Parkinson, auch Parkinson-Krankheit, Parkinson-Syndrom oder Morbus Parkinson genannt, ist eine neurologische Krankheit, die von einem langsam fortschreitenden Verlust von Nervenzellen geprägt ist. Bei Parkinson handelt es sich um die zweithäufigste neurodegenerative Krankheit. Alleine in Deutschland gibt es zwischen 300.000 und 400.000 Parkinson-Patienten.

Wir verraten Ihnen, wie sich das Parkinson-Syndrom äußert und welche Behandlungsoptionen Ihnen zur Verfügung stehen. Zudem erklären wir, welchen Stellenwert die Parkinson-Anzeichen in der Pflege haben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Parkinson gehen Dopamin produzierende Nervenzellen zugrunde.
  • Leitsymptome von Parkinson sind Bewegungsarmut, Zittern, Muskelsteifheit und Geh- sowie Haltungsstörungen.
  • Noch immer sind keine eindeutigen und einheitlichen Ursachen bekannt.
  • Die Parkinson-Erkrankung kann mit Medikamenten behandelt, aber nicht geheilt werden.
  • In der Pflege fällt nicht selten die Parkinson-Demenz auf.

Definition – Was ist Parkinson?

Parkinson ist eine neurologische Krankheit, die ein Absterben der Dopamin produzierenden Nervenzellen zur Folge hat. Daraus entsteht ein Mangel an Dopamin im gesamten Körper, worauf sich die Leitsymptome von Parkinson, nämlich Bewegungsarmut (Akinese), Muskelzittern (Tremor), Muskelstarre (Rigor) und posturale Instabilität, zurückführen lassen.

Bei den meisten Patienten kündigt sich Parkinson zwischen dem 40. und dem 65. Lebensjahr an. In diesem Zeitraum zeigen sich erste Symptome. Sogenannte Früherkennungsmerkmale deuten oft schon Jahre im Voraus auf eine bevorstehende Parkinson-Erkrankung hin. Morbus Parkinson bricht bei den meisten Menschen zwischen dem 50. und dem 79. Lebensjahr aus. Parkinson ist nicht nur in Deutschland weit verbreitet, weltweit leiden Patienten unter den Folgen der Erkrankung. Auch hier kann beobachtet werden, dass es viele Menschen trifft, die das 60. Lebensjahr überschritten haben. Schätzungen zufolge leidet etwa 1 Prozent der Weltbevölkerung über 60 an Parkinson.

Gut zu wissen!

Viele Parkinson-Patienten haben früher oder später Anrecht auf einen Pflegegrad. Wir raten dazu, falls nicht schon geschehen, einen Pflegegrad zu beantragen. Ist der Pflegegrad einmal erteilt, haben Betroffene Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Dafür sind 40 Euro pro Monat vorgesehen.

Was ist Parkinson einfach erklärt?

Eine Parkinson-Definition ist für Betroffene oder Angehörige nicht immer leicht zu verstehen. Lassen Sie uns den Sachverhalt gemeinsam einfach zusammenfassen. Bei Parkinson handelt es sich um eine neurologische Erkrankung. Verantwortlich dafür sind Veränderungen in einer speziellen Gehirnregion. Eine dunkle Einfärbung ist für das entsprechende Gehirnareal typisch. Parkinson-Patienten hingegen weisen dort, wo es eigentlich schwarz sein sollte, eine ausgeblichene Färbung auf. Rund 400.000 Zellen sind in der Gehirnregion beheimatet. Sie alle färben sich nach der Geburt dunkel ein. Durch einen normalen Alterungsprozess sterben rund 2400 Zellen jährlich ab. Bei Parkinson-Patienten kann beobachtet werden, dass dieser Prozess deutlich schneller abläuft. Die Zellen haben die Aufgabe, den Botenstoff Dopamin zu produzieren. Gehen sie zugrunde, liegt nicht ausreichend Dopamin vor, dadurch verschlechtert sich die Beweglichkeit und geistige Symptome treten auf.

Gut zu wissen!

