24-Stunden-Pflege

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Das Thema 24-Stunden-Pflege wird zunehmend wichtiger. Die Pflege vieler hilfsbedürftiger Menschen wird heutzutage von Pflegekräften, oftmals aus Osteuropa, ganz besonders aus Polen, rund um die Uhr durchgeführt. Die 24-Stunden-Betreuung bietet zahlreiche Vorteile, wie etwa die ständige Verfügbarkeit der beispielsweise polnischen Pflegekraft oder die umfangreiche Pflege die von ihr geboten wird. Gleichzeitig ergeben sich allerdings auch Bedenken, gerade wenn es um das Thema Seriosität geht. Sanubi erklärt Ihnen im folgenden Artikel alles Wichtige und Wissenswerte und beantwortet außerdem alle Fragen zur 24-Stunden-Pflege.

Was ist 24-Stunden-Pflege?

24-Stunden-Pflege klingt auf den ersten Blick selbsterklärend, aber gerade wenn so viele Dinge zu beachten gibt, sollte man sich kurz damit auseinandersetzen, was damit ganz genau gemeint ist. 24h-Pflege geht in den meisten Fällen mit einer 24-Stunden-Betreuung einher. 24h-Betreuung beschreibt die umfangreiche Hilfestellung bei Aufgaben im Haushalt, bei der Körperpflege, der Betreuung tagsüber und Gesellschaft bei Ausflügen, genauso wie bei Arztbesuchen. Welche Person diese Art der Unterstützung leistet ist dabei offen. 24-Stunden-Pflege hingegen fokussiert sich zusätzlich noch auf eine ganzheitliche Pflege zu Hause, welche mit einer ganztägigen Rufbereitschaft einhergeht und der Intensivpflege dabei sehr ähnlich ist. Oftmals verlaufen die Grenzen zwischen den beiden Begriffen fließend und eine klare Unterscheidung kann nicht getroffen werden, weshalb auch im folgenden Verlauf die beiden Begriffe gleichwertig verwendet werden.

24-Stunden-Pflege: Gründe und Vorteile

Gerade im Vergleich zum Aufenthalt in einem Seniorenheim, Pflegeheim oder Altenheim bietet die 24-Stunden-Pflege einige eklatante Vorteile. Die 24-Stunden-Pflegekraft zieht zunächst bei der zu pflegenden Person, meist einem älteren Menschen, ein. Von da an übernimmt sie dann alle wichtigen Tätigkeiten im Haushalt und kümmert sich auch um andere Verpflichtungen. Für viele Betroffene ist das eine willkommene Alternative zum Umzug in eine stationäre Einrichtung, der oftmals sehr beschwerlich sein kann. Durch die 24-Stunden-Betreuung kann man in seinem gewohnten Umfeld verbleiben, sie findet zu Hause statt und gehört somit zur häuslichen Pflege.

Sanubi hat für sie alle Vorteile der 24h-Pflege noch einmal übersichtlich zusammengestellt:

  • Individuelle Betreuung und Unterhaltung im eigenen Zuhause
  • Große Entlastung, sowohl für die betreffende Person, als auch die Angehörigen
  • Professionelle Pflege rund um die Uhr
  • Vermeidung von Pflegefehlern durch Laienpflege
  • Sicherheit und weniger Sorgen für die Angehörigen
  • Eine qualifizierte Ansprechperson in nächster Nähe

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Wo findet 24-Stunden-Pflege überall statt?

Einer der großen Vorteile der 24h-Pflege ist, dass die 24-Stunden-Betreuung an vielen unterschiedlichen Orten stattfinden kann. Im Rahmen der häuslichen Pflege, kann sie zusätzlich zur ambulanten Pflege stattfinden. Auch in manchen stationären Einrichtungen, wie etwa einem Seniorenstift kann kann eine 24h-Betreuung als Alternative oder Ergänzung zur stationären Pflege erfolgen. Beim betreuten Wohnen hingegen besteht keine Notwendigkeit zu zusätzlicher Pflege. Bei der Tagespflege, bzw. Nachtpflege verhält es sich etwas anders, denn auch hier kann zur Ergänzung eine 24-Stunden-Pflegekraft eingestellt werden. Auch zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen kann die 24-Stunden-Pflege genutzt werden.

