Die Dekubitusprophylaxe ist ein entscheidender Bestandteil der Pflege. Mit zahlreichen Maßnahmen wird hier versucht, ein Druckgeschwür zu verhindern. Das ist wichtig, denn ein Dekubitus gefährdet nicht nur die Gesundheit, sondern schmälert auch die Lebensqualität der Patienten. 

Wir verraten Ihnen heute, welche Dekubitusprophylaxe-Maßnahmen und Hilfsmittel in der Pflege eingesetzt werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Dekubitusprophylaxe vereint ein Bündel an Maßnahmen, um einem Druckgeschwür vorzubeugen.
  • Im Mittelpunkt der Dekubitusprophylaxe stehen eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung bzw. Lagerung und die Hautpflege.
  • Der Expertenstandard Dekubitusprophylaxe gibt Pflegekräften Ziele und Aufgaben zur Vermeidung von Druckgeschwüren an die Hand.
  • Angehörige können Pflegebedürftige im häuslichen Umfeld mit Bewegungsübungen, einer nährstoffreichen Kost und hautpflegenden Produkten unterstützen.

Was versteht man unter einer Dekubitusprophylaxe?

Um die Frage: „Was ist Dekubitusprophylaxe“ zu beantworten, möchten wir Ihnen zunächst erklären, was ein Dekubitus überhaupt ist. Bei einem Dekubitus liegt eine lokal limitierte Schädigung der Haut vor. Zudem kann das darunterliegende Gewebe geschädigt sein. Mediziner und Pflegekräfte beobachten das insbesondere über knöchernen Vorsprüngen, an denen sich wenig Unterhautfettgewebe befindet. Vor allem Druck sowie Druck in Verbindung mit Scherkräften erhöht das Risiko für einen Dekubitus. Deshalb wird das Phänomen auch Druckgeschwür genannt. Die Definition von Dekubitusprophylaxe nimmt ganz konkret Bezug zu hilfreichen, pflegerischen Tätigkeiten. Oberstes Ziel der Dekubitusprophylaxe ist, dass ein Druckgeschwür überhaupt erst gar nicht entsteht. Dabei helfen die Mobilisierung, Ernährung, spezielle Lagerungstechniken und Hilfsmittel.

Gut zu wissen!

Ein Druckgeschwür entsteht laut Untersuchungen überwiegen bei älteren, pflegebedürftigen, bettlägerigen Patienten, die durch Erkrankungen neben der fehlenden Mobilität noch weitere Risikofaktoren wie Diabetes mitbringen.

Dekubitusprophylaxe: Pflegeplanung 

Es gibt einen guten Grund dafür, warum die Dekubitusprophylaxe-Definition und Maßnahmen zur Dekubitusprophylaxe in der Pflege fest verankert sind. Schließlich ist ein Druckgeschwür sehr schmerzhaft und kann die Lebensqualität der Patienten stark herabsetzen. Mediziner unterscheiden vier Stadien beim Dekubitus, allerdings berichten Patienten selbst bei geringen Druckgeschwüren bereits über intensive Schmerzen. Je größer und tiefer das Druckgeschwür ist, desto schmerzhafter wird es. Bei einem Dekubitus besteht immer die Gefahr, dass sich eine offene Wunde bildet, die das tief liegende Gewebe und selbst den Knochen schädigen kann. In manchen Fällen besteht sogar Lebensgefahr. Nämlich dann, wenn Bakterien das Druckgeschwür als Schleuse in den Körper nutzen und zu Entzündungen am Knochen oder Knochenmark führen. Eine Blutvergiftung, auch als Sepsis bezeichnet, ist ebenfalls möglich. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Dekubitusprophylaxe in die Pflegeplanung mit einzubinden. In der Pflegeplanung werden die Dekubitusprophylaxe-Maßnahmen strukturiert erfasst und gezielt beschrieben.

