Diabetes

diabetes

Diabetes, in der Fachsprache Diabetes mellitus genannt, was als “honigsüßer Durchfluss” wortwörtlich übersetzt werden kann, ist eine weltweit verbreitete und vor allem auch in Europa und Deutschland häufig vorkommende, Stoffwechselstörung. Sie wird auch als Zuckerkrankheit oder Blutzuckerkrankheit bezeichnet. In Deutschland leiden rund 7 Millionen Menschen an Diabetes, das entspricht knapp 9% der Gesamtbevölkerung. Bei 90% der Betroffenen wird Diabetes Typ 2 diagnostiziert und nur 5-10% erkranken an Diabetes Typ 1. Zudem wird immer wieder von einer steigenden Prävalenz berichtet, denn die Erkrankungsrate lag 1989 noch bei ungefähr 6%. Sanubi erklärt Ihnen in diesem Artikel alles Wichtige, das Sie zum Thema Diabetes mellitus, der Unterschiede zwischen Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes, den verschiedenen Symptomen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten, wissen müssen.

Was ist Diabetes? Definition und Bedeutung der Zuckerkrankheit

Diabetes oder Zuckerkrankheit, wie sie oft im Volksmund genannt wird, ist eine Krankheit über die sehr viele Menschen Bescheid wissen. Nichtsdestotrotz sollte man sich für eine genaue Betrachtung noch einmal die entsprechende Definition vor Augen führen.

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der eine Störung des Kohlenhydratstoffwechsels vorliegt. Dieser beruht auf einem absoluten oder relativen Mangel an Insulin, was zu einer ständigen, bzw. chronischen, Überzuckerung, in der Fachsprache Hyperglykämie genannt, führt. Diese kann dabei unterschiedliche Ursachen haben, was maßgeblich für die Bestimmung des Diabetes-Typs ist.

Die Überzuckerung des Blutes, also das Hauptsymptom, kann dabei auf einen absoluten Insulinmangel, also gar kein Insulin im Blut durch eine mangelnde Insulinproduktion, auf einen relativen Insulinmangel, also nicht genug Insulin im Blut, oder aber auf eine erhöhte Insulinresistenz, also eine abgeschwächte Wirkung des Insulins, zurückgeführt werden. Insulin ist das Hauptregelungshormon des Zuckerstoffwechsels im menschlichen Körpers. Diabetes war schon in der Antike eine bekannte Krankheit, wurde allerdings erst 1675 zum ersten Mal definiert und zwar von Thomas Willis, der einen honigsüßen Geschmack im Urin der Betroffenen festgestellt hat.

Diabetes feststellen: Diagnostik

Selbstverständlich wird die Diagnose Diabetes heutzutage nicht mehr so gestellt wie im 17. Jahrhundert. Stattdessen gibt die “World Health Organization”, kurz WHO, in einer Definition aus dem Jahr 1999 vor, dass Diabetes dann vorliegt wenn folgende Kriterien, die anhand der Glukose, die im Blutzucker gemessen wird, festgestellt werden, erfüllt sind:

  • Nüchternblutzucker von gleich oder mehr als 126 mg/dl (7 mmol/l)
  • Blutzucker von gleich oder mehr als 200 mg/dl (11,2 mmol/l) und zwar 2 Stunden nach der Einnahme von 75 Gramm Glukose im oralen Glukose-Toleranztest, kurz oGTT
  • Blutzucker von gleich oder mehr als 200 mg/dl (11,2 mmol/l) und zwar bei einer zufälligen Blutentnahme

