicherungsgesetz

Eingeführt wurde das Pflegeversicherungsgesetz 1995, als Zusatz zum Sozialversicherungsgesetz und richtet sich dabei sowohl an gesetzlich, als auch an privat versicherte Personen. Ausschlaggebend für die Einführung war eine Steigerung der anfallenden Betreuungskosten, sowie Pflegekosten, und die Frage wie damit umgegangen werden soll. In diesem Zuge wurden Pflegeversicherungen, als separate Entität eingeführt. Ergänzt wird die gesetzliche Pflegeversicherung durch die Pflegekasse, die alle Zahlungen regelt. Ausformuliert ist das Pflegeversicherungsgesetz im elften Sozialgesetzbuch (SGB XI). Anhand des Grades und der Dauer der Hilfsbedürftigkeit einer pflegebedürftigen Person, bestimmt das Pflegeversicherungsgesetz in welchem Ausmaß Pflegeleistungen ausfallen sollen, bzw. von der Pflegekasse übernommen oder subventioniert werden.

Hospiz- und Palliativgesetz

Das Hospiz- und Palliativgesetz, genauer gesagt das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland, soll Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt unterstützen und gilt seit dem Jahr 2016. Im Rahmen des Gesetzes soll Menschen medizinische, pflegerische, psychologische und seelsorgerische Versorgung zukommen. Wichtig ist, dass es bei der Pflege selbst nicht mehr um Regeneration geht, sondern darum die Leiden der Pflegebedürftigen so gering wie möglich zu halten. Angewandt wird die Palliativpflege bei unheilbar kranken Menschen. Wo sie im Speziellen durchgeführt wird, ist nicht festgelegt. Dementsprechend kann sie sowohl in der häuslichen Pflege stattfinden, als auch bei vollstationärer Pflege, beispielsweise in einem Hospiz.

Krankenversicherungsgesetz

Im Krankenversicherungsgesetz, das schon seit dem späten 19. Jahrhundert existiert, wird die medizinische stationäre und ambulante Pflege abgedeckt. Das Krankenversicherungsgesetz selbst wird im fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) behandelt. Ziel ist es, dass jeder deutsche Bürger über eine Krankenversicherung verfügt, die im Notfall für seine medizinische Versorgung aufkommt und sicherstellt, dass er behandelt werden kann. Was die Pflege betrifft, wird hier insbesondere die Behandlungspflege geregelt

Patientenrechtegesetz

Das Patientenrechtegesetz wurde im Jahr 2013 erlassen und ist im bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Ziel der Gesetzgebung ist es, dass alle Patienten vollständig und rechtzeitig über die an ihnen durchgeführten Behandlungen aufgeklärt werden. Genauer gesagt, müssen sie über alle grundlegenden Bestandteile der medizinischen Maßnahmen informiert werden. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die Beweisschuld im Fall eines ärztlichen Fehlers beim Patienten liegt.

Veränderung und Weiterentwicklung des Pflegerechts

Auch das Pflegerecht ist über die Jahre hinweg angepasst worden. Schließlich ändert sich unsere Gesellschaft nicht nur ständig, auch das finanzielle Gerüst und der Leistungskatalog im Pflegerecht muss an aktuelle Umstände angepasst werden. Sanubi hat für Sie die wichtigsten Meilensteine zusammengefasst.

1. Gesetzliche Reformen und Zusätze im Pflegerecht

Die wichtigsten Änderungen erfolgen direkt in den Gesetzestexten, entweder als gesetzliche Reformen oder als Ergänzung zu bestehenden Regelungen.

Pflegestärkungsgesetz I

Das Pflegestärkungsgesetz war das erste seiner Art und hat dem Gesetzgeber ermöglicht die damaligen, nicht ausreichenden, Pflegeleistungen anzupassen, um Pflegebedürftigen eine bessere Versorgung zu gewährleisten. Im Rahmen des Pflegestärkungsgesetz I wurden die Beiträge für die Pflegeversicherungen erhöht. Zusätzlich wurden die zum damaligen Zeitpunkt noch gültigen Pflegestufen angepasst, um auch Menschen mit Demenz besser erfassen zu können und gleichzeitig bessere Pflegeleistungen, sowie Pflegebedingungen zu schaffen.

