Pflegegrad 4 – Definition

Der Pflegegrad 4 wird Ihnen zugeteilt, wenn Sie im Alltag eine „schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ aufweisen. Die Einschränkungen, die einen Pflegegrad rechtfertigen, werden im Rahmen der Pflegebegutachtung festgestellt. Seit 2017 sind es nicht mehr Pflegestufen, sondern Pflegegrade, die Sie dazu berechtigen, Leistungen zu beziehen. Wer einen Pflegegrad 4 besitzt, fällt oft in die Langzeitpflege, da die Beeinträchtigungen zumeist von Dauer sind. 

Gut zu wissen!

Die ehemals geltende Pflegestufe 2 mit eingeschränkter Alltagskompetenz und Pflegestufe 3 entsprechen dem heutigen Pflegegrad 4

Sie haben bisher noch keinen Pflegegrad beantragt? Wir unterstützen Sie gerne dabei. In unserem Artikel „Pflegegrad beantragen“ haben wir alle wichtigen Informationen für Sie zusammengefasst. Außerdem können Sie dort alle relevanten Dokumente (Pflegetagebuch, Vollmacht, Anschreiben etc..) bequem und kostenlos per E-Mail erhalten. In unserem Artikel Pflegegrad Begutachtung, erfahren Sie, wie die Begutachtung des MDK Mitarbeiters abläuft.

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Pflegegrad 4 – Leistungen

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass Sie unter gewissen Umständen Anspruch auf finanzielle Hilfen und Sachmittel haben. Allerdings müssen Sie zunächst in einen Pflegegrad eingeteilt werden. Wir möchten Ihnen im folgenden Abschnitt aufzeigen, welche Leistungen Ihnen mit Pflegegrad 4 zustehen.

Leistungen bei Pflegegrad 4 – Tabelle

Pflegegrad Pflegesachleistungen Pflegegeld Tages- und Nachtpflege (teilstationär) Vollstationäre Pflege
4 1612 € 728 € 1612 € 1775 €

Pflegegrad 4 – Leistungsarten

Grundsätzlich ist es so, dass Sie mit Pflegegrad 4 von verschiedenen Leistungen profitieren können. Vielleicht haben Sie in dem Zusammenhang schon einmal von dem Begriff „Leistungsarten“ gehört. Hier werden verschiedene Leistungen gebündelt, die Personen mit einem Pflegegrad zugesprochen werden können. Generell gilt: Wenn Sie die Voraussetzungen für einen Pflegegrad 4 erfüllen, stehen Ihnen Geldmittel und Sachleistungen zur Verfügung. Diese können für eine ambulante oder stationäre Versorgung sowie für Entlastungsmaßnahmen genutzt werden.

Pflegegeld

Die Pflegeversicherung kümmert sich um das wichtige Thema Pflegegeld. Es ist eine wertvolle Hilfe für Pflegekräfte und Pflegebedürftige. Zum einen ist es eine Anerkennung für bereits geleistete Tätigkeiten der helfenden Hände. Zum anderen ermöglicht es in vielen Fällen überhaupt erst die wertvolle Hilfe. Schließlich befinden sich pflegende Angehörige häufig in einem Wechselzustand zwischen Job und Pflege. Das Pflegegeld wird immer dann ausgezahlt, wenn die Pflege im häuslichen Umfeld umgesetzt wird. Dafür können sich nicht nur Angehörige, sondern auch Freunde oder Bekannte einsetzen.

Wie viel Geld gibt es bei Pflegegrad 4?

Wenn Sie in den Pflegegrad 4 eingestuft wurden, erhalten Sie ein monatliches Pflegegeld in Höhe von 728 Euro.

Wird das Pflegegeld bei Pflegegrad 4 ausgezahlt?

Ja, wenn Sie alle Voraussetzungen für einen Pflegegrad 4 erfüllen und der Bedarf entsprechend festgestellt wurde, zahlt die Pflegekasse das Pflegegeld aus.

Wer bekommt das Pflegegeld bei Pflegegrad 4 ausgezahlt?

Vielleicht gehen Sie davon aus, dass die Pflegekräfte direkt das Pflegegeld beziehen. Schließlich soll die finanzielle Stütze vor allem als Anerkennung dienen. Tatsächlich wird das Pflegegeld aber in vollem Umfang an den Pflegebedürftigen ausgezahlt. Er selbst kann entscheiden, ob und in welcher Höhe er das Pflegegeld an seine Helfer weitergibt. In der Praxis zeigt sich, dass die pflegenden Kräfte sehr dankbar für die finanzielle Anerkennung sind.