Dekubitusprophylaxe in der Pflege: 3 Schritte 

Bevor wir Ihnen Maßnahmen zur Dekubitusprophylaxe und die Dekubitusprophylaxe-Lagerungen im Detail erklären, stellen wir Ihnen zunächst drei allgemeine Schritte vor, die Pflegekräfte berücksichtigen, um einen Dekubitus zu identifizieren und zu kontrollieren.

1. Dekubitusprophylaxe: Risikofaktoren/Symptome erkennen

Es gibt zahlreiche Risikofaktoren, die einen Dekubitus begünstigen. Pflegekräfte können daraus ableiten, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Patient ein Druckgeschwür entwickelt. In diesem ersten Schritt werden die Risikofaktoren zusammengetragen, um im Anschluss gegebenenfalls konkrete Maßnahmen einzuleiten.

Übrigens: Pflegekräfte haben durch ihre Pflegetätigkeiten, zum Beispiel im Rahmen der Körperpflege, einen engen Kontakt zu ihren Patienten. Auffällige Hautstellen, die gerötet sind oder einen Verlust von Haut oder Gewebe aufweisen, sollten unbedingt dokumentiert werden.

Innere Faktoren Äußere Faktoren
Herabgesetzte Mobilität Scherkräfte
Höheres Lebensalter Andauernder Druck
Mangelernährung Harte Liegeflächen
Adipositas Fehlende Lagerung
Begleiterkrankungen wie Diabetes
Infektionen

2. Dekubitusprophylaxe: Maßnahmen entwickeln

Ziele der Dekubitusprophylaxe sind das Verhindern eines Druckgeschwürs und die Steigerung der Lebensqualität. Bei jedem Patienten, der Risikofaktoren mitbringt, sollte eine gezielte Dekubitusprophylaxe erfolgen. Diese setzt sich aus Mobilitätsübungen, Lagerungstechniken, Ernährungsempfehlungen und Nutzung von Hilfsmitteln zusammen. Bei der Zusammenstellung der Prophylaxemaßnahmen ist der vorliegende Befund entscheidend. Die Dekubitusprophylaxe-Maßnahmen werden beispielsweise durch das Körpergewicht des Patienten bestimmt. Liegt eine Mangelernährung vor, ist eine Ernährung mit ausreichend Kalorien wichtig. 

Achtung: Pflegebedürftige Personen haben das Recht, prophylaktische Maßnahmen abzulehnen. Ist das der Fall, muss die Pflegeperson diesen Wunsch respektieren, aber unbedingt dokumentieren. Zuvor klärt die Pflegeperson den Patienten und gegebenenfalls die Angehörigen über die Risiken einer fehlenden Dekubitusprophylaxe auf.

3. Dekubitusprophylaxe: Hautbeschaffenheit kontrollieren

Die Begutachtung der Haut gibt einen Überblick darüber, wie erfolgreich die Dekubitus-Maßnahmen sind und ob die Dekubitusprophylaxe-Ziele, in erster Linie die Verhinderung eines Druckgeschwürs, erreicht wurden. Pflegekräfte und pflegende Angehörige sollten hierzu die Haut des Patienten regelmäßig, am besten täglich, auf Rötungen und Irritationen untersuchen – sie können einen Dekubitus ankündigen.

Welche Maßnahmen umfasst die Prophylaxe?

Die Dekubitusprophylaxe besteht aus einem Bündel an Maßnahmen, die sich im Kampf gegen Druckgeschwüre besonders erfolgreich gezeigt haben. 

Ziele der Dekubitusprophylaxe Dekubitusprophylaxe-Maßnahmen
Risikofaktoren aufdecken Gesundheitszustand beurteilen, Begleiterkrankungen beachten
Risikofaktoren minimieren oder beseitigen Therapie der Begleiterkrankungen, Tragen von atmungsaktiven Kleidungsstücken, abwechslungsreiche Ernährung, ausreichend Trinkflüssigkeit
Hautschäden infolge eines Druckgeschwürs erkennen und verhindern Tägliche Kontrolle der Hautbeschaffenheit, Hautreinigung mit pH-neutralen Pflegemitteln (ohne Duftstoffe), Pflege trockener Haut mit Wasser-in-Öl- Emulsionen
Mobilität bei Patienten fördern Mobilisierung, Lagerung