Wissenschaftliche Untersuchungen haben den Schluss nahegelegt, dass über 60 % der entsprechenden Zellen in dem Gehirnareal Substantia nigra absterben müssen, bevor die klassischen Parkinson-Symptome auftreten.

Parkinson-Formen im Überblick

Wenn von Parkinson gesprochen wird, ist damit in der Regel nicht eine spezifische Krankheit gemeint. Parkinson beschreibt vielmehr eine heterogene Gruppe an Nervenerkrankungen, die zwar dieselben Symptome haben, aber oftmals unterschiedliche Auslöser und Abweichungen im Krankheitsverlauf aufweisen. Mediziner unterteilen Parkinson dementsprechend in vier Untergruppen.

1. Idiopathische Parkinson-Syndrome

Idiopathische Parkinson-Syndrome, oftmals mit IPS abgekürzt, stellen die häufigste Form der Parkinson-Erkrankung dar. Sie betreffen rund 75% aller Parkinson-Kranken. Im weiteren Verlauf dieses Artikels ist im Zweifelsfall immer genau diese Form von Parkinson gemeint. Die meisten anderen Ausprägungen sind entweder extrem selten oder treten in Kombination mit einer anderen Krankheit auf. Bei einem idiopathischen Parkinson-Syndrom sind weder Ursachen noch Auslöser erkennbar.

2. Familiäre Parkinson-Syndrome

Familiäre Parkinson-Syndrome haben anders als idiopathische Parkinson-Syndrome eine klare Ursache: Sie sind genetisch bedingt. Diese vererbbaren Formen von Parkinson sind sehr selten und werden normalerweise nach dem jeweiligen Genort benannt, beispielsweise “PARK1”.

3. Symptomatische Parkinson-Syndrome bzw. sekundäre Parkinson-Syndrome

Symptomatische Parkinson-Syndrome, oftmals auch als sekundäre Parkinson-Syndrome bezeichnet, haben einen klaren Auslöser. Die Symptome von Parkinson fungieren hier nur als Nebenwirkung. Bei dieser Form werden wiederum verschiedene Unterformen voneinander unterschieden.

Dazu zählen:

  • Durch Medikamente induziertes Parkinson-Syndrom, kann mitunter auch durch den Missbrauch von Amphetaminen ausgelöst worden sein
  • Vaskuläres Parkinson-Syndrom
  • Posttraumatisches Parkinson-Syndrom
  • Toxininduziertes Parkinson-Syndrom, z. B. durch eine Kohlenmonoxidvergiftung oder Mangan ausgelöst
  • Entzündliches Parkinson-Syndrom, möglicherweise auch bei diffusen durch Erreger bedingte Gehirnerkrankungen
  • Metabolisches Parkinson-Syndrom, wie es etwa bei Morbus Wilson auftritt

4. Atypisches Parkinson

Atypische Parkinson-Syndrome, mitunter auch Parkinson Plus genannt, bezeichnen Parkinson-Syndrome, die im Rahmen anderer neurodegenerativer Erkrankungen auftreten. Mediziner stellen hierbei fest, dass nicht nur die sogenannte Substantia nigra betroffen ist, sondern auch andere Teile des Gehirns. Dadurch können sich weitere Symptome hinzugesellen.

Folgende Erkrankungen fallen in diese Gruppe:

  • Multisystematrophie
  • Progressive supranukleäre Blickparese
  • Kortikobasale Degeneration
  • Lewy-Körperchen-Demenz

Gut zu wissen!

Von den klassischen Parkinson-Formen muss das Wolff-Parkinson-White-Syndrom abgegrenzt werden. Hierbei kommt es zu einer zusätzlichen Erregungsleitung, die das Herz betrifft. Zu den Symptomen gehören Herzrhythmusstörungen. Das Wolff-Parkinson-White-Syndrom besteht bereits ab der Geburt.

Wie äußert sich die Parkinson-Krankheit?

Parkinson zeichnet sich durch eine Reihe unterschiedlicher Symptome aus. Diese können zunächst in zwei Kategorien unterteilt werden. Dazu zählen frühe Morbus- Parkinson-Symptome und solche, die erst im Verlauf der Erkrankung auftreten.