Wird das Pflegegeld bei Pflegegrad 4 mit Pflegesachleistungen verrechnet?

Wenn bei Ihnen der Pflegegrad 4 vorliegt, spüren Sie die Auswirkungen der schwersten Einschränkung jeden Tag. Aus diesem Grund stehen Ihnen Pflegesachleistungen zu. Machen Sie davon Gebrauch, kümmern sich professionelle Kräfte in Ihrem häuslichen Umfeld um die ambulante Pflege. Bei Pflegegrad 4 stehen Ihnen 1612 Euro zur Verfügung. Vielleicht fühlen Sie sich mit dem Gedanken wohler, dass Sie eine vertraute Person pflegt. In diesem Fall können Sie einfach das Pflegegeld (728 Euro) dafür nutzen. Eine Kombinationspflege ist ebenfalls eine gute Alternative. Hierbei können Sie Pflegesachleistungen in Anspruch nehmen. Schöpfen Sie den dafür vorgesehenen Betrag von 1612 Euro nicht vollständig aus, erhalten Sie den restlichen Anteil als Pflegegeld auf Ihr Konto.

Was sind Pflegesachleistungen bei Pflegegrad 4?

Wenn Sie Pflegesachleistungen in Anspruch nehmen, kommen professionelle Fachkräfte zu Ihnen nach Hause und setzen sich in der ambulanten Pflege ein. Das hat den Vorteil, dass Sie in Ihrem gewohnten Umfeld bleiben können und die pflegerischen Maßnahmen erhalten, die Sie benötigen. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass Personen mit Pflegegrad 4 Pflegesachleistungen in Höhe von 1612 Euro zustehen. Entscheiden Sie sich dazu, einen zertifizierten Pflegedienst zu beauftragen, kann dieser direkt mit der Pflegekasse abrechnen. Sie müssen sich in dem Fall um nichts weiter kümmern.

Was fällt unter Pflegehilfsmittel?

Bei Pflegehilfsmitteln handelt es sich um Geräte oder Sachmittel, die eine Pflege bereichern können. Sie sind in der Lage, Beschwerden zu reduzieren oder pflegerische Maßnahmen einfacher zu gestalten. Ein Pflegebett oder Lagerungshilfen können zum Beispiel bei Bettlägerigkeit Ihren Alltag sinnvoll unterstützen und bei der Pflegekasse beantragt werden. Darüber hinaus haben Sie einen Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Dafür können Sie 60 Euro monatlich einplanen. Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass die Beschaffungskosten gestiegen sind. Das hat sich auch auf den Pflegebereich ausgewirkt. Aus diesem Grund stehen Ihnen nun 60 Euro pro Monat für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch zur Verfügung.

Folgendes fällt unter die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch:

  • Desinfektionsmittel
  • Schutzmasken
  • Einmalhandschuhe
  • Bettschutzeinlagen
  • Schutzkittel

Was sind Entlastungsleistungen bei Pflegegrad 4?

Eine Pflegebedürftigkeit ist eine große Hürde im Alltag. Wenn Sie einen Pflegegrad besitzen und zu Hause gepflegt werden, haben Sie daher einen Anspruch auf Entlastungsleistungen. Dafür steht ein Betrag in Höhe von 125 Euro zur Verfügung. Die Höhe des Entlastungsbetrags ist übrigens bei jedem Pflegegrad gleich, allerdings ist er zweckgebunden. Das bedeutet für Sie, dass das Budget ausschließlich für Angebote eingesetzt werden soll, die pflegende Angehörige entlasten. Zudem kann der Betrag verwendet werden, um Ihre Selbstständigkeit zu fördern. Haben Sie sich für ein Entlastungsangebot entschieden, ist es noch ganz wichtig, zu überprüfen, ob es sich um einen zugelassenen Anbieter handelt. Damit stellen Sie sicher, dass die Kosten von der Pflegekasse übernommen werden.