Pflegestärkungsgesetz II bzw. Pflegereform von 2017

Das Pflegestärkungsgesetz II bzw. die Pflegereform von 2017 markiert die wichtigste Änderung im deutschen Pflegerecht seit der Einführung der Pflegeversicherung. Im Zuge der Reform wurde das alte System der Pflegestufen, die von Pflegestufe 0, Pflegestufe 1, Pflegestufe 2 bis Pflegestufe 3 gingen, abgeschafft. Ersetzt wurden sie durch Pflegegrade, genauer gesagt Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 und Pflegegrad 5. Geändert haben sich dabei allerdings nicht nur die Kategorien, sondern auch die Grundlage, auf deren Basis die Pflegebedürftigkeit von Menschen eingeschätzt wird. Beim alten System der Pflegestufen wurde die Pflegebedürftigkeit noch anhand des Zeitaufwands bestimmt, der für die Pflege einer Person notwendig war. Die neuen Pflegegrade hingegen messen das Maß an Selbstständigkeit, dass in Frage kommenden Personen in ihrem Alltag noch an den Tag legen können.

Pflegezeitgesetz

Das Pflegezeitgesetz wurde 2015 verabschiedet und hatte das Ziel die Situation für pflegende Angehörige zu verbessern. Im Zuge dessen wurde Arbeitnehmern Möglichkeiten geboten, sich von der Arbeit freistellen zu lassen, sofern sie mit der Pflege eines Familienmitglieds betraut waren. Alternativ wurde Betroffenenen ein zweijähriger Zeitraum eingeräumt, indem sie nur Teilzeit arbeiten müssen. Zusätzlich wurde noch abgedeckt, wie sich der Arbeitnehmer kurzfristig oder langfristig die entsprechenden Erlaubnisse zur Teilzeitarbeit, oder gänzlichen Freistellung besorgen kann.
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2. Wichtige Gerichtsurteile für das Pflegerecht

Wenn es um die Entwicklungen im Pflegerecht geht sind nicht nur gesetzliche Änderungen und Reformen relevant. Schließlich kommt es darüber hinaus immer wieder zu Gerichtsurteilen, die für die Auslegung dieser Gesetze, Regeln und Rahmenbedingungen richtungsweisend sind.
Sanubi listet für Sie die allerwichtigsten dieser Urteile auf, sodass Sie immer optimal informiert sind.

Das Sozialamt muss zahlen, falls sich der Ehegatte weigert sein eigenes Vermögen einzusetzen

Das Landessozialgericht Baden-Württemberg hat am 27.06.2016 (Az. L 2 SO 1273/16) entschieden, dass eine Ehefrau, die selbst über kein Vermögen verfügt, Anspruch auf Leistungen vom Sozialamt hat, um für ihre Pflegekosten aufkommen zu können. Ihr Ehemann selbst verfügte über die entsprechenden Mittel, wie Rente und ein Haus im Ausland, weigerte sich aber damit für die, durch die Pflege seiner Frau entstandenen, Kosten aufzukommen. Das Gericht entschied, dass er nicht mit seinem eigenen Vermögen für die Pflegekosten seiner Frau aufkommen muss.

Kinder müssen für die Heimkosten entfremdeter Eltern aufkommen

In dem Fall vom 15.09.2010 beim Bundesgerichtshof (Az. XII ZR 148/09) ging es um den sogenannten Elternunterhalt. Die Klägerin, die Mutter eines Sohnes, klagte, dass ihr Sohn, mit dem sie schon mehrere Jahrzehnte lang keine Kontakt hatte, ihre Heimkosten übernehmen soll. Ihrer Klage wurde auch nach einem Berufungsverfahren stattgegeben und der Sohn wurde zur Übernahme der Pflegekosten seiner Mutter verurteilt.

