Was sind Pflegehilfsmittel zum Verbrauch?

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel sind solche Hilfsmittel, die wegen der Beschaffenheit ihres Materials oder aus hygienischen Gründen nur einmal benutzt werden können. Sie sind also zum Einmalgebrauch gedacht und in der Regel für den Wiedereinsatz nicht geeignet.

Pflegehilfsmittel im Wert von 60 Euro pro Monat

Sonderregelungen für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch war bis 31. Dezember 2021 gültig

Während der Corona-Pandemie wurde die Pflegehilfsmittelpauschale durch eine Sonderregelung von 40 Euro auf 60 Euro angehoben. Der Zeitraum, in dem die Pflegekassen, Pflegehilfsmittel bis zu diesem Höchstbetrag erstatten dürfen, wurde bis zum 31. Dezember 2021 verlängert. Ab dem 01.01.2022 wurde die Pauschale nun wieder auf 40 Euro abgesenkt. Experten aus dem Pflegebereich, darunter auch Sanubi, sprechen sich klar für einen Beibehalt der höheren Pflegehilfsmittelpauschale aus. Die Kosten für etwa Logistik, Einkauf und Co. sind auch unabhängig von Corona in den letzten Jahren stetig gestiegen. Außerdem wurde die letzte Anpassung der Pauschale im Jahr 2015 durchgeführt.

Am 5. Mai 2020 trat die „Covid-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung“ in Kraft. Grund dafür waren zum Teil nennenswerte Preissteigerungen für Produkte im häuslichen Pflegebereich, durch den erheblichen Anstieg der Nachfrage weltweit. Um die Versorgungslage für betroffene pflegebedürftige Personen aufrechterhalten zu können, wurde die Grenze für zuzahlungsfreie Pflegehilfsmittel auf 60 Euro angehoben und gilt durch das Epilage-Fortgeltungsgesetz bis einschließlich Dezember 2021.

Pflegehilfsmittel Liste: Welche Pflegehilfsmittel zum Verbrauch gibt es?

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sind im GKV Hilfsmittelverzeichnis aufgelistet und der Produktgruppe 54 zugeordnet.

1. Mundschutz / FFP-Masken

Spätestens nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie ist ein Mundschutz, oder auch Mund-Nasen-Schutz / Maske nicht mehr aus dem alltäglichen Leben wegzudenken. Pfleger*innen und die zu pflegende Person schützen sich damit vor Krankheitserregern.

2. Flächendesinfektion

Um das Risiko einer Infektion so gering wie möglich zu halten, sollten Flächen, beispielsweise im Sanitärbereich, großflächig und regelmäßig desinfiziert werden. Auch in Bereichen wie Esszimmer und / oder Küche kann das Mittel genutzt werden.

3. Handdesinfektionsmittel

Desinfektionsmittel für die Hände ist ein essenzieller Bestandteil der Pflege von Angehörigen. Es reduziert das Risiko von Infektionskrankheiten und sollte regelmäßig angewendet werden.

4. Bettschutzeinlagen

Bettschutzeinlagen nehmen Körperflüssigkeiten, vorwiegend Urin, auf und bieten der betroffenen Person eine komfortable Nacht. Der Bettschutz schützt zusätzlich das Bett und die Matratze, sodass tägliches Neubeziehen und aufwändiges Reinigen nicht notwendig werden. Bettschutzeinlagen werden in der Regel einmalig verwendet und nach Gebrauch entsorgt. Es gibt allerdings auch wiederverwendbare Bettschutzeinlagen.

5. Handschuhe / Einmalhandschuhe

Einmalhandschuhe reduzieren das Infektionsrisiko in der häuslichen Pflege und schützen dabei sowohl die pflegende als auch die pflegebedürftige Person vor Keimen und Krankheitserregern. Größe und Material variieren bei Handschuhen (bspw. Latex oder Vinyl).

6. Schutzschürzen

Die wasserabweisenden Schutzschürzen sind für den einmaligen Gebrauch gedacht und dienen dem Schutz der Kleidung. Auch vor Krankheitserregern und Infektionen schützen sie.

Voraussetzungen: Wer hat Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch?

Das Sozialgesetzbuch regelt den Anspruch auf Pflegehilfsmittel. Hierbei wird zwischen Hilfsmitteln SGB V §33 und Pflegehilfsmitteln SGB XI §40 unterschieden. Für stationäre Pflegeheimbewohner gelten abweichende Regelungen. Hier ist normalerweise das entsprechende Heim für die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln zuständig.

