Pflegehilfsmittel zum Verbrauch – Kostenlose Hilfsmittel für die häusliche Pflege

Pflegehilfsmittel dienen Pflegebedürftigen im Alltag und dabei, ein selbständigeres Leben führen zu können. Sie sind für die häusliche Pflege bestimmt und sollen zur Linderung von Beschwerden der betroffenen Personen beitragen. Pflegebedürftige mit einem Pflegegrad (früher Pflegestufe) haben einen Anspruch auf Pflegehilfsmittel – unterschieden werden technische Pflegehilfsmittel von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch.

Das Wichtigste in Kürze

  • Man unterscheidet technische Pflegehilfsmittel von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch
  • Für Pflegehilfsmittel ist die Pflegekasse zuständig (Für Hilfsmittel die Krankenkasse)
  • Menschen mit einem Pflegegrad haben grundsätzlich Anspruch auf Pflegehilfsmittel
  • Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel werden mit bis zu 40 Euro pro Monat von der Pflegekasse erstattet
  • Online-Anbieter wie Sanubi stellen monatlich Pflegepakete zur Verfügung und übernehmen die Abwicklung mit der Pflegekasse

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch – Voraussetzungen

Das Sozialgesetzbuch regelt den Anspruch auf Pflegehilfsmittel. Hierbei wird zwischen Hilfsmitteln SGB V §33 und Pflegehilfsmitteln SGB XI §40 unterschieden.

Achtung: Für stationäre Pflegeheimbewohner gelten abweichende Regelungen. Hier ist normalerweise das entsprechende Heim für die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln zuständig.

Wer hat Anspruch auf kostenfreie Pflegehilfsmittel

Pflegehilfsmittel müssen nicht vom Arzt verschrieben werden – Der Antrag auf Kostenübernahme wird schnell und unkompliziert bei der zuständigen Pflegekasse gestellt.
Folgende drei Kriterien müssen erfüllt sein, damit ein Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch besteht:

  • Die betroffene Person hat einen Pflegegrad von 1 – 5
  • Die Pflege erfolgt im eigenen zu Hause, im Haus der Familie, einer WG oder dem Betreuten Wohnen
  • Eine angehörige Person oder ein Pflegedienst pflegen die betroffene Person

Gut zu wissen!

Tritt der Pflegefall plötzlich ein, so haben Angehörige Anspruch auf das sogenannte Pflegeunterstützungsgeld – es wird von der Pflegekasse nach Antragstellung für 10 Tage gezahlt – in dieser Zeit muss der Arbeitgeber die betroffenen Personen von der Arbeit freistellen.

Welche Pflegegrade gibt es

Es gibt fünf anerkannte Pflegegrade. Je höher der Pflegegrad, desto intensiver ist der Pflegebedarf. Die Einstufung in einen Pflegegrad ist grundsätzlich abhängig von der Beeinträchtigung der Selbständigkeit. Dazu werden in einem Begutachtungsverfahren Punkte vergeben, welche in der Gesamtpunktzahl das Ergebnis definieren.

PflegegradBezeichnungGesamtpunktzahl
Pflegegrad 1geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeitab 12,5 bis unter 27
Pflegegrad 2erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeitab 27 bis unter 47,5
Pflegegrad 3schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeitab 47,5 bis unter 70
Pflegegrad 4schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeitab 70 bis unter 90
Pflegegrad 5schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgungab 90 bis 100

Pflegehilfsmittel beantragen – Kosten & Kostenübernahme

Die Kosten für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden von der Pflegekasse übernommen – Pflegebedürftige haben Anspruch auf Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro monatlich. Die Hilfsmittel sind also nicht gratis, jedoch für den Betroffenen kostenlos, wenn die Pflegeversicherung die Kosten übernimmt.