Frühe Symptome

Häufig taucht die Frage auf: „Wie sind die ersten Anzeichen von Parkinson?“ Wie zuvor schon angedeutet, lässt sich Parkinson oft anhand einiger Symptome, die teilweise schon Jahre vorher auftreten, vorhersagen. Trotzdem kann es sein, dass die Krankheit lange unentdeckt bleibt, da die Beschwerden auch auf andere Erkrankungen hindeuten können.

Zu den Frühsymptomen gehören:

  • Störung des Geruchssinns
  • Störung des Traumschlafs durch atypische starke Bewegungen
  • Stimmungsschwankungen, erhöhte Reizbarkeit
  • Leichte Depressionen, Abgrenzung zu einer Altersdepression sollte gemacht werden
  • Verstopfung

Parkinson: Leitsymptome

Bei allen Parkinson-Formen können mehrere Leitsymptome, auch Kardinalsymptome genannt, ausgemacht werden. Zunächst lässt sich einheitlich feststellen, dass alle Patienten an Akinese leiden. Zusätzlich können andere Leitsymptome wie Tremor, Rigor oder eine posturale Instabilität auftreten. Lassen Sie uns gemeinsam die wichtigsten Leitsymptome näher betrachten.

1. Akinese (Bewegungsarmut)

Akinese wird auch als Bradykinese oder Hypokinese bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein zentrales Symptom, das bei jedem Parkinson-Patienten in Erscheinung tritt. Akinese geht mit einer allgemeinen Bewegungsarmut einher. Sie zeigt sich immer, wenn sich der Patient bewegt. Davon ist auch der Gesichtsausdruck, das Sprachvermögen, die Feinmotorik oder der Speichelfluss betroffen. Gleichzeitig erschwert sind die Bewegungen des Oberkörpers, des Rumpfes und das Gehen, ganz allgemein. Durch die Akinese wird das Gangbild entscheidend beeinträchtigt. Sie können bemerken, dass die Schritte kürzer werden – ein für Parkinson typischer, kleinschrittiger Gang zeichnet sich ab.

2. Tremor (Zittern)

Ein Tremor ist ebenfalls ein Leitsymptom von Parkinson. Der Tremor tritt durch eine wechselseitige Anspannung gegenwirkender Muskeln auf. Sichtbar wird dann das Zittern, das für Parkinson typisch ist. Dieser Tremor ist einseitig betont, nimmt bei Bewegung ab und ist eines der sichtbarsten Symptome bei Morbus Parkinson. Ein Tremor kommt vor allem bei idiopathischen Parkinson-Syndromen vor.

3. Rigor (Muskelsteifheit)

Rigor bezeichnet eine Muskelsteifheit, die aufgrund einer Steigerung des Muskeltonus auftritt. Verursacht wird sie durch eine unwillkürliche Anspannung der gesamten quergestreiften Muskulatur, was darüber hinaus zu Schmerzen an der betroffenen Stelle führen kann. Für andere ist der Rigor meist nur auf den zweiten Blick erkennbar. Er äußert sich in einer leichten Beugung des Rumpfes, des Ellenbogengelenks, des Nackens und der Knie.

4. Posturale Instabilität (Geh- und Haltungsstörungen)

Im Rahmen des Parkinson-Syndroms kann es zusätzlich zu einer verminderten Körper-Stabilität kommen. Gewisse reflexartige Ausgleichsbewegungen finden dann nicht mehr oder nur verzögert statt. Das kann für Patienten sehr belastend sein, da dadurch Unsicherheiten beim Stehen und Gehen in Erscheinung treten können. Liegt eine posturale Instabilität vor, sind Ängste häufig mit an Bord. Die Angst zu fallen, stellt eine zusätzliche, psychologische Hürde bei der Fortbewegung dar.