Gut zu wissen!

Tritt der Pflegefall plötzlich ein, so haben Angehörige Anspruch auf das sogenannte Pflegeunterstützungsgeld. Es wird von der Pflegekasse nach Antragstellung für 10 Tage gezahlt. In dieser Zeit muss der Arbeitgeber die betroffenen Personen von der Arbeit freistellen.

Folgende drei Kriterien müssen erfüllt sein, damit ein Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch besteht:

  • Die betroffene Person hat einen Pflegegrad von 1 bis 5
  • Die Pflege erfolgt im eigenen zu Hause, im Haus der Familie, einer WG oder dem betreuten Wohnen
  • Eine angehörige Person oder ein Pflegedienst pflegen die betroffene Person

Mehr zu den einzelnen Pflegegraden finden Sie in unseren Pflegegrad-Ratgebern:

Mehr erfahren im Ratgeber Pflegegrad 1

Mehr erfahren im Ratgeber Pflegegrad 2

Mehr erfahren im Ratgeber Pflegegrad 3

Mehr erfahren im Ratgeber Pflegegrad 4

Mehr erfahren im Ratgeber Pflegegrad 5

Kostenübernahme: Welche Pflegehilfsmittel übernimmt die Pflegekasse?

Die Kosten für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden von der Pflegekasse übernommen. Pflegebedürftige haben Anspruch auf Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro (Neuer Stand: Januar 2022) monatlich. Die Hilfsmittel sind also nicht gratis, jedoch für den Betroffenen kostenlos, wenn die Pflegeversicherung die Kosten übernimmt.

Antrag: Wie beantrage ich Pflegehilfsmittel zum Verbrauch?

Der Antrag auf zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel im Wert von monatlich bis zu 40 Euro oder der Antrag auf Bereitstellung von technischen Pflegehilfsmitteln muss bei der Pflegekasse gestellt werden. Bei vielen Dienstleistern, so auch Sanubi, ist die Antragstellung im Service enthalten, sodass Verbraucher alles aus einer Hand schnell und unkompliziert erhalten.

Zur Beantragung von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch, benötigen Sie das Formular zur Kostenübernahme für Pflegehilfsmittel (Anlage 4), sowie die Erklärung zum Erhalt von Pflegehilfsmitteln (Anlage 2).

Zunächst wird das Formular Anlage 4 ausgefüllt und von der versicherten oder einer bevollmächtigten Person unterschrieben. Unter anderem werden Angaben zur Art der benötigten Pflegehilfsmittel gemacht.

Mit der Anlage 2 wird dann der Erhalt der Pflegehilfsmittel zum Verbrauch bestätigt.

Pflegehilfsmittel müssen nicht vom Arzt verschrieben werden – Der Antrag auf Kostenübernahme wird schnell und unkompliziert bei der zuständigen Pflegekasse gestellt.

Was, wenn der Antrag auf gratis Pflegehilfsmittel abgelehnt wird?

Vor allem bei einem niedrigen Pflegegrad kann es vorkommen, dass der Antrag von der Pflegekasse abgelehnt wird. In diesem Fall sollten Betroffene einen Widerspruch einlegen. Oft ist es eine nicht hinreichende Begründung, die zur Ablehnung führt – ein Fehler der korrigiert werden kann. Da bereits bei der Begutachtung der Bedarf an Pflegehilfsmitteln festgestellt wird, können auch der MDK bzw. MEDICPROOF (für privat Versicherte) hinzugezogen werden.

Bestellen: Wo kann ich Pflegehilfsmittel bestellen?

Grundsätzlich können Betroffene und deren Angehörige Pflegehilfsmittel zum Verbrauch in Drogerien oder Apotheken selbst kaufen.

Eine unkomplizierte Alternative bieten hier Online-Anbieter. Solche zugelassenen Dienstleister haben Verträge mit den Pflegekassen und rechnen mit diesen direkt ab. Bestellte Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden dann kostenlos und regelmäßig nach Hause geliefert. Dafür wird ein sogenanntes Pflegepaket – wie unsere Sanubi Pflegebox – bereitgestellt, welches automatisch monatlich versandt wird.

Vorteile beim Online-Kauf von Pflegehilfsmitteln

  • Der Antrag und die Abwicklung mit der Pflegekasse übernimmt ihr Online-Anbieter
  • Pflegehilfsmittelpaket kommt regelmäßig (monatlich) zu ihnen nach Hause geliefert
  • Es kann nichts vergessen werden
  • Das Paket kann jederzeit individuell angepasst werden