Die Palliativpflege begleitet Patienten in ihrer letzten Lebensphase. Ein würdevolles Leben und bestmögliche Lebensqualität, das erreicht die Palliativpflege in Zusammenarbeit mit der Palliativmedizin. Das Versorgungskonzept ist keineswegs neu, denn die Wurzeln der palliativen Pflege gehen einige Jahrhunderte zurück. Mittlerweile begleitet die Palliativpflege weltweit Menschen auf dem letzten Abschnitt ihres Lebenswegs. Wir verraten Ihnen heute, wo Palliativpflege stattfindet und was bei der häuslichen Palliativpflege besonders wichtig ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Palliativpflege rückt Menschen, die sich in der letzten Lebensphase befinden, in den Vordergrund.
  • Sterbende können Palliativpflege im Altenheim bzw. Pflegeheim, im Hospiz oder ambulant im häuslichen Umfeld in Anspruch nehmen.
  • Die Palliativpflege hat das Ziel, Symptome zu reduzieren und die Lebensqualität zu erhöhen.
  • Für die Kostenübernahme ist die Krankenkasse zuständig, eine Verordnung übernimmt der Mediziner im Krankenhaus oder der Hausarzt.
  • Angehörige erhalten bei der häuslichen Palliativpflege Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst, einen ambulanten Hospizdienst oder ein Palliative-Care-Team.

Was ist Palliativpflege?

Bestimmt sind auch Sie bereits mit dem Begriff „Palliativpflege“ in Berührung gekommen. Doch was bedeutet Palliativpflege eigentlich und wie sieht Palliativpflege in Deutschland aus?

Wie wird Palliativpflege nach WHO definiert?

Die Weltgesundheitsorganisation, kurz WHO, hat sich mit dem Begriff Palliativpflege intensiv beschäftigt.

Folgende Definition von Palliativpflege nach WHO existiert:

„Palliativmedizin/ Palliative Care ist ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, welche mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen. Dies geschieht durch Vorbeugen und Lindern von Leiden durch frühzeitige Erkennung, sorgfältige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen Problemen körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.“

Doch Vorsicht: Die Weltgesundheitsorganisation definiert damit ausschließlich den Oberbegriff „Palliative Care“. Unter diesem Oberbegriff fassen Experten nochmals andere Begrifflichkeiten zusammen, so zum Beispiel die palliative Pflege.

Wie sieht eine umfassende Palliativpflege-Definition aus?

Die Palliativpflege widmet sich insbesondere pflegerischen Maßnahmen, um Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu unterstützen. Eine Definition könnte demnach folgendermaßen aussehen:

“Palliativpflege ist der Bereich der Pflege, der sich mit der ganzheitlichen Verbesserung der Lebensqualität von Pflegebedürftigen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen oder terminalen Erkrankungen, sowie deren Angehöriger beschäftigt.”

Wo kann ich Palliativpflege in Anspruch nehmen?

Im letzten Lebensabschnitt ist es besonders wichtig, dass sich Betroffene gut aufgehoben fühlen, denn das steigert die Lebensqualität.

Wo findet Palliativpflege statt?

Das Konzept der Palliativpflege ist breit aufgestellt, denn jeder Mensch hat zum Ende seines Lebens hin unterschiedliche Bedürfnisse und Wünsche. Selbstverständlich betrifft das auch den Pflegeort. Während manche Menschen sich besser in einem Pflegeheim aufgehoben fühlen, möchten andere die ihnen verbleibende Zeit lieber im häuslichen Pflege verbringen. Die Palliativpflege passt sich mit verschiedenen Versorgungskonzepten an die Vorstellungen der Betroffenen und deren Angehörigen an.

Hier findet Palliativpflege statt:

Gut zu wissen!

In welchem Umfang ein Pflegeheim das Konzept der Palliativpflege zur Verfügung stellen kann, ist sehr unterschiedlich. Dabei kommt es auf die Ansichten der Heimleitung und der Trägerschaft an. Hier gibt es aber einen positiven Trend, denn immer mehr Pflegeheime und Altenheime arbeiten konkrete Leitfaden zur Betreuung und Pflege von sterbenden Menschen aus.

Was ist außerklinische bzw. häusliche Palliativpflege?

