Alltagsbegleiter

alltagsbegleiter

Eine umfassende Pflege beinhaltet zahlreiche Aufgaben und Pflegeleistungen. In vielen Fällen, insbesondere wenn ein Pflegefall vorliegt, der mit einem hohen Zeitaufwand seitens der Pflegenden verbunden ist, reicht eine einzelne Person nicht aus, um die ganze Betreuung zu bewältigen. Vor allem in der häuslichen Pflege benötigen pflegende Angehörige oder unter Umständen auch Pflegefachkräfte in derartigen Situationen Unterstützung. Eine solche Unterstützung kommt immer häufiger in Form eines Alltagsbegleiters, auch Betreuungsassistent oder zusätzliche Betreuungskraft bzw. Präsenzkraft genannt, vor. Alltagsbegleiter unterstützen die regulären Pflegepersonen, die für die Grundpflege und Behandlungspflege zuständig sind, indem sie gewisse Tätigkeiten, die in keinen der eben genannten Bereiche fallen, gemeinsam mit den Pflegebedürftigen ausüben. Dabei können sie in vielen Bereichen zum Einsatz kommen und mitunter eine große Stütze im Pflegealltag darstellen. Sanubi erklärt Ihnen in diesem Artikel alles Wichtige zu den Alltagsbegleitern, inklusive deren Aufgaben, die richtige Auswahl und einer dazugehörigen Kostenübersicht.

Was ist ein(e) Alltagsbegleiter(in)?

Der Beruf des Alltagsbegleiters, mitunter auch unter der Bezeichnung Betreuungsassistent bekannt, ist relativ neu, hat sich aber vor allem in den letzten Jahren immer weiter etabliert. Dies hat verschiedene Gründe, einer der wichtigsten ist aber der zunehmende Personalmangel im Pflegebereich. Dieser führt dazu, dass sich Pflegefachkräfte wesentlich weniger Zeit nehmen können als früher, weshalb manche Hilfestellungen schlichtweg nicht mehr erbracht werden können. Dasselbe gilt auch für pflegende Angehörige, die finanzielle Belastung bzw. die Kosten für den Lebensunterhalt steigen, Familien werden kleiner, weswegen man die Verantwortung oft alleine schultern muss und darüber hinaus ist man womöglich selbst berufstätig und muss sich außerdem um Haushalt und Kinder kümmern. Ein Alltagsbegleiter kann dabei helfen diese Belastung zu verringern, was genau das bedeutet, entnehmen Sie der folgenden Definition:

Ein Alltagsbegleiter oder eine Alltagsbegleiterin, mitunter auch Betreuungsassistent(in) genannt, hilft pflegebedürftigen Personen bei der Bewältigung des Alltags und spezialisiert sich dabei auf genau die Dinge, die nicht in den Bereich der klassischen Pflege fallen. Hilfe geleistet wird in diesem Rahmen vor allem bei Tätigkeiten, wie dem Einkaufen, Arztbesuchen, Begleitung zum Friedhof oder Spaziergängen.

Zum Einsatz kann ein Alltagsbegleiter sowohl in der ambulanten Pflege, als auch in der stationären Pflege, also einer Pflegeeinrichtung, genauer gesagt in einer stationären Pflegeeinrichtung, kommen. Der Anspruch auf eine Alltagsbegleitung in der stationären Pflege, wie beispielsweise in einem Pflegeheim, Altenheim, einer Seniorenresidenz oder im betreuten Wohnen, ist in §43b im elften Sozialgesetzbuch, kurz SGB XI, geregelt. Ein weiterer wichtiger Punkt, den man beachten sollte, ist, dass es sich bei der Bezeichnung Alltagsbegleiter nicht um einen fest definierten Begriff handelt. In der Praxis wird dementsprechend auch von einer stundenweisen Seniorenbetreuung, einem Besuchsdienst oder Begleitdienst oder wie schon mehrfach erwähnt von einer Betreuungsassistenz gesprochen.