Erhöhung von Heimentgelten ausgeschlossen, sofern Bewohner nicht zustimmen

In einem Urteil vom 13.11.2012 hat das Landgericht Berlin (Az. 15 0 181/12) einer Klage stattgegeben, die von Verbraucherschutzorganisationen ausgegangen war. Dabei ging es um die Erhöhung von Heimentgelten und ob diese möglich ist ohne die Zustimmung der Bewohner, Betreuer oder Bewohnerbeiräte. Das Gericht entschied dagegen und stellte mit dieser Grundsatzentscheidung klar, dass es nicht möglich ist die Heimkosten zu erhöhen, ohne vorher die Zustimmung seiner Bewohner, Betreuer und der Bewohnerbeiräte eingeholt zu haben.

Pflegerecht: Rolle der Pflegeversicherung und Pflegekassen

Die Rolle der Pflegeversicherung im Pflegerecht ist elementar. Eingeführt, zusammen mit dem Pflegeversicherungsgesetz 1995, versichert die gesetzliche Pflegeversicherung einen Großteil der Menschen in Deutschland. Für Privatversicherte wurde im selben Zusammenhang der Abschluss einer privaten Pflegeversicherung verpflichtend. Über die Pflegeversicherung werden alle für die Pflege relevanten Leistungen, sowohl im Rahmen der ambulanten, als auch der stationären Pflege abgerechnet. Die Pflegekasse ist dabei eine separate Entität, hängt aber letztlich mit der Krankenkasse zusammen, da in der Regel jede Krankenversicherungsgesellschaft sowohl über eine hausinterne Krankenversicherung, als auch über eine hausinterne Pflegeversicherung verfügt. Über die Pflegekasse erfolgt dann die konkrete Abrechnung und Übernahme der Pflegeleistungen.

Pflegegrade als zentrales Element des Pflegerechts

Pflegegrade sind vom Pflegerecht nicht zu trennen. Durch die Pflegegrade von Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 bis Pflegegrad 5 wird bestimmt in welchem Umfang eine pflegebedürftige Person gepflegt werden muss. Die Einstufung in den jeweiligen Pflegegrad erfolgt nach einem 6-teiligen Verfahren, das zusammen mit den Pflegegraden etabliert worden ist. Das neue Begutachtungssystem, offiziell “Neues Begutachtungsassessment” (NBA) genannt, stellt dabei die Selbstständigkeit der Pflegebedürftigen ins Zentrum. Aus sechs Modulen ergibt sich ein Wert von 0 bis 100 und aus dieser Punkteanzahl wird wiederum der Pflegerad geschlossen. Der Pflegegrad einer pflegebedürftigen Person bestimmt am Ende alles andere. Damit ist die Auszahlung von Pflegekosten, die Übernahme von Pflegeleistungen, sowie aller anderen Leistungen gemeint.

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Pflegerecht: Eine Grundlage unseres Sozialrechts

Wer den Begriff Pflegerecht hört, denkt vielleicht schnell an Rechtsanwälte, Patientenverfügung, Betreuungsverfügung oder die Vorsorgevollmacht. Tatsächlich aber geht es beim Pflegerecht oftmals um etwas anderes, selbst wenn die anderen Begriffe auch hineinfallen. Der große Kern des Pflegerechts ist nämlich im fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) und im elften Sozialgesetzbuch (SGB XI) zu finden und setzt sich damit auseinander, dass die Menschen, die in Deutschland pflegebedürftig geworden sind, auch angemessen versorgt werden. Um dies zu bewerkstelligen wurde die gesetzliche Pflegeversicherung eingeführt und mit ihr zusammen die Pflegekasse. Für privat versicherte Menschen wurde gleichzeitig eine private Pflegeversicherung verpflichtend. In jedem Fall ist das Pflegerecht essentiell, nicht nur um eine adäquate Pflege zu gewährleisten, sondern auch um die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Pflegeleistungen

Pflegeleistungen umfassen alle Leistungen, die im Rahmen der Pflege erbracht werden. In unserer alternden Gesellschaft gibt es immer mehr pflegebedürftige Menschen, die Pflegeleistungen in unterschiedlichen Maßen in Anspruch nehmen. Ziel ist es Menschen gerecht zu werden, die geistig, psychisch oder körperlich eingeschränkt sind, und sie in dem Umfang zu pflegen, in dem sie es benötigen. Pflegeleistungen können vielfältig ausfallen, manches Mal handelt es sich dabei nur um ganz simple Dinge, wie Hilfe beim Aufstehen. Andere Pflegebedürftige hingegen brauchen rund um die Uhr Pflege, bzw. 24-Stunden-Pflege, oftmals auch von ausländischen oder polnischen Pflegekräften.