Übernehmen Angehörige die Palliativpflege, entsprechen sie damit häufig dem Wunsch des Pflegebedürftigen. Mit der sogenannten häuslichen Palliativpflege verbleiben Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt im vertrauten Umfeld. Das gibt ihnen häufig ein Gefühl von Sicherheit und innerem Frieden. Als Angehöriger erhalten Sie beispielsweise durch ambulante Pflegedienste oder die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) Unterstützung bei der Palliativpflege.

Was ist der Unterschied zwischen Hospiz und Palliativ?

Mit einem Hospiz müssen Sie sich nicht zwischen der ambulanten Palliativpflege und der Standard Palliativpflege bzw. stationären Palliativpflege entscheiden. Ein Hospiz schlägt gewissermaßen einen Mittelweg zwischen den zwei Versorgungsformen ein. Als Herberge für Sterbende schafft es eine Atmosphäre, die nicht an ein Krankenhaus erinnert, sondern an die häusliche Umgebung. Zwar gibt es eine pflegerische Ausstattung, notwendige medizinische Gerätschaften und ein medizinisches Team, die Optik der Räume ist aber sehr wohnlich. In einem Hospiz kümmert sich ein interdisziplinäres Team um Ihren Angehörigen. Pflegekräfte, Mediziner, Psychologen, Sozialarbeiter, Physiotherapeuten und Psychotherapeuten sowie ehrenamtliche Mitarbeiter sind an der Behandlung beteiligt.

Wichtig: Ausgewählte Hospize geben Ihnen sogar die Möglichkeit, Ihren Angehörigen tagsüber betreuen zu lassen, nachts verbleibt er aber in der gewohnten, häuslichen Umgebung.

Wie funktioniert Palliativpflege zu Hause?

Wie viel Pflege jemand zum Ende seines Lebens hin benötigt, ist sehr unterschiedlich. Die Palliativpflege passt sich mit verschiedenen Versorgungskonzepten an den individuellen Pflegebedarf an. Doch wie genau klappt das im häuslichen Umfeld?

Wer pflegt bei häuslicher Palliativpflege?

Sie haben sich für eine Palliativpflege zu Hause entschieden? Dann erfahren Sie im Rahmen der Palliativpflege für Kinder oder Erwachsene tatkräftige Unterstützung. Eine 24 Stunden Palliativpflege zu Hause oder eine stundenweise Betreuung sind dadurch möglich.

Folgende Konzepte unterstützen Sie bei der ambulanten Palliativpflege:

1. Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)

Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung stellt ärztliche und pflegerische Maßnahmen zur Verfügung. Im Jahr 2007 eingeführt, soll das Konzept sowohl die Lebensqualität als auch die Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen erhalten und fördern. Die SAPV erfolgt im häuslichen Umfeld oder in stationären Pflegeeinrichtungen. Ausgebildete Fachkräfte haben die Aufgabe, Leiden und Symptome zu verringern und die Lebensqualität zu erhöhen.

2. Palliative-Care-Teams

Schwerstkranke und Sterbende benötigen eine besondere Pflege, wenn sie in ihrem vertrauten Umfeld verbleiben möchten. Die ganzheitliche Versorgung können sogenannte Palliativ-Care-Teams übernehmen. Als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung organisieren sie die Arbeit der verschiedenen Berufsgruppen. Krankenschwestern, ehrenamtliche Helfer, Sozialarbeiter und natürlich Mediziner unterstützen die Palliative-Care-Teams.

3. Ambulante Pflegedienste

Mittlerweile gibt es ambulante Pflegedienste, die auch Palliativpflege anbieten. Sie beschäftigen ausgebildete Pflegekräfte, die die Zusatzausbildung „Palliative Care“ absolviert haben. Palliativ-Pflegekräfte haben ganz unterschiedliche Aufgaben in der ambulanten Palliativpflege. Sie kontrollieren beispielsweise die Schmerztherapie, führen Verbandswechsel durch, kümmern sich um ein Druckgeschwür (Dekubitus) oder die Versorgung des Portsystems. Ambulante Pflegedienste haben den Vorteil, dass sie viel Erfahrung im Umgang mit Patienten, Angehörigen und den vorherrschenden Sorgen haben. Deshalb stehen sie Sterbenden verständnisvoll zur Seite. In enger Zusammenarbeit mit den SAPV-Teams sind sie somit eine wertvolle Unterstützung.

