Handschuhe sind aus der Pflege nicht mehr wegzudenken – sie können vor Infektionen schützen und bieten daher ein gutes Gefühl bei der Durchführung von Pflegetätigkeiten. Einmalhandschuhe für die häusliche Pflege erhalten Sie in vielen Varianten. Wir verraten Ihnen heute, welche Vorzüge die unterschiedlichen Materialien haben und wie sich die Pflegekasse an der Anschaffung von Einmalhandschuhen beteiligt.

Das Wichtigste in Kürze

  • In der häuslichen Pflege schützen Einweghandschuhe vor Infektionen und Verunreinigungen.
  • Pflegende Angehörige können Einmalhandschuhe nutzen, wenn sie Oberflächen reinigen und beim Toilettengang oder der Körperpflege unterstützen.
  • Einmalhandschuhe bestehen in der Regel aus Vinyl, Latex oder Nitril.
  • Da Einweghandschuhe zu den Pflegehilfsmitteln zählen, können Pflegebedürftige die Pflegehilfsmittelpauschale in Höhe von 40 Euro dafür einsetzen.

Wodurch unterscheiden sich Einmalhandschuhe?

Zunächst gibt es sterile und unsterile Handschuhe. Die sterilen Handschuhe kommen aber überwiegend beim Verbandswechsel oder während einer Operation zum Einsatz. Für die häusliche Pflege reichen unsterile Handschuhe vollkommen aus. Einmalhandschuhe erhalten Sie in unterschiedlichen Größen. Die korrekte Passform ist sehr wichtig, damit die Handschuhe nicht unangenehm eng anliegen oder abrutschen. Sie können in der Regel aus den Größen S, M, L oder XL wählen. Neben der Handschuhgröße ist auch das Material von besonderem Interesse. Hier stehen Ihnen Vinyl, Latex oder Nitril zur Auswahl. Im Folgenden stellen wir Ihnen die besonderen Merkmale der verschiedenen Materialien vor.

Einmalhandschuhe aus Latex als Pflegehilfsmittel

Handschuhe aus Naturlatex basieren auf Naturkautschuk – dieser wird wiederum mithilfe des Kautschukbaum-Milchsaftes hergestellt. Latex-Handschuhe haben den Vorteil, dass sie viel aushalten und dehnbar sind. Pflegende Angehörige beschreiben sie oft als sehr bequem. Außerdem sind sie biologisch abbaubar, was sie besonders umweltfreundlich macht. Für Menschen, die allergisch auf Latex reagieren, sind sie aber ungeeignet. Ein weiterer Nachteil ist, dass sie im Vergleich zu Vinyl-Handschuhen teurer sind.

Einmalhandschuhe aus Vinyl als Pflegehilfsmittel

Vinyl wird aus PVC (Polyvinylchlorid) produziert. Das Material ist im Gegensatz zu Latex oder Nitril nicht besonders strapazierfähig. Für einen kurzzeitigen Einsatz, zum Beispiel in der Körperpflege, eignen sich Handschuhe aus Vinyl aber gut. Auch deshalb, weil das weiche Material von Pflegepersonen sehr geschätzt wird und nur selten Allergien hervorruft. Dadurch, dass die Handschuhe aus diesem Material weniger dehnungsfähig sind, schmiegen sie sich nicht so gut an die Hände an. Außerdem sind sie aufgrund des Materials nur schlecht abbaubar – wer auf eine umweltfreundlichere Alternative setzen möchte, bevorzugt daher eher Latexhandschuhe.

Einmalhandschuhe aus Nitril als Pflegehilfsmittel

Bei Nitrilhandschuhen greift der Hersteller auf ein synthetisches Gummi zurück. Das ist clever, denn in der Praxis überzeugt das Material besonders durch Reißfestigkeit, Dehnbarkeit und eine gute Haltbarkeit. Im Pflegealltag passt sich Nitril optimal an die Hände an und lässt trotz der Schutzschicht ein gutes Tastempfinden zu. Außerdem ist das Material sehr hautfreundlich. Allerdings hat Nitril neben vielen Vorteilen auch einen entscheidenden Nachteil. Das Material zersetzt sich nur schlecht und ist daher nicht die umweltfreundlichste Alternative.

Material Vorteile Nachteile
Naturlatex - bequeme Passform

- strapazierfähig

- gute Dehnbarkeit

- biologisch abbaubar
- teurer als Vinyl-Handschuhe

- können Allergien hervorrufen
Vinyl - weiches Material

- hautfreundlich
- weniger strapazierfähig

- schlecht abbaubar
Nitril - besonders reißfest

- gute Haltbarkeit

- bequeme Passform

- hautfreundlich
- nicht besonders umweltfreundlich

Gepuderte und ungepuderte Handschuhe

Wenn Sie nach Einmalhandschuhen suchen, stoßen Sie auf gepuderte und ungepuderte Produkte. Sie erhalten Handschuhe aus Latex, Vinyl und Nitril mit oder ohne Puder. Auch hier gilt es einiges zu beachten. Der Vorteil von gepuderten Produkten ist, dass sie einen höheren Tragekomfort haben. Zum einen lassen sie sich leichter anziehen und zum anderen nehmen sie Schweiß auf. Wenn Sie schwitzige Hände haben, erhalten Sie mit einem gepuderten Handschuh ein trockenes Hautgefühl. Das Puder kann allerdings die Haut austrocknen, Rückstände auf Ihrer Kleidung hinterlassen und Ihre Schleimhäute reizen. Besondere Vorsicht ist bei gepuderten Latex-Handschuhen geboten – sie enthalten viele Latexproteine, die vom Material in das Puder und von da aus in die Luft übergehen können. Insbesondere, wenn Sie die Handschuhe ausziehen, umgibt Sie dann ein gesteigerter Anteil von Latexallergenen in der Luft.