Begleitsymptome

Neben den Kardinalsymptomen kann es je nach Krankheitsverlauf zu vielen unterschiedlichen Begleitsymptomen kommen. Sie können sich je nach individuellem Krankheitsbild unterschiedlich stark, oder auch gar nicht, manifestieren.

Sensible Symptome

Hierbei handelt es sich um Symptome, die sich vor allem als Sensibilitätsstörungen und Beeinträchtigungen der Sinnesorgane bemerkbar machen.

Darunter fallen folgende Befindlichkeiten:

  • Missempfindungen, in der Fachsprache Dysästhesien genannt
  • Minderung oder komplettes Versagen des Geruchssinnes, in der Medizin als Hyposmie bezeichnet
  • Verschiedene Arten von Schmerzen

Vegetative Störungen

Im Zuge von Morbus Parkinson kann es zu zahlreichen vegetativen Störungen kommen. Diese Beschwerden können ebenfalls belastend für die Patienten sein, da sie die Lebensqualität teils stark beeinflussen.

Parkinson-Patienten berichten von folgenden vegetativen Störungen:

  • Gesteigerte Talgproduktion, daraus resultiert oft ein sogenanntes “Salbengesicht”
  • Blasenfunktionsstörungen
  • Temperaturregulationsstörungen
  • Sexuelle Dysfunktion
  • Bewegungsstörungen im Magen-Darm-Trakt
  • Kreislaufregulationsstörungen
  • Dysphagie, bzw. Schluckstörungen

Psychische Probleme

Parkinson verlangt dem Körper einiges ab. Dementsprechend können auch die Auswirkungen auf die Psyche einschneidend sein.

Die daraus entstehenden Symptome sehen folgendermaßen aus:

  • Allgemeine Niedergeschlagenheit, gedrückte Stimmung
  • Verlangsamung der Denkabläufe, eine sogenannte Bradyphrenie
  • Entfernungen und Geschwindigkeiten können nur schwer eingeschätzt werden
  • Sinnestäuschungen
  • Eine echte Demenz kann Teil des Krankheitsverlaufs sein und wird als Lewy-Körperchen-Demenz bezeichnet.

Wie stirbt man, wenn man Parkinson hat?

Viele Menschen stellen sich die Frage, woran ein Parkinson-Patient eigentlich stirbt. Die gute Nachricht ist, dass Betroffenen mit einer medikamentösen Therapie und engmaschigen ärztlichen Kontrollen gut geholfen werden kann. In der Regel sterben Menschen mit Parkinson nicht an der Erkrankung selbst. Demnach können andere Grunderkrankungen häufig als Todesursache ausgemacht werden.

Parkinson: Ursachen

Es existieren verschiedene Vermutungen, wenn es um die Ursache der Parkinson-Krankheit geht. Eine Kernursache, auf die jede Krankheit selbst zurückzuführen ist, gibt es nicht. Wissenschaftler konnten allerdings herausfinden, was sich auf verschiedenen Ebenen im Körper abspielt, wenn Parkinson vorliegt. Um die Hintergründe zu verstehen, müssen wir uns gemeinsam auf die verschiedenen Ebenen begeben.

Funktionelle Ebene

Auf funktioneller Ebene handelt es sich bei Parkinson um eine degenerative Erkrankung des extrapyramidalmotorischen Systems oder der Basalganglien. Im Zuge dessen sterben Nervenzellen ab. Konkret geht es um jene, die in der Pars compacta und der Substantia nigra beheimatet sind, beides sind Teile des Gehirns. Diese Nervenzellen produzieren den Botenstoff Dopamin und leiten es in den Rest des Körpers weiter. Erste Anzeichen von Morbus Parkinson machen sich erst bemerkbar, nachdem etwa 60 Prozent der dopaminergen Zellen abgestorben sind. Daraufhin kommt es zu einem Überschuss des Botenstoffes Glutamat. Das hat ein Ungleichgewicht der Basalganglien-Funktion zur Folge. Bedingt dadurch zeigen sich schließlich Bewegungsarmut, Muskelsteife und Zittern.

