Einkaufen ist oft mehr als nur das Besorgen von Lebensmitteln. Es bietet nicht nur einen willkommenen Grund, um regelmäßig das Haus zu verlassen und mit Nachbarn ins Gespräch zu kommen, sondern stellt auch ein Stück Teilhabe am gesellschaftlichen Leben dar. Für viele Senioren wird das Erledigen der Einkäufe mit zunehmenden Alter jedoch immer mehr zur Herausforderung. Unterstützung bieten hier Einkaufshilfen. Wir erklären, welche Arten von Dienstleistungen es auf dem Gebiet gibt und welche Angebote von der Pflegekasse übernommen werden können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Einkaufshilfe begleitet Senioren zum Einkaufen oder besorgt selbstständig Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs einer vorgegebenen Einkaufsliste
  • Auch Lieferdienste und Hilfsmittel wie Trolleys werden als Einkaufshilfe bezeichnet
  • Ab Pflegegrad 1 können die Kosten von der Pflegekasse durch den Entlastungsbetrag erstattet werden

Einkaufshilfe für Senioren: Was ist das?

Eine Einkaufshilfe ist eine Dienstleistung, die Senioren bei der Erledigung des Einkaufs unterstützt. Das reicht vom Begleiten in den Supermarkt und Tragen der Einkaufstüten bis zum selbstständigen Abarbeiten eines vorbereiteten Einkaufszettels. Besonders wenn Angehörige weit entfernt wohnen oder zu wenig Zeit haben, um ihre Eltern oder Großeltern bei Besorgungen begleiten zu können, kann eine Einkaufshilfe oder ein Einkaufsservice eine hervorragende Alternative sein.

Gut zu wissen!

Im Zuge der Corona-Pandemie organisieren viele Städte und Gemeinden eine ehrenamtliche Einkaufshilfe für Senioren und Risikogruppen.

Persönliche Einkaufshilfen stehen in diesen drei Varianten zur Wahl:

1. Begleitende Einkaufshilfe

Wer beim Wocheneinkauf oder kleineren Besorgungen unterstützt werden möchte, kann eine begleitende Einkaufshilfe in Anspruch nehmen. Hierbei erledigt eine Begleitperson gemeinsam mit den Senioren den Einkauf und kann beim Abarbeiten der Einkaufsliste und beim Tragen der Einkaufstaschen behilflich sein und außerdem Gesellschaft leisten. So wird nicht nur die Eigenständigkeit gefördert, sondern es entsteht in der Regel noch ein nettes Gespräch.

Vorteile:

  • Senioren erhalten Unterstützung in ihrer Selbstständigkeit und Mobilität
  • Lebensmittel können direkt vor Ort ausgewählt und überprüft werden
  • Begleitperson vermittelt Sicherheit und leistet Gesellschaft

Nachteile:

  • Bei sehr beschränkter Mobilität nicht geeignet

2. Vertretende Einkaufshilfe

Ist jemand aufgrund des Alters oder einer Erkrankung nicht mehr in der Lage, selbst einkaufen zu gehen, bietet sich eine vertretende Einkaufshilfe an. Die Einkaufsvertretung erhält vom Kunden das nötige Geld und eine Liste aller gewünschten Produkte, die von ihr selbstständig besorgt und anschließend dem Kunden nach Hause gebracht werden. Besonders während der Corona-Pandemie versuchen viele Senioren, den Gang in den Supermarkt zu vermeiden, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren und bevorzugen aus diesem Grund eine Einkaufsvertretung.

Vorteile:

  • Auch geeignet für Senioren mit einer stark eingeschränkten Mobilität
  • Einkaufende Person kann sich vor Ort von Qualität der Lebensmittel überzeugen

Nachteile:

  • Genaue Absprachen bezüglich der gewünschten Produkte notwendig
  • Soziale Interaktion beim Einkaufen entfällt
  • Einkäufe können ausschließlich mit Bargeld bezahlt werden

Gut zu wissen!