Daher unser Tipp: Greifen Sie bei Latexhandschuhen unbedingt zur ungepuderten Version.

Gut zu wissen!

Im medizinischen Bereich sind gepuderte Latexhandschuhe seit dem Jahr 1998 verboten. Das Verbot dient dazu, die Gesundheit von Arbeitnehmern zu schützen.

Für wen eignen sich Einmalhandschuhe in der Pflege?

Einmalhandschuhe sind ein unverzichtbares Pflegehilfsmittel in der häuslichen Pflege. Schließlich dienen sie dem Selbstschutz und dem Fremdschutz. Das bedeutet, dass Sie sich als pflegender Angehöriger so beim Kontakt mit Körperflüssigkeiten vor Infektionen schützen können. Ihr Familienmitglied erhält durch die Einmalhandschuhe ebenfalls einen Schutz, denn auch Sie können über Ihre Hände unbeabsichtigt Keime übertragen. Natürlich bewahrt das Pflegehilfsmittel Ihre Hände auch vor Substanzen, wenn Sie die Pflegeumgebung reinigen bzw. desinfizieren möchten.

In folgenden Pflegesituationen können Einmalhandschuhe zum Einsatz kommen:

  • Assistenz beim Toilettengang,
  • Körperpflege, zum Beispiel im Intimbereich,
  • Reinigen von Oberflächen oder Pflegehilfsmitteln wie Bettpfannen,
  • Grundsätzlich beim Kontakt mit Urin, Kot oder Erbrochenem.

Es gibt übrigens viele Tätigkeiten, bei denen professionelle Pflegekräfte die Einmalhandschuhe tragen müssen – eine Pflicht herrscht beispielsweise beim Umgang mit kontaminierten Flüssigkeiten oder bei der Wundversorgung.[1]

Medizinische Einweghandschuhe unterliegen gesetzlichen Regelungen

Der Gesetzgeber hat entschieden, dass Einweghandschuhe im Medizinbereich wichtige Voraussetzungen erfüllen müssen. Dafür hat er mit der Norm DIN EN 455 klare Regelungen geschaffen. Diese Norm widmet sich den physikalischen Eigenschaften, der biologischen Bewertung, der Mindesthaltbarkeit und der Dichtheit der Einmalhandschuhe. Das ist wichtig, damit die Produkte im Praxisalltag die nötige Sicherheit bieten und verlässlich sind. Die Chemikalienbeständigkeit, also wie gut ein Handschuh beim Kontakt mit verschiedenen Substanzen durchhält, übernimmt übrigens eine andere Norm, die DIN EN 374-1.

7 Tipps für die Verwendung von Einmalhandschuhen

Einweghandschuhe können zuverlässig vor Infektionen und chemischen Substanzen schützen. Allerdings nur, wenn sie richtig und verantwortungsvoll angewendet werden. Wir verraten Ihnen nun wertvolle Tipps, mit denen Sie die Einweghandschuhe zu einem unverzichtbaren Helfer bei der häuslichen Pflege machen.

  1. Wählen Sie die richtige Größe: Die richtige Handschuhgröße können Sie ganz einfach mit einem Maßband bestimmen. In der Produktbeschreibung oder auf der Verpackung der Handschuhe befindet sich in der Regel eine Größenangabe. Sind Sie unsicher, welche Größe sich für Ihre Hände eignet, können Sie beim Hersteller oder beim Händler nachfragen.
  2. Tragen Sie bei der Verwendung keinen Schmuck: Ringe oder Armreife können die empfindlichen Materialien der Handschuhe verletzen und so eine Eintrittspforte für Keime bilden. Am besten legen Sie deshalb vor der Verwendung der Handschuhe alle Schmuckstücke in dem Bereich ab.
  3. Ziehen Sie die Handschuhe richtig an und aus: Beim Anziehen zeigt Ihre Handfläche nach oben. Vermeiden Sie dabei, dass Ihre Hände die Außenseite der Handschuhe berühren. Beim Ausziehen greifen Sie in die Handschuhinnenseite und ziehen den Handschuh aus. Stülpen Sie den zweiten Handschuh beim Ausziehen in den ersten, so, als würden Sie Socken zusammenkrempeln.
  4. Desinfizieren Sie Ihre Hände: Handschuhe ersetzen nicht das Desinfizieren der Hände. Schließlich können Mikrorisse in den Handschuhen dafür sorgen, dass Ihre Haut trotzdem mit keimbelastetem Material in Berührung kommt. Desinfizieren Sie Ihre Hände deshalb vor und nach der Verwendung der Handschuhe.
  5. Benutzen Sie Einweghandschuhe nur einmal: Auch wenn die Handschuhe nach der Benutzung noch einwandfrei aussehen, sollten Sie diese unbedingt entsorgen. Ansonsten riskieren Sie eine Verschleppung von Keimen.
  6. Nehmen Sie Handschuhe für unterwegs mit: Einweghandschuhe sind auch unterwegs eine sehr praktische Hilfe. Wenn Ihr Familienmitglied zwischendurch die Toilette aufsuchen muss, können Sie sich auch hier optimal schützen.
  7. Entsorgen Sie die Handschuhe richtig: Die nach innen gestülpten Handschuhe gehören in den Restmüll – dieser wird am Ende der Müllentsorgung verbrannt und vernichtet selbst kontaminierte Handschuhe.

