Pflegegrad Begutachtung

Möchte man Leistungen, wie Pflegehilfsmittel, von der Pflegekasse erhalten, muss zuerst einmal die Pflegebedürftigkeit festgestellt werden. Hierzu muss bei der zuständigen Pflegekasse ein Pflegegrad beantragt werden. Danach folgt – in der Regel innerhalb von 2 Wochen – eine Pflegegrad Begutachtung von einem Mitarbeiter des MDK. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wie die Begutachtung abläuft und worauf Sie achten sollten.

Vor der Pflegegrad Begutachtung – Pflegegrad beantragen

Der Pflegegrad kann formlos bei der Pflegekasse gestellt werden. Dies kann sowohl schriftlich, wie auch telefonisch geschehen. Idealerweise bereiten Sie sich bereits vor der Antragstellung auf die Pflegegrad Begutachtung vor. Um einen reibungslosen Ablauf bei der Pflegegrad Begutachtung zu gewährleisten, empfehlen wir, ein Pflegetagebuch zu führen. Unser Pflegetagebuch, inkl. aller wichtigen Dokumente können Sie kostenlos herunterladen. Dieses ist speziell auf das NBA abgestimmt, wodurch es Ihnen möglich ist, den Gutachter des MDK bei der Pflegegrad Begutachtung zielgerichtet zu unterstützen.

Terminvereinbarung zur Pflegegrad Begutachtung

Sobald Ihr Antrag auf einen Pflegegrad bei der Kasse eingereicht wurde, meldet sich der Medizinische Dienst der Krankenversicherung bei Ihnen. Dies geschieht im Regelfall binnen 2 Wochen. Der entsprechende Gutachter vereinbart direkt einen Termin mit Ihnen um den Versicherten persönlich zu begutachten.
Der Termin ist wichtig, da der Gutachter hier festlegt, in welchen Pflegegrad der Versicherte eingestuft wird und welche Leistungen ihm somit zukünftig zur Verfügung stehen. Alle Informationen zu Ihren Ansprüchen können Sie in unseren Artikel zu den einzelnen Pflegegraden nachlesen: Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4, Pflegegrad 5.

Halten Sie daher zum Termin alle relevanten Unterlagen bereit. Diese dienen dazu, dass sich der MDK-Gutachter ein realistisches Bild machen kann und der Versicherte richtig eingestuft wird. Hierzu zählen:

  • Arztbriefe,
  • Diagnosen und das
  • Pflegetagebuch

Die Begutachtung – Ablauf und Datenerfassung

Der Termin findet bei Ihnen zuhause statt und dauert normalerweise zwischen 30 und 90 Minuten. Das ist nicht sehr viel Zeit um eine Situation zu erfassen und ein reales Bild zu bekommen.
Als erstes erfasst der MDK-Gutachter die Krankengeschichte des Versicherten um zu ermitteln, wie der Hilfebedarf entstanden ist und ob und wie der Versicherte aktuell noch behandelt wird. Zusätzlich wird auch aufgenommen, ob und in welcher Dosierung Medikament genommen werden. Schließlich werden noch die persönlichen Daten, wie Alter, Gewicht, Größe etc. aufgenommen. Sind alle Daten erfasst, steht die persönliche Situation des Begutachteten im Mittelpunkt.

Abfrage der persönlichen Situation bei der Pflegegrad Begutachtung

Hier kommt Ihnen ein sorgfältiges ausgefülltes Pflegetagebuch zu Gute. Im nächsten Schritt versucht der MDK-Gutachter zu erfassen, wie der Alltag abläuft und bei welchen Tätigkeiten der Versicherte auf Hilfe angewiesen ist. Hierbei werden alle Bereiche des NBA (Neues Begutachtungsassessment) abgefragt. Das NBA ist seit 01.01.2017 in Kraft. Es fokussiert, mehr als bisher, die Selbstständigkeit des Betroffenen. Die persönliche Situation bei der Pflegegrad Begutachtung findet demnach in folgenden Bereichen statt:

Mobilität

Hier versucht der Gutachter festzustellen, in wie weit es noch möglich einen Ortswechsel durchzuführen. Im pflegerischen Sinne kann der Ortswechsel ein Positionswechsel im Bett, das Sitzen oder das Aufstehen sein. Auch die Fähigkeit, selbstständig Treppen zu steigen wird hier geprüft bzw. abgefragt.

Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Kann sich der Betroffene noch örtlich und zeitlich orientieren? Kann der Haushalt selbstständig geführt werden? Können selbstständig Entscheidungen des Alltags getroffen werden? All diese Fragen versucht der Gutachter hier im Rahmen der Pflegegrad Begutachtung zu beantworten und zu bewerten.

Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

Hier wird geprüft, wie der Versicherte sich gegenüber anderen Personen verhält. Vor allem soll festgestellt werden, ob ein auffälliges, aggressives Verhalten oder Wahnvorstellungen vorliegen.

Selbstversorgung – Einflussreichster Punkt bei der Pflegegrad Begutachtung

Der Punkt der Selbstversorgung hat den größten Einfluss (40 %) auf die Erteilung eines Pflegegrades. Hier wird geprüft, inwiefern der Betroffene in der Lage ist die eigene Körperpflege, das An- und Auskleiden, sowie die Nahrungszubereitung und -einnahme selbstständig durchzuführen. Auch eine mögliche Inkontinenz wird in diesem Bereich abgefragt.

Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Belastungen

Hier möchte der MDK-Gutachter in Erfahrung bringen, ob Medikamente selbstständig eingenommen werden und / oder Arztbesuche selbstständig wahrgenommen werden können.

Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakt

Hier steht die Frage im Mittelpunkt, ob die Pflegebedürftige Person angemessene Ruhe- und Schlafzeiten hat, Tätigkeiten und Planungen ordentlich durchgeführt werden können und ob die Interaktion mit anderen Menschen funktioniert.

Pflegegrad 1-5 NBA

 

Was kommt nach der Pflegegrad Begutachtung?

Nach der Pflegegrad Begutachtung bekommt man in der Regel innerhalb von 2 Wochen einen Bescheid der Pflegekasse. Die Rückmeldung beinhaltet das Ergebnis der Untersuchung und die Information, ob ein Pflegegrad vergeben wird und falls ja, welcher Pflegegrad das sein wird.

Wird der Pflegegrad erteilt, haben Sie Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Wert von bis zu 40 Euro / Monat. Diese Leistung erhalten Sie nicht automatisch – sie muss beantragt werden. Sanubi übernimmt hierbei gerne alle Formalitäten mit der Kasse und liefert die gewünschten Pflegehilfsmittel – jeden Monat – kostenlos und bequem zu Ihnen nach Hause.

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