Pflegekosten

Grundsicherung

Ein Pflegefall ist mit vielen unerwarteten, teils großen, Herausforderungen verbunden. Neben den emotionalen und körperlichen Belastungen können vor allem finanzielle Sorgen durch hohe Pflegekosten pflegenden Angehörigen, sowie Menschen mit Pflegebedürftigkeit, zu schaffen machen. Wird Pflege notwendig, dann unterliegen viele Betroffene, egal ob Angehörige oder Pflegebedürftige, zunächst dem Glauben, dass die Pflegeversicherung, bzw. die Pflegekasse, den Großteil, wenn nicht sogar alle Kosten, übernimmt. Leider handelt es sich dabei um einen Trugschluss, denn oftmals muss man den Hauptteil der finanziellen Belastung, vor allem wenn ein niedriger Pflegegrad vorliegt, selbst stemmen. Dieser Umstand kann schnell dazu führen, dass man sich überfordert fühlt. Sanubi erklärt Ihnen in diesem Artikel ganz genau welche Pflegekosten anfallen können und wann eine Kostenübernahme möglich ist.

Pflegekosten: Welche Kosten fallen an?

Je nachdem in welcher konkreten Situation man sich befindet, können unterschiedliche Pflegekosten anfallen. Einerseits spielt der Grad der Pflegebedürftigkeit eine Rolle, andererseits sind die häuslichen Umstände und die bevorzugte Pflegeform relevant. Im folgenden Abschnitt klärt Sanubi über alle, womöglich anfallenden, Pflegekosten auf.

Pflegekosten: Ambulante und häusliche Pflege

In der häuslichen Pflege können eine Vielzahl unterschiedlicher Pflegekosten anfallen. Zunächst gilt es den Aufwand für die eigentliche Pflege zu Hause zu beachten. Diese kann entweder durch Angehörige geleistet werden oder ein ambulanter Pflegedienst übernimmt die Pflege. Nimmt man letztere Option in Anspruch hängen die Kosten vom jeweiligen Aufwand ab, der im Rahmen der Pflegeleistungen anfällt. Darüber hinaus fallen zahlreiche andere Unkosten an, sei es für Material oder Pflegehilfsmittel. Sanubi hat die möglichen Kostenpunkte im Detail für Sie aufgelistet:

  • Pflegehilfsmittel, insbesondere Pflegehilfsmittel zum Verbrauch
  • Hilfsmittel, wie beispielsweise Hörgeräte, Hausnotruf, Prothesen und vieles mehr
  • Inkontinenzmaterial, wie Windeln für Erwachsene, Inkontinenzeinlagen und Vergleichbares
  • Medikamente
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Pflegedienstleister oder osteuropäische bzw. polnische Pflegekräfte im Rahmen einer 24-Stunden-Pflege
  • Möglicherweise steigen die Mietkosten für die Wohnung durch entsprechende Anpassungen, wie etwa ein barrierefreies Bad oder einen Treppenlift
  • Wenn der Arbeit nicht mehr nachgegangen werden kann, enstehen finanzielle Verluste durch den Gehaltsausfall, sowohl für Betroffene selbst, als auch für Angehörige
  • Eine behindertengerechte Anpassung des Autos kann notwendig werden und schlägt dementsprechend zu Buche
  • Kann man nicht mehr in der eigenen Wohnung verbleiben, muss man evtl. ins Betreute Wohnen oder eine Senioren-Wohngemeinschaft umziehen, was wesentlich teurer ist als die reguläre Miete
  • Therapie, vor allem bei Altersdepression
  • Unter Umständen wird Behandlungspflege nötig

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Pflegekosten: Stationäre Pflege

In der stationären Pflege gestalten sich die Pflegekosten übersichtlicher, aber keinesfalls geringer. Ganz im Gegenteil, der Aufenthalt in einem Pflegeheim, Altenheim oder einer Seniorenresidenz ist oftmals eine der teuersten Alternativen. In jedem Fall hängen die Kosten, bzw. Pflegeheim Kosten, hierbei von der jeweiligen Einrichtung ab, der entsprechenden Ausstattung und dem Umfang der Pflegeleistung, sowie der Unterkunft. Grundsätzlich setzen sich die Gesamtkosten in der vollstationären Pflege aus den eigentlichen Pflegekosten für die erbrachten Pflegeleistungen und den sogenannten Hotelkosten für Verpflegung und Logis, sowie den Investitionskosten, die Pacht, Neuanschaffungen und Ähnliches abdecken, zusammen.

