Werden pflegebedürftige Personen im häuslichen Umfeld von einem ambulanten Pflegedienst betreut und gepflegt (häusliche Pflege), haben sie den Anspruch, Zuschüsse von der Pflegekasse geltend zu machen. Die Zuschüsse für diese Pflegesachleistungen werden nach Höhe des Pflegegrades berechnet.

Was sind Pflegesachleistungen?

Als Pflegesachleistungen bezeichnet man alle, von der professionellen Pflegekraft ausgeführten, pflegerischen Tätigkeiten. Hierzu gehören beispielsweise die regelmäßige Körperpflege, die Unterstützung bei der Ernährung und der Mobilität, sowie hauswirtschaftliche Tätigkeiten im eigenen Zuhause. Aber auch die pflegerische Versorgung und Betreuung bei der Tagespflege oder Nachtpflege, in der Pflegebedürftige, die zum Beispiel wegen einer Demenz oder Alzheimer, rund um die Uhr betreut werden müssen, stundenweise untergebracht und versorgt werden können. Die Pflegedienste und auch die Tages- oder Nachtpflegeeinrichtungen rechnen, im Sinne Ihres mit den Pflegekassen geschlossenen Versorgungsvertrages, die Pflegesachleistungen direkt mit der jeweiligen Pflegekasse ab.

Merke: Pflegesachleistungen sind kurz gesagt also keine Sachen oder Produkte, sondern die Dienstleistung des Pflegedienstes.

Wer hat einen Anspruch auf Pflegesachleistungen?

Pflegebedürftige Personen ab einem Pflegegrad 2 haben einen Anspruch auf Pflegesachleistungen oder auf Pflegegeld als Leistung der gesetzlichen, sowie privaten Pflegekassen. Stellt sich die Pflegebedürftigkeit ein und alltägliches, wie die Körperpflege oder die Hauswirtschaft sind nicht mehr allein zu bewältigen, sollte möglichst bald entschieden werden, ob eine Person aus dem privaten Umfeld diese benötigte Unterstützung geben kann oder ob ein professioneller Pflegedienst die Aufgaben im eigenen zu Hause ausführen soll. Fällt die Entscheidung auf das Angebot der Pflegekassen, die Pflegesachleistungen in Anspruch zu nehmen, bedeutet das, dass ein Pflegedienst alle pflegerischen Tätigkeiten übernimmt. Sollen diese Aufgaben, wie die Grundpflege, Betreuung und die Hauswirtschaft von einem Verwandten oder Bekannten ausgeführt werden, kann der Anspruch auf Pflegegeld genutzt werden, welches der privaten Person als Entlohnung zur Verfügung gestellt werden kann.

Zuschüsse für Pflegesachleistungen

Für die Berechnung der Höhe des Anspruches auf Pflegesachleistungen ist ausschlaggebend, welcher Pflegegrad vom MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) nachweislich zugesprochen wurde. Ab dem 01.01.2022 werden die Pflegesachleistungen um 5 Prozent erhöht.

Pflegegrad 1

Pflegebedürftige Personen mit dem Pflegegrad 1 haben keinen Anspruch auf Pflegesachleistungen. Für sogenannte Betreuungs- und Entlastungsleistungen übernehmen die Pflegekassen jedoch einen Entlastungsbetrag in Höhe von 125€ pro Monat.

Pflegesachleistungen bei Pflegegrad 2

Personen mit anerkanntem Pflegegrad 2 erhalten von Ihrer Pflegekasse einen Betrag in Höhe von monatlich 689€ für die pflegerische Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes oder der Betreuung in einer Tages- oder Nachtpflegeeinrichtung.

Pflegesachleistungen bei Pflegegrad 3

Wurde dem Pflegebedürftigen der Pflegegrad 3 zugesprochen, übernehmen die Pflegekassen die Kosten für den ambulanten Pflegedienst, sowie die stundenweise Unterbringung in einer Tages- oder Nachtpflegeeinrichtungen in Höhe von 1.298€ pro Monat.

Pflegesachleistungen bei Pflegegrad 4

Bei zugesprochenem Pflegegrad 4 kommen die Pflegekassen monatlich für die Kosten des ambulanten Pflegedienstes oder der Tages- oder Nachtpflegeeinrichtung in Höhe von 1.612€ auf.