Hinweis: Derzeit wird von einer Pauschale von 60 Euro gesprochen. Grund dafür ist
die anhaltende Corona Pandemie. Bis Ende Dezember wurde daher der Wert von 40
auf 60 Euro angehoben. Mehr zur Versorgungslage während der Pandemie

Versicherte ab dem 19. Lebensjahr müssen für technische Pflegehilfsmittel folgende Zuzahlung leisten:

  • 10 % der Kosten des Hilfsmittels
  • maximal 25 Euro je Hilfsmittel

Kurz und knapp: Bei technischen Pflegehilfsmitteln kann es zu einer Zuzahlungspflicht kommen, jedoch nicht mehr als 25 Euro pro Hilfsmittel. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden bis zu 40 Euro monatlich von der Pflegekasse erstattet. Alles darüber hinaus muss selbst gezahlt werden.

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch beantragen

Zur Beantragung von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch, dienen das Formular zur Kostenübernahme für Pflegehilfsmittel (Anlage 4), sowie die Erklärung zum Erhalt von Pflegehilfsmitteln (Anlage 2).

Zunächst wird das Formular Anlage 4 ausgefüllt und von der versicherten oder einer bevollmächtigten Person unterschrieben. Unter anderem werden Angaben zur Art der benötigten Pflegehilfsmittel gemacht.

Mit der Anlage 2 wird dann der Erhalt der Pflegehilfsmittel zum Verbrauch bestätigt.

Pflegehilfsmittel AOK, Barmer, DAK & Co. – Antrag bei der Kasse stellen

Der Antrag auf zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel im Wert von monatlich 40 Euro oder auf Bereitstellung von technischen Pflegehilfsmitteln muss bei der Pflegekasse gestellt werden. Bei vielen Dienstleistern, so auch Sanubi, ist die Antragstellung im Service enthalten, sodass Verbraucher alles aus einer Hand schnell und unkompliziert erhalten.

Was wenn der Antrag auf gratis Pflegehilfsmittel abgelehnt wird

Vor allem bei einem niedrigen Pflegegrad kann es vorkommen, dass der Antrag auf Pflegehilfsmittel von der Pflegekasse abgelehnt wird. In diesem Fall sollten Betroffene einen Widerspruch einlegen. Oft ist es eine nicht hinreichende Begründung, die zur Ablehnung führt – ein Fehler der korrigiert werden kann. Auch der MDK (MEDICPROOF für privat Versicherte) können hinzugezogen werden, da bereits bei der Begutachtung der Bedarf an Pflegehilfsmitteln festgestellt wird.

Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro online bestellen

Grundsätzlich können Betroffene und deren Angehörige Pflegehilfsmittel zum Verbrauch in Drogerien oder Apotheken selbst kaufen.

Nachteile wenn Sie Pflegehilfsmittel in Drogerien kaufen:

  • Die Pflegehilfsmittel müssen selbst bezahlt werden und werden erst später erstattet
  • Der Antrag auf Kostenübernahme bei der Pflegekasse muss eigenständig gestellt werden
  • Die Pflegehilfsmittel können im Laden vergriffen sein
  • Kein regelmäßiger Erhalt von Pflegehilfsmittel

Eine unkomplizierte Alternative bieten hier Online-Anbieter. Solche zugelassenen Dienstleister halten Verträge zu den Pflegekassen und rechnen mit diesen direkt ab. Bestellte Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden dann kostenlos und regelmäßig nach Hause geliefert. Dafür wird ein sogenanntes Pflegepaket – wie unsere Sanubi Pflegebox – bereitgestellt, welches automatisch monatlich versandt wird.

