Pflegegrad 5 – Definition

In den Pflegegrad 5 werden Sie eingeteilt, wenn eine „schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen für die pflegerische Versorgung“ vorliegt. Wird der höchste Pflegegrad bescheinigt, steht fest, dass die Pflegekasse umfangreiche Leistungen zur pflegerischen Versorgung bereitstellen muss. Ob der Pflegegrad 5 für Sie infrage kommt, wird mithilfe einer Pflegebegutachtung festgestellt.

Gut zu wissen!

Die Pflegegrade ersetzen die früheren Pflegestufen. Mit der Umstrukturierung ist eine neue Einordnung vorgenommen worden. So entspricht der Pflegegrad 5 der früheren Pflegestufe 3 mit eingeschränkter Alltagskompetenz oder Pflegestufe 3 mit Härtefall.

Pflegegrad 5 – Leistungen

Der Gesetzgeber hat entschieden, dass Personen mit pflegerischen Bedürfnissen von finanziellen Hilfen und Sachmitteln profitieren sollen. Damit Sie die Unterstützung erhalten, die Sie benötigen, müssen Sie jedoch zunächst einen Pflegegrad zugeordnet bekommen. Im folgenden Abschnitt erläutern wir Ihnen, welche umfangreichen Leistungen Ihnen bei Pflegegrad 5 zustehen.

Leistungen bei Pflegegrad 5 – Tabelle

Pflegegrad Pflegesachleistungen Pflegegeld Tages- und Nachtpflege (teilstationär) Vollstationäre Pflege
5 1995 € 901 € 1995 € 2005 €

Pflegegrad 5 – Leistungsarten

Für den Pflegegrad 5 sind umfangreiche Leistungen vorgesehen, um den pflegerischen Alltag bewältigen zu können. Mit Blick auf Unterstützungsmaßnahmen fällt oft der Begriff „Leistungsarten“. Hierunter verstehen Experten Leistungen, die gebündelt und Ihnen als Pflegebedürftiger zugesprochen werden können. Wenn bei Ihnen eine schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen für die pflegerische Versorgung festgestellt wird, können sie sowohl finanzielle Unterstützung als auch Sachleistungen in Anspruch nehmen. Das Ziel: Die ambulante und stationäre Versorgung sicherstellen und Entlastungsmaßnahmen ermöglichen.

Pflegegeld

Die Pflegeversicherung kommt dann ins Spiel, wenn es um das Thema Pflegegeld geht. Die finanzielle Unterstützung hilft Pflegebedürftigen und Pflegekräften, notwendige Pflegemaßnahmen zu ermöglichen. Das Pflegegeld ist dann eine Option, wenn die Pflege im häuslichen Umfeld sichergestellt wird. Dazu können nicht nur nahe Verwandte, sondern auch Freunde oder Bekannte beitragen. Mit dem Pflegegeld kommt den helfenden Händen eine Anerkennung zu. Eine wertvolle Hilfe ist die finanzielle Unterstützung vor allem für jene, die zwischen Job und Pflege rotieren müssen.

Wie viel Geld gibt es bei Pflegegrad 5?

Wenn Ihnen durch ein Pflegegutachten bescheinigt wurde, dass Sie alle Voraussetzungen für den Pflegegrad 5 erfüllen, dann steht Ihnen ein monatliches Pflegegeld in Höhe von 901 Euro zu.

Wird das Pflegegeld bei Pflegegrad 5 ausgezahlt?

Ja, sobald die Begutachtung abgeschlossen und die Formalitäten erledigt wurden, zahlt die Pflegekasse Ihnen das Pflegegeld aus.

Wer bekommt das Pflegegeld bei Pflegegrad 5 ausgezahlt?

Das Pflegegeld wird, anders als häufig angenommen, nicht an pflegende Personen ausgezahlt. So erhalten Sie als Pflegebedürftiger stets den vollen Betrag zunächst auf Ihr Konto. In der Regel leiten Personen, die privat zu Hause gepflegt werden, das Pflegegeld an ihre Helfer weiter. So können Sie Ihre Anerkennung für die wertvolle Unterstützung zeigen. Tatsächlich sind die Helfer sehr dankbar für das Geld, da sie nicht selten auch beruflich zurückstecken müssen. Grundsätzlich können Sie als Pflegebedürftiger aber selbst entscheiden, ob und inwieweit Sie das Pflegegeld weitergeben möchten.

