Hilfsmittelverzeichnis

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Das Hilfsmittelverzeichnis ist ein enorm wichtiges Instrument, um die Krankenpflege, Altenpflege und Gesundheitspflege zu erleichtern. Im Hilfsmittelverzeichnis werden nämlich alle möglichen Hilfsmittel, die für das tägliche Leben notwendig sein können, strukturiert aufgelistet. Dadurch kann ganz genau geregelt werden, welche davon von der Pflegeversicherung, also der Pflegekasse, und welche von der Krankenversicherung, also der Krankenkasse, übernommen werden. Außerdem dient das organisierte Produktverzeichnis als ausgezeichnete Referenz für Ärzte, Pflegekräfte, pflegende Angehörige und Pflegebedürftige gleichermaßen. Im folgenden Artikel erklärt Ihnen Sanubi alles Wichtige, das Sie über das Hilfsmittelverzeichnis wissen müssen.

Was ist das Hilfsmittelverzeichnis?

Die Grundlage des Hilfsmittelverzeichnisses bildet §139 des fünften Sozialgesetzbuches, kurz SGB V. Beim Hilfsmittelverzeichnis handelt es sich über eine gut strukturierte Auflistung aller Hilfsmittel aus dem Gesundheits- und Pflegebereich. In den Bereich der Hilfsmittel fallen eine ganze Menge von unterschiedlichen Produkten, wie etwa Pflegehilfsmittel oder Inkontinenzmaterial. Gepflegt wird das Hilfsmittelverzeichnis, genauer gesagt das GKV-Hilfsmittelverzeichnis, bei gesetzlich Versicherten vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen, kurz GKV-Spitzenverband. Außerdem kann man es auch bei REHADAT einsehen. Für Privatversicherte gibt es den sogenannten Hilfsmittelkatalog. Inwieweit die jeweiligen Betroffenen Ansprüche haben, auf die darin enthaltenen Artikel, hängt jedoch vom entsprechenden Tarif ab, der mit der privaten Krankenversicherung geschlossen wurde.

Hilfsmittelverzeichnis: Bestandteile

Das Hilfsmittelverzeichnis umfasst ungefähr 2.600 Produktarten und insgesamt etwa 32.500 Produkte. Die Bestandteile des Hilfsmittelverzeichnisses werden mit Hilfe sogenannter Produktgruppen, kurz PG, unterteilt. Es gibt folgende Produktgruppen¹:

  • PG1: Absauggeräte
    • z. B. Sekret-Absauggeräte, Milchpumpen
  • PG2: Adaptionshilfen
    • z. B. Armunterstützungssysteme, Anziehhilfen, Ess- und Trinkhilfen, Rutschfeste Unterlagen, Greifhilfen, Halter/Halterungen/Greifhilfen für Produkte der Körperhygiene, Schreibhilfen, Lesehilfen, Behindertengerechte Bedienelemente für elektrische Geräte
  • PG3: Applikationshilfen
    • z. B. Spritzen, Pens, Insulinpumpen, Infusionspumpen, Spritzenpumpen, Spülsysteme, Transnasale Ernährungssonden, Ernährungspumpen, Zubehör
  • PG4: Bade- und Duschhilfen
    • z. B. Badewannenlifter, Badewannensitze, Duschhilfen, Badewanneneinsätze, Sicherheitsgriffe, Aufrichtehilfen
  • PG5: Bandagen
    • z. B. Verschiedene Bandagen aus flexiblen Materialien
  • PG6: Bestrahlungsgeräte
    • z. B. Verschiedene Strahlungen, wie Gamma- und Röntgenstrahlen
  • PG7: Blindenhilfsmittel
    • z. B. Blindenstöcke, elektronische Hilfsmittel
  • PG8: Einlagen
    • z. B. Stützende Einlagen, Bettungseinlagen zur Entlastung, stützende, korrigierende oder entlastende Schaleneinlagen, Einlagen mit Korrekturbacken
  • PG9: Elektrostimulationsgeräte
    • z. B. Diverse Elektrostimulations- und Elektrotherapiegeräte
  • PG10: Gehhilfen
    • z. B. Gehgestelle, Gehwagen, fahrbare Gehhilfen mit Unterarmauflagen
  • PG11: Hilfsmittel gegen Dekubitus
    • z. B. Verschiedene Liegehilfen, Matratzen, Lagerungssysteme
  • PG12: Hilfsmittel bei Tracheostoma und Laryngektomie
    • z. B. Trachealkanülen
  • PG13: Hörhilfen
    • z. B. Verschiedene Hörgeräte
  • PG14: Inhalations- und Atemtherapiegeräte
    • z. B. Aerosol-Inhalationsgeräte, Sauerstofftherapiegeräte, Hilfsmittel zur Ohrbelüftung, Atemtherapie zur Schleimlösung, bzw. -elimination, Beatmungsgeräte zu intermittierenden und lebenserhaltenden Beatmung, Geräte zur Behandlung schlafbezogener Atmungsstörungen, Masken zur Adaption, respiratorischer Systeme, Atemgasbefeuchter
  • PG15: Inkontinenzhilfen
  • PG16: Kommunikationshilfen
  • PG17: Hilfsmittel zur Kompressionstherapie
    • z. B. Medizinische Kompressionsstrümpfe für Beine und Arme, Hilfsmittel zur Narbenkompression, Apparate zur Kompressionstherapie
  • PG18: Kranken-/ Behindertenfahrzeuge
    • z. B. Duschrollstühle, Toilettenrollstühle, Schieberollstühle, Rollstühle mit manuellen Antrieben, Elektrorollstühle, Elektromobile, Rollstühle mit besonderen Vorrichtungen, Rollstuhlantriebe, Treppenfahrzeuge, Reha-Wagen, behinderungsgerechte Sitzelemente, Zubehör
  • PG19: Krankenpflegeartikel
    • z. B. behindertengerechte Betten, behindertengerechtes Bettenzubehör, Bettzurichtungen, Stechbecken
  • PG20: Lagerungshilfen
  • PG21: Messgeräte für Körperzustände, bzw. -funktionen
    • z. B. Lungenfunktionsmessgeräte, Blutdruckmessgeräte, Blutgerinnungsmessgeräte, Blutzuckermessgeräte, Personenwaagen
  • PG22: Mobilitätshilfen
    • z. B. Umsetz- und Hebehilfen, Aufstehhilfen, Lifter, Rampensysteme
  • PG23: Orthesen/Schienen
  • PG24: Beinprothesen
  • PG25: Sehhilfen
    • z. B. Brillengläser, Kontaktlinsen, vergrößernde Sehhilfen
  • PG26: Sitzhilfen
    • z. B. Sitzschalen, modulare Kindersitzsysteme, Therapiestühle, Autositze für Kinder mit Behinderungen
  • PG27: Sprechhilfen
    • z. B Sprachverstärker, Tonerzeuger, elektronischen Sprechhilfen, Stimmersatzhilfen
  • PG28: Stehhilfen
    • z. B. Stehständer, Schrägliegebretter
  • PG29: Stomaartikel
  • PG31: Schuhe
    • z. B. Orthopädische Maßschuhe, Therapieschuhe, orthopädische Schuhzurichtungen an Konfektionsschuhen, diabetesadaptierte Fußbettungen für Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, Zehen- und Mittelfußersatz
  • PG32: Therapeutische Bewegungsgeräte
  • PG33: Toilettenhilfen
    • z. B. Toilettensitze, Toilettenstützgestelle, Toilettenaufstehhilfen, Toilettenstühle, WC-Aufsätze mit Wascheinrichtung
  • PG34: Haarersatz
  • PG35: Epithesen
    • Vor allem zum optischen Ausgleich, nicht als Ersatz für Gliedmaßen, bzw. deren Funktionen
  • PG36: Augenprothesen
    • z. B. Kunstaugen
  • PG37: Brustprothesen
  • PG38: Armprothesen
  • PG50: Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege
    • z. B. Pflegebetten, Pflegbettzubehör, Bettzurichtungen zur Pflegeerleichterung, spezielle Pflegebetttische, Sitzhilfen zur Pflegeerleichterung, Rollstühle mit Sitzkantelung, Lagekorrekturhilfen für Bettlaken
  • PG51: Pflegehilfsmittel zur Körperpflege, Hygiene und zur Linderung von Beschwerden
    • z. B. Bettpfannen, Urinschiffchen, Urinflaschen, wiederverwendbare saugende Bettschutzeinlagen, Waschsysteme, Lagerungsrollen
  • PG52: Pflegehilfsmittel zur selbständigeren Lebensführung und Mobilität
    • z. B. Hausnotruf, bzw. Hausnotrufsysteme, Gehhilfen, Rollatoren
  • PG53: Pflegehilfsmittel zur Linderung von Beschwerden
    • z. B. Lagerungsrollen zur Entlastungslagerung oder und Lageveränderung
  • PG54: Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel
    • Bettschutz zum Einmalgebrauch
    • Desinfektionsmittel
    • Händedesinfektion
    • Flächendesinfektion
    • Einmalhandschuhe, bzw. Einweghandschuhe
    • Fingerlinge
    • Schutzschürzen
    • Mundschutz
  • PG98: Sonstige Pflegehilfsmittel
  • PG99: Verschiedenes
    • z. B. Kopfschutzsysteme, Läuse- und Nissenkämme, Kiefermuskeltrainer