4. Ambulante Hospizdienste

Ambulante Hospizdienste widmen sich besonderen Aufgaben. Sie kommen zu dem Patienten nach Hause und stehen ihm in psychosozialen und spirituellen Fragestellungen zur Seite. Sowohl Betroffene selbst als auch Angehörige stellen sich zum Lebensende viele Fragen und setzen sich mit ihrem Erleben und das, was danach kommen könnte, auseinander. Ambulante Hospizdienste sind dann ein wichtiger Ansprechpartner. Auch Alltägliches, wie Gespräche, die Erledigung von Haushaltstätigkeiten oder Spaziergänge fallen in das Aufgabengebiet von ambulanten Hospizdiensten. Das oberste Ziel ist, Betroffenen und Angehörigen dabei zu helfen, mit der belastenden Lebenssituation umzugehen. Wichtig: Die Mitarbeiter der ambulanten Hospizdienste erfüllen keine medizinischen oder pflegerischen Aufgaben.

Welche Ziele verfolgt Palliativpflege?

Palliative Pflege hat zum Ziel, den Lebensabend der Betroffenen und deren Familie so angenehm, wie es die Umstände zulassen, zu gestalten. Dementsprechend handelt es sich bei der Palliativpflege um einen strukturierten, bedürfnisorientierten Prozess, bei dem die subjektiven Wünsche der Betroffenen im Vordergrund stehen.

Ziele der Palliativpflege im Überblick:

  • Reduzierung von Schmerzen (in Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen)
  • pflegerische Unterstützung (Körperpflege, Mobilisation, Ernährung, Verbandswechsel und Co.)
  • Verbesserung des Wohlbefindens
  • spirituelle und psychosoziale Betreuung
  • Optimierung der Lebensqualität
  • gemeinsame Gestaltung des Lebensabends
  • Unterstützung bei der Verarbeitung der herausfordernden Situation

Welche Palliativpflege-Aufgaben gibt es?

Die Aufgaben in der Palliativpflege sind sehr vielfältig. Bei der Pflegeplanung in der Palliativpflege berücksichtigen Pflegekräfte vor allem Pflegetätigkeiten, die das Wohlbefinden stärken. So können Wickel und Auflagen in der Palliativpflege durchgeführt werden. Besonders wichtig ist auch die Symptomkontrolle in der Palliativpflege, damit Patienten im letzten Lebensabschnitt keine Schmerzen erleiden müssen.

Außerdem liegt das Augenmerk auf folgenden Palliativpflege-Maßnahmen:

  • Essen und Trinken: Ein trockener Mund, der zum Beispiel durch Mundatmung entsteht, kann die Lebensqualität verringern. Daher ist eine regelmäßige Flüssigkeitsgabe entscheidend. Für viele Patienten bedeutet die Nahrungsaufnahme ein Stück Lebensfreude – die Mitbestimmung der Speisenauswahl ist aus diesem Grund für viele Betroffene sehr wichtig.
  • Beseitigung von Verstopfung: Schwerstkranke Menschen liegen häufig viele Stunden am Tag im Bett. Durch die fehlende Bewegung und durch eine möglicherweise eingeschränkte Lebensmittelauswahl kann es zu Verstopfungen bei Palliativpatienten kommen. Sanfte Bauchmassagen werden dann als besonders wohltuend empfunden.
  • Lagerung und Mobilisation: Um Druckgeschwüren vorzubeugen (Dekubitusprophylaxe) und das Wohlbefinden zu stärken, eignen sich verschiedene Lagerungstechniken und Mobilisationsmaßnahmen. Welche davon zum Einsatz kommen, hängt davon ab, wie mobil der Patient ist. Mobilität kann übrigens Schmerzen lindern und das Atmen erleichtern.
  • Hautpflege: Schwerstkranke Patienten sind häufig nicht in der Lage, sich ausreichend um die Hautpflege zu kümmern. Das größte Sinnesorgan des Menschen kann dann zu Juckreiz, Entzündungen oder wunden Stellen neigen. Mit Cremes, Salben und der Auswahl an atmungsaktiver Kleidung unterstützen Pflegepersonen die Hautpflege.
  • Körperpflege: Maßnahmen zur Körperpflege steigern das Wohlbefinden. Soweit es geht, sollte der Patient dabei mit einbezogen werden, denn das gibt ihm das Gefühl von Selbstbestimmtheit.