Hier können Sie Einmalhandschuhe kaufen

Einweghandschuhe erhalten Sie in Apotheken oder im Sanitätshaus. Auch gut sortierte Drogeriemärkte und Onlinehändler bieten Einmalhandschuhe an. In Apotheken oder Sanitätshäusern können Sie sich besonders eingehend beraten lassen. Die Mitarbeiter können Ihnen dabei helfen, die richtige Handschuhgröße zu ermitteln und wägen für Sie die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Materialien ab. Auch wir von Sanubi beraten Sie gerne individuell. Außerdem haben Sie bei uns die Möglichkeit, Ihre individuelle Pflegebox inklusive Einmalhandschuhen zu bestellen. Diese liefern wir Ihnen schnell und kostenlos nach Hause.

Gut zu wissen!

Die Kosten für Einmalhandschuhe variieren in Abhängigkeit vom Hersteller, der Verpackungsgröße und dem verwendeten Material. 100 Nitril-Einmalhandschuhe erhalten Sie bereits für ungefähr 4 Euro.

Einweghandschuhe als Pflegehilfsmittel kostenlos erhalten

Die Produktgruppe 54 im Pflegehilfsmittelverzeichnis des GKV Spitzenverbandes widmet sich dem zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln. Darunter fallen jene, die Sie in der Regel nur einmal verwenden können, so wie Einmalhandschuhe. Weitere Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sind Schutzschürzen, Mundschutzmasken, Desinfektionsmittel oder Einmallätzchen. Auch Einmal-Fingerlinge fallen darunter ­– sie werden nur über einen Teil des Fingers gestülpt und eignen sich optimal zum Auftragen von Gel oder Salben.

Der Vorteil für Sie: Pflegebedürftige erhalten Einmalhandschuhe kostenlos, da sich die Pflegekasse an den Aufwendungen für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel beteiligt. Wichtig dafür ist, dass Ihr Familienmitglied einen Pflegegrad besitzt und die Pflege im häuslichen Umfeld stattfindet. Ist das der Fall, hat Ihr Angehöriger einen monatlichen Anspruch auf 40 Euro für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Mit diesem Budget können Sie unter anderem Einmalhandschuhe anschaffen. Sie möchten den gesetzlichen Anspruch genau nachlesen? Dann werfen Sie einen Blick auf den § 40 Abs. 1 im Sozialgesetzbuch XI.

Exkurs: So erhalten Sie Pflegehilfsmittel zum Verbrauch wie Handschuhe

Sie möchten sich mit Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch eindecken und die Pflegekasse an den Kosten beteiligen? Dann nehmen Sie doch einfach das gesetzlich verankerte Budget in Höhe von 40 Euro in Anspruch. Um den Betrag abrufen zu können, muss der Pflegebedürftige zunächst einen Pflegegrad beantragen, sofern noch nicht geschehen. Den Wunsch nach einem Pflegegrad kann Ihr Familienmitglied mittels formlosem Schreiben, E-Mail oder Telefonat an die Pflegekasse richten. Nach erfolgtem Pflegegutachten bekommt der Pflegebedürftige die Entscheidung der Kasse schriftlich mitgeteilt. Ist ein Pflegegrad bewilligt, hat Ihr Angehöriger einen Anspruch auf die Pflegehilfsmittel-Pauschale. Das sind immer 40 Euro monatlich, unabhängig von der Höhe des Pflegegrads. Allerdings müssen Sie für den Abruf des Budgets noch einen Antrag auf Kostenübernahme stellen.

Dieser stützt sich auf zwei verschiedene Teile:

  • Anlage 2: Erklärung zum Erhalt der Pflegehilfsmittel
  • Anlage 4: Formular, das die Kostenübernahme regelt

Sie möchten die Organisation der Pflegehilfsmittel-Pauschale am liebsten aus den Händen geben? Dann können Sie sich für eine Pflegehilfsmittel-Box von Sanubi entscheiden. Damit können Sie sich die Pflegehilfsmittel individuell zusammenstellen und Sanubi kümmert sich um alle nötigen Formalitäten.

FAQ – die wichtigsten Fragen zu Einmalhandschuhen