Einige Supermärkte bieten auch einen sogenannten Abholservice an: Der Kunde kann online von Zuhause aus die Lebensmittel im Shop des Anbieters bestellen und anschließend den zusammengestellten Einkauf selbst abholen oder von der Einkaufsvertretung abholen lassen.

3. Lieferdienst

Die dritte Möglichkeit ist der Lieferdienst. Dieser Service wird vor allem in Großstädten und Ballungsräumen angeboten. Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs können, wie bei normalen Online-Bestellungen auch, über die Website eines Supermarktes ausgewählt und bestellt werden. Die Lieferzeit kann in der Regel frei gewählt werden und umfasst meistens die regulären Ladenöffnungszeiten. Auch Lieferungen am selben Tag sind möglich. Besonders in Zeiten mit einem hohen Bestellaufkommen können die Termine jedoch schnell vergriffen sein. Supermärkte (wie beispielsweise REWE) bieten spezielle Schnupper-Angebote an, bei denen die Liefergebühren für die Erstbestellung entfallen. Auch Online-Händler wie Amazon und HelloFresh bieten inzwischen ein breites Angebot an Lebensmitteln an, die nach Hause geliefert werden können. Hinweis: Wer Lebensmittel und andere Produkte online kauft und liefern lässt, zahlt im Schnitt 17 % mehr als im Geschäft vor Ort. Zudem sind Bestellungen häufig an einen Mindestbestellwert gebunden.

Vorteile:

  • Kunde erhält direkt Informationen über die Produkte und die verfügbaren Mengen
  • Auch als Ergänzung zum eigenen Einkaufen nutzbar, um schwere Produkte nicht selbst tragen zu müssen

Nachteile:

  • Lieferservice ist in ländlichen Regionen oft nicht verfügbar
  • Produktpalette ist gegenüber dem Angebot vor Ort eingeschränkt

Nützliche Hilfsmittel für selbstständiges Einkaufen

Unter der Bezeichnung „Einkaufshilfe“ versteht man auch hilfreiche Utensilien, die das selbstständige Einkaufen nicht nur für ältere Menschen erleichtern können.

1. Trolley

Der Einkaufstrolley ist eine beliebte Einkaufshilfe für Senioren, wird aber zunehmend auch von jüngeren Generationen genutzt, um Einkäufe ohne Auto nach Hause zu transportieren. Die Form des Trolleys erinnert an einen Rollkoffer, jedoch sind die Räder deutlich größer und das Befüllen ist bequem von oben möglich. Durch ein Fassungsvolumen von 30 bis 80 Litern bieten die mobilen Einkaufshilfen genügend Platz für den ganzen Einkauf. Preiswerte Modelle sind bereits ab 20 € zu haben.

  • TIPP

Wer auf seinem Weg vom Supermarkt in die Wohnung Treppen steigen muss, sollte beim Kauf darauf achten, dass der Trolley an jeder Seite drei Räder besitzt. So können auch Stufen problemlos und ohne Schleppen passiert werden. Ein Gestell aus Aluminium ist außerdem sinnvoll, da er Handwagen dann ein geringes Eigengewicht mitbringt.

2. Einkaufs-Apps

Die Zutatenlisten von Lebensmitteln und Pflegeprodukten lassen sich oft nur schwer im Kleingedruckten auf den Verpackungen entziffern. Macht es eine Erkrankung oder bevorzugte Lebensweise notwendig, auf gewisse Inhaltsstoffe zu verzichten, können sogenannte Produktscanner-Apps helfen, die passenden Artikel zu finden. So werden dem Kunden durch das Scannen des Barcodes nützliche Informationen zu Schadstoffen in Kosmetika und Nährwerten in Lebensmitteln oder auch Weinempfehlungen auf dem Handy angezeigt.

Was kostet eine Einkaufshilfe?