Pflegerecht Pflegeleistungen

Übersicht der wichtigsten Pflegeleistungen

Damit Sie genau im Bilde sind, darüber was mit Pflegeleistungen gemeint ist, hat Sanubi für Sie alle gängigen zusammengefasst und gleichzeitig näher beschrieben.

1. Pflegegeld

Pflegegeld erhalten alle Menschen mit Pflegegrad, die durch die Pflege zu Hause, auch häusliche Pflege oder ambulante Pflege genannt, versorgt werden. Wer der pflegende Angehörige ist, ist dabei nicht wichtig. Es kann sich also um Familie, Freunde oder Ehepartner handeln. Das Pflegegeld selbst fällt je nach Pflegegrad unterschiedlich hoch aus und ist nicht zu versteuern.

2. Pflegesachleistungen

Bei Pflegesachleistungen handelt es sich um Sachleistungen, die jeder Mensch mit Pflegegrad, der sich von einem ambulanten Pflegedienst im häuslichen Umfeld pflegen lässt, beantragen kann. Die Höhe der monatlich zur Verfügung stehenden Pflegesachleistungen hängt vom Pflegegrad ab und wird vom ambulanten Dienst direkt bei der Pflegekasse abgerechnet.

3. Pflegehilfsmittel

Jedem pflegebedürftigen Menschen in Deutschland, der über einen Pflegegrad verfügt stehen Pflegehilfsmittel zum Verbrauch zu, sofern er von einem Angehörigen zu Hause gepflegt wird. Der Wert der Pflegehilfsmittel darf den Betrag von 40 Euro pro Monat nicht überschreiten. Im besten Fall bestellt man die Pflegehilfsmittel bei einem vertrauenswürdigen Online-Anbieter wie Sanubi, der sich um alles kümmert, wie etwa die Abrechnung mit der Pflegekasse. Darüber hinaus erfolgt die Lieferung der Pflegehilfsmittel immer pünktlich und man kann sie sich individuell zusammenstellen.

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4. Verhinderungspflege

Verhinderungspflege ist dann notwendig, wenn eine pflegende Privatperson für einen begrenzten, oftmals relativ kurzen Zeitraum, die Pflege eines pflegebedürftigen Angehörigen nicht mehr übernehmen kann. Der Grund für die Verhinderung kann dabei vielfältig sein und von Krankheit bis Urlaub reichen. Aus staatlicher Sicht kann ein Anspruch auf Verhinderungspflege nach sechs Monaten Pflege und ab Pflegegrad 2 von der pflegenden Person geltend gemacht werden.

5. Teilstationäre Leistungen

Unter teilstationären Leistungen versteht man Tagespflege und Nachtpflege. In diesen Fällen wird eine pflegebedürftige Person tagsüber, oder nachts, stationär gepflegt und verbringt den Rest der Zeit im häuslichen Umfeld. Geltend gemacht werden können die Pflegeleistungen, die im Rahmen der Tagespflege und Nachtpflege erbracht werden, bei der gesetzlichen Pflegekasse ab Pflegegrad 2.

6. Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflege ist dann nötig wenn eine Person vorübergehend in einer vollstationären Einrichtung gepflegt werden muss. Dabei kann es sich sowohl um jemanden handeln, der bis dahin nicht pflegebedürftig war, als auch um einen Pflegebedürftigen, dessen Situation sich verschlechtert hat. In der Regel steht bei der Kurzzeitpflege die Regeneration im Vordergrund und das Ziel ist es die pflegebedürftige Person wieder in ihren vorherigen Zustand zu versetzen.