Wird das Pflegegeld bei Pflegegrad 5 mit Pflegesachleistungen verrechnet?

Pflegegrad 5 bedeutet, dass Ihr Alltag von zahlreichen Pflegemaßnahmen geprägt ist. Sie benötigen tatkräftige Unterstützung, um den Alltag bewältigen zu können. Deshalb hat der Gesetzgeber Pflegesachleistungen für Sie als Pflegebedürftigen vorgesehen. Nehmen Sie Pflegesachleistungen in Anspruch, kommen professionelle Kräfte zu Ihnen nach Hause und engagieren sich in der ambulanten Pflege. Bei Pflegegrad 5 stehen Ihnen hierfür 1995 Euro zur Verfügung. Wenn Sie es bevorzugen, von einer vertrauten Person gepflegt zu werden, können Sie das Pflegegeld einsetzen. In Ihrem Fall 901 Euro. Vielleicht können Sie sich vorstellen, beides miteinander zu kombinieren. Dann kommt die sogenannte Kombinationspflege infrage. Hier beziehen Sie Pflegesachleistungen und falls der dafür eingeplante Betrag von 1995 Euro nicht voll ausgeschöpft wird, können Sie sich den Rest in Form von Pflegegeld auszahlen lassen. So können sie von beiden Varianten profitieren und müssen sich nicht entscheiden.

Anspruch auf Pflegehilfsmittel

Pflegebedürftige haben außerdem Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Sanubi übernimmt die Abrechnung mit der Pflegekasse und sendet Ihnen Ihre Pflegebox kostenfrei nach Hause.

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Was sind Pflegesachleistungen bei Pflegegrad 5?

Viele Menschen wünschen sich, so lange, wie es geht, in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Diesen Wunsch unterstützt das Bundesgesundheitsministerium. Pflegesachleistungen sind ein wichtiges Instrument dafür. Werden sie in Anspruch genommen, kümmern sich professionelle Fachkräfte im häuslichen Umfeld um die ambulante Pflege. Ein Wechsel in eine stationäre Einrichtung kann somit entweder ganz vermieden oder hinausgezögert werden. Bei Pflegegrad 5 sind für die Pflegesachleistungen 1995 Euro vorgesehen. Unser Tipp: Entscheiden Sie sich für einen zertifizierten Pflegedienst. Somit kann dieser direkt mit der Pflegekasse abrechnen und für Sie entfällt der zusätzliche Aufwand.

Was fällt unter Pflegehilfsmittel?

Pflegehilfsmittel kommen in der Pflege täglich zum Einsatz. Experten verstehen darunter Sachmittel oder Geräte, die pflegerische Maßnahmen erleichtern. Zudem können sie dafür eingesetzt werden, um Beschwerden zu reduzieren oder die Selbstständigkeit zu unterstützen. Zu den größeren Gerätschaften gehört ein Pflegebett. Auch Lagerungshilfen werden zu den Pflegehilfsmitteln gezählt. Eine ganz wesentliche Bedeutung kommt allerdings den Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch zu. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Infektionsschutz und zur notwendigen Hygiene. Mit Pflegegrad 5 stehen Ihnen 40 Euro monatlich für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch zu. Durch die gestiegenen Beschaffungskosten im Rahmen der Corona-Pandemie, wurde das Budget sogar auf 60 Euro aufgestockt.

Folgendes gehört zu den Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch:

  • Desinfektionsmittel
  • Schutzmasken
  • Einmalhandschuhe
  • Bettschutzeinlagen
  • Schutzkittel
  • FFp2-Masken

Gut zu wissen!

Mit der Sanubi Pflegemittelbox haben Sie die Möglichkeit, sich Pflegehilfsmittel zuzahlungsfrei nach Hause liefern zu lassen. Das Besondere: Sie können sich Ihre Box individuell zusammenstellen.

Was sind Entlastungsleistungen bei Pflegegrad 5?