Zelluläre Ebene

Ein Blick auf die zelluläre Ebene zeigt, dass es sich bei dem Parkinson-Syndrom nicht um eine isolierte Krankheit handelt. Vielmehr herrscht eine heterogene Gruppe von Erkrankungen vor, die allesamt dieselben Symptome aufweisen. Aktuelle Forschungen beweisen, dass verschiedene zelluläre Mutationen oder Abweichungen bei Parkinson-Patienten vorliegen. So konnten Wissenschaftler feststellen, dass die Dopamin produzierenden Nervenzellen häufig defekte Kernkörperchen besitzen. Eine Vermutung ist, dass die strukturellen Veränderungen oxidativen Stress auslösen und so das Schicksal der Nervenzellen besiegeln. Nichtsdestotrotz fehlt nach wie vor ein Hinweis auf den eigentlichen Auslöser und die Forschung beschäftigt sich dementsprechend weiterhin intensiv mit dieser Frage.

Äußerliche Ebene

Auch externe Einflüsse müssen bei der Ursachenforschung in Betracht gezogen werden. Hier gibt es einige wichtige Erkenntnisse. Verschiedene Giftstoffe, sogenannte Neurotoxine, die die Substantia nigra schädigen, werden schon seit den 1980er Jahren als externe Auslöser verdächtigt. Solche Giftstoffe sind insbesondere in landwirtschaftlichen Spritzmitteln und Reinigungsstoffen zu finden.

Folgende Neurotoxine stehen im Verdacht:

  • Paraquat
  • Trichloräthylen
  • Perchloräthylen
  • Octenol
  • Rotenon
  • Lindan

Gut zu wissen!

Infektionen sowie Schädel-Hirn-Traumata können als zusätzliche externe Auslöser ausgemacht werden. Auch virale Erreger, die über den Magen und den Vagusnerv zu einer Erkrankung führen, haben bei betroffenen Patienten das Parkinson-Risiko erhöht.

Diagnose Parkinson

Um die korrekte Diagnose für eine Parkinson-Erkrankung stellen zu können, halten sich Mediziner in der Regel an die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Diese empfiehlt als Grundlage zunächst eine komplette klinisch-neurologische Untersuchung. Zusätzlich wird ein bildgebendes Verfahren angeraten. Hierfür stehen eine Kernspintomographie (MRT), eine Craniale Computertomographie (CCT) oder ein szintigrafisches Verfahren zur Verfügung. Darauf aufbauend können noch weitere Untersuchungen erfolgen:

  • L-Dopa-Test
  • Positronen-Emissions-Tomographie (PET)
  • Einzelphotonen-Emissions-Tomographie (SPECT)

Die Diagnostik dient dazu, festzustellen, welche Beschwerden (Parkinson-Tremor und Co.) bestehen. Zudem gelingt es damit, andere, in Betracht kommende, Erkrankungen auszuschließen.

Gut zu wissen!

Ein Parkinson-Test kann Aufschluss darüber geben, ob ein Parkinson-Spätstadium oder eine Persönlichkeitsveränderung bei Parkinson vorliegt.

Verlauf der Parkinson-Erkrankung

Wie eine Parkinson-Erkrankung verläuft, hängt stark davon ab, um welche Form es sich handelt und wann die Krankheit aufgedeckt wurde. In Anlehnung an die Beschwerden gibt es insgesamt acht Stadien.

Stadium Beschwerden
0 Keine
1 Geringe Beeinträchtigung, einseitiger Verlauf
1,5 Die Symptome sind an einer Körperseite ablesbar und richten sich axial aus
2 Die Beschwerden treten an beiden Körperhälften auf, allerdings ohne Gleichgewichtsstörung
2 Die Beschwerden treten an beiden Körperhälften auf, allerdings ohne Gleichgewichtsstörungen
3 Eine geringe ausgeprägte körperliche Behinderung liegt vor, ein eigenständiges Leben ist dennoch möglich
4 Deutliche Beschwerden, Stehen und Gehen sind möglich
5 Eine Pflegebedürftigkeit existiert, Patienten sind auf einen Rollstuhl angewiesen oder bettlägerig
Endstatium Patienten sind auf permanente Hilfe angewiesen

Parkinson: Therapie

Parkinson ist noch nicht heilbar. Auch der Parkinson-Verlauf kann nicht gänzlich gestoppt werden. Es gibt jedoch zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten und Therapieformen. Sie werden eingesetzt, um den Verlauf positiv zu beeinflussen und die Lebensqualität zu steigern.