Pflegekosten: Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Tritt der Pflegefall ein kann es sein, dass die eigenen vier Wände ganz plötzlich nicht mehr oder zumindest nicht mehr vollständig bewohnbar sind. In einem solchen Fall wird das barrierefreie Wohnen elementar für einen angenehmen Alltag und das Leben im Alter. Sei es nun ein barrierefreies Badezimmer oder der Einbau eines Treppenlifts, wohnumfeldverbessernde Maßnahmen sind ebenso teuer, wie unvermeidbar. In diesem Zusammenhang sind den Kosten grundsätzlich erst einmal keine Grenzen gesetzt. Kleinere Umbauten, wie das Anbringen von Haltegriffen, belaufen sich in der Regel oftmals auf wenige 100 Euro, während größere Umbauten, wie etwa ein kompletter Badezimmerumbau, schnell mit mehreren 1000 Euro zu Buche schlagen können. Bei aufwändigen Treppenlifteinbauten über mehrere Etagen hinweg können sogar bis zu 25.000 Euro fällig werden.

Pflegekosten: Sonstige Kosten

Neben den bisher erwähnten Punkten können zusätzlich sonstige Kosten anfallen. Darunter fallen unter anderem folgende Aufwendungen:

Pflegekosten: Mögliche Kostenübernahme

Im vorherigen Abschnitt sind alle möglichen Kostenpunkte, die bei der Pflege anfallen können, der Reihe nach aufgezählt worden. Als nächstes sollen nun die verschiedenen Möglichkeiten zur Kostenübernahme aufgezeigt werden. Sanubi erklärt der Reihe nach welche Kosten, in welchem Fall und in welcher Höhe, übernommen werden können. Bitte beachten Sie, dass sich die folgenden Ausführungen auf gesetzlich Versicherte beziehen. Bei privaten Pflegeversicherungen hängt vieles vom jeweiligen Tarif ab. Sanubi empfiehlt daher sich in einem solchen Fall direkt bei der privaten Pflegeversicherung zu informieren.

Bei ambulanter und häuslicher Pflege

Befindet man sich in häuslicher oder ambulanter Pflege hat man ab Pflegegrad 2 Anspruch auf Pflegegeld, welches bis Pflegegrad 5 stetig steigt. Als Alternative zum Pflegegeld kann man auch sogenannte Pflegesachleistungen beziehen, wenn man von einem ambulanten Pflegedienst versorgt wird. Erhält man professionelle, ambulante Pflege nur in geringem Maß, kann man Pflegegeld und Pflegesachleistungen prozentual anteilig miteinander kombinieren. In einem solchen Fall spricht man von einer Kombinationsleistung. Zusätzlich besteht ein Anrecht auf den zweckgebundenen Entlastungsbetrag und Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Wert von 40 Euro monatlich. Die genaue Höhe der fälligen Beträge entnehmen Sie der folgenden Tabelle:

Pflegegrad 1Pflegegrad 2Pflegegrad 3Pflegegrad 4Pflegegrad 5
Pflegegeld-316 €545 €728 €901 €
Pflegesachleistungen-689 €1.298 €1.612€1.995 €
Entlastungsbetrag125 €125 €125 €125 €125 €
Pflegehilfsmittel40 €40 €40 €40 €40 €

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Sonderfall Hilfsmittel

Bis auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden andere Hilfsmittel nicht von der Pflegekasse sondern von der Krankenkasse, also der Krankenversicherung, übernommen. Grundsätzlich gilt für diese Hilfsmittel, seien es nun technische Hilfsmittel bzw. Pflegehilfsmittel, Hilfsmittel zur Körperpflege, medizinische und sonstige Hilfsmittel, dass nicht der gesamte Betrag übernommen wird. In der Regel wird ein Eigenanteil von 10% der Kosten fällig, welcher aber durch einen Maximalbetrag, von meist 10 Euro, gedeckelt wird.