Dekubitusprophylaxe: Lagerung

Mit einer speziellen Lagerung beugen Pflegekräfte einem Druckgeschwür vor. Mittlerweile wird die 90 Grad Lagerung der Dekubitusprophylaxe nicht mehr gerecht. Dabei ruht zu viel Gewicht auf den Oberschenkelknochen. Aus diesem Grund führen Pflegekräfte nun eine 30 Grad Lagerung oder eine 135 Grad Lagerung durch, um Druckgeschwüren entgegenzuwirken.

Die 30 Grad Lagerung

Die populärste Lagerungstechnik ist die 30 Grad Schräglage. Hier entlasten Pflegekräfte die rechte oder linke Körperhälfte mit zwei Kissen, die in der Mitte geknickt werden. Das erste Kissen wird entweder rechts oder links unter den Rücken positioniert, das andere legen die Pflegekräfte unter einen Oberschenkel. 

Gut zu wissen!

In einer Studie untersuchten Forscher, welche Lagerungstechnik am erfolgversprechendsten bei einer Dekubitusprophylaxe ist. Sie fanden heraus, dass die 30 Grad Seitenlage und die 30 Grad Rückenlage mit angewinkelten Beinen besonders empfehlenswert ist.

Die 135 Grad Lagerung

Auch bei der 135 Grad Lagerung benötigen Pflegekräfte zwei Kissen. Das eine Kissen wird unter eine Körperhälfte im Bereich des Oberkörpers gelegt, das andere positionieren Pflegekräfte unter die entsprechende Hüfte sowie den Oberschenkel. Bei jeder Lagerungstechnik ist es wichtig, dass der Blutfluss frei zirkulieren kann. Schließlich stellt eine gute Durchblutung sicher, dass alle Körperteile mit Sauerstoff versorgt werden – das unterstützt auch die Heilung bereits vorhandener Druckgeschwüre.

Gut zu wissen!

Die Dekubitusprophylaxe-Lagerungen werden so gewählt, dass sie zu den Betroffenen passen. Natürlich verharren die Patienten nicht in einer Position, sondern müssen regelmäßig neu gebettet werden. Wie oft Pflegekräfte Patienten neu positionieren, entscheiden sie individuell, zum Beispiel in Anlehnung an die Hautveränderungen. Forscher haben übrigens herausgefunden, dass ein Lagerungswechsel im Dreistundentakt ratsam ist. Grundsätzlich hängt das zeitliche Intervall aber von dem individuellen Dekubitusrisiko, den pflegerischen Zielen und dem Bewegungsvermögen des Patienten ab.

Dekubitusprophylaxe: Übungen

Manche Patienten haben so viel Bewegungsvermögen, dass sie gezielte Übungen durchführen können. Eine aktive Bewegung hilft dabei, problematische Körperzonen wie Wirbelsäule, Hinterkopf, Fersen, Schultergelenk und Co. zu entlasten. Wenn Sie als pflegender Angehöriger Ihr Familienmitglied unterstützen möchten, können Sie folgende Übungen durchführen.

  1. Auf der Bettkante sitzen: Helfen Sie Ihrem Angehörigen sich auf die Bettkante zu setzen. Falls nötig, können Sie ihn im Rückenbereich stabilisieren. Ermutigen Sie Ihr Familienmitglied, die Beine zu bewegen.
  2. Auf der Stelle stehen: Insbesondere im Anschluss an einen längeren Aufenthalt im Bett kann Stehen dabei helfen, den Kreislauf in Schwung zu bringen. So wird auch die Durchblutung gefördert, was wiederum wichtig in der Dekubitusprophylaxe ist.
  3. Schritt für Schritt umhergehen: Um mehr Bewegung in den Alltag zu bringen, können Sie Ihren Angehörigen ermuntern, ein paar Schritte zu gehen. Auch hier wird die Durchblutung gefördert und gefährliche Körperstellen entlastet. Achtung: Muten Sie dem Pflegebedürftigen und sich selbst nicht zu viel zu. Holen Sie sich, falls nötig, eine zweite Person zur Hilfe.