Die schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit und der besondere Anspruch an den pflegerischen Alltag bauen große Hürden auf. Diese betreffen natürlich Sie als Pflegebedürftigen ganz wesentlich. Allerdings ist auch der Alltag für die Pflegeperson eine große Herausforderung. Schließlich müssen körperliche und seelische Aufgabenstellungen bewältigt werden. Aus diesem Grund besitzen Sie einen Anspruch auf Entlastungsleistungen. Unabhängig davon, welcher Pflegegrad bei Ihnen vorliegt, beträgt die Höhe 125 Euro. Eine Voraussetzung ist jedoch, dass der Entlastungsbetrag zweckgebunden eingesetzt wird. In der Praxis bedeutet das für Sie, dass der Geldbetrag entweder genutzt wird, um die pflegenden Angehörigen zu entlasten oder um Ihre Selbstständigkeit zu fördern.

Wichtige Informationen zum Entlastungsbetrag:

  • Der Entlastungsbetrag beträgt 125 Euro, unabhängig von dem Pflegegrad.
  • Der finanzielle Aufwand wird erstattet, sobald die Rechnungen bei der Pflegekasse eingereicht werden.
  • Damit die Erstattung gelingt, müssen zugelassene Anbieter gewählt werden. Nähere Informationen gibt Ihnen Ihre Pflegekasse.
  • Entlastungsbeiträge sollen Ihre pflegenden Angehörigen entlasten oder Ihre Selbstständigkeit unterstützen. Somit ist der Entlastungsbetrag zweckgebunden.
  • Es gibt die Möglichkeit, den Entlastungsbetrag mit anderen Pflegeversicherungs-Leistungen zu kombinieren.
  • Beispiele für den zweckgebundenen Einsatz sind Pflege- und Alltagsbegleiter, Gruppenangebote und haushaltsnahe Dienstleistungen (Haushaltshilfe).

Was gehört zur Grundpflege bei Pflegegrad 5?

Bei dem Pflegegrad 5 kann davon ausgegangen werden, dass eine Hilfestellung in allen Alltagsbereichen notwendig ist. Dadurch, dass Ihre Selbstständigkeit schwerstens eingeschränkt ist, haben Sie Probleme sich selbstständig zu ernähren, zu mobilisieren, zu waschen oder andere Aufgaben zu erledigen. Die Grundpflege widmet sich genau diesen wichtigen Bereichen in Ihrem Leben, damit die grundlegenden Tätigkeiten bewältigt werden können.

Personen helfen Ihnen dann zum Beispiel bei:

  • der Ernährung (Portionen zerkleinern, Nahrung aufnehmen)
  • der Mobilität (Anziehen, Ausziehen, Hilfe beim Aufstehen und Hinsetzen)
  • der Körperpflege (Waschen, Kämmen, Rasieren, Zähneputzen und Toilettengang)
Wie viele Stunden Pflege bei Pflegegrad 5?

Bei den früheren Pflegestufen war Zeit ein maßgebliches Kriterium. Mit der Einführung der Pflegegrade wurde sich von der Zeit losgelöst. Schließlich kann nicht jeder Pflegebedarf in Tagesstunden ausgedrückt werden. Seit dem Jahr 2017 wird stattdessen eine Gesamtpunktzahl herangezogen. Sie drückt aus, wie sehr Ihre Selbstständigkeit beeinträchtigt ist. Die dafür notwendige Einschätzung wird im Rahmen der Pflegebegutachtung gemacht. Das hat den Vorteil, dass auch eine eingeschränkte Alltagskompetenz nun besser abgebildet werden kann.

Gut zu wissen!

Wer einen Pflegegrad 5 besitzt, ist meist auf eine dauerhafte Betreuung angewiesen – der sogenannten Langzeitpflege.

Wer zahlt die Haushaltshilfe bei Pflegegrad 5?

Mit Pflegegrad 5 kann der Haushalt nicht mehr alleine bewältigt werden, zu stark sind die körperlichen Beeinträchtigungen. Vielleicht sind Ihre Angehörigen Ihnen eine wertvolle Hilfe, indem sie einige Aufgaben im Haushalt übernehmen. Eine Haushaltshilfe kann sowohl für Sie als auch für Ihre pflegenden Angehörigen eine große Entlastung sein. So bleibt ihnen mehr Zeit miteinander. Immer wieder taucht die Frage auf, wer für die Kosten einer Haushaltshilfe im Falle einer Pflegebedürftigkeit aufkommt. Grundsätzlich haben Sie immer die Möglichkeit, die Haushaltshilfe aus eigener Tasche zu bezahlen. Allerdings können Sie auch die Leistungen der Pflegekasse dafür aufwenden. Wir verraten Ihnen, welche Möglichkeiten Sie haben.