Ihre Vorteile wenn Sie Pflegehilfsmittel online bestellen:

  • Der Antrag und die Abwicklung mit der Pflegekasse übernimmt ihr Online-Anbieter
  • Pflegehilfsmittelpaket kommt regelmäßig (monatlich) zu ihnen nach Hause geliefert
  • Es kann nichts vergessen werden
  • Das Paket kann jederzeit individuell angepasst werden

Pflegepaket monatlich kostenlos erhalten

Schritt 1
In der Regel gibt es mehrere Varianten eines Pflegepakets – je nach Bedürfnis der zu pflegenden Person. Bei Sanubi beispielsweise kann mithilfe des Online-Konfigurators eine individuelle Pflegebox zusammengestellt werden (Alle Produkte gemäß §40 SGB XI) oder Verbraucher wählen die Standard-Box.

Schritt 2
Mit Sanubi erhalten Sie Ihre erste Lieferung binnen weniger Tage. Mit Erhalt der Pflegebox, senden wir Ihnen ebenfalls den Antrag auf Kostenübernahme (Anlage 4) zu.

Schritt 3
Sie senden den Antrag auf Kostenübernahme unterschrieben zurück und wir kümmern uns um alle Formalitäten mit der Pflegekasse.

Schritt 4
Genehmigt die zuständige Kasse die Pflegehilfsmittel, erhalten Sie monatlich ein auf Sie zugeschnittenes Pflegepaket im Wert von bis zu 40 Euro.

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Pflegehilfsmittelverzeichnis – Welche Pflegehilfsmittel gibt es

Pflegehilfsmittel sind Geräte oder Sachmittel, die zu Erleichterungen in der häuslichen Pflege führen sollen und / oder dazu beitragen sollen, dass die pflegebedürftige Person ein selbstständigeres Leben führen kann. Pflegekassen unterscheiden hier grundsätzlich zwei Arten an Pflegehilfsmitteln:

  • technische Pflegehilfsmittel
  • zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel sind solche Hilfsmittel, die wegen der Beschaffenheit ihres Materials oder aus hygienischen Gründen nur einmal benutzt werden können, also zum Einmalgebrauch gedacht und in der Regel für den Wiedereinsatz nicht geeignet sind. Sie sind im Hilfsmittelverzeichnis der Produktgruppe 54 zugeordnet und dort aufgelistet.

Mundschutz

Spätestens nach Einbruch der Covid-19 Pandemie ist ein Mundschutz, oder auch Mund-Nasen-Schutz / Maske nicht mehr aus dem alltäglichen Leben wegzudenken. Pfleger*innen und die zu pflegende Person schützen sich damit vor Krankheitserregern.

Flächendesinfektion

Um das Risiko einer Infektion so gering wie möglich zu halten, sollten Flächen im, beispielsweise Sanitärbereich, großflächig und regelmäßig desinfiziert werden. Auch in Bereichen wie Esszimmer und / oder Küche kann das Mittel genutzt werden.

Handdesinfektionsmittel

Desinfektionsmittel für die Hände ist ein essentieller Bestandteil der Pflege von Angehörigen. Es reduziert das Risiko von Infektionskrankheiten und sollte regelmäßig angewendet werden.

Bettschutzeinlagen

Bettschutzeinlagen nehmen Körperflüssigkeiten, vorwiegend Urin, auf und bieten der betroffenen Person eine komfortable Nacht. Der Bettschutz, wie der Name bereits sagt, schützt zusätzlich das Bett und die Matratze, sodass tägliches Neubeziehen und aufwändiges Reinigen nicht notwendig werden. Bettschutzeinlagen werden in der Regel einmalig verwendet und nach Gebrauch entsorgt. Es gibt allerdings auch wiederverwendbare Bettschutzeinlagen.

Handschuhe / Einmalhandschuhe

Einmalhandschuhe dienen ebenfalls der Risikominderung in der häuslichen Pflege und schützen dabei sowohl die pflegende als auch die pflegebedürftige Person vor Keimen und Krankheitserregern. Infektionen durch Verunreinigungen werden vorgebeugt. Größe und Material variieren bei Handschuhen (bspw. Latex oder Vinyl).