Übrigens: Professionelle Pflegekräfte erstellen im Zuge der Mobilisierung in der Regel einen individuellen Bewegungsplan. Hier kommt das Prinzip der aktivierenden Pflege zum Tragen.

Dekubitusprophylaxe: Hautpflege

Eine elastische und gut gepflegte Haut beugt einem Dekubitus entscheidend vor. Durch Alterungsprozesse ist die Haut häufig trocken, dünn und spröde. Ausgewählte Pflegeprodukte und ein gelungenes Hygienemanagement sorgen Zuhause und in Pflegeeinrichtungen dafür, dass die Haut entlastet wird.

5 Tipps für die Hautpflege

  1. Melkfett und Vaseline wirken austrocknend und verstopfen die Poren. Daher sollten sie bei der Dekubitusprophylaxe nicht zum Einsatz kommen. Das Gleiche gilt übrigens für Zinkpaste.
  2. Bei Inkontinenz-Patienten sollten die Inkontinenzprodukte regelmäßig gewechselt werden. Außerdem wird ein Hautschutz, zum Beispiel in Form eines transparenten Hautschutzfilmes, empfohlen.
  3. Insbesondere trockene Haut sollte mit Hautschutzcreme versorgt werden.
  4. Ganzkörperwaschungen sollten nur dann erfolgen, wenn es unbedingt notwendig ist.
  5. Hautunreinheiten werden mit klarem Wasser und pH-neutralen Produkten entfernt. Alkalische Seifen sind nicht empfehlenswert, sie rauben der Haut Fett und beeinflussen den Hautschutzmantel negativ.

Dekubitusprophylaxe: Ernährung

Die Ernährung nimmt einen großen Einfluss auf die Haut und somit auch auf die Dekubitusprophylaxe. Zwar gibt es keine spezielle, vorbeugende Diät, trotzdem können sich Pflegekräfte und Angehörige an einigen Empfehlungen orientieren. So sollte sowohl ein Übergewicht als auch ein Untergewicht vermieden werden. Die Speisen sollten am besten frisch und reich an Nährstoffen sein. Da ein Flüssigkeitsmangel die Haut austrocknet, sollten Pflegebedürftige mindestens 1,5 Liter täglich trinken. Das entspricht auch der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Kleine Spaziergänge und Lieblingsspeisen können den Appetit der Pflegeperson anregen.

Gut zu wissen!

In manchen Fällen verweigern Patienten aufgrund von Schluckstörungen (Dysphagie) oder Zahnproblemen die Nahrung. Ein Logopäde, Ergotherapeut oder Zahnarzt kann dann eine geeignete Therapie einleiten.

Dekubitusprophylaxe: Hilfsmittel für den Alltag

Als Pflegekraft oder Angehöriger können Sie mit einem Hilfsmittel zur Dekubitusprophylaxe Ihren Pflegealltag erleichtern und dem Patienten zu mehr Wohlbefinden verhelfen. Schließlich bieten gefaltete Kissen nicht immer die nötige Unterstützung. Alle Dekubitus-Hilfsmittel haben das gleiche Ziel: Sie möchten die Druckverteilung und -entlastung ermöglichen. Die gute Nachricht: Viele Hilfsmittel werden durch die Krankenkasse oder Pflegekasse übernommen. Bei einigen ist jedoch eine ärztliche Verordnung notwendig, zum Beispiel bei einer speziellen Pflegematratze.

Folgende Antidekubitus-Hilfsmittel gibt es:

  • Matratzen mit Wechseldrucksystem
  • Weichlagerungssysteme
  • Micro-Stimulations-Systeme
  • Fersenschoner
  • Sitzhilfen

Achtung: Selbst ausgeklügelte Matratzensysteme können laut einer Studie eine regelmäßige Umpositionierung nicht ersetzen.

Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege

Der Dekubitusprophylaxe Expertenstandard wird vom Deutschen Netzwerk für Qualität in der Pflege herausgegeben. In der Kranken- und Altenpflege bietet der Expertenstandard Dekubitusprophylaxe einen verlässlichen Rahmen, an den sich Mitarbeiter in Pflegeberufen halten können, um Druckgeschwüre in der Praxis zu verhindern. Trotz vieler Bemühungen entwickeln etwa 400.000 Menschen jedes Jahr in Deutschland ein Druckgeschwür. Mit der Bündelung von Kompetenzen, die unter anderem auf wissenschaftliche Erkenntnisse zurückgreifen, gibt der Expertenstandard Dekubitusprophylaxe Pflegekräften Ziele und Aufgaben an die Hand. 

Der Expertenstandard zur Dekubitusprophylaxe sieht verschiedene Ebenen vor.

  • Risikoeinschätzung: Pflegekräfte schätzen anhand der zu erwartenden Dauer und der Stärke, die auf das Gewebe einwirken, das individuelle Dekubitus-Risiko ein. Außerdem spielen die Genetik, die Gewebestruktur, die Heilungsfähigkeiten, die Durchblutung, die Mobilität und die allgemeine Gesundheit eine Rolle.
  • Planung und Steuerung der Behandlung: In diesem Schritt wird ein Behandlungsplan entwickelt und die Verantwortlichkeiten geklärt.
  • Patientenaufklärung: Die Pflegekräfte klären die Betroffenen und Angehörigen über das individuelle Dekubitus-Risiko und die Folgen auf. Außerdem werden sinnvolle Hilfsmittel thematisiert.
  • Förderung von Eigenbewegung: Wo es geht, sollte der Patient dazu animiert werden, sich selbst zu bewegen. So wird die Durchblutung des Gewebes unterstützt. Ist der Patient aufgrund seiner Pflegebedürftigkeit bettlägerig, müssen regelmäßige Lagerungstechniken angewendet werden.
  • Effektivität beurteilen: Bildet sich ein Druckgeschwür, deutet das darauf hin, dass die Maßnahmen nicht erfolgreich waren. Bleibt ein Dekubitus aus, ist das eine wertvolle Rückmeldung an die Mitarbeiter – die Dekubitusprophylaxe-Maßnahmen sind wirksam. Veränderungen können dokumentiert und im Team besprochen werden.

Wie wird ein Expertenstandard Dekubitusprophylaxe implementiert?

Bei der Implementierung arbeiten Pflegemanagement, Betriebsleitung und Pflegekräfte zusammen. Die Einrichtung sorgt dafür, dass den Pflegekräften alle erforderlichen Hilfsmittel und das nötige Wissen zur Verfügung stehen. Allerdings müssen sich die Pflegekräfte selbst das erforderliche Wissen aneignen, um es im klinischen Alltag anzuwenden. Mit einem Fragebogen kann die Ist-Situation im Pflegealltag dokumentiert werden. Außerdem unterstützen die Fragen die Umsetzung der erforderlichen Dekubitusprophylaxe-Maßnahmen, wie sie im Expertenstandard Dekubitus vorgesehen sind.

Strukturqualität

S1a: Verfügen Sie über aktuelles Wissen zur Dekubitusentstehung
S1b: Besitzen Sie die Kompetenz das Dekubitusrisiko eines Bewohners mit der Braden-Skala (oder einer anderen Einschätzungsskala) einzuschätzen?
S2: Beherrschen Sie die für den Bewohner schonende Bewegungstechnik?
S2a: Beherrschen Sie druckreduzierende Lagerungstechniken?
S2b: Beherrschen Sie schonende Transporttechniken?
S2c: Beherrschen Sie das Kinästhetik-Handling für Ihre Arbeit?
S2d: Beherrschen Sie die Pflege nach Bobath
S3a: Besitzen Sie sofortigen (innerhalb von 12 Stunden) Zugang zu druckreduzierenden Hilfsmitteln, z.B. Weichlagerungsmatratzen?
S4: Kennen Sie weitere Interventionen zur Dekubitusprophylaxe?
       – 30 Grad Lagerung
       – schiefe Ebene
       – …
S5a: Leiten Sie den Bewohner zur Förderung seiner Eigenbewegung an?
S5b: Leiten Sie Angehörige für das Bewegungstraining des Bewohners an?
S6a: Ist allen an der Versorgung des Bewohners Beteiligten, die Notwendigkeit von Kontinuität der Intervention und dem Erfolg der Dekubitusprophylaxe bewusst?
S6b: Gibt es eine einheitliche Dokumentation zur kontinuierlichen Dekubitusprophylaxe?
S6c: Verfügen Sie über Schulungsmaterial zur Beratung/ Anleitung von Bewohnern?
S6d: Verfügen Sie über Schulungsmaterial zur Beratung/ Anleitung von Angehörigen?
S7: Wenden Sie den Fingertest an?

