Pflegebedürftigkeit

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Pflegebedürftigkeit ist ein wichtiger Begriff, der in vielen Bereichen der Pflege relevant ist und nicht umsonst häufig verwendet wird. Schließlich ist es elementar zu bestimmen, wann ein Mensch Pflegeleistungen nötig hat und wann er noch gut alleine zurecht kommt. Selbstverständlich ist das oft ein fließender Prozess, nichtsdestotrotz ist gerade im Pflegerecht ein adäquater Pflegebedürftigkeitsbegriff essentiell. Insbesondere in Zeiten des demographischen Wandels ist dieser extrem wichtig. In Deutschland gibt es mittlerweile nämlich ungefähr 3 Millionen Menschen, die durch einen Pflegegrad als pflegebedürftig eingestuft worden sind. Sanubi erklärt im folgenden Artikel alles Wichtige, das man über Pflegebedürftigkeit wissen muss, inklusive einer passenden Definition, rechtlicher Ansprüche und Bedingungen, sowie einer konkreten Auflistung möglicher Leistungen.

Pflegebedürftigkeit: Definition

Um sich dem Begriff der Pflegebedürftigkeit anzunähern, eignet sich die Definition aus dem elften Sozialgesetzbuch, kurz SGB XI, am besten. Diese kann §14 entnommen werden und lautet wie folgt:

Pflegebedürftig im Sinne dieses Buches sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können.¹

Darüber hinaus wird dann noch angefügt, dass die beschriebene Pflegebedürftigkeit mindestens 6 Monate lang bestehen bleiben muss. Die Schwere der Beeinträchtigungen wird dann in §15, SGB XI, definiert.

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Pflegebedürftigkeit: Rechtliche Rahmenbedingungen

Nachdem klargestellt wurde wie genau Pflegebedürftigkeit definiert wird, sollen als nächstes die rechtlichen Rahmenbedingungen erläutert werden, die sich daraus ergeben. Im folgenden Absatz soll dementsprechend zunächst erklärt werden wie die Pflegebedürftigkeit rechtlich festgestellt wird, was genau die, damit zusammenhängenden, Pflegegrad sind und abschließend zeigt ein kurzer Rückblick noch die Veränderungen seit der letzten großen Pflegereform auf.

Feststellung der Pflegebedürftigkeit

Wird eine Pflegebedürftigkeit vermutet gilt es zunächst festzustellen ob diese auch wirklich vorliegt. Aus diesem Grund gibt es das sogenannte “Neue Begutachtungsassessment”, kurz NBA. Es dient dazu eine Pflegebedürftigkeit festzustellen und gleichzeitig deren Schwere zu erfassen. Besagtes Begutachtungssystem besteht aus 6 verschiedenen Modulen, die der Reihe nach die körperlichen und geistigen Fähigkeiten der betroffenen Personen beurteilen. Am Ende ergibt sich eine bestimmte Anzahl von Punkten, zwischen 0 und 100. Je nachdem wie hoch diese Punktzahl ausfällt wird dann der entsprechende Pflegegrad erteilt.

Pflegegrade

Erteilt wird dann ein der Pflegebedürftigkeit entsprechender Pflegegrad. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Pflegegrade, die sich folgendermaßen unterscheiden lassen:

  • Pflegegrad 1: Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 3: Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 4: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 5: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Pflegereform 2017

Vor dem 01. Januar 2017 waren die Kriterien für die Anerkennung der Pflegebedürftigkeit noch etwas anders. Während beim “Neuen Begutachtungsassessment”, also dem NBA, die Selbstständigkeit der pflegebedürftigen Person im Mittelpunkt steht, wurde früher hauptsächlich der zeitliche Aufwand, den die Pflege einer betroffenen Person in Anspruch genommen hat, gemessen. Das Resultat war, dass Menschen mit körperlichen Einschränkungen besser eingeschätzt werden konnten, was letzten Endes zur Pflegereform 2017 geführt hat, wo mit Hilfe des Pflegestärkungsgesetzes II, das bisherige System novelliert wurde. Aus den alten Pflegestufen, von Pflegestufe 0, Pflegestufe 1, Pflegestufe 2 bis Pflegestufe 3, wurden die neuen Pflegegrade.