7. Zusätzliche Leistungen für Wohngruppen

Pflegerecht PflegeleistungenUnter Pflegeleistungen fallen auch zusätzliche Leistungen für Wohngruppen, die Pflegebedürftigen in ambulant betreuten Wohnarrangements zustehen. Den Bewohnern einer solchen Senioren-Wohngemeinschaft, Pflege-Wohngemeinschaft oder einfach nur Senioren-WG steht von der Pflegekasse ein gewisser Betrag zur Förderung zu. Dieser ist pro Person und pro Wohngemeinschaft gedeckelt.

8. Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Im Falle einer Pflege zu Hause können oft gewisse Umbauten oder Anpassungen der bisherigen Wohnung oder des bisherigen Hauses nötig werden. Falls diese Notwendigkeit gegeben ist, bietet die Pflegeversicherung einen Zuschuss an, der für alle Pflegegrade gleich hoch ist und ab Pflegegrad 1 beantragt werden kann.

9. Vollstationäre Pflege

Im Rahmen der Pflegeleistungen ist mit vollstationärer Pflege die Pflege in einer stationären Einrichtung gemeint, in anderen Worten der Pflegebedürftige kommt dauerhaft in einem Seniorenheim, Altenheim Altersheim, Seniorenstift, einer Seniorenresidenz, einem Pflegeheim oder durch betreutes Wohnen unter. Obwohl auch hier ab einem Pflegegrad von 2 Unterstützung durch die Pflegekasse erfolgt, kommt es bei dieser Form der Pflege oft zu einem relativ hohen Eigenanteil. Bedingt ist dieser Umstand dadurch, dass bei stationären Pflegeleistungen zusätzliche Hotelkosten, sprich Kosten für Verpflegung und Unterkunft anfallen. Diese Kosten, bzw. Pflegeheim Kosten übernimmt die Pflegeversicherung nicht, weshalb sich oftmal der Abschluss einer Pflegezusatzversicherung anbietet.

10. Pflege in vollstationären Einrichtungen der Hilfe für behinderte Menschen

Für den Fall, dass sich eine pflegebedürftige Person in einer Einrichtung der Hilfe für behinderte Menschen aufhält, beteiligt sich die Pflegekasse in einer Höhe von 10% oder maximal 266 Euro monatlich an den Heimkosten. Das Anrecht der Pflegebedürftigen auf ein ihrem Pflegegrad entsprechendes Pflegegeld erlischt dadurch nicht.

11. Entlastungsbetrag

Alle Menschen mit Pflegegrad haben seit dem Jahr 2017 in Deutschland Anspruch auf die Zahlung eines sogenannten Entlastungsbetrags. Der Entlastungsbetrag ist zweckgebunden, kann aber für viele verschiedene Pflegeleistungen eingesetzt werden. Dabei kann es sich sowohl um unterschiedliche Arten der ambulanten Pflege handeln, genauso wie um teilstationäre Pflegeleistungen. Lediglich bei der stationären Pflege kann er nicht geltend gemacht werden. Darüber hinaus ist er monatsweise übertragbar, verfällt aber am Ende eines Kalenderjahres.

12. Übergangspflege für Menschen ohne Pflegegrad

Benötigt ein Mensch, der an und für sich keinen Pflegegrad hat, vorübergehend umfangreiche Pflegeleistungen im häuslichen Umfeld, war man bis zum Jahr 2016 schlecht bedient. Seitdem stehen einer solchen pflegebedürftigen Person jedoch alle notwendigen Pflegeleistungen, vor allem Behandlungspflege, zu und werden staatlich finanziert. Die Kostenübernahme erfolgt in solchen Fällen jedoch nicht durch die Pflegeversicherung und die Pflegekasse, sondern durch die Krankenkasse.

Pflegeleistungen richten sich nach Pflegegrad

Wie zuvor schon mehrfach erwähnt sind Pflegegrade das maßgebende Element wenn es darum geht welche Pflegeleistungen und in welchem Ausmaß diese Pflegeleistungen einer pflegebedürftigen Person zustehen. Da die von der Pflegeversicherung übernommenen oder subventionierten Pflegeleistungen sehr umfangreich ausfallen, ist es möglich rasch die Übersicht zu verlieren. Sanubi hat für Sie noch einmal alle Pflegeleistungen, die dem jeweiligen Pflegegrad zustehen übersichtlich aufgelistet.