Die wichtigsten Punkte rund um den Entlastungsbetrag:

  • Der Entlastungsbetrag beträgt 125 Euro.
  • Er muss eingesetzt werden, um Pflegekräfte zu entlasten oder Ihre Selbstständigkeit zu fördern.
  • Der Entlastungsbetrag kann mit anderen Leistungen der Pflegeversicherung kombiniert werden.
  • Entscheiden Sie sich für einen zugelassenen Anbieter. Entsprechende Informationen erhalten Sie bei Ihrer Pflegekasse.
  • Der Entlastungsbetrag wird Ihnen von der Pflegekasse erstattet, nachdem Sie die jeweilige Rechnung eingereicht haben.
  • Sie können den Entlastungsbetrag beispielsweise für Gruppenangebote, haushaltsnahe Dienstleistungen oder Pflege- und Alltagsbegleiter nutzen.

Was gehört zur Grundpflege bei Pflegegrad 4?

Sie haben den Pflegegrad 4 zugeordnet bekommen, weil ein Gutachter festgestellt hat, dass Sie eine schwerste Beeinträchtigung Ihrer Selbstständigkeit haben. Dadurch fällt es Ihnen deutlich schwer, verschiedene Aufgaben im Alltag selbstständig zu bewältigen. Eine Hilfestellung erhalten Sie mithilfe der Grundpflege. Sie legt ihr Augenmerk auf vordefinierte Bereiche, die Ihre Lebensführung betreffen. Das Ziel ist, Sie bei grundlegenden Tätigkeiten zu unterstützen.

Zum Beispiel bei:

  • der Körperpflege (Duschen, Baden, Waschen, Kämmen, Rasieren, Zähneputzen und Toilettengang)
  • der Ernährung (Portionen mundgerecht zubereiten und verzehren)
  • der Mobilität (Ankleiden, Hilfe beim Aufstehen und Hinsetzen, Treppensteigen)
Wie viele Stunden Pflege bei Pflegegrad 4?

Vor dem Jahr 2017 galt der Zeitaufwand als das maßgebliche Kriterium, wenn es um die Pflegestufe ging. Seit Januar 2017 ist das nun anders. Anstatt sich an dem Pflegebedarf, ausgedrückt in Tagesstunden, zu orientieren, wird eine Gesamtpunktzahl herangezogen. Die Punkte werden bei einer Pflegebegutachtung ermittelt. Auf diese Weise kann Ihr Bedarf sehr gut abgebildet werden.

Wer zahlt die Haushaltshilfe bei Pflegegrad 4?

Die Haushaltsführung stellt Sie mit Sicherheit vor große Herausforderungen. Wurden schwerste Beeinträchtigungen bei Ihnen festgestellt, fallen selbst einfache Tätigkeiten nicht mehr leicht. Neben der körperlichen Anstrengung kann die Haushaltsführung auch mit Risiken verbunden sein, wenn Sie nicht mehr so mobil sind. Eine Haushaltshilfe kann Ihnen dann Abhilfe schaffen. Viele Personen mit Pflegegrad 4 fragen sich, ob und wie die Kosten dafür übernommen werden. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle einen kurzen Überblick verschaffen.

Grundsätzlich haben Sie drei Möglichkeiten, eine Haushaltshilfe zu bezahlen.

  • Nutzen Sie den Entlastungsbetrag

Ihnen steht es frei, den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro für eine Haushaltshilfe zu nutzen. Allerdings ist dabei wichtig, dass die Person eine entsprechende Qualifikation besitzt. Auf Nummer sichergehen Sie, wenn Sie einen zertifizierten Pflegedienst in Anspruch nehmen, der eine Haushaltshilfe bereitstellt. Im Zweifel lohnt es sich, bei der Pflegeversicherung nachzufragen. Auch an dieser Stelle möchten wir Ihnen den Hinweis geben, dass alle notwendigen Belege gesammelt werden müssen, um sie danach zur Kostenerstattung einreichen zu können.7

  • Verwenden Sie das Pflegegeld

Grundsätzlich können Sie frei über das Pflegegeld verfügen. Daher können Sie von dem Budget auch eine Haushaltshilfe bezahlen. Um Streitigkeiten zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen, dass zuvor mit Ihren pflegenden Angehörigen abzusprechen. In der Regel wird das Pflegegeld nämlich verwendet, um die pflegerischen Leistungen liebevoller Hände anzuerkennen.