Gut zu wissen!

Die Palliativpflege bei Demenz ist eine besondere Herausforderung. Nicht zuletzt deshalb, weil Experten nicht genau wissen, wann der Sterbeprozess bei den Betroffenen einsetzt. Die Palliativpflege bei Menschen mit Demenz profitiert von Aufmerksamkeit, einem regelmäßigen Austausch mit Medizinern und insbesondere von Feingefühl.

Wer hat Anspruch auf Palliativpflege?

Der Gesetzgeber hat genau festgelegt, wann jemand Anspruch auf Palliativpflege hat. Doch ab wann bekommt man Palliativpflege und wer ist der richtige Ansprechpartner?

Wann ist jemand Palliativ?

Wer Palliativpatient ist, der besitzt eine unheilbare, voranschreitende Erkrankung. Zu Fallbeispielen in der Palliativpflege zählen beispielsweise Menschen mit Krebs, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Demenz oder Parkinson. Therapien zur Ausheilung der Erkrankung stehen nicht mehr zur Verfügung und die Lebenserwartung des Patienten ist begrenzt. Die Palliativpflege und die Palliativmedizin widmen sich daher nicht der Therapie, sondern der Linderung der Symptome und der Steigerung der Lebensqualität.

Voraussetzungen für Palliativpflege im Überblick

Die Frage, ab wann Palliativpflege zur Anwendung kommt, beschäftigt viele Patienten und Angehörige.

Grundsätzlich erfüllen Patienten in der Palliativpflege folgende Voraussetzungen:

  • sie besitzen eine unheilbare Erkrankung
  • sie gelten somit als austherapiert
  • die Krankheit schreitet voran
  • sie weisen nur noch eine begrenzte Lebenszeit auf

Wer bezahlt die Palliativpflege zu Hause?

Die Pflege für Palliativpatienten ist vergleichsweise aufwendig. Glücklicherweise gibt es einen Kostenträger, der sich an den Kosten für die Palliativpflege zu Hause beteiligt.

Welche Kostenträger kommen für die Palliativpflege infrage?

Viele Angehörige möchten ihrem Liebsten eine Palliativpflege zu Hause ermöglichen. Die Kostenübernahme ist im § 37b SGB V gesetzlich geregelt. Demnach übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine spezialisierte Palliativversorgung, sofern der Patient eine unheilbare, fortschreitende oder weit fortgeschrittene Erkrankung und eine begrenzte Lebenserwartung besitzt. Damit die Krankenversicherung Ihres Angehörigen erkennt, dass ein Bedarf vorliegt, muss ein Hausarzt oder Mediziner im Krankenhaus die Leistung verordnen. Erst nach Genehmigung der Krankenkasse können Sie Ihren Anspruch in die Tat umsetzen.

Was kostet Palliativpflege?

Die Kosten für Palliativpflege können unterschiedlich hoch ausfallen und hängen stark von der individuellen Situation des Patienten ab. Grundsätzlich sind die Beratung sowie Unterstützungsangebote und alle Arten von ehrenamtlichen Hilfeleistungen kostenlos. Darüber hinaus übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die palliativmedizinische Versorgung durch ärztliches Fachpersonal, in den meisten Fällen Hausärzte, aber auch durch Schmerztherapeuten oder spezielle Palliativmediziner. Außerdem werden die häusliche Palliativpflege und eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung, kurz SAPV, übernommen, wenn die Bedingungen dafür erfüllt sind. Die Kostenübernahme beruht auf dem fünften Sozialgesetzbuch, kurz SGB V, und ist auf keine Wohnform beschränkt. Hat ein Patient einen anerkannten Pflegegrad, von Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 bis Pflegegrad 5, dann kommen, laut elftem Sozialgesetzbuch, kurz SGB XI, zusätzlich Leistungen durch die Pflegeversicherung, genauer gesagt die Pflegekasse, hinzu. Damit müssen sich weder Patienten noch Angehörige Sorgen um die Kosten für die ambulante Palliativpflege machen.