Pflegeleistungen im Falle von Pflegegrad 1

  • Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro pro Monat
  • Einmalige Zusatzleistungen für ambulante Wohngruppen im Wert von 2.500 Euro pro Person, bei einem Maximum von 10.000 Euro pro Wohngruppe
  • Monatliche Zusatzleistungen für ambulante Wohngruppen im Wert von 214 Euro
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen für Einzelpersonen im Wert von maximal 4.000 Euro pro Maßnahme
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen für Wohngruppen im Wert von maximal 16.000 Euro pro Maßnahme
  • Bei vollstationärer Pflege 125 Euro Zuschuss pro Monat
  • Zweckgebundener Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat
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Pflegeleistungen im Falle von Pflegegrad 2

  • 316 Euro Pflegegeld pro Monat, bei ambulanter Pflege
  • Pflegesachleistungen im Wert von 689 Euro, bei ambulanter Pflege
  • Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro pro Monat
  • Anspruch auf maximal 6 Wochen Verhinderungspflege im Wert von 1.612 Euro
  • Anspruch auf maximal 8 Wochen Kurzzeitpflege im Wert von 1.612 Euro
  • Einmalige Zusatzleistungen für ambulante Wohngruppen im Wert von 2.500 Euro pro Person, bei einem Maximum von 10.000 Euro pro Wohngruppe
  • Monatliche Zusatzleistungen für ambulante Wohngruppen im Wert von 214 Euro
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen für Einzelpersonen im Wert von maximal 4.000 Euro pro Maßnahme
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen für Wohngruppen im Wert von maximal 16.000 Euro pro Maßnahme
  • Teilstationäre Leistungen im Wert von 689 Euro pro Monat
  • Vollstationärer Pflege im Wert von 770 Euro pro Monat
  • Zweckgebundener Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat
  • Monatlicher Zuschuss in Höhe von maximal 266 Euro bei vollstationärer Pflege in einer Einrichtung der Hilfe für behinderte Menschen
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Pflegeleistungen im Falle von Pflegegrad 3

  • 545 Euro Pflegegeld pro Monat, bei ambulanter Pflege
  • Pflegesachleistungen im Wert von 1.298 Euro, bei ambulanter Pflege
  • Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro pro Monat
  • Anspruch auf maximal 6 Wochen Verhinderungspflege im Wert von 1.612 Euro
  • Anspruch auf maximal 8 Wochen Kurzzeitpflege im Wert von 1.612 Euro
  • Einmalige Zusatzleistungen für ambulante Wohngruppen im Wert von 2.500 Euro pro Person, bei einem Maximum von 10.000 Euro pro Wohngruppe
  • Monatliche Zusatzleistungen für ambulante Wohngruppen im Wert von 214 Euro
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen für Einzelpersonen im Wert von maximal 4.000 Euro pro Maßnahme
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen für Wohngruppen im Wert von maximal 16.000 Euro pro Maßnahme
  • Teilstationäre Leistungen im Wert von 1.298 Euro pro Monat
  • Vollstationärer Pflege im Wert von 1.262 Euro pro Monat
  • Zweckgebundener Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat
  • Monatlicher Zuschuss in Höhe von maximal 266 Euro bei vollstationärer Pflege in einer Einrichtung der Hilfe für behinderte Menschen
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Pflegeleistungen im Falle von Pflegegrad 4

  • 728 Euro Pflegegeld pro Monat, bei ambulanter Pflege
  • Pflegesachleistungen im Wert von 1.612 Euro, bei ambulanter Pflege
  • Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro pro Monat
  • Anspruch auf maximal 6 Wochen Verhinderungspflege im Wert von 1.612 Euro
  • Anspruch auf maximal 8 Wochen Kurzzeitpflege im Wert von 1.612 Euro
  • Einmalige Zusatzleistungen für ambulante Wohngruppen im Wert von 2.500 Euro pro Person, bei einem Maximum von 10.000 Euro pro Wohngruppe
  • Monatliche Zusatzleistungen für ambulante Wohngruppen im Wert von 214 Euro
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen für Einzelpersonen im Wert von maximal 4.000 Euro pro Maßnahme
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen für Wohngruppen im Wert von maximal 16.000 Euro pro Maßnahme
  • Teilstationäre Leistungen im Wert von 1.612 Euro pro Monat
  • Vollstationärer Pflege im Wert von 1.775 Euro pro Monat
  • Zweckgebundener Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat
  • Monatlicher Zuschuss in Höhe von maximal 266 Euro bei vollstationärer Pflege in einer Einrichtung der Hilfe für behinderte Menschen
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Pflegeleistungen im Falle von Pflegegrad 5