Medikamentöse Behandlung

Die Behandlung mit Medikamenten erfolgt hauptsächlich durch dopaminerge Arzneimittel. Sie sollen den Dopaminhaushalt ausgleichen, die Dopaminproduktion ankurbeln oder das fehlende Dopamin ersetzen. Um dies zu bewerkstelligen, gibt es eine Vielzahl von Wirkstoffen. Unerwünschte Begleiterscheinung bei der Anwendung können nicht ausgeschlossen werden.

Folgende Wirkstoffe sind besonders populär in der Parkinson-Behandlung:

  • L-Dopa-Präparate
  • Dopaminagonisten
  • COMT-Hemmer

Behandlung von Parkinson im fortgeschrittenen Stadium

Mit Voranschreiten der Parkinson-Krankheit werden auch die Symptome immer ausgeprägter. Aus diesem Grund ist eine stetige Anpassung der Medikamente notwendig. Das gestaltet sich nicht immer einfach. Schließlich nehmen Parkinson-Patienten, insbesondere im fortgeschrittenen Stadium, viele Medikamente ein. Erschwerend kommt hinzu, dass die Magenfunktion eingeschränkt sein kann. Tabletten werden somit nicht richtig verdaut und wirken zeitverzögert oder kaum. Lebt ein Patient bereits länger mit der Erkrankung, können folgende Behandlungsoptionen in Betracht kommen:

  • Apomorphin-Therapie
  • Kontinuierliche L-Dopa-Therapie
  • Tiefe Hirnstimulation

Gut zu wissen!

Ihr Mediziner entwickelt einen Behandlungsplan, der auf Ihre Bedürfnisse und Ihren Gesundheitszustand zugeschnitten ist.

Experimentelle Therapien

Die Gentherapie und die Behandlung mit Stammzellen zählen zu den experimentellen Therapieansätzen. Mittels der Gentherapie wird versucht, die Dopaminproduktion in den Basalganglien wieder zu steigern. Das soll eine Linderung der motorischen Symptome hervorrufen. In Studien wurden bereits erste positive Effekte beobachtet.5 Bei der Stammzellbehandlung sollen reprogammierte Stammzellen abgestorbene Dopamin produzierende Nervenzellen ersetzen. Auch hier gibt es bereits spannende Erkenntnisse. Noch muss jedoch Forschung betrieben werden, um marktreife Behandlungsoptionen zur Verfügung stellen zu können.

Komplementäre Behandlungsmöglichkeiten

Ein positiver Einfluss auf die Parkinson-Krankheit ist durch verschiedene komplementäre Behandlungen möglich. Das wichtigste Element ist hierbei regelmäßige Bewegung. Patienten sollte ein Bewegungsprogramm zur Verfügung gestellt werden, dass bereits im frühen Stadium ansetzt. Später bietet sich eine Physiotherapie an, die speziell für Parkinson-Kranke ausgelegt ist. Darüber hinaus ist eine begleitende, sprachtherapeutische Behandlung empfehlenswert. Nicht zuletzt kann auch die Ergotherapie einen wichtigen Beitrag leisten.

Alternativmedizinische Behandlungen

Parkinson-Patienten können von alternativmedizinischen Behandlungen profitieren. Darunter fallen verschiedene Entspannungsübungen, Meditation und Bewegungstechniken wie Qigong, Yoga oder Taijiquan. Außerdem sind Massagen und Akupunktur weit verbreitet, ebenso wie diverse Nahrungsergänzungsmittel. Bei keiner dieser Therapieformen konnte eine Wirksamkeit nachhaltig festgestellt werden. Allerdings können sie durchaus das Wohlbefinden stärken und so eine Therapie indirekt unterstützen.