Pflegesachleistungen bei Pflegegrad 5

Für die professionelle Pflege eines ambulanten Pflegedienstes oder die Unterbringung in einer Tages- oder Nachtpflegeeinrichtung, bei anerkanntem Pflegegrad 5, übernehmen die Pflegekassen die Kosten in Höhe von 1.995€ pro Monat.

Pflegesachleistungen für Sie im Überblick

Wichtig:
Ab dem 01.01.2022 werden die Pflegesachleistungen um 5 Prozent erhöht.

Pflegegrad Pflegesachleistung pro Monat
Pflegegrad 1 --
Pflegegrad 2 689 €
Pflegegrad 3 1.298 €
Pflegegrad 4 1.612 €
Pflegegrad 5 1.995 €

Pflegesachleistungen und Pflegegeld

Pflegebedürftige Personen bekommen von den gesetzlichen, sowie von den privaten Pflegekassen verschiedene Formen der Unterstützung angeboten, um möglichst lange im eigenen zu Hause bleiben zu können.

  • Pflegegeld erhalten pflegebedürftige Menschen, je nach Pflegegrad, wenn die Pflege und die Betreuung im häuslichen Umfeld von einem Angehörigen übernommen wird. Hierzu gehörigen unter anderem Freunde, Nachbarn oder Verwandte. Das Pflegegeld ist vorgesehen zur Entlohnung dieses pflegenden Angehörigen.
  • Pflegesachleistungen umfassen die Tätigkeiten eines professionellen ambulanten Pflegedienstes, der die Pflege und Betreuung im eigenen zu Hause durchführt. Die Pflegesachleistungen werden also genutzt, um die Kosten des Pflegedienstes zu decken.
  • Kombinationsleistungen werden ebenfalls angeboten. Hier werden die Tätigkeiten eines ambulanten Pflegedienstes mit denen der privaten Pflegeperson kombiniert. In der Regel werden die Kombinationsleistungen in Anspruch genommen, wenn die privaten Angehörigen nicht den gesamten Umfang der häuslichen Pflege übernehmen können oder möchten. Der Pflegedienst tritt zu Abrechnungszwecken selbst mit der Pflegekasse in Verbindung. Der übrige Betrag wird dann als Pflegegeld an die pflegebedürftige Person oder die bevollmächtigte Pflegeperson ausgezahlt. Wird die Kombination aus Pflegegeld und Pflegesachleistungen in Anspruch genommen, besteht außerdem die Möglichkeit den Anspruch um weitere 480€ pro Jahr zu ergänzen. Monatlich können Pflegehilfsmittel im Wert von bis 40€ beansprucht werden. Die Pflegehilfsmittel erleichtern den pflegerischen Alltag und schützen pflegebedürftige Personen, sowie die pflegenden Angehörigen und Besucher vor Ansteckung.

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Nicht verbrauchte Pflegesachleistungen nutzen

Der pflegebedürftigen Person steht, je Höhe des Pflegegrades, ein fester Betrag für die Nutzung eines Pflegedienstes, der sogenannten Pflegesachleistung, zur Verfügung. Wird dieser Betrag nicht oder nur anteilig ausgeschöpft, können Kosten bis zu 40% des zustehenden Betrages für anerkannte Unterstützungsleistungen aufgewendet werden. Dieser Betreuungs- und Entlastungsbetrag entlastet die pflegebedürftige Person, sowie die Angehörigen bei der Alltagsgestaltung oder der Hauswirtschaft.

Termine zum Beratungseinsatz bei Pflegesachleistungen

Pflegebedürftige, die ausschließlich Pflegegeld beziehen, müssen in den Pflegegraden 2 und 3 zweimal jährlich sowie in den Pflegegraden 4 und 5 vierteljährlich einen so genannten „Beratungseinsatz“ durch einen qualifizierten Berater in Anspruch nehmen. Das Ziel ist, die Qualität in der häuslichen Pflege sicherzustellen. Der Berater begleitet die Pflege, bietet Verbesserungsvorschläge bei der individuellen Pflege an sowie im Umgang mit den Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln. Werden Pflegesachleistungen in Anspruch genommen, haben pflegebedürftige Personen den Pflegedienst ohnehin im Haus. Die Pflegekassen bieten auch in diesem Fall Unterstützung durch Pflegeberater an. Die Kosten für diese Beratungseinsätze übernehmen die Pflegekassen. Sprechen Sie vorab mit Ihrer Pflegekasse.