  • 901 Euro Pflegegeld pro Monat, bei ambulanter Pflege
  • Pflegesachleistungen im Wert von 1.995 Euro, bei ambulanter Pflege
  • Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro pro Monat
  • Anspruch auf maximal 6 Wochen Verhinderungspflege im Wert von 1.612 Euro
  • Anspruch auf maximal 8 Wochen Kurzzeitpflege im Wert von 1.612 Euro
  • Einmalige Zusatzleistungen für ambulante Wohngruppen im Wert von 2.500 Euro pro Person, bei einem Maximum von 10.000 Euro pro Wohngruppe
  • Monatliche Zusatzleistungen für ambulante Wohngruppen im Wert von 214 Euro
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen für Einzelpersonen im Wert von maximal 4.000 Euro pro Maßnahme
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen für Wohngruppen im Wert von maximal 16.000 Euro pro Maßnahme
  • Teilstationäre Leistungen im Wert von 1.995 Euro pro Monat
  • Vollstationärer Pflege im Wert von 2.005 Euro pro Monat
  • Zweckgebundener Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat
  • Monatlicher Zuschuss in Höhe von maximal 266 Euro bei vollstationärer Pflege in einer Einrichtung der Hilfe für behinderte Menschen

Alle Leistungen, Pflegegrade, ÜbersichtQuelle: Bundesgesundheitsministerium¹

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Pflegeleistungen: Kosten und Kostenträger

PflegeleistungenWie hoch die Kosten für verschiedene Pflegeleistungen ausfallen ist schwer zu sagen. Ende 2017 gab es in Deutschland mehr als 14.400² vollstationäre Pflegeeinrichtungen, bzw. Pflegeheime und über 14.000³ ambulante Pflegedienste. Die Kosten der jeweiligen Pflegeleistungen können an unterschiedlichen Orten, Bundesländern und in verschiedenen Einrichtungen sehr stark variieren. Dafür sind viele Faktoren verantwortlich, wie etwa das individuelle Service-Angebot, die Ausstattung der Einrichtung und die benötigte Leistung, sowie deren Qualitätsstandard. In diesem Sinne kann man keine allgemeinen Aussagen treffen, wenn es darum geht wie hoch individuelle Kosten ausfallen und welche Richtwerte man im Allgemeinen erwarten sollte. Wichtig ist dieser Umstand vor allem, weil die gesetzliche Pflegeversicherung nicht die vollständigen Kosten aller notwendigen Pflegeleistungen übernimmt. Bezahlt wird oftmals nur ein Teil der anfallenden Kosten und der Rest muss vom Pflegebedürftigen selbst übernommen werden. In diesem Sinne kann die gesetzliche Pflegeversicherung als Teilkaskoversicherung gesehen werden. Bei Privatversicherten hängt es hingegen von der individuellen Versicherung ab welche Leistungen in welcher Höhe übernommen werden. Sollte das eigene Vermögen nicht ausreichen, übernimmt das Sozialamt die Differenz bzw. den bei der pflegebedürftigen Person hängengebliebenen Eigenanteil. Sollte man sich selbst, sein Vermögen und das Erbe seiner Angehörigen vor der Belastung durch Pflegeleistungen, im Falle einer Pflegebedürftigkeit schützen wollen, bietet sich eine Pflegezusatzversicherung bei einer privaten Versicherungsgesellschaft an. Die meisten dieser Versicherungsunternehmen bieten dabei auch die staatlich geförderte Pflege-Bahr an, eine spezielle Art der Pflegezusatzversicherung bei der keine Gesundheitsprüfungen durchgeführt werden dürfen.