Gut zu wissen!

Kostenerstattungsansprüche können noch bis zu 12 Monate nach dem Tod angefragt werden.

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Wie lange findet Palliativpflege statt?

Wie lange dauert Palliativpflege? Die Antwort auf diese Frage überrascht, denn eine frühzeitig begonnene palliative Versorgung kann viele Monate bis hin zu einigen Jahren andauern. Eine Palliativpflege muss daher nicht zwangsläufig auf wenige Tage oder Wochen begrenzt sein. Wie lange die Palliativpflege zu Hause durchgeführt wird, hängt auch von den verschiedenen Dimensionen der Palliativpflege ab. Hier erfüllen Pflegekräfte und Mediziner die unterschiedlichen Bedürfnisse der Palliativpatienten.

1. Körperliche Dimension

Die erste Dimension der Palliativpflege setzt sich mit den körperlichen Symptomen von Patienten auseinander. Zunächst analysieren Mediziner, welche Symptome vorliegen. Dabei gilt es genau herauszufinden, wo Schmerzen auftreten und welche Ursachen sie haben. Darauf aufbauend wird ein Therapieplan aufgestellt, bei dem nicht die Heilung im Vordergrund steht, sondern die Linderung der Beschwerden. Im besten Fall können so alle Schmerzen beseitigt werden. Darüber hinaus überprüfen Mediziner und Pflegekräfte wiederholt, wie sich die Schmerzen entwickeln, ob neue hinzukommen und inwiefern die Therapie erweitert oder abgeändert werden muss.

2. Psychische Dimension

Der nächste Punkt, an dem Behandler ansetzen, ist die psychische Dimension des Betroffenen. Die Umstände, die eine Palliativpflege nötig werden lassen, sind oft schwer zu bewältigen und Patienten kämpfen häufig mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Gefühlen, wie Trauer, Wut, Angst und Hoffnungslosigkeit. Deshalb geht es bei dieser Dimension darum, den betroffenen Personen beizustehen, Trost zu spenden und eventuell auch mit psychologischer Hilfe zu arbeiten. Ganz wichtig ist es an dieser Stelle, auch den Betroffenen ihren Freiraum zu lassen. Die zuvor erwähnte Gefühlslage ist nichts, das sich über Nacht verbessern lässt und oftmals erfordert es viele kleine Schritte.

3. Soziale Dimension

Sterben oder die Aussicht zu sterben ist bei den meisten Menschen kein Umstand, der nur sie alleine betrifft, sondern etwas, das immer auch das gesamte Umfeld der Patienten beeinträchtigt. Dabei geht es nicht nur um Angehörige, sondern auch um Freunde und Bekannte, weshalb sich in der Palliativpflege der Begriff der Zugehörigen etabliert hat. Besagte Personen sollen deshalb, so weit wie möglich, mit eingebunden werden, um ein Miteinander zu fördern. Palliativpatienten und Angehörige fühlen sich so bestenfalls gut in der Situation aufgehoben und nicht alleine.

4. Spirituelle Dimension

Die letzte Dimension, die in der Palliativpflege behandelt wird, ist die spirituelle Dimension. Wird der Tod zu einer konkreten Realität, die voraussichtlich bald und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten wird, stellen sich viele Patienten existentielle Fragen. Themen, die in diesem Rahmen behandelt werden, können vielfältig sein, oftmals geht es jedoch um den Sinn des Lebens oder das Leben nach dem Tod. Pflegende Personen suchen hier in der Regel das Gespräch und versuchen so dem Palliativpatienten bei der Sinnfindung zur Seite zu stehen.

Gibt es eine Palliativpflege-Weiterbildung?

Das Arbeiten in der Palliativpflege stellt für einige Pflegekräfte einen zentralen Berufswunsch dar. Tatsächlich gibt es viele Stellenangebote in der Palliativpflege und die ehrenamtliche Palliativpflege ist ebenfalls möglich. Die Weiterbildung zur Fachkraft Palliativpflege ermöglicht es Beschäftigten, Menschen im letzten Lebensabschnitt eine professionelle Pflege zukommen zu lassen. Über offene Stellen in der Palliativpflege und über Ausbildungsmöglichkeiten in der Palliativpflege informiert die Bundesagentur für Arbeit.