Eine Diagnosestellung kann dann erfolgen, wenn ein erhöhter Blutzuckerwert bei zwei voneinander unabhängigen Tests festgestellt wird oder aber wenn der orale Glukose-Toleranztest positiv ausfällt. In jedem Fall kann der Blutzucker auf verschiedene Arten festgestellt werden, wo aufgrund des Materials, sei es nun Kapillarblut oder venöses Blut und anhand der Messungsart, sprich ob im Plasma oder im Vollblut gemessen wird, unterschiedliche Grenzwerte vorliegen. Dabei dürfen außerdem auch nur qualitätsgesicherte Messgeräte verwendet werden und Blutzuckermesssysteme, die zur Selbstkontrolle dienen, dürfen gar nicht herangezogen werden. Zusätzlich gilt es Krankheiten auszuschließen, die einen erhöhten Blutzuckerwert als Nebeneffekt aufweisen. Ein weiterer wichtiger Diagnosemarker, der insbesondere von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft als solcher angesehen wird, ist das glykierte Hämoglobin, welches in der Fachsprache als HbA1c-Wert bezeichnet wird und ab einer Höhe von 6,5% auf Diabetes hindeutet. In der Labordiagnostik dienen unter anderem folgende Werte als Indikatoren für eine mögliche Diabeteserkrankung:

  • HbA1c
  • Fruktosamine
  • C-Peptid
  • Insulin
  • Harnzucker
  • Ketone im Harn
  • Autoantikörper

Diabetes Typ 1

Wie zuvor schon erwähnt gibt es mehrere Formen von Diabetes. In diesem Abschnitt soll es zunächst einmal um Diabetes Typ 1 gehen, der nach Diabetes Typ 2 die häufigste Art einer Zuckerkrankheit darstellt. Im folgenden Verlauf zeigt Sanubi die Symptome, Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und die passende Ernährung im Fall von Diabetes Typ 1 auf.

Diabetes Typ 1: Krankheitsbild und Symptome

Bei Diabetes Typ 1 handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung bei der ein chronischer absoluter Insulinmangel vorliegt. Zustande kommt dieser dadurch, dass das körpereigene Immunsystem die sogenannten insulinproduzierenden β-Zellen der Bauchspeicheldrüse angreift, da diese fälschlicherweise vom Körper als Entzündung angesehen werden. Sind 80-90% aller β-Zellen eliminiert manifestiert sich die Diabetes Typ 1. Die Folgen sind verheerend. Zunächst kann die Glukose nicht mehr in den Zellen aufgenommen werden, währenddessen produziert die Leber weiterhin Glukose und schüttet sie ins Blut aus. Das führt dazu, dass das Körperfett nicht mehr in seinen Depots gehalten werden kann. Am Ende wird die Glukose über den Urin ausgeschüttet. Alles in allem kommt es dann zu einem Substratmangel in den Zellen, einem Blutzuckeranstieg, zum Wasser- und Nährstoffverlust, zu einer Übersäuerung des Blutes und zu einer Gewichtsabnahme. Konkret können in diesem Verlauf folgende Symptome auftreten:

  • Starke Gewichtsabnahme, innerhalb eines kurzen Zeitraums, meist Tagen oder wenigen Wochen
  • Austrocknung, bzw. Exsikkose
  • Ständiges Durstgefühl, bzw. Polydipsie
  • Häufiges Wasserlassen, bzw. Polyurie
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Wadenkrämpfe
  • Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder mangelnde Kraft
  • Leistungsminderung
  • Potenzstörungen
  • Depressive Verstimmung
  • Schwitzen
  • Sehstörungen
  • Heißhunger-Attacken
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen

Typ-1-Diabetes: Ursachen

Diabetes Typ 1 wird in der medizinischen Forschung mittlerweile als multifaktorielle Erkrankung angesehen, wo sowohl genetische Faktoren als auch Umweltfaktoren beteiligt sein könnten. Im Rahmen der genetischen Bedingungen wurden bisher rund 50 genetische Faktoren identifiziert, in deren Zusammenhang eine Entstehung von Typ-1-Diabetes nachgewiesen werden kann. Dabei handelt es sich generell jedoch um eine polygenetische Entstehung und nicht um eine monogenetische, sprich mehrere Gene sind notwendig um die Zuckerkrankheit zu verursachen, anstatt eines einzelnen. Insbesondere genetische Veränderungen im Chromosom 6 und der MGC-Region haben sich als Diabetes-Verursacher erwiesen. Generell sind immer die Gene betroffen, die dem gewöhnlich dem Immunsystem dabei helfen zwischen fremden und körpereigenen Zellen zu unterscheiden. Neben der Genetik können auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen. In diesem Zusammenhang als problematisch eingestuft werden Situationen in denen Menschen, vor allem aber Neugeborene, körperfremden Antigenen ausgesetzt werden, die einem körpereigenen Oberflächenprotein ähnlich sind. Festgestellt wird Typ-1-Diabetes, aktuellen Informationen zufolge, sehr häufig im Jugendalter, meist zwischen 11 und 13. Folgende Umweltfaktoren können unter anderem eine Rolle bei der Entstehung von Typ-1-Diabetes spielen:

  • Kaiserschnitt
  • Insulin-ähnliche Strukturen in Antigenen
  • Diabetogene Viren
  • Bafilomycine
  • Atemwegsinfektionen im Säuglingsalter
  • Vitamin-D-Mangel

Diabetes Typ 1: Behandlung

Da bei Typ-1-Diabetes ein absoluter Insulinmangel vorliegt, besteht die Behandlung aus einer künstlichen Zufuhr von Insulin, um diesen Mangel auszugleichen. Eine solche Therapie bzw. Insulintherapie erfolgt in der Regel mit einem Insulinpräparat, das über verschiedene Darreichungsformen eingenommen werden kann, wie beispielsweise als Injektion, mit der man sich Insulin spritzen kann, oder in Form einer Insulinpumpe. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, dass die Betroffenen erkennen können, wann ihr Insulinspiegel sinkt, sodass sie rechtzeitig die nächste Dosis Insulin, z. B. in Form einer Insulinspritze, zu sich nehmen können. Hierzu unterlaufen die Erkrankten in der Regel ein sogenanntes Blutglukose-Wahrnehmungstraining. Bis jetzt konnte für Diabetes vom Typ 1 noch kein Heilmittel gefunden werden, weshalb die Therapie auch bis ans Lebensende fortgeführt werden muss.

Typ-1-Diabetes: Ernährung

Grundsätzlich sollten Typ-1-Diabetiker auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten, genauso wie alle anderen Menschen auch. In diesem Zusammenhang empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung den täglichen Energiebedarf mit ca. 52% Kohlenhydraten, 17% Eiweiß und 31% Fett zu decken. Prinzipiell gibt es bei der Ernährung für Diabetiker vom Typ 1 also keine Einschränkung, so lange sie ihren Insulinspiegel unter Kontrolle haben. Um dies zu gewährleisten müssen die Betroffenen die Kalorien, die sie zu sich nehmen, im Auge behalten. Empfohlen werden 4 Gramm Kohlenhydrate pro Tag und pro Kilogramm Körpergewicht. Zur Berechnung werden von Diabetikern häufig Broteinheiten, wobei eine Broteinheit, kurz BE, 12 Gramm Kohlenhydraten entspricht oder seltener sogenannte Kohlenhydrateinheiten, kurz KE, wovon eine 10 Gramm Kohlenhydraten entspricht. Gleichzeitig wird Erkrankten heutzutage auch dazu geraten nicht nur die Kohlenhydrate zu zählen, sondern zusätzlich die Kalorienzufuhr im Auge zu behalten, um Übergewicht zu vermeiden.

Heute bestellt – morgen verschickt!

Stellen Sie jetzt Ihre individuelle Sanubi-Box mit Pflegehilfsmitteln zusammen – komplett kostenlos.

Jetzt kostenlos Pflegehilfsmittel erhalten
Pflegehilfsmittel box

Diabetes Typ 2

Die zweite und sogleich häufigste Form der Blutzuckerkrankheit ist Diabetes Typ 2. Sanubi erklärt Ihnen in diesem Abschnitt welche Symptome in einem solchen Fall vorliegen, wie es dazu kommt, welche Möglichkeiten zur Behandlung es gibt und wie die Ernährung bei Diabetes Typ 2 auszusehen hat.