Bei stationärer Pflege

Im Rahmen der stationären Pflege können ebenfalls Kosten übernommen werden. In welcher Höhe das möglich ist, richtet sich abermals nach dem Pflegegrad. Bei Pflegegrad 1 hat man nur im Rahmen des Entlastungsbetrags die Möglichkeit eine finanzielle Unterstützung zu erhalten. Ab Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 bis Pflegegrad 5 kann man zusätzlich zum Entlastungsbetrag eine Kostenübernahme erhalten. Diese gilt allerdings nur für die eigentlichen Pflegekosten, die in der stationären Einrichtung anfallen. Die sogenannten Hotelkosten, also die Kosten für Kost, Logis und eventuelle Investitionskosten, werden hingegen nicht subventioniert. Wie hoch die Kostenübernahme ausfällt, können Sie folgender Tabelle entnehmen:

Pflegegrad 1Pflegegrad 2Pflegegrad 3Pflegegrad 4Pflegegrad 5
Stationäre Pflege-770 €1.262 €1.775 €2.005 €
Entlastungsbetrag125 €125 €125 €125 €125 €

Für wohnumfeldverbessernden Maßnahmen

Auch bei wohnumfeldverbessernden Maßnahmen ist eine Kostenübernahme durch die Pflegeversicherung, also die Pflegekasse, möglich. Grundsätzlich können bis zu 4.000 Euro von der Kasse pro Maßnahme bezahlt werden. Dabei sollte man bei der Beantragung jedoch darauf achten, was die Pflegekasse unter einer Maßnahme versteht und um Missverständnissen vorzubeugen, empfiehlt es sich immer jede wohnumfeldverbessernde Maßnahme einzeln zu beantragen.

Bei sonstigen Kosten

Zusätzlich zu den bisher erwähnten Möglichkeiten ist auch bei Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege und bei teilstationärer Pflege, wie Tagespflege oder Nachtpflege, eine Kostenübernahme möglich. Bei Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege berechnet sich die Höhe der Kostenübernahme jährlich, darf aber maximal nur für 6 Wochen pro Jahr in Anspruch genommen werden. Bei teilstationärer Pflege wird der Betrag monatlich ausbezahlt. Oftmals kann in solchen Fällen auch der zweckgebundene Entlastungsbetrag verrechnet werden. Die genauen Zahlen entnehmen Sie der folgenden Übersicht:

Pflegegrad 1Pflegegrad 2Pflegegrad 3Pflegegrad 4Pflegegrad 5
Kurrzeitpflege-1.612 €1.612 €1.612 €1.612 €
Verhinderungspflege-1.612 €1.612 €1.612 €1.612 €
Teilstationäre Pflege-689 €1.298 €1.612 €1.995 €
Entlastungsbetrag125 €125 €125 €125 €125 €

Kostenübernahme auf einen Blick

In der folgenden Übersicht können Sie nochmal alle Möglichkeiten zur Kostenübernahme auf einen Blick einsehen:

Tabelle Pflegegrade

Um einer zu hohen finanzielle Belastung durch die anfallenden Pflegekosten vorzubeugen, kann es sich lohnen eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen. Sanubi klärt in der großen Übersicht unter folgendem LINK über alle Möglichkeiten, sowie Vorteile und Nachteile auf.

Pflegekosten: Sorgfältig planen und Leistungen beanspruchen

Pflegekosten werden zu einem großen Thema im denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Aufgrund des Pflegefalls verändert sich das komplette Leben, der Alltag muss an die neuen Umstände angepasst und wichtiges Pflegewissen muss sich angeeignet werden, um bestmöglich für die Pflegebedürftigen sorgen zu können. In einer solchen Situation kann und will man oft nicht an die finanziellen Belastungen denken. Leider kann ein solches Verhalten fatale Folgen haben. Sobald man für die seine eigene Pflege oder die Pflege einer Person verantwortlich ist, sollte man sich unbedingt die genauen Kosten vor Augen führen. Fühlt man sich damit überfordert, ist das überhaupt kein Problem. Man kann sich in einem Pflegestützpunkt, bei der Pflegekasse und bei der Pflegeberatung informieren. Hat man erst einmal einen Kostenplan aufgestellt, gilt es alle möglichen Kassenleistungen zu beanspruchen. Auch wenn diese oftmals nicht ausreichen, um alle offenen Kostenpunkte zu decken, so können sie dennoch eine elementare Stütze darstellen. Wichtig ist nur, dass man sich informiert, plant und bei Bedarf auch helfen lässt.

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