  • Widmen Sie die Pflegesachleistung um

Wenn Sie den Pflegegrad 4 zugeteilt bekommen haben, gibt es die Möglichkeit, einen Teil der Pflegesachleistung umzuwidmen. Maximal 40 % des Ihnen zustehenden Budgets können Sie dann in Form eines Entlastungsbetrags nutzen, zum Beispiel für eine haushaltsnahe Dienstleistung.

Voraussetzungen – Wann bekommt man Pflegegrad 4?

Wenn Sie pflegebedürftig sind, interessieren Sie sich natürlich dafür, welche Stützen Ihnen im Alltag zur Verfügung stehen. Dadurch, dass Sie eine schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit aufweisen, können Sie von verschiedenen Leistungen profitieren. Eine Voraussetzung ist jedoch, dass zunächst ein Pflegegrad offiziell ermittelt wurde. Wie bereits erwähnt, kommt dafür seit 2017 ein ausgeklügeltes Punktesystem zur Anwendung. Hierbei gilt stets: Je weniger Punkte Sie erreichen, desto selbstständiger agieren Sie im Alltag. Um festzustellen, welcher individuelle Bedarf bei Ihnen vorliegt, kommt ein Gutachter zu Ihnen nach Hause. Durch Gespräche, Beobachtungen und Prüfung der Unterlagen ergibt sich ein Gesamtpunktwert, der Ihren Pflegegrad bestimmt.

Als Voraussetzung zum Erhalt von Pflegegrad 4 gilt:

Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit, mindestens 70 bis unter 90 Punkte.

Pflegegrad berechnen – Infografik

Das Punktesystem kann Ihren Bedarf sehr genau abbilden. Trotzdem ist das Verfahren für Pflegebedürftige und Angehörige häufig ein Buch mit sieben Siegeln. In der Infografik erhalten Sie einen Überblick über den Ablauf zur Einteilung in einen bestimmten Pflegegrad.

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Pflegegrad 4 – Beantragung

Selbst wenn Sie eine schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit haben, bekommen Sie die Leistungen nicht automatisch zugesprochen. Zuvor sind Sie dazu angehalten, einen Pflegegrad zu beantragen. Nur so können Sie von den gezielten Leistungen profitieren. Nur keine Sorge, die Beantragung ist einfacher als gedacht. Üben Sie keine falsche Zurückhaltung, schließlich steht Ihnen eine Unterstützung im Alltag zu.

Wie / Wo kann man Pflegegrad 4 beantragen?

Die Pflegekasse kümmert sich um Ihr Anliegen, wenn Sie einen Pflegegrad beantragen möchten. Den Kontakt können Sie entweder telefonisch oder mit einem formlosen Brief herstellen. Achten Sie darauf, Ihr Anliegen klar zu formulieren. Bei einem Schreiben fügen Sie beispielsweise in die Betreffzeile ein: „Beantragung eines Pflegegrads“. Wir raten unseren Kunden gerne zu einem Brief. In dem Fall können Sie genau nachvollziehen, wann Sie die Kommunikation gestartet haben. Machen Sie sich sicherheitshalber eine Kopie Ihres Briefs oder speichern Sie die Datei auf Ihrem Computer ab. Bei Nachfragen haben Sie so schnell die erforderlichen Daten zur Hand. Ihre Pflegekasse wird auf Ihren Antrag reagieren und Ihnen ein Formular zusenden. Dieses sollten Sie umgehend ausfüllen und zurückschicken. Danach setzt sich ein Mitarbeiter an Ihren Antrag und nimmt Kontakt mit Ihnen auf, um einen Gutachtertermin zu vereinbaren.

Pflegegrad 4 beantragen – Tipps

Wenn der Gutachtertermin steht, haben Sie vermutlich einige Bedenken. Vielleicht sind Sie auch ein wenig nervös. Das ist völlig normal und geht vielen Personen so. Bitte behalten Sie im Hinterkopf: Der Gutachter ist nicht dafür da, Ihnen Leistungen abzuerkennen. Ganz im Gegenteil, denn der Gutachter setzt sich dafür ein, dass Sie die Leistungen erhalten, die Sie im Alltag benötigen. Eine gute Vorbereitung hilft dabei, die Nervosität zu bekämpfen.