24-Stunden-Pflege: Die Leistungen im Überblick

Die passende 24-Stunden-Pflegekraft deckt eine Vielzahl von Leistungen ab und übernimmt zahlreiche Aufgaben. Unter anderem Folgendes wird im Rahmen einer 24h-Pflege bzw. 24h-Betreuung angeboten:

1. Grundpflege

Die Grundpflege umfasst alle Handlungen, die notwendig sind für eine würdevolle Existenz, aber mitunter von der pflegebedürftigen Person nicht mehr komplett selbst durchgeführt werden können. Dabei handelt es sich um Dinge wie Körperpflege, Zahn- und Mundhygiene, Behandlungspflege, Toilettengänge, Be- und Entkleidung und Hilfestellung bei der Aufnahme von Nahrung.

2. Hauswirtschaftliche Tätigkeiten

Hauswirtschaftliche Tätigkeiten fallen ebenso in den Verantwortungsbereich der 24-Stunden-Pflegekraft. Das umfasst unter anderem Hilfestellung sowohl beim Reinigen, als auch beim Aufräumen der Wohnung, sowie beim Einkaufen und Kochen.

3. Aktivierende Tätigkeiten

Enthalten im umfassenden Leistungsprogramm der 24h-Pflege ist auch die Unterhaltung und Aufmunterung des pflegebedürftigen Menschen. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei darauf die Patienten mit ihrer Situation vertraut zu machen und ihre Alltagskompetenzen soweit wie möglich, wenn nötig auch unter Anleitung, einzusetzen.

4. Motivation und Freizeitgestaltung

Der letzte, zentrale Punkt der 24-Stunden-Betreuung ist eine abwechslungsreiche Gestaltung des Alltags. Die pflegebedürftige Person soll sich je nach Umstand wieder wohl in ihrem Tagesablauf fühlen. Das gilt ganz besonders für Situationen in denen sich Patienten schon aus ihrem sozialen Umfeld zurückgezogen haben. Die oberste Priorität ist es neue Motivation, Vitalität und Lebensfreude zu vermitteln.

Mögliche Aktivitäten:

  • Gemeinsame Spaziergänge oder Spazierfahrten mit dem Auto
  • Ausflüge
  • Begleitung zum Einkaufen, zu Arztbesuchen, zur Therapie oder zum Friseur
  • Friedhofsbesuche
  • Gesellschaftsspiele und Puzzles
  • Anregende Gespräche
  • Einbezug in alle anfallenden hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, zu denen der Patient in der Lage ist

Für die Grundpflege ist keine besondere Ausbildung vonnöten, schließlich kann sie auch von Bekannten, Freunden oder Familienmitgliedern durchgeführt werden. Dementsprechend handelt es sich bei 24-Stunden-Pflegekräften, meist aus dem osteuropäischen Ausland, oftmals nicht um ausgebildete bzw. examinierte AltenpflegerInnen. Falls das der Fall ist kann laut deutschem Gesetz von der 24h-Betreuungskraft keine medizinische Pflegeleistung erbracht werden.

Unterschiedliche Modelle der 24-Stunden-Pflege

Zur Bewerkstelligung der 24-Stunden-Pflege gibt es verschiedene Ansätze. Was genau die unterschiedlichen Modelle voneinander unterscheidet erklärt Ihnen Sanubi im nächsten Abschnitt.

Generell gibt es drei verschiedene Möglichkeiten die 24-Stunden-Pflege durch eine 24h-Pflegekraft zu engagieren.

1. Entsendemodell

Beim Entsendemodell wird die 24h-Betreuungskraft von der betroffenen Person oder den Angehörigen über eine deutsche Vermittlungsagentur beauftragt. In diesem Fall ist die Pflegekraft bei einem dritten Unternehmen im Ausland angestellt. Kommuniziert wird dabei nur über die deutschsprachige Vermittlungsfirma, die auch den Transport und jedwede andere organisatorische Tätigkeiten übernimmt. Die Versicherung der 24-Stunden-Betreuungskraft wird vom Entsender übernommen, der durch eine sogenannte A1-Bescheinigung bestätigt, dass alle nötigen Steuern und Sozialabgaben im Heimatland der 24h-Pflegerin entrichtet werden.