Alltagsbegleiter: Die Aufgaben

Alltagsbegleiter sind keine herkömmlichen Pflegekräfte, was bedeutet, dass Sie nicht bei der Mobilität, Körperpflege oder beim Ankleiden helfen und auch nicht für die rechtzeitige Einnahme von Medizin zuständig sind. Stattdessen verbringen die Alltagsbegleiter den Tag mit den Pflegebedürftigen und geben Ihnen so Sicherheit und Selbstvertrauen bei Tätigkeiten, die für jene Menschen, die keiner Pflege bedürfen, ganz normal erscheinen. Unter anderem folgende Aufgaben übernehmen Alltagsbegleiter in der Praxis:

  • Tägliche Gespräche führen
  • Arbeiten im Garten, soweit es den Pflegebedürftigen möglich ist
  • Backen
  • Kochen
  • Gemeinsames Kreuzworträtseln
  • Verschiedene Spiele, insbesondere Brettspiele oder Kartenspiele
  • Handarbeit aller Art, wie Malen oder Basteln
  • Handwerkliche Tätigkeiten, soweit es der gesundheitliche Zustand zulässt
  • Gartenarbeit
  • Ausflüge, wie Museumsbesuche oder leichte Wanderungen
  • Sport, Senioren-Sport und andere Bewegungsübungen
  • Kirchgänge und Besuche von Gottesdiensten
  • Friedhofsbesuche
  • Gemeinsames Lesen, falls nötig auch Vorlesen
  • Besuch von sportlichen Veranstaltungen
  • Musik hören oder musizieren
  • Tanzen
  • Briefe schreiben, verfassen von E-Mails
  • Zusammen im Internet surfen
  • Gemeinsames Fernsehen
  • Einkaufen und Besorgungen aller Art

Worauf sollte man bei der Wahl einer Alltagsbegleiterin achten?

Wie im vorangegangenen Abschnitt klar geworden ist, verbringt eine Alltagsbegleiterin sehr viel Zeit mit der pflegebedürftigen Person. In diesem Sinne ist es umso wichtiger, dass man bei der Wahl eines Alltagsbegleiters auf einige, essentielle Dinge achtet, schließlich wünscht man sich, dass die betroffene Person nicht nur in guten Händen ist, sondern auch dass es menschlich zwischen beiden Parteien gut passt. Sanubi hat für Sie einige wertvolle Hinweise ausgearbeitet:

● Planen Sie den Pflegealltag

Überlegen Sie sich genau wo, wann und bei welchen Tätigkeiten Sie die Leistung eines Alltagsbegleiters benötigen. So können Sie schon im Voraus genau planen, wie die Verstärkung aussehen muss und man kann dies entsprechend schon während der Auswahl der Alltagsbegleiterin kommunizieren.

● Qualifikationen

Selbstverständlich benötigen Alltagsbegleiter auch bestimmte Qualifikationen, um sich überhaupt als solche bezeichnen zu dürfen. Nichtsdestotrotz sei vorweg gesagt, dass diese wesentlich weniger umfangreich ausfallen müssen, als es bei Pflegehelfern und examinierten Altenpflegern bzw. Krankenpflegern oder Gesundheitspflegern der Fall ist. Dennoch ist eine Ausbildung im Umfang von 160 Stunden theoretischem Unterricht, sowie einem Berufspraktikum von mindestens 2 Wochen und 40 Stunden Hospitation einer entsprechenden stationären Einrichtung notwendig. Festgelegt ist diese Anforderung ebenfalls im elften Sozialgesetzbuch, kurz SGB XI, und zwar in § 87b Abs. 3.

● Sympathie spielt eine enorme Rolle

Stellen Sie bei der Auswahl des Alltagsbegleiters sicher, dass sich der pflegebedürftige gut mit dem neuen Betreuungsassistenten versteht. Schließlich werden beide sehr viel Zeit miteinander verbringen, man muss sich also auf einer menschlichen Ebene gut leiden können. Eine zusätzlicher Schnittmenge in Form von gemeinsamen Interessen ist dabei ein großes Plus.