Pflegeleistungen nur auf Antrag

Besteht der Bedarf einer Pflegeleistungen gilt es zunächst einen Antrag auszufüllen, der anschließend bei der zuständigen Pflegeversicherung eingereicht werden muss. Daraufhin kommt es zu einer Prüfung, entweder durch den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) oder durch die Firma MEDICPROOF, die das private Gegenstück zum MDK darstellt. Genau wie beim Antrag auf einen Pflegegrad wird dann von der entsprechenden Prüfstelle entschieden, ob eine die Zustimmung der Pflegeversicherung zum gestellten Antrag erteilt wird.

Pflegeleistungen: Sonderfall bei Beamten

Beamte markieren auch im Fall der Pflegeleistungen einen Sonderfall. Das beginnt damit, dass Beamte und deren Angehörige nicht regulär pflegeversichert sind, sondern besonderen Bedingungen unterliegen, die sich aus der Beihilfeverpflichtung ihrer Dienstherren ergibt. Konkret bedeutet das, dass Beamte von der Pflegeversicherung, egal ob es sich dabei um die gesetzliche Pflegeversicherung oder eine private handelt, nur einen Teil der Pflegekosten erstattet bekommen. Der Rest muss dann von der Beihilfe des Dienstherren der Beamten übernommen werden. Wer genau dafür zuständig ist hängt immer davon ab für welchen Dienstherren der Beamte arbeitet bzw. gearbeitet hat. Darüber hinaus fallen die Konditionen und die Höhe der Beihilfe unterschiedlich aus, je nachdem ob man beim Bund oder bei den Ländern beschäftigt war. Wichtig für Versicherte ist, dass man Anträge für Pflegeleistungen immer zweimal stellen muss, bei der Beihilfe und bei der Pflegeversicherung.

Pflegeleistungen: Im Notfall Einspruch

Werden mehr Pflegeleistungen benötigt, als durch den zugeteilten Pflegegrad genehmigt sind, ist man als pflegebedürftiger Mensch nicht komplett hilflos, schließlich hat man in solchen Fällen immer noch die Möglichkeit Einspruch einzulegen. Bevor man zu dieser Maßnahme greift, sollte man sich zunächst gut informieren. Als Beratungsstellen kommen hier verschiedene Einrichtungen, wie etwa Anwälte oder Versicherungexperten, infrage. Die Erfolgsquote kann bei einer guten Ausgangssituation sehr hoch sein. Essentiell dafür ist jedoch in den meisten Fällen ein gute begründeter Antrag auf Widerspruch und ein dementsprechend aussagekräftiges ärztliches Gutachten. Darüber hinaus kann ein Pflegetagebuch den Anspruch auf die Erteilung des gewünschten Pflegegrades im Pflegefall verstärken.

Pflegeleistungen – grundlegend, notwendig, wertvoll

Das Thema Pflege und Betreuung ist für unsere Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Das Pflegerecht bildet dabei das Fundament, während die Pflegeleistungen die tragenden Balken der Pflege sind. Setzt man sich mit dem Thema Pflegerecht und Pflegeleistungen intensiver auseinander merkt man schnell, dass es zahlreiche Dinge gibt, die es zu beachten gilt. Angefangen bei Pflegegraden, die aus den den früheren Pflegestufen entstanden sind, und deren Wichtigkeit im neuen System enorm ist. Als Nächstes folgen die verschiedenen Leistungen, die von den Pflegekassen der gesetzlichen und privaten Pflegeversicherungen übernommen werden. Diese fangen beim Pflegegeld an, reichen von Pflegesachleistungen, über den Entlastungsbetrag, bis hin zu diversen Zuschüssen. Zum Schluss kommen dann noch Ausnahmefälle und Situationen hinzu in denen einer pflegebedürftigen Person nichts anderes übrig bleibt als Einspruch einzulegen. Benötigt man Pflege und hat man einen Pflegegrad so befindet man sich ohnehin schon in einer schwierigen Lage. Dennoch sollte man sich gut mit dem Pflegerecht und den entsprechenden Pflegeleistungen beschäftigen. Oftmals kann man mit dem richtigen Know-How noch schwierigere Umstände vermeiden und so mancher Verzweiflung vorbeugen.

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