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2. Vermittlung der 24-Stunden-Pflegekraft durch die Agentur für Arbeit

Für den Fall, dass eine direkte Anstellung der Pflegekraft bevorzugt wird, sollte man die deutsche Arbeitsagentur zu Rate ziehen. Durch diese Vorgehensweise wird sichergestellt, dass die 24h-Pflegekraft auch dem deutschen Arbeitsgesetz unterliegt und dabei alle ihre Rechte und Pflichten wahrnimmt. Das gilt in diesem Fall allerdings auch für den Arbeitgeber und bedeutet, dass zahlreiche, zusätzlich zum Lohn der 24-Stunden-Pflegekraft, anfallende Zahlungen übernommen werden müssen. Außerdem heißt das, dass mehrere Pflegekräfte eingestellt werden müssen, da sonst gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßen wird.

3. Beauftragung einer selbstständigen Pflegekraft

Bei der letzten Möglichkeit beauftragt der Angehörige oder die zu pflegende Person selbst eine 24-Stunden-Betreuungskraft aus dem osteuropäischen Ausland. Hierbei gilt es ganz besonders Vorsicht walten zu lassen, da man alleine sicherstellen muss, dass alle Vorschriften und deutschen Gesetzgebungen eingehalten werden. Als besonderes Risiko ist hier die sogenannte “Scheinselbstständigkeit” zu erwähnen, die oftmals steuerliche Nachzahlungen mit sich ziehen kann.

Die Kosten der 24-Stunden-Pflege

Die jeweiligen Kosten der 24-Stunden-Pflege hängen immer vom entsprechenden Modell ab und werden nicht von der Pflegekasse übernommen. Darüber hinaus werden keinerlei Pflegesachleistungen im Rahmen der 24h-Pflege von der Pflegekasse übernommen. Einzig das Pflegegeld kann zum Begleichen des durch die 24-Stunden-Betreuung anfallenden Aufwands verwendet werden. Ansonsten können möglicherweise auch noch (indirekt) Pauschalen für Kurzzeitpflege oder Verhinderungspflege geltend gemacht werden. Dies ist allerdings keine sichere Sache und verlangt individueller Prüfung, seitens der Kasse oder eines Pflegeberaters.
Um den Überblick noch etwas einfacher zu gestalten hat Sanubi für Sie die jeweiligen Kosten der drei Modelle noch einmal im Detail aufgeschlüsselt (Bitte beachten Sie, dass es sich dabei lediglich um Beispielrechnungen handelt bei denen es jederzeit zu Abweichungen kommen kann. Außerdem ist es nicht garantiert, dass man immer das volle Pflegegeld ausbezahlt bekommt, vor allem wenn man zusätzlich Pflegesachleistungen, auch im Rahmen einer Kombinationsleistung, in Anspruch nimmt.):

1. Kosten des Entsendemodells

Hier gilt zunächst der deutsche Mindestlohn. Dieser beträgt seit Januar 2020 9,35 Euro pro Stunde. Daraus ergibt sich ein Minimum von etwa 2.000 Euro an Kosten pro Monat und pro Pflegekraft, wobei es durchaus zu substantiell höheren Kosten kommen kann vor allem wenn mehr als eine 24-Stunden-Pflegekraft notwendig wird.

Beispiel: Frau Martha Mustermann hat den Pflegegrad 2 und bezieht somit 316€ Pflegegeld pro Monat. Der Einfachheit halb wird angenommen, dass alle Leistungen vollständig beansprucht werden können.

Kostenrechnung bei Entsendemodell (1 Pflegekraft à 40 Stunden pro Woche)

24-Stunden-Pflege: Aufwand pro Jahr24.000,00€
24-Stunden-Pflege: Aufwand pro Monat2.000,00€
Pflegegeld-316,00€
Endergebnis (pro Monat bei einer Pflegekraft à 40h pro Woche) 1.684,00 €

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2. Kosten bei Vermittlung durch Agentur für Arbeit

Bedingt durch die vielen Vorschriften und Gesetze die es bei diesem Modell zu beachten gilt, ergeben sich hier auch die höchsten Kosten. Diese belaufen sich auf ungefähr 5.000 Euro pro Monat.

Beispiel: Frau Martha Mustermann hat den Pflegegrad 3 und bezieht somit 545€ Pflegegeld pro Monat. Der Einfachheit halb wird angenommen, dass alle Leistungen vollständig beansprucht werden können.