Hilfsmittelverzeichnis: Kostenübernahme

Grundsätzlich ist der erste Schritt auf dem Weg zu Ihrem Hilfsmittel immer der Besuch beim Vertragsarzt. Sprechen Sie den Fachmann auf das Hilfsmittel an, das Sie gerne haben möchten, bzw. von dem Sie profitieren würden. Sollte der Arzt ebenfalls zu dem Schluss kommen, dass das entsprechende Produkt hilfreich ist, dann wird er Ihnen ein Rezept ausstellen. Das besagte Rezept muss dann bei der Krankenkasse, zusammen mit einem entsprechenden Antrag, eingereicht werden. Sobald die Kostenübernahme für das Hilfsmittel erteilt worden ist, empfiehlt die Krankenkasse in der Regel auch ein passendes Sanitätshaus, in dem es gekauft werden kann. An dieser Stelle sollte man auf jeden Fall beachten, dass es zu Wartezeiten kommen kann, denn nicht jedes Hilfsmittel ist in der individuell benötigten Ausführung sofort verfügbar. Sobald Sie Ihr Hilfsmittel erhalten haben, sollten Sie Ihren Eigenanteil bei der Krankenkasse begleichen. Dieser beträgt 10 Prozent des Kaufpreises und maximal 10 Euro. Bitte vergessen Sie nicht, dass das Sanitätshaus für etwaige Reparaturen zuständig ist. Dasselbe gilt für eine Einweisung vor dem Erstgebrauch des Hilfsmittels.

Sonderfall Pflegehilfsmittel

Pflegehilfsmittel, genauer gesagt Pflegehilfsmittel zum Verbrauch stellen eine Ausnahme dar und zwar in zweierlei Hinsicht. Erstens ist nicht die Krankenkasse für die Übernahme von gratis Pflegehilfsmitteln zuständig, sondern die Pflegeversicherung. Zweitens werden Pflegehilfsmittel monatlich übernommen und zwar im Wert von 40 Euro. Die Bedingungen für die Kostenübernahme sind einerseits das Vorhandensein eines Pflegegrades, egal ob nun Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 oder Pflegegrad 5 und andererseits muss die betroffene Person im Rahmen der häuslichen Pflege, also der Pflege zu Hause, nicht nur, aber auch von einem pflegenden Angehörigen versorgt werden.

TIPP: Ist ein Pflegegrad vorhanden, fällt es oft schwer die passenden Pflegehilfsmittel selbst zu besorgen. Bestellen Sie jetzt Ihre Wunschauswahl an Pflegehilfsmitteln online bei Sanubi. Der Bestellvorgang dauert keine 2 Minuten, Sie können online unterschreiben und erhalten Ihre Ware schon innerhalb der nächsten zwei Werktage. Anders als andere Anbieter warten wir nicht auf die Kostenübernahme. Uns liegt Ihre Versorgung am Herzen!

Das Hilfsmittelverzeichnis ist keine bindende Positivliste

Das Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes ist ein wichtiges Instrument für die Versorgung von Menschen, bei denen eine Pflegebedürftigkeit festgestellt worden. Nichtsdestotrotz handelt es sich dabei um keine bindende Positivliste. In anderen Worten, nur weil ein Hilfsmittel nicht im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt wird, heißt das nicht, dass sich die Krankenkasse automatisch weigern kann die Kosten dafür zu übernehmen. Dies hat der Bundessozialgerichtshof in einem Grundsatzurteil vom 03.08.2006 festgelegt und es hat bis heute Bestand. Trotzdem ist das Hilfsmittelverzeichnis eine tolle Referenz, sowohl für die Leistungserbringer, als auch diejenigen, die von deren Leistungspflicht Gebrauch machen. Sanubi rät, dass man sich in jedem Fall damit vertraut macht und sich in die verschiedenen, systematisch, gelisteten Hilfsmittel einliest. Insbesondere wenn man pflegebedürftige Menschen in seinem Umfeld hat oder selbst auf Pflegeleistungen zurückgreift.

Quellenverzeichnis

  1. Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes
  2. Bundessozialgerichtshof, BSG, Urteil vom 03.08.2006 – B 3 KR 25/05 R