Entlastungsbetrag nutzen

Erinnern Sie sich? Ihnen stehen 125 Euro monatlich zur Verfügung, um Ihren pflegenden Angehörigen Entlastung zu verschaffen. Eine Haushaltshilfe ist eine Möglichkeit. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass die eingestellte Person eine ausreichende Qualifikation besitzt. Nur so beteiligt sich die Pflegekasse an den Kosten. Sicherheit erhalten Sie, wenn Sie sich für einen zertifizierten Pflegedienst entscheiden. Haben Sie Zweifel, können Sie sich an Ihre Pflegeversicherung wenden. Sie kann Ihnen ganz genau beantworten, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Ganz wichtig: Sammeln Sie unbedingt die Rechnungen. Nur so haben Sie die Möglichkeit, von der Kostenerstattung Gebrauch zu machen.

Pflegegeld verwenden

Das Pflegegeld wird Ihnen auf Ihr Konto überwiesen. Im Anschluss können Sie selbst entscheiden, wie Sie das Budget einsetzen. So können Sie die 901 Euro zum Beispiel für eine Haushaltshilfe verwenden. Da das Pflegegeld aber in der Regel für helfende Hände genutzt wird, raten wir Ihnen dazu, vorher ein klärendes Gespräch mit Ihren Angehörigen zu suchen. So gehen Sie Streitigkeiten im Vorhinein aus dem Weg.

Pflegesachleistung umwidmen

Wenn Ihnen der Pflegegrad 5 zugesprochen wurde, stehen Ihnen Pflegesachleistungen zur Verfügung. Einen Teil davon können Sie sogar umwidmen. Ganz konkret haben Sie die Möglichkeit, höchstens 40 % des Budgets als Entlastungsbetrag zu verwenden. Eine Variante ist eine haushaltsnahe Dienstleistung, sprich eine Haushaltshilfe.

Voraussetzungen – Wann bekommt man Pflegegrad 5?

Pflegebedürftigkeit ist nicht gleich Pflegebedürftigkeit, das weiß auch die Pflegekasse. Um herauszufinden, welche Leistungen für Sie persönlich wichtig sind, muss der Grad der Beeinträchtigung zunächst festgestellt werden. Somit ist eine Voraussetzung, um einen Pflegegrad zu erhalten, ein Pflegegutachten. Seit dem Jahr 2017 wird ein Punktesystem hierfür herangezogen. Je höher Ihre Punkteanzahl ist, desto höher ist Ihre Selbstständigkeit eingeschränkt. Ein Gutachter macht sich von Ihrem Alltag und Ihren Fähigkeiten vor Ort einen Eindruck. Dabei helfen Gespräche, Beobachtungen und eine eingehende Prüfung Ihrer Unterlagen. Der dadurch ermittelte Gesamtpunktwert entscheidet darüber, welcher Pflegegrad Ihnen zugesprochen wird.

Pflegegrad Voraussetzungen
5 Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen für die pflegerische Versorgung, 90 – 100 Punkte

Pflegegrad 5 – Beantragung

Selbst wenn Ihr Alltag durch Ihre Beeinträchtigung sehr stark eingeschränkt ist, müssen zunächst einige Formalitäten erledigt werden. Einen Pflegegrad bekommen Sie demnach nicht automatisch bescheinigt. Der erste Schritt ist einen Pflegegrad zu beantragen. Nur durch einen Antrag haben Sie die Möglichkeit, die Leistungen zu beziehen. Wir empfehlen Ihnen, eine Beantragung zeitnah anzustoßen, damit Ihnen die wertvolle Unterstützung zügig gewährt werden kann.

Wie / Wo kann man Pflegegrad 5 beantragen?