Kostenrechnung bei Vermittlung

24-Stunden-Pflege: Aufwand pro Jahr60.000,00€
24-Stunden-Pflege: Aufwand pro Monat5.000€
Pflegegeld-545,00€
Endergebnis pro Monat4.455,00€

3. Kosten durch Beauftragung einer selbstständigen Kraft

Bei diesem Modell der 24-Stunden-Betreuung variieren die Kosten am meisten. Das liegt daran, dass die 24h-Betreuungskraft ihren Stundenlohn selbst bestimmt. Somit ergeben sich in den meisten Fällen Aufwendungen von mindestens 2.000€ – 3.000 Euro pro Monat. Im Beispiel wird vereinfacht mit 2.500 Euro gerechnet.

Beispiel: Frau Martha Mustermann hat den Pflegegrad 4 und bezieht somit 728€ Pflegegeld pro Monat. Der Einfachheit halb wird angenommen, dass alle Leistungen vollständig beansprucht werden können.

Kostenrechnung bei selbstständiger Kraft

24-Stunden-Pflege: Aufwand pro Jahr30.000,00€
24-Stunden-Pflege: Aufwand pro Monat2.500,00€
Pflegegeld-728,00€
Endergebnis pro Monat1.772,00€

24-Stunden-Pflege: Steuerliche Vorteile

Für die Empfänger der 24-Stunden-Betreuung ergeben sich außerdem steuerliche Vorteile. Bedingt durch die Tatsache, dass die Inanspruchnahme der 24h-Pflege als haushaltsnahe Dienstleistung gilt, kann diese bis zu einem Gesamtbetrag von 4.000€ beim jährlichen Lohnsteuerausgleich angerechnet werden. Möglich ist das allerdings nur wenn auch wirklich ein seriöses Angebot in Anspruch genommen wurde und alle steuerlichen und gesetzlichen Anforderungen bei der Rechnungsstelle erfüllt wurden. Bitte beachten Sie, dass Sanubi keine Garantie für den Erhalt steuerlicher Vorteile geben kann. Wenn Sie der Meinung sind, Sie hätten einen Anspruch auf solche Vorteile, lohnt sich der Kontakt zu einem Steuerberater oder zur Pflegeberatung.

Wie schon zuvor angedeutet müssen sich 24-Stunden-Pflegekräfte, im Rahmen der angebotenen 24h-Betreuung an alle geltenden deutschen Bestimmungen, Verordnungen und Gesetze halten. In der Praxis heißt das vor allem eines und zwar, dass eine A1-Bescheinigung zur Verfügung gestellt werden muss, in der bestätigt wird, dass alle notwendigen Abgaben, steuerliche Zahlungen und sonstige Leistungen erbracht worden sind. Es ist nicht immer einfach alle geltenden Bestimmungen im Blick zu behalten und da man letzten Endes als Auftraggeber für Fehler oder andere Ungereimtheiten verantwortlich ist, empfiehlt sich eine genaue Kontrolle aller relevanten Papiere und Verträge. Hilfreich können hier auch verschiedene Vereine oder Selbsthilfegruppe sein, deren Rat bei Bedarf eingeholt werden sollte.

24-Stunden-Pflege: Eine tolle Option

Die 24-Stunden-Pflege ist eine tolle Option für viele pflegebedürftige Menschen, da sie einige wichtige Vorteile mit sich bringt. Zunächst kann der Patient im Rahmen der 24-Stunden-Betreuung im eigenen Zuhause verweilen. In den eigenen vier Wänden fühlt er sich nicht nur wohler, sondern genießt außerdem eine Rundumpflege, die bei der Grundpflege beginnt und bis zur medizinischen Pflege reichen kann, sofern es sich bei der polnischen Pflegekraft bzw. osteuropäischen Pflegekraft, um eine entsprechend ausgebildete 24h-Pflegekraft handelt. Darüber hinaus ist die 24h-Betreuerin jederzeit abrufbar und kann in kritischen Situationen immer aushelfen. Beachtet man alle Richtlinien zur 24h-Pflege und informiert man sich grundlegend zur Gesetzeslage, dann halten sich die Risiken auch in Grenzen. Falls man also über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sollte man definitiv die Möglichkeit einer 24h-Betreuung im Rahmen der 24-Stunden-Pflege nachdenken.

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