● Schrecken Sie nicht davor zurück eine unglückliche Wahl zu überdenken

Manchmal passt es einfach nicht und das ist nichts Schlimmes. So sehr man im Vorfeld bedacht ist die optimale Wahl zu treffen, in manchen Fällen klappt es schlicht und ergreifend nicht. Stellt man fest, dass der Alltagsbegleiter und der Pflegebedürftige nicht zueinander passen, sollte man am besten nicht davor zurückschrecken, noch einmal nach einer Alternative zu suchen. Auch wenn es kurzfristig etwas mehr Aufwand ist, so ist es langfristig das Beste für alle Beteiligten.

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Alltagsbegleiter: Kosten und gesetzlicher Finanzierung

Die Kosten für einen Alltagsbegleiter können stark variieren und hängen dabei insbesondere vom Zeitaufwand ab. Geht der Betreuungsassistent nur einmal die Woche mit dem Pflegebedürftigen spazieren, dann kostet das selbstverständlich weniger, als wenn der Alltagsbegleiter jeden Tag mehrere Stunden im Haus ist. Unter Umständen kann auch die Qualifikation eine Rolle spielen. Es gibt nämlich Alltagsbegleiter, die sich auf den Umgang mit Menschen, die an Demenz oder Alzheimer erkrankt sind, spezialisiert haben. Neben einer entsprechenden Ausbildung nehmen solche Spezialisten auch noch jährlich an Fortbildungen teil, um beim Thema Demenzkranke auf dem neuesten Stand zu bleiben. Alles in allem kann Sanubi Ihnen also keine genaue Angabe geben, darüber wie viel ein Alltagsbegleiter kostet, der auf Ihre individuelle Situation zugeschnitten ist. Unabhängig davon haben Sie seit dem Pflegestärkungsgesetz auch die Möglichkeit Alltagsbegleiter in der ambulanten Pflege einzusetzen und entsprechend mit der Pflegeversicherung, also der Pflegekasse, abzurechnen. Einerseits kann ein Alltagsbegleiter nämlich über den zweckgebundenen Entlastungsbetrag, in Höhe von 125 Euro, rückwirkend monatlich verrechnet werden. Anspruch auf diesen Entlastungsbetrag haben alle Pflegebedürftigen mit Pflegegrad, egal wie hoch dieser ist. Andererseits gibt es die Möglichkeit die Rechnungen für den Alltagsbegleiter als Verhinderungspflege bei der Kasse einzureichen. Jährlich haben Pflegebedürftige ab einem Pflegegrad von 2 Anspruch auf Verhinderungspflege in Höhe von 1.612 Euro und für maximal 6 Wochen.

Alltagsbegleiter können ein wichtiger Bestandteil der Pflege sein

Pflege ist anstrengend und braucht Zeit. Für manche ist das kein Problem und sie haben die notwendigen Kapazitäten, um sich Vollzeit nur um die Betreuung von Senioren, bzw. anderen pflegebedürftigen Menschen zu kümmern. In vielen Fällen geht das jedoch nicht. Das kann unterschiedliche Gründe haben, wie etwa die eigenen Kinder, die Haushaltsführung oder der Beruf. Dabei handelt es sich in vielen Fällen um Verpflichtungen, die unumgänglich sind, und dementsprechend quälen sich viele betreuende Angehörige in solchen Fällen mit dem eigenen Gewissen. Schließlich will man ja für die Pflegebedürftigen da sein, aber es geht einfach nicht. Beziehungsweise in der Zeit, in der man da sein kann, ist dann die eigentliche Pflege wichtiger, sei es nun Körperpflege, Mobilität oder An- und Auskleiden. In genau diesen Situationen können Alltagsbegleiter ein wichtiger Bestandteil der Pflege sein. Sie können die Dinge mit den Betroffenen machen, für die man selbst leider keine Zeit hat. Eine solche aktivierende Pflege hilft nicht nur dem Mensch mit Pflegebedürftigkeit, sondern entlastet auch die Angehörigen zeitlich, wie seelisch, und führt langfristig zu einem wesentlich unbeschwerterem Leben für alle Beteiligten.

Bei anerkanntem Pflegegrad, sowie einer zumindest teilweise stattfindenden Pflege zu Hause durch pflegende Angehörige, hat man Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, im Wert von 40 Euro monatlich.