Gut zu wissen!

Wenn Sie zusätzliche Präparate einnehmen möchten, sollten Sie dies zuvor unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen. Parkinson-Medikamente können in Kombination mit anderen Substanzen gefährliche Nebenwirkungen hervorrufen.

Parkinson kann gut behandelt werden

Parkinson ist eine Diagnose, die weitreichende Folgen für die Betroffenen haben kann. Bis zum heutigen Zeitpunkt konnte weder eine genaue Ursache eruiert noch ein Heilmittel gefunden werden. Trotz alledem gibt es zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten und viele davon sind nicht nur erprobt, sondern auch sehr ausgereift. Das gilt beispielsweise für eine Therapie mit L-Dopa. Parkinson-Kranke sollten also in keinem Fall vor dem Kampf gegen die Nervenkrankheit zurückschrecken. Ganz im Gegenteil, bei rechtzeitiger Erkenntnis, regelmäßigen Arztbesuchen und einer strikten Einnahme der Medikamente, können die Symptome des Parkinson-Syndroms für eine sehr lange Zeit stark verbessert werden. Auch eine komplette Unterdrückung ist möglich. Wenn bei Ihnen Parkinson erst spät entdeckt wurde, gibt es trotzdem zahlreiche Therapieformen, um die Lebensqualität zu steigern.

Wie lange kann man mit Parkinson leben?

Die Parkinson-Lebenserwartung hängt davon ab, welche Form vorliegt. Allgemein unterscheidet sich die Lebenserwartung aber kaum von der, die bei der übrigen Gesellschaft vorherrscht. Das ist unter anderem einer gezielten Behandlung mit Medikamenten zu verdanken.

Parkinson in der Pflege

Wenn Sie Parkinson haben, sind Sie nicht automatisch pflegebedürftig. In frühen Stadien kann es sein, dass Sie entweder kaum oder gar nicht auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Ob Sie zukünftig im Alltag unterstützt werden müssen, hängt unter anderem davon ab, um welche Parkinson-Form es sich handelt. Die Pflege leistet einen wichtigen Beitrag mit Blick auf die Versorgung Parkinson-Erkrankter. Je nach Stadium kann Hilfe bei der Essensaufnahme, Haushaltsführung oder Körperpflege nötig sein. Die Einhaltung des Medikamentenplanes kann ebenfalls durch die Unterstützung von Pflegekräften umgesetzt werden. Parkinson-Patienten werden sowohl in der ambulanten Pflege als auch im stationären Bereich durch entsprechend geschultes Personal betreut.

Gut zu wissen!

Etwa 40 % aller Parkinson-Erkrankten entwickeln mit der Zeit eine Parkinson- Demenz. Das Leitsymptom ist nicht Vergesslichkeit. Vielmehr zeigen sich andere kognitive Auffälligkeiten wie eine Aufmerksamkeitsstörung.

Parkinson: Prävention

Noch ist zu wenig darüber bekannt, was Parkinson auslöst. Aus diesem Grund gibt es keine gezielte Strategie, mit der Prävention betrieben werden kann. Eine gesunde Lebensweise, die eine nährstoffreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung einschließt, ist generell empfehlenswert, wenn es um die Gesundheit geht. Da bestimmte Neurotoxine im Verdacht stehen, Parkinson zu begünstigen, sollte der Kontakt bestenfalls vermieden werden. Wissenschaftler nehmen an, dass Parkinson vererbbar sein könnte. Zumindest kann nicht ausgeschlossen werden, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen. Aus diesem Grund sollten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden, um Rückschlüsse auf den allgemeinen Gesundheitszustand ziehen zu können.

Gut zu wissen!

Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt ab dem 35. Lebensjahr alle 3 Jahre einen Gesundheits-Check-up. Während der ärztlichen Untersuchungen können womöglich bereits frühe Anzeichen auffallen. Daher unser Rat: Nehmen Sie die Vorsorgeuntersuchung regelmäßig wahr.

FAQ - Häufige Fragen zu Parkinson