Ihre Pflegekasse ist der richtige Ansprechpartner, wenn es um die Beantragung eines Pflegegrads geht. Den Kontakt können Sie auf zwei verschiedenen Wegen herstellen. Entweder, Sie versuchen, die Pflegekasse telefonisch zu erreichen oder Sie setzen einen formlosen Brief auf. Entscheidend dabei ist, dass Sie Ihr Anliegen klar formulieren. Ihr Gegenüber sollte die Information erhalten, dass Sie einen Pflegegrad beantragen möchten. Die schriftliche Variante bietet sich an, um die Kommunikation genau nachhalten zu können. Anschließend können Sie eine Kopie von dem Brief zu Ihren Unterlagen geben. Alternativ reicht natürlich auch eine Speicherung des Dokuments auf Ihrem Computer. Nachdem Sie erfolgreich Kontakt mit Ihrer Pflegekasse aufgenommen haben, sendet Ihnen diese ein Formular zu. Hier gilt es persönliche Daten einzutragen und das Dokument zurückzuschicken. Nach kurzer Zeit wird ein Mitarbeiter mit Ihnen einen Gutachtertermin vereinbaren.

Pflegegrad 5 beantragen – Tipps

Wie geht es Ihnen mit dem Gedanken, dass bald ein Gutachter zu Ihnen nach Hause kommt? Viele Pflegebedürftige und Angehörige geben an, dass sie ein wenig nervös sind. Das ist vollkommen in Ordnung. Allerdings sollten Sie sich bewusst machen, dass der Gutachter Ihnen keine Leistungen streichen möchte, sondern Ihnen welche ermöglichen kann. Mit einigen Handgriffen können Sie dem Gutachter seine Arbeit erleichtern.

So bereiten Sie sich gut auf den Gutachtertermin vor:

  • Sorgen Sie für eine stressfreie Umgebung
  • Versuchen Sie nicht krampfhaft, den Alltag besser darzustellen als er ist. Sind Sie mit dem Haushalt überfordert, darf das gesehen werden.
  • Legen Sie Unterlagen bereit, die Ihren Hilfebedarf widerspiegeln (medizinische Unterlagen)
  • Geben Sie dem Gutachter einen Einblick in die Medikamentenliste oder die Pflegedokumentation
  • Stellen Sie alle Fragen, die Sie beschäftigen

Gut zu wissen!

Gerade, wenn Sie nervös sind, bietet es sich an, eine Vertrauensperson hinzu zu bitten. Wie wäre es mit einem pflegenden Angehörigen? Er kann das Gespräch womöglich durch relevante Informationen bereichern.

Wie / Wo beantrage ich Erhöhung des Pflegegrades?

Für einige Pflegebedürftige macht eine Anpassung des Pflegegrads Sinn. Nämlich dann, wenn durch eine vorliegende Erkrankung oder durch ein zunehmendes Lebensalter der Hilfebedarf im Alltag ansteigt. Durch eine entsprechende Erhöhung können zusätzliche Leistungen möglich gemacht werden. Interessieren Sie sich dafür, den Pflegegrad anzupassen, sollten Sie mit Ihrer Pflegekasse Kontakt aufnehmen. Dafür genügt ein Anruf oder ein formloses Schreiben. Daraufhin wird der Bedarf erneut geprüft und unter Umständen ein neuer Pflegegrad zugeteilt.

Pflegegrad 5 – Muster Anträge

Einen Pflegegrad zu beantragen gelingt recht einfach. Trotzdem können dafür die Worte fehlen. Wir möchten Sie in Ihrem Anliegen unterstützen, indem wir Ihnen vorgefertigte Muster-Anträge zur Verfügung stellen. Hier können Sie einfach Ihre persönlichen Daten eintragen und das Formular bei Ihrer Pflegekasse einreichen.

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Pflegegrad 5 – Feststellung

Jeder Pflegebedürftige bringt andere Voraussetzungen mit. Daran müssen sich auch pflegerische Maßnahmen und die erforderlichen Leistungen der Pflegekasse anpassen. Der Gesetzgeber hat zu diesem Zweck Pflegegrade ins Leben gerufen. Das Ziel ist, die Pflegebedürftigen und die Angehörigen maßgeschneidert zu unterstützen. Um das zu ermöglichen, muss jedoch erst der individuelle Bedarf festgestellt werden. Genau an dieser Stelle rückt die Pflegebegutachtung in den Mittelpunkt.

Wer legt Pflegegrad fest? / Wer erstellt ein Pflegegutachten?