Schutzschürzen

Die wasserabweisenden Schutzschürzen sind für den einmaligen Gebrauch gedacht und dienen dem Schutz der Kleidung aber auch vor Krankheitserregern und Infektionen.

Technische Pflegehilfsmittel

Alle zur Kategorie “Technische Pflegehilfsmittel” gehörenden Geräte sind in den Produktgruppen 50-53 laut Hilfsmittelverzeichnis des GKV Spitzenverbandes aufgelistet.

  • Produktgruppe 50: Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege, z. B. Pflegebetten, Pflegezubehör, Pflegestühle, Toilettenstühle
  • Produktgruppe 51: Pflegehilfsmittel zur Körperpflege / Hygiene, z. B. Urinflaschen, Bettschutzeinlagen, Waschsysteme
  • Produktgruppe 52: Pflegehilfsmittel zur selbstständigeren Lebensführung / Mobilität, z. B. Rollstühle, Gehhilfen
  • Produktgruppe 53: Pflegehilfsmittel zur Linderung von Beschwerden, z. B. Lagerungskissen

Eine Ausstattung mit Pflegehilfsmitteln kann die Grundausstattung oder die Ersatzbeschaffung beinhalten. Technische Hilfsmittel werden teils nur leihweise überlassen, deshalb kann das Überlassen der Pflegehilfsmittel auch an eine Ausbildung zu deren Gebrauch gebunden sein. Sie unterliegen meist auch einer Eigenbeteiligung.

Pflegehilfsmittel und Hilfsmittel – Was ist der Unterschied

Pflegehilfsmittel und Hilfsmittel sind nicht dasselbe. Hilfsmittel sind grundsätzlich rezeptpflichtig und die für die Kostenübernahme ist die jeweilige Krankenkasse zuständig. Pflegehilfsmittel dagegen, erhalten Betroffene ganz ohne Rezept – die Kosten werden von der Pflegekasse getragen.

TIPP: Oft verwechselt, wird die Bezuschussung eines Treppenlifts durch die Krankenkasse. Für einen Treppenlift ist grundsätzlich die Pflegekasse zuständig. Es bietet sich jedoch an – falls möglich – zusätzlich eine ärztliche Empfehlung einzureichen.

Was sind Hilfsmittel

Hilfsmittel sind beispielsweise Inkontinenzartikel, wie Windeln für Erwachsene. Hilfsmittel dienen der Sicherung des Erfolgs einer Krankenbehandlung oder zur Vorbeugung einer Behinderung. Voraussetzungen für eine Kostenübernahme ist ein Rezept, welches vom Arzt ausgestellt wird.

Pflegehilfsmittel bei Inkontinenz

Inkontinenzartikel gehören leider nicht zu den Pflegehilfsmitteln. Da pflegebedürftige Personen oft von Inkontinenz  betroffen sind, macht eine zusätzliche Antragstellung allerdings Sinn. Erforderlich ist dafür ein Inkontinenz-Rezept vom Arzt, welches bei der Krankenkasse vorgelegt wird. Was sollte auf dem Inkontinenz-Rezept vermerkt sein?

  • Die Kennzeichnung als Hilfsmittelrezept (Nummer 7)
  • Die Diagnose der Inkontinenzform, z. B. Harninkontinenz
  • Der Produktname, z. B. Inkontinenzwindeln
  • Die Stückzahl, z. B. 2 Windeln zum Verbrauch
  • Die Fallgruppe

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nur, wenn eine Fallgruppe identifiziert wurde. Fallgruppen sind Begründungen für die Inkontinenzversorgung mit den Hilfsmitteln. Mögliche Fallgruppen / Begründungen sind:

  • Teilnahme am gesellschaftlichen Leben
  • Zur Prävention einer Dekubitus
  • Zur Prävention von Hauterkrankungen

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Werden diese Punkte beachtet sollte die Ausstellung eines Rezepts und die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse reibungslos klappen.

FAQ: Häufige Fragen zu Pflegehilfsmitteln