Tipps für den Palliativ-Pflegealltag

Angehörige, die sich in der häuslichen Palliativpflege engagieren, stoßen auf viele Herausforderungen. Vor allem die emotionale Komponente kann für Angehörige sehr belastend sein. Wir verraten Ihnen Tipps für den Palliativ-Pflegealltag.

Welche Palliativpflege zu Hause Erfahrungen gibt es?

In Selbsthilfegruppen oder in Online-Netzwerken tauschen sich pflegende Angehörige, auch zum Thema Palliativpflege, aus. Betroffene berichten von der emotionalen Belastung im Pflegealltag, aber auch von der Dankbarkeit, die ihnen die Pflegebedürftigen entgegenbringen. Ein solcher Austausch kann für Pflegepersonen sehr wichtig sein, denn so können beispielsweise Tipps oder Informationen zu Behandlungsansätzen vermittelt werden. Dazu zählen beispielsweise Hinweise zur Aromatherapie in der Palliativpflege, die Schmerzen und Übelkeit verringern kann. Neben der Aromapflege in der Palliativpflege empfinden Patienten laut Erfahrungsberichten auch sanfte Berührungen als wohltuend. Eine Handmassage bei Demenz und in der Palliativpflege scheint besonders beliebt zu sein.

Gibt es eine Angehörigenbetreuung in der Palliativpflege?

Palliativpflege betrifft nicht nur den Patienten selbst, sondern auch pflegende Angehörige. Die Aufgaben der Palliativpflege sind derart vielfältig, dass private Pflegepersonen an ihre Grenzen kommen können. Unterstützung erhalten Angehörige beispielsweise durch einen ambulanten Hospizdienst, ein Palliative-Care-Team oder einen Pflegedienst.

Hier bekommen Sie als pflegender Angehöriger Informationen:

  1. Das Thema Palliativpflege ist für Sie neu? Pflegestützpunkte bieten eine Pflegeberatung an. Sanubi hat Ihnen alle Pflegestützpunkte mit Kontaktdaten aufgelistet.
  2. Sie wünschen sich professionelle Unterstützung bei der Betreuung? Ein ambulanter Hospizdienst kann Sie beispielsweise durch Trauerarbeit (für Ihren Angehörigen und Sie selbst) unterstützen. Der Hospizdienst ermöglicht auch Nachtwachen und Sterbebegleitung. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin stellt Ihnen Adressen von ambulanten Hospizen zur Verfügung.
  3. Sie wünschen sich mehr Informationsmaterial rund um das Thema Palliativpflege? Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin stellt Ihnen Broschüren hierfür bereit. Auch die gemeinnützige GmbH beta Institut bietet einen kostenlosen und umfangreichen Palliativ-Ratgeber an.

Gut zu wissen!

Achten Sie bei Ihrem pflegerischen Engagement auch auf Ihre persönlichen Ressourcen. Fühlen Sie sich nicht verpflichtet, die Palliativpflege zu übernehmen und holen Sie sich, vor allem wenn Sie sich überlastet fühlen, Unterstützung. Für die Kostenübernahme sorgt die Krankenkasse Ihres Angehörigen.

Welche Pflegehilfsmittel erleichtern die Palliativpflege?

Die Palliativpflege kann mit vielen verschiedenen Pflegemaßnahmen in Zusammenhang stehen. Pflegehilfsmittel nehmen daher eine wichtige Rolle bei der Palliativpflege ein. Der Gesetzgeber unterscheidet technische und zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel voneinander. Während technische Pflegehilfsmittel wie ein Pflegebett von der Krankenkasse übernommen werden, erhalten alle Menschen mit einem Pflegegrad ein Budget von 40 Euro pro Monat für die Anschaffung von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch. Dazu zählen beispielsweise Mundschutzmasken, Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe und Bettschutzeinlagen. Mit der cleveren Sanubi-Pflegebox erhalten Sie die Pflegehilfsmittel direkt zu Ihnen nach Hause – auf Wunsch übernehmen wir alle erforderlichen Formalitäten mit Ihrer Pflegekasse.

FAQ - Häufige Fragen zur Palliativpflege