Ansprüche bei Pflegebedürftigkeit

Ist die Pflegebedürftigkeit offiziell festgestellt, hat der Pflegebedürftige durch seinen Pflegegrad Anspruch auf eine ganze Reihe von Leistungen, die grundsätzlich allesamt von der Pflegeversicherung, genauer gesagt der Pflegekasse erbracht werden. Die gesetzliche Pflegeversicherung und die gesetzliche Krankenversicherung, bzw. die Krankenkasse, gehören in der Regel zusammen, können aber anhand des Zuständigkeitsbereichs voneinander getrennt werden.

Pflegehilfsmittel

Die erste wichtige Leistung, auf die jeder Pflegebedürftige in Deutschland, der über einen Pflegegrad verfügt, Anspruch hat, sind Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Die einzige zusätzliche Bedingung zum Erhalt ist, dass man nicht nur, aber zumindest teilweise, von einem pflegenden Angehörigen im Rahmen der häuslichen Pflege, also der Pflege zu Hause, versorgt wird. In einem solchen Fall können die Pflegehilfsmittel gratis, monatlich im Wert von 40 Euro bezogen werden.

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Pflegegeld

Die nächste zentrale Leistung auf die Menschen mit anerkannter Pflegebedürftigkeit Anspruch haben ist das Pflegegeld. Pflegegeld kann ab Pflegegrad 2 beantragt werden und wird ausschließlich bei ambulanter Pflege ausbezahlt. Es dient dazu einen ambulanten Pflegedienst oder eventuelle andere Formen der häuslichen Pflege, wie etwa 24-Stunden-Pflege, beispielsweise durch polnische Pflegekräfte, zu finanzieren.

Pflegesachleistungen

Pflegesachleistungen werden ebenfalls ab Pflegegrad 2 genehmigt und dienen zur Finanzierung der verschiedenen Hilfsmittel die eine ambulante Pflegekraft für die Pflege bei Pflegebedürftigkeit verwendet.

Vollstationäre Pflege

Auch vollstationäre bzw. stationäre Pflege, genauer gesagt der Aufenthalt in einem Altenheim, Pflegeheim, Seniorenheim oder einer Seniorenresidenz, kann bei einer anerkannten Pflegebedürftigkeit, genauer gesagt ab Pflegegrad 2, subventioniert werden. Hier gilt es allerdings zu beachten, dass in diesem Rahmen nur die eigentlichen Pflegeleistungen abgerechnet werden können. Die sogenannten Hotelkosten, also der Aufwand für Kost und Logis, der in einer stationären Pflegeeinrichtung anfällt, wird nämlich nicht übernommen.

Sonstige Ansprüche

Darüber hinaus haben pflegebedürftige Personen noch ein Anrecht auf eine ganze Reihe von zusätzlichen Leistungen. Dazu gehören gewisse einmalige Zusatzleistungen, wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, die zum barrierefreien Wohnen notwendig sind, wie etwa der Einbau eines Treppenlifts oder die Gestaltung eines barrierefreien Badezimmers. Außerdem zählt auch die Übernahme von Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege zu den sonstigen Ansprüchen, genauso wie der Entlastungsbetrag, der bei allen Graden der Pflegebedürftigkeit ausbezahlt wird.

Pflegebedürftigkeit ist ein wichtiger Begriff

Pflegebedürftigkeit ist ein Begriff dessen Definition und Anwendung auf den ersten Blick auf der Hand liegt. Sieht man allerdings genauer hin, wird schnell klar, dass es wichtig ist genau festzulegen, wann eine Person als pflegebedürftig eingeschätzt werden kann und wann nicht. Gerade wenn es um die Verteilung von Pflegeleistungen geht, ist es wichtig sicherzustellen, dass alle Menschen gut versorgt werden. Dies kann nur geschehen wenn die Pflegebedürftigkeit klar definiert ist und gerecht attestiert werden kann. Maßgeblich dafür ist das “Neue Begutachtungsassessment”, das die Pflegebedürftigkeit fair erfasst und somit sicherstellt, dass die Pflegegrade bei der Pflegegrad Begutachtung korrekt erteilt werden.

Quellenverzeichnis

1. Elftes Sozialgesetzbuch, SGB XI, §40

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