Bereiten Sie sich mit folgenden Tipps auf die Begutachtung vor:

  • Erstellen Sie sich eine Liste mit Fragen, die Sie auf dem Herzen haben       
  • Legen Sie alle relevanten medizinischen Informationen bereit  
  • Holen Sie Unterlagen bei Ihrem Arzt ab, die Ihren Hilfebedarf untermauern können (Röntgenbilder, OP-Berichte und Co.)
  • Fertigen Sie eine Medikamentenliste an    
  • Erstellen Sie eine Pflegedokumentation 
  • Holen Sie sich eine Vertrauensperson hinzu, damit Sie ein besseres Gefühl haben

Wie / Wo beantrage ich Erhöhung des Pflegegrades?

Mit zunehmendem Alter oder wenn Ihre Erkrankung voranschreitet, benötigen Sie womöglich mehr Hilfe im Alltag. In dem Fall ist es sinnvoll, den Pflegegrad anzupassen. So erhalten Sie wiederholt eine maßgeschneiderte Unterstützung. Wenn Sie Ihren Pflegegrad erhöhen möchten, müssen erneut die Voraussetzungen erfüllt werden. Im ersten Schritt empfiehlt es sich, telefonisch oder mit einem formlosen Schreiben Kontakt mit der Pflegekasse aufzunehmen. Sie wird die erforderlichen Maßnahmen einleiten.

Pflegegrad 4 – Begutachtung

Die körperlichen und psychischen Voraussetzungen bei Pflegebedürftigen unterscheiden sich teilweise stark. Darauf hat der Gesetzgeber reagiert und verschiedene Pflegegrade geschaffen. Auf diese Weise können Sie als Betroffener individuell gepflegt und unterstützt werden. Um Ihnen die Leistungen zukommen lassen zu können, muss zunächst Ihr Bedarf ermittelt werden. Genau an dieser Stelle kommt die Pflegebegutachtung ins Spiel.

Wer legt den Pflegegrad fest? / Wer erstellt ein Pflegegutachten?

Die Pflegekasse beauftragt entweder den medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder die Medicproof GmbH, um Ihren Bedarf erfassen zu können. Die jeweiligen Partner kooperieren mit der Pflegekasse und stellen den Gutachter. Wenn Sie gesetzlich versichert sind, ist der MDK für Sie zuständig. Sollten Sie privat versichert sein, wendet sich Ihre Pflegekasse an die Medicproof GmbH.

Wie wird der Pflegegrad festgelegt?

Der Ablauf, um einen Pflegegrad zu ermitteln, ist stets gleich. Ob Sie privat oder gesetzlich versichert sind, hat darauf keinen Einfluss. An dem verabredeten Termin kommt der jeweilige Gutachter zu Ihnen nach Hause. Er hat das Ziel, Ihre Situation zu erfassen und Ihren Hilfsbedarf abzubilden. Er greift dabei auf das NBA (Neues Begutachtungsassessment) zurück. Insgesamt sechs Module und die dabei bestehende Selbstständigkeit werden hier in den Fokus gerückt. Am Ende ergibt sich ein genauer Überblick über die vorhandenen Einschränkungen und den notwendigen Hilfsbedarf – die Bewilligung des Pflegegrads ist ab da nur noch Formalität.

NBA pflegegrad neues begutachtungsassessment

Wie berechnet sich Pflegegrad 4?

Das Pflegegutachten erlaubt einen direkten Rückschluss auf Ihre Selbstständigkeit im Alltag. Mit denen zu betrachtenden Modulen haben Sie jeden Tag zu tun. Die Selbstversorgung, die Mobilität, die Kommunikation und die Gestaltung Ihres Alltagslebens sind beispielsweise Bereiche, die hinreichend bedient werden müssen. Ansonsten leidet Ihre Lebensqualität und womöglich auch Ihre Gesundheit. Aus diesem Grund nimmt sich der Pflegegutachter Zeit, um die verschiedenen Module anzusehen. Ganz strukturiert stellt er eventuelle Einschränkungen fest und teilt Punkte zu. Eine vordefinierte Matrix erlaubt es, zum Schluss Ihre Situation in einem Gesamtpunktwert darzustellen. Ihre Beeinträchtigung ist so auf einen Blick für Experten nachvollziehbar.

Gut zu wissen!

Eine starke Beeinträchtigung der Selbstständigkeit führt zu einer höheren Punkteanzahl. Das wird bei Ihnen mit Pflegegrad 4 der Fall sein. Sie profitieren deshalb von einem maßgeschneiderten Leistungspaket, das Ihnen und den Pflegekräften den Alltag erleichtert.

FAQ - Häufige Fragen zum Pflegegrad 4