Mit welchen Kosten für eine Einkaufshilfe zu rechnen ist, hängt maßgeblich von der Art der Hilfe und dem jeweiligen Anbieter ab.

Ehrenamtliche Einkaufshilfen

Um besonders Senioren vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen, habe viele Städten und Gemeinen und auch Pflegedienstleister in den vergangenen Monaten ihr Angebot an ehrenamtlichen Einkaufshilfen ausgebaut. Dabei handelt es sich um Freiwillige, die Lebensmittel, Pflegeprodukte oder auch Medikamente für die Kunden besorgen und ihnen nach Hause liefern. Der Service ist für den Kunden oft kostenlos oder gegen eine geringe Benzinpauschale nutzbar.

Alltagsbegleitung und Haushaltshilfen

Besonders für Personen, die über einen Pflegegrad verfügen, kann eine Alltagsbegleitung, auch Betreuungsassistenz genannt, oder eine Haushaltshilfe sinnvoll sein. In beiden Fällen ist das selbstständige Einkaufen oder die Begleitung während des Einkaufens Teil des Aufgabenbereiches. Diese Unterstützung wird sowohl von Privatpersonen, als auch von professionellen Dienstleistern angeboten und kostet ca. 15 – 25 € pro Stunde.
Ab dem Pflegegrad 2 können die Einkaufshilfe Kosten auch durch die Verhinderungspflege der Pflegekasse gedeckt werden. Die Kosten für eine Haushaltshilfe können aber auch von der Krankenkasse übernommen werden. Voraussetzung hierfür ist die medizinische Notwendigkeit, die vom Haus- oder einen Facharzt bestätigt werden muss.

Über den sogenannten Entlastungsbetrag können Kosten von Alltagsbegleitungen in Höhe von 125 € monatlich von der Pflegeversicherung erstattet werden. Anspruch darauf habe alle Personen, die einen Pflegegrad haben, unabhängig davon, welcher es ist. Wichtig ist hierbei, dass der Anbieter der Leitung von der Pflegekasse anerkannt sein muss.

  • TIPP

Abtretungserklärung: Da der bürokratische Aufwand gerade Senioren schnell über den Kopf wachsen kann, besteht die Möglichkeit, dass der Pflegedienstleister die Abrechnung direkt mit der Pflegekasse durchführt. Mit der schriftlichen Abtretungserklärung erklärt der Kunde, dass die Kosten für Einkaufshilfe und Co. bis zu der Höhe des Entlastungsbetrags vom Dienstleister in Rechnung gestellt werden dürfen.

Lieferservice der Supermärkte

Die Kosten für den Lieferservice von Supermärkten und Onlineshops unterscheiden sich stark. Je nach Größe und Gewicht des Einkaufs, bevorzugter Liefertermin sowie Mindestbestellwert können die Preise für die Lieferung von 0 bis 10 € variieren.

Einkaufshilfe für Senioren: So finden Sie die passende

Um das passende Unterstützung für sich oder Angehörige zu finden, sollte die individuelle Situation des Kunden berücksichtigt werden. Die folgenden Fragen können bei der Entscheidung für die richtige Einkaufshilfe wichtig sein:

    • Wie mobil ist der Kunde?
    • Wird die Einkaufshilfe regelmäßig und langfristig benötigt oder nur für einen bestimmten Zeitraum?
    • Wird neben der Einkaufshilfe auch noch weitere Unterstützung im Haushalt oder im Alltag benötigt?
    • Ist der Anbieter von der Pflegekasse anerkannt oder müssen die Kosten selbst getragen werden?

Gut zu wissen!

Einkaufshilfen oder auch Begleitdienste werden häufig von Privatpersonen angeboten. Diese lassen sich über Zeitungsanzeigen, Online-Plattformen oder auch Wohlfahrtsorganisationen finden.

FAQ - Häufige Fragen zum Thema Einkaufshilfe