Diabetes Typ 2: Krankheitsbild und Symptome

Bei Diabetes vom Typ 2 handelt es sich um eine Störung des Stoffwechsels, bei der das Hormon Insulin zwar produziert wird, aber nicht am Zielort, genauer gesagt den Zellmembranen in den Körperzellen, ankommt bzw. wirken kann, was an einer erhöhten Insulinresistenz liegt. In den ersten Jahren der Krankheit können die Typ-2-Diabetiker noch genügend Insulin überproduzieren, um diese Resistenz auszugleichen. Irgendwann schafft die Bauchspeicheldrüse, wo ebenjenes Insulin produziert wird, das nicht mehr und der Diabetes Typ 2 manifestiert sich. Dementsprechend produziert ein Diabetiker von Typ 2 wesentlich mehr Insulin als ein gesunder Mensch, was allerdings trotzdem nicht ausreicht um den Blutzuckerspiegel zu regeln. Das führt wiederum dazu, dass dieser unkontrolliert in die Höhe schießt. Typ-2-Diabetes wurde gegen Ende des letzten Jahrhunderts noch als Alterskrankheit, bzw. als sogenannte Altersdiabetes, angesehen und stark verharmlost. Heutzutage erkranken allerdings auch vermehrt Kinder und Jugendliche an der Krankheit, die in direktem Zusammenhang mit der zunehmenden, allgemeinen Fettleibigkeit, sowie ungesunden Ernährung vieler Menschen, gebracht wird. Erschwerend hinzu kommt, dass diese Form der Zuckerkrankheit oft viel zu spät erkannt wird und generell, aber in diesen Fällen ganz besonders, zu schweren gesundheitlichen Schäden führen kann. Obwohl es oftmals zu Beginn einer Typ-2-Diabetes keine eindeutig klaren Hinweise gibt, können folgende Symptomen auftreten:

  • Müdigkeit
  • Schwäche
  • Sehstörungen
  • Infektneigung, zu bakterielle Infektionen und Pilzinfektionen, wie etwa häufige Blasenentzündungen, genitoanale Pruritus, bei Männern wiederholt auftretende Entzündungen der Eichel und, oder der Vorhaut, mögliche Ausbildung einer sekundären Phimose
  • Hyperosmolares Syndrom, in den schlimmsten Fällen auch ein hyperosmolares Koma
  • Austrocknung, da die Nieren aufgrund des hohen Blutzuckerspiegels so viel Flüssigkeit ausschütten, dass auch eine extrem hohe Flüssigkeitszufuhr nicht zum Ausgleich reicht

Typ-2-Diabetes: Ursachen

Die Ursachen für Typ-2-Diabetes sind ebenfalls multifaktoriell, wobei Übergewicht, häufig in Verbindung mit Bewegungsmangel, der wichtigste Faktor ist. Insbesondere übermäßiges Fett am Bauch und um die inneren Organe, genauer gesagt die Leber und die Bauchspeicheldrüs, welches auf eine zu fetthaltige oder zu zuckerhaltige Ernährung zurückzuführen ist, kann das Risiko auf Diabetes Typ 2 erhöhen. Übergewicht führt außerdem zu einer Insulinunempfindlichkeit und einer steigenden Insulinresistenz. Neben Übergewicht können auch noch andere Einflüsse eine Rolle spielen. Zunächst wären da die genetischen Faktoren. Hierbei wird ebenso wie beim Typ-1-Diabetes von einer polygenetischen Einflussnahme ausgegangen, sprich es gibt kein einzelnes Gen, das die Typ-2-Diabetes verursacht, sondern die gesamte genetische Veranlagung, bei der verschiedene Gene, wie etwa das PTPN1-Gen, zusammenwirken. Der nächste Faktor der eine Rolle spielt, ist die individuelle Lebensführung. In diesem Zusammenhang sind vor allem Menschen gefährdet bei denen es zu einer höheren körpereigenen Glykoneogenese, sprich einer höheren Zuckerbildung in der Leber, kommt. Dies geschieht häufig im Zusammenhang mit dem Hormon Glucagon, aber auch Stresshormone, wie Glukokortikoide oder Katecholamine, können einen ähnlichen Effekt haben. Ein hoher Vitamin-D-Spiegel scheint das Risiko hingegen zu verringern, wobei ein Mangel an Melatonin das Risiko an einem Diabetes Typ 2 zu erkranken erhöht.