Prozessqualität

P1a: Nutzen Sie die Braden-Skala zur Einschätzung des Dekubitusrisikos?
P1b: Beurteilen Sie anhand der Braden-Skala das Dekubitusrisiko zu Beginn des pflegerischen Auftrags?
P1c: Wird bei einer Punktzahl unter 18 die Braden-Skala einmal wöchentlich geführt?
P2a: Liegt ein individueller Bewegungsplan vor?
P2b: Führen Sie eine sofortige Druckentlastung gefährdeter Körperstellen bei einer ermittelten Gefährdung durch?
P3: Wenden Sie die geeigneten vorrätigen druckreduzierenden Hilfsmittel an?
P4: Leiten Sie bei erhöhtem Risiko zur Erhaltung und Förderung der Gewebetoleranz folgendes ein:
        – Lagerungsplan
        – Ernährungszusatz von Eiweiß und Vitaminen
        – …
P5a1: Haben Sie dem Patienten die Dekubitusgefährdung erläutert?
P5a2: Haben Sie den Angehörigen die Dekubitusgefährdung erläutert?
P7: Begutachten Sie den Hautzustand des Betroffenen in festen Zeitabständen?
P7a: Dokumentieren Sie den Hautzustand im Pflegebericht?

Dekubitusprophylaxe: Tipps für Angehörige

Sie als Angehöriger können einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, damit sich bei Ihrem Angehörigen kein Druckgeschwür bildet. Die Maßnahmen, die in einer Pflegeeinrichtung durchgeführt werden, eignen sich auch für das häusliche Umfeld. Achten Sie beispielsweise darauf, dass Ihr Familienmitglied sich regelmäßig bewegt. Bei einer eingeschränkten Mobilität können Sie kleine Übungen auf der Bettkante oder den Gang zur Toilette begleiten. Ist Ihr Angehöriger bettlägerig, ist es sehr wichtig, dass Sie entlasten und mobilisieren. Hierfür können Sie die oben aufgeführten Lagerungstechniken (30 Grad Lagerung und 135 Grad Lagerung) nutzen. Spezielle Dekubitus-Hilfsmittel können Ihnen bei der Entlastung der Körperregionen helfen. In einem Fachgeschäft können Sie sich beispielsweise über Anti-Dekubitus-Matratzen oder Visco-Matratzen mit Memory-Schaum informieren. Schenken Sie auch dem Thema Ernährung viel Aufmerksamkeit. Nährstoffe, insbesondere Eiweiße, sind für eine gute Wundheilung unverzichtbar. Erinnern Sie Ihren Angehörigen zudem regelmäßig an das Trinken. Zu der häuslichen Dekubitusprophylaxe gehört auch, dass Sie die Haut regelmäßig auf Auffälligkeiten wie Rötungen oder Irritationen untersuchen, am besten täglich.

Gut zu Wissen!

Sollten Sie das Gefühl haben zusätzliche Informationen zu brauchen kann ein Pflegekurs für pflegende Angehörige von Hilfe sein. Hier erhalten Sie Tipps zur Bewältigung der körperlichen und psychischen Herausforderungen des Pflegealltags.

FAQ - Häufige Fragen zur Dekubitusprophylaxe