Nachdem Sie einen Pflegegrad beantragt haben, muss im Rahmen der Begutachtung der Bedarf festgestellt werden. Die Pflegekasse wendet sich hierfür an den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK), sofern Sie gesetzlich versichert sind. Sollten Sie eine private Versicherung abgeschlossen haben, kooperiert die Pflegekasse mit der Medicproof GmbH.9

Wie wird der Pflegegrad festgelegt?

Um einen Pflegegrad zu ermitteln, wird stets gleich vorgegangen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob Sie privat oder gesetzlich versichert sind. Der Gutachter besucht Sie zu dem gemeinsam vereinbarten Termin bei Ihnen zu Hause. Er hat die Aufgabe, Ihre Situation bestmöglich zu erfassen und den jeweiligen Hilfsbedarf zu ermitteln. Sein Instrument ist das NBA (Neues Begutachtungsassessment). Dabei stehen ihm insgesamt sechs Module zur Verfügung. In jedem wird die Selbstständigkeit mithilfe von Punkten abgebildet. Am Ende ergibt sich eine Gesamtpunkteanzahl, die einen Rückschluss auf den erforderlichen Pflegegrad zulässt.

NBA pflegegrad neues begutachtungsassessment

Wie berechnet sich Pflegegrad 5?

Bei der Begutachtung werden keine abstrakten Lebensbereiche abgebildet, sondern solche, mit denen Sie täglich in Berührung sind. Nehmen wir zum Beispiel die Selbstversorgung, die Kommunikation, die Gestaltung Ihres Alltagslebens oder die Mobilität. All das sind wichtige Kriterien, die es zu beachten gilt. Bei den insgesamt sechs Modulen überprüft der Gutachter stets, wie es um Ihre Selbstständigkeit steht. Können Sie die erforderlichen Aufgaben, die in diesen Bereich fallen, selbstständig bewältigen? Wobei brauchen Sie Hilfe und was fällt Ihnen besonders schwer? Diese Fragestellungen werden mithilfe von Punkten beantwortet. Der Gutachter nimmt sich etwa eine Stunde Zeit, um Ihre Situation ganz genau beurteilen zu können. Schließlich sollen mit den Leistungen der Pflegekasse Ihre Lebensqualität und Ihre Gesundheit unterstützt werden. Durch eine vordefinierte Matrix wird am Ende ein Gesamtpunktewert ermittelt. Dieser dient der Pflegekasse als Grundlage für den ermittelten Hilfsbedarf.

Gut zu wissen!

Wenn der Gutachter feststellt, dass Sie im Alltag eine schwere Beeinträchtigung haben, wird erwartungsgemäß eine höhere Punkteanzahl vergeben. Bei Pflegegrad 5 werden Sie mindestens 90 Punkte erlangen und somit viele Leistungen zugesprochen bekommen.

Modul mit Lebensbereichen Was wird geprüft? Bewertung der Selbstständigkeit Gewichtung
1. Mobilität Prüfung der Motorik Z.B. Hinsetzen und Aufstehen, Aufrechtsitzen, Hin- und Hergehen in der Wohnung, Treppensteigen 10 %
2. Kognitive Fähigkeiten Prüfung von Fertigkeiten Z.B. Erinnerung, Orientierungssinn, Entscheidungen treffen, Sachverhalte verstehen, Äußern von Bedürfnissen 15 %
3. Verhaltensweisen Prüfung des Umgangs und Steuern von Problemen Aggressive Äußerungen, Abwehrhaltung, Angstzustände, nächtliche Unruhe oder Wahnvorstellungen 15 % (der höchste Wert in Modul 2 oder 3 entscheiden)
4. Selbstversorgung Prüfung des Grades der Selbstständigkeit Körperpflege, Toilettennutzung, Ernährung, beim An- und Ausziehen, Umgang mit Inkontinenz, beim Essen und Trinken 40 %
5. Umgang mit Maßnahmen Prüfung des Grades der selbständigen Umsetzung Ärztlichen Anordnungen, wie die Einnahme von Medikamenten, Verbandswechsel, Blutdruckmessung, Arztbesuche und Therapien 20 %
6. Gestaltung des Alltagslebens Prüfung der Selbstständigkeit im Alltag Planung des Tagesablaufs und der Freizeitgestaltung, Einhaltung von Schlaf- und Erholungsphasen, Beziehung & Kommunikation mit anderen 15 %

FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Pflegegrad 5