Entlastungsbetrag

entlastungsbetrag

Der Entlastungsbetrag ist eine Leistung der Pflegeversicherung, genauer gesagt der Pflegekasse, die jedem Menschen mit Pflegegrad zusteht, egal ob er nun Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 oder Pflegegrad 5 hat. Mit Hilfe des Entlastungsbetrags soll Pflegebedürftigen, Pflegepersonen und pflegenden Angehörigen gleichermaßen geholfen werden. Die Unterstützung erfolgt indem verschiedene Betreuungs- oder Entlastungsleistungen übernommen werden. Doch oftmals ist unklar, was genau damit gemeint ist und wie man seinen Anspruch darauf geltend machen kann. Sanubi erklärt Ihnen in diesem Artikel alles, was Sie über den zweckgebundenen Entlastungsbetrag wissen sollten und geht dabei sowohl auf mögliche Leistungen, als auch auf die Abrechnung mit der Kasse ein.

Was ist der Entlastungsbetrag?

Der Entlastungsbetrag ist eine Leistung, die vielen Versicherten oftmals nicht bekannt ist. Ein Umstand der wenig überraschend ist, da der Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro, monatlich, schnell einmal untergehen kann, neben Pflegegeld für die häusliche Pflege, Pflegesachleistungen und den Leistungen für stationäre Pflege, wie beispielsweise betreutes Wohnen, Pflegeheim oder Altenheim. Zusätzlich gibt es dann auch noch Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege; da verliert man schnell den Überblick. Aus diesem Grund soll zuallererst einmal erklärt werden was der Entlastungsbetrag überhaupt ist. Sanubi hat in diesem Zusammenhang eine Definition für Sie vorbereitet:

Der Entlastungsbetrag soll pflegende Angehörige oder vergleichbar Nahestehende entlasten oder zur Förderung der Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit bei der Alltagsgestaltung der Pflegebedürftigen eingesetzt werden. Erstattet werden Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Nutzung von Tages- bzw. Nachtpflege, Kurzzeitpflege, ambulanten Pflegediensten oder sonstigen, durch das Landesrecht anerkannten, Angebote im Alltag entstehen.

Wie man also sehen kann, sind an den Entlastungsbetrag einige Bedingungen geknüpft. Geregelt sind diese im elften Sozialgesetzbuch, kurz SGB XI, in §45.

Entlastungsbetrag: Verwendung

Wie aus der Definition hervorgegangen ist, kann der Entlastungsbetrag für eine Vielzahl von unterschiedlichen, aber pflegerelevanten, Leistungen verwendet werden. Konkret können also viele unterschiedliche Entlastungsleistungen und Betreuungsleistungen abgerechnet werden. Folgende Leistungen sind möglich, bitte beachten Sie dabei jedoch, dass es sich nicht um eine vollständige Liste handelt:

  • Teilstationäre Pflegeleistungen, wie Tagespflege und Nachtpflege
  • Tagesbetreuung in Gruppen
  • Verschiedene Alltagsbegleiter, Alltagsbegleitdienste, Pflegebegleiter oder Besuchsdienste
  • Entlastungsleistungen im Rahmen der Verhinderungspflege, auch durch ambulante Pflegedienste
  • Zusätzliche Leistungen bei der Kurzzeitpflege
  • Hilfe bei verschiedenen Aufgaben im Haushalt, z. B. bei der Reinigung, bei der Zubereitung von Nahrung oder beim Einkaufen
  • Diverse Angebote zur Beschäftigung, Aktivierung oder Mobilisation, wie etwa Backen, Kochen, Spaziergänge oder gemeinsames Lesen
  • Verschiedene Leistungen bei der Unterkunft in einem Pflegeheim

Wie man sehen kann, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wichtig sind dabei vor allem zwei Dinge. Erstens sollte man vorab, also bevor man sich für eine Entlastungsleistung entschieden hat, mit der Pflegekasse abklären, ob die gewünschte Leistung auch über den Entlastungsbetrag abgerechnet werden kann. Damit schützt man seine eigenen Finanzen und bei Nicht-Übernahme kann man eventuell von der Kasse auf eine Alternative, die dem eigenen Wunsch nahe kommt, hingewiesen werden. Zweitens gilt es zu beachten, dass die Entlastungs- und Betreuungsleistungen auch zusammen mit der Verhinderungspflege oder Kurzzeitpflege abgerechnet werden können. Genauer gesagt, man kann sowohl seinen Anspruch auf Verhinderungspflege oder Kurzzeitpflege nutzen und gleichzeitig in diesem Rahmen entstehende Zusatzkosten, die über die Leistungen der Pflegekasse hinausgehen, über den zweckgebundenen Entlastungsbetrag abrechnen. Das alles gilt allerdings nicht für die 24-Stunden-Pflege, diese kann nicht über den Entlastungsbetrag verrechnet werden.

Wie rechnet man den Entlastungsbetrag ab?

Die nächste logische Frage ist nun, wie rechnet man den Entlastungsbetrag mit der Pflegekasse ab. Grundsätzlich rechnet ein Pflegeheim die Leistungen, die im Rahmen des Entlastungsbetrags abgerechnet werden können, direkt mit der Pflegekasse ab. Befindet man sich hingegen in ambulanter Pflege, also der Pflege zu Hause, dann sollte man zunächst mit der Pflegekasse sprechen, nachdem man sich überlegt hat, welche Entlastungs- bzw. Betreuungsleistung man gerne verrechnen möchte. Wird diese grundsätzlich übernommen, gilt es anschließend die entsprechenden Belege einzureichen, woraufhin der Entlastungsbetrag erstattet wird. Man kann den Entlastungsbetrag jährlich, also über das ganze Kalenderjahr hinweg zusammen abrechnen, sprich man muss die 125 Euro nicht jeden Monat ausgeben, sondern das Kalenderjahr zählt. Außerdem ist es möglich den Entlastungsbetrag noch über das vergangene Kalenderjahr hinweg, im nächsten Kalenderhalbjahr abzurechnen. Zweitens, muss man in der Regel in Vorkasse gehen, sprich man bekommt den Entlastungsbetrag erst rückwirkend, in Form einer Erstattung, ausbezahlt.

Entlastungsbetrag: Eine wenig genutzte Kassenleistung

Der Entlastungsbetrag ist eine der am wenigsten genutzten Kassenleistungen, die vielen mitunter ganz und gar unbekannt ist. Weiß man doch darüber Bescheid, dann ist oftmals unklar, wofür man den Entlastungsbetrag einsetzen kann oder aber man nimmt fälschlicherweise an, dass man gar keine Anspruch darauf hätte. Dadurch entgeht vielen Menschen in Deutschland eine substantielle Kassenleistung, auf die man keineswegs verzichten sollte. In diesem Sinne rät Sanubi sich auf jeden Fall umfassend beraten zu lassen. Man hat in Deutschland ein Recht auf Pflegeberatung und muss nicht alles selbst wissen. Hat man sich informiert, sollte man unbedingt einen passenden Dienstleister für die gewünschte Entlastungsleistung suchen. Die darauffolgenden Rückerstattungen durch die Pflegekasse stellen oft eine wichtige Stütze im Pflegealltag dar, die sich vor allem langfristig bemerkbar machen wird.

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