Diabetes Typ 2: Behandlung

Eine der wichtigsten Maßnahmen, die auch zur Vorbeugung von Typ-2-Diabetes dienen kann, ist eine Reduzierung des Übergewichtes. Oftmals ist dies jedoch schwierig, da dafür umfangreiche Änderungen des Lebensstils notwendig sind, was vielen Menschen, ganz besonders Berufstätigen, schwer fällt. Fakt ist jedoch, dass bei geringerem Gewicht, der Blutzucker schnell sinkt. Beginnt man damit früh genug, kann es sogar zu einer Remission der Zuckerkrankheit kommen. Außerdem verringert man so auch das Risiko auf andere Krankheiten, wie etwa Parkinson, Bluthochdruck, eines Schlaganfalls, Thrombose, Arthritis oder Arthrose. Selbiges gilt auch im Zusammenhang mit sportlicher Betätigung und Bewegung im Allgemeinen, als Richtwert gelten hier 3 Einheiten pro Woche à 30 Minuten körperlicher Ertüchtigung. Zusätzlich gibt es selbstverständlich auch die Möglichkeit Diabetes Typ 2 mit Medikamenten behandeln, je nach Zeitpunkt des Therapiestarts und den genauen Zielvorgaben, können verschiedene Präparate verabreicht werden. Wichtig ist hierbei, dass man sich mit einem Facharzt berät und eine individuelle Behandlung findet, die den eigenen Lebensumständen angepasst ist. Folgende Medikamente bzw. Medikamentgruppen, sowohl oraler Antidiabetika als auch nicht-oraler Antidiabetika, können in diesem Rahmen zum Einsatz kommen:

  • Acarbose
  • Biguanide
  • Sulfonylharnstoffe
  • SGL-2-Hemmer
  • Glinide
  • DPP-IV-Inhibitoren
  • Insulin-Sensitizer
  • Inkretinmimetika

Typ-2-Diabetes: Ernährung

Grundsätzlich gilt es für Typ-2-Diabetiker bei der Ernährung nicht nur auf Zucker bzw. den Zuckerkonsum zu achten, sondern auch auf die zugeführten Kalorien. Studien haben ergeben, dass ein vermehrter Konsum von Fruchtsäften das Risiko auf Typ-2-Diabetes ebenfalls erhöhen kann. Generell gilt es sich gesund zu ernähren und dabei vor allem auf eine hohe Balaststoffzufuhr zu achten. Zusätzlich sollte man sich möglichst vollwertig ernähren, den täglichen Kalorienbedarf nicht überschreiten und dabei viel frisches Obst und Gemüse essen. Vollkornprodukte sind meist eine gute Wahl, sowie beta-glucanreiche Backwaren, welche häufig aus Gerste hergestellt werden. Grundsätzlich sollte man die Ernährung bei Diabetes Typ 2 mit seinem Arzt absprechen, denn es gilt auch zahlreiche andere körperliche Umstände zu beachten und darauf aufbauend sollte die eigene Nahrungsaufnahme angepasst werden.

Heute bestellt – morgen verschickt!

Stellen Sie jetzt Ihre individuelle Sanubi-Box mit Pflegehilfsmitteln zusammen – komplett kostenlos.

Jetzt kostenlos Pflegehilfsmittel erhalten
pflegehilfsmittel

Sonstige Arten von Diabetes

Neben den beiden am weitesten verbreiteten Diabetes-Formen gibt es noch zahlreiche andere, meist sehr seltene Formen der Zuckerkrankheit, welche mit Ausnahmen auch als Diabetes Typ 3, bzw. Typ-3-Diabetes, bezeichnet werden können. Diese lassen sich anhand der Ursache in Gruppen voneinander abtrennen. Folgende Gruppen gibt es:

  • Genetische Defekte der Betazelle
    Z. B. Maturity Onset Diabetes of the Young, kurz MODY mit bislang 11 bekannten Formen; Mutation der mitochondrialen DNA 3243 (Punktmutation A3243G); mitochondriale Diabetes (MIDM); neonataler Diabetes mellitus (NDM, homozygote MODY-Formen sowie Mutationen von KCNJ11 oder ABCC8)
  • Genetische Defekte der Insulinwirkung
    Z. B. Typ-A-Insulinresistenz; Leprechaunismus; Rabson-Mendenhall-Syndrom; Lipoathrophischer Diabetes
  • Diabetes aufgrund Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, in der Fachsprache pankreopriver Diabetes genannt
    Z. B. Fibrokalkuläre Pankreatopathie; Pankreatitis; Traumata, wie etwa eine Pankreasruptur oder Duodenopankreatektomie; Neoplasie; Zystische Fibrose; Hämochromatose
  • Diabetes durch hormonelle Störungen, auch Endokrinopathien genannt
    Z. B. Cushing-Syndrom; Akromegalie; Phäochromozytom; Glucagonom; Hyperthyreose; Somatostatinom; Aldosteron
  • Diabetes, verursacht durch Medikamente oder Chemikalien, wie
    Z. B. Nikotinsäure; Glukokortikoide; Antipsychotika; Schilddrüsenhormone; Sympathomimetika; Thiazide; Dilantin; Pentamidin; Streptozocin; Vacor; Interferon-alpha-Therapie
  • Diabetes mellitus aufgrund von Infektionen, wie
    Z. B. Kongenitale Röteln; Cytomegalievirus
  • Andere Formen des immunvermittelten Diabetes
    Z. B. Insulin-Autoimmun-Syndrom, bzw. Insulin-Antikörper; Antiinsulin-Rezeptor-Antikörper-Syndrom
  • Andere genetische Syndrome, die mit Diabetes assoziiert werden, wie
    Z. B. Down-Syndrom; Friedreich-Ataxie; Chorea Huntington; Klinefelter-Syndrom; Laurence-Moon-Biedl-Bardet-Syndrom; Myotone Dystrophie Typ 1; Porphyrie; Prader-Willi-Syndrom; Turner-Syndrom; Wolfram syndrome oder DIDMOAD-Syndrom
    Diabetes mellitus in der Schwangerschaft, auch Typ-4-Diabetes, Schwangerschaftsdiabetes oder Gestationsdiabetes genannt

Zusätzliche Leiden bei Diabetes

Neben den typischen Symptomen, die bei der Diabetes, je nach Typ, auftreten, kann es außerdem noch zu zahlreichen anderen Leiden kommen, die durch die Zuckerkrankheit begünstigt werden. Dazu zählen sowohl Komplikationen, als auch Begleit- und Folgeerkrankungen. Sanubi klärt Sie in diesem Abschnitt über alle zusätzlichen Gefahren auf.

Komplikationen

Wird Diabetes nicht oder nicht rechtzeitig erkannt, kann es zu ernsthaften Komplikationen kommen. Im schlimmsten Fall ist das dann das diabetische Koma, welches die schwerste hyperglykämische Entgleisung des Körpers im Rahmen einer Zuckerkrankheit darstellt. Dabei handelt es sich um einen lebensgefährlichen Zustand, wo schon im Verdachtsfall umgehend der Notruf gewählt werden muss. Wenige Minuten können in einem solchen Fall über Leben und Tod entscheiden. Im Falle eines diabetischen Komas steigt der Blutzucker drastisch, genauer gesagt auf bis zu 400 mg/dl, bzw. 22,4 mmol/l, bei Diabetes Typ 1 oder auf 1000 mg/dl, bzw. 56,0 mmol/l, bei Diabetes Typ 2 an, was zur Folge hat, dass das Blut stark übersäuert wird, ein Zustand, der in der Fachsprache metabolische Azidose genannt wird. Die Ursachen dafür können vielfältig sein, wie beispielsweise durch Infekte, Probleme bei der Insulinversorgung oder durch einen technischen Defekt der Insulinpumpe. Neben einer Überzuckerung des Blutes, kann auch eine Unterzuckerung zu ernsthaften Konsequenzen führen. Dies geschieht in der Regel entweder aufgrund der falschen, genauer gesagt der zu hohen, Dosierung von Medikamenten, wie Sulfonylharnstoffen und Insulin, oder bei zu geringer Nahrungsaufnahme. Die Folge der falschen Blutzuckereinstellung bzw. Blutzuckerregulierung ist eine Unterversorgung mit Glukose, was zu verschiedenen nervalen und hormonellen Reaktionen führen kann. Je nach Individuum werden ab einem unterschiedlichen Blutzuckerspiegel erste Symptome bemerkbar. Auch anhand der Schwere der Hypoglykämie unterscheiden sich die Symptome, welche von leichten Beeinträchtigungen bis zur Bewusstlosigkeit, bzw. einem Schock, reichen können. Kommt es zu mehreren solcher Vorfälle erhöht sich laut Studien auch das Risiko an Demenz zu erkranken. Auch bei einer Unterzuckerung sollte in jedem Fall die Rettung gerufen werden, eine einfache Zufuhr von Traubenzucker reicht nämlich vor allem in schweren Fällen, also bei der Bewusstlosigkeit, nicht aus.

Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen

Diabetes ist nicht nur an sich eine ernstzunehmende Krankheit, sondern begünstigt bei Patienten auch zahlreiche Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen. Dafür können vor allem zwei Umstände verantwortlich gemacht werden, einerseits wirkt sich ein langfristig erhöhter Insulinspiegel negativ aus, andererseits führt die Qualität der Stoffwechseleinstellung, genauer gesagt ein lang anhaltender zu hoher Blutzuckerspiegel oder eine häufig auftretende Unterzuckerung, zu Komplikationen. In den meisten solcher Fälle kommt es auch zu einer permanenten Veränderung strukturbildender Eiweiße und, durch Reparaturvorgänge verursachte, negative Nebeneffekte. Folgende Begleit- und Folgeerkrankungen gibt es bei Diabetes mellitus:

  • Bluthochdruck
  • Schädigung der Blutgefäße, sowohl der großen Blutgefäße, als auch der kleinen Blutgefäße
  • Diabetische Neuropathie, bzw. Nervenschädigung, häufig eine periphere Polyneuropathie
  • Diabetisches Fußsyndrom
  • Diabetische neuropathische Osteoarthropathie, kurz DNOAP
  • Amputationen
  • Schultersteife, auch Frozen Shoulder genannt
  • Augenschäden, wie z. B. eine diabetische Retinopathie
  • Nierenschädigungen
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Osteoporose
  • Hörverlust
  • Krebs
  • Mundprobleme, sowie Zahnfleischprobleme
  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt
  • Diabetische Nephropathie
  • Erblindung
  • Dekubitus
  • Tuberkulose

Diabetes lässt sich (nicht immer) vermeiden

Diabetes ist eine schwerwiegende Erkrankung, die jetzt schon beinahe 10% der deutschen Bevölkerung betrifft und in Zukunft nur noch weiter an Bedeutung gewinnen wird, insbesondere da die Gesundheit der Betroffenen im Regelfall stark beeinträchtigt wird. Bei einem etwaigen Verdacht auf Diabetes sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen und am besten auch den Diabetesinformationsdienst konsultieren. Wenngleich es sich bei Typ-1-Diabetes um eine Krankheit handelt, die, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, nicht vermieden werden kann, so kann einer Typ-2-Diabetes gut vorgebeugt werden. Während Diabetes Typ 1 unvermeidbar ist, stellt letztere jedoch nicht nur eine größere Bedrohung dar, sondern betrifft auch einen wesentlich größeren Anteil der Diabetiker. Zunehmendes Übergewicht in weiten Teilen der Bevölkerung begünstigen die, bei Diabetes Typ 2 vorherrschende, Insulinresistenz. Aus diesem Grund sollte man unbedingt auf sein Gewicht, seine tägliche Kalorienzufuhr und seinen Zuckerkonsum achten. Schon wenige Anpassungen der Lebensweise können das eigene Risiko bzw. die eigenen Risikofaktoren, an einer Zuckerkrankheit für den Rest seines Lebens leiden zu müssen, stark verringern und das sogar häufig auch noch in der Phase der Prädiabetes. Dabei hilft vor allem eine gesunde und ausgewogene Ernährung, sowie regelmäßige körperliche Ertüchtigung. Beides lässt sich relativ einfach in den Alltag integrieren und hat man den Lebensstil erst einmal angepasst, so kann man Diabetes, nicht immer, aber oft vermeiden.

Vergessen Sie nicht, dass Menschen mit Pflegegrad ein Anrecht auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, im Wert von 40€, haben. Sanubi liefert schnell genau die Produkte, die benötigt werden.