MRSA

MRSA

MRSA, auch MRSA-Krankheit genannt, ist eine schwere Krankheit, die Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen aller Art vor große Probleme stellt. MRSA steht in diesem Zusammenhang als Abkürzung für “Methicillin-resistente Staphylococcus aureus”. Es handelt sich dabei um einen bakteriellen Erreger, der gegen verschiedene Antibiotika immun ist und gleichzeitig schlimme Infektionen verursachen kann. Vor allem für ältere Menschen und Kinder kann MRSA zu einer tödlichen Gefahr werden. Auch wenn die Keime gefährlich sind, so kann man doch mit den richtigen Maßnahmen das Risiko zu erkranken oder zum MRSA-Träger zu werden verringern. Was MRSA genau ist, wie die Symptome aussehen und was man tun kann, um eine Ansteckung zu verhindern, erklärt Ihnen Sanubi im folgenden Artikel.

Was ist MRSA?

Um sich dem Thema MRSA anzunähern sollte man zunächst einmal definieren was genau MRSA eigentlich ist. Aus diesem Grund hat Sanubi eine Definition für Sie vorbereitet:

MRSA, genauer gesagt Methicillin-resistente Staphylococcus aureus, ist ein bakterieller Erreger, der eine Mutation in ihrem Penicillin-Bindungsprotein II (PBP IIa) aufweist und somit gegen alle Beta-Lactam-Antibiotika, also Methicillin, Oxacillin, Flucloxacillin und andere sogenannte Staphylokokken-Antibiotika, resistent ist.

Darüber hinaus kann es vorkommen, dass besagte Staphylococcus aureus-Stämme noch gegen andere Wirkstoffe resistent sind, was dazu führt, dass sie noch schwerer behandelt werden können. Vor allem in der Intensivmedizin wird MRSA zu einem immer größeren Problem. In den Vereinigten Staaten erkranken über 50 % der Patienten an MRSA. In Frankreich und im Süden von Europa sind es mehr als 30 %, während in Deutschland die Inzidenz zwischen 15 und 20 % liegt. Hierbei können allerdings starke regionale Schwankungen beobachtet werden. In der stationären Pflege, also Altenheimen, Seniorenresidenzen, Pflegeheimen oder anderen Pflegeeinrichtungen liegt die Übertragungsrate bei etwa 2,5 %. Aber nicht nur im Krankenhaus oder im Seniorenheim besteht Ansteckungsgefahr, auch bei der Pflege zu Hause sollte man acht geben. Erstmals aufgetreten sind MRSA-Keime im Jahr 1963. Heutzutage findet man sie jedoch auf der ganzen Welt.

Ursachen von MRSA

MRSA ist ein globales Phänomen und für die, durch Mutationen bedingte Multiresistenz der Bakterien, können einige klare Ursachen ausgemacht werden, die nicht nur bei MRSA zutreffen, sondern auch bei anderen multiresistenten Erregern eine Rolle spielen. Folgende Ursachen gibt es:

1. Patient ist unzuverlässig bei der Medikamenteneinnahme

Wenn der Patient die verschriebenen Antibiotika nicht ausreichend einnimmt oder die Therapie frühzeitig abbricht, überlebt eine große Anzahl der Erreger. Insbesondere die Bakterien, die ohnehin schon resistent sind gegen die Wirkstoffe, werden also nicht abgetötet. Das führt dazu, dass sie die Resistenz an nachfolgende Generationen weitergeben und somit, die Bildung multiresistenter Keime bzw. Stämme befördern.

2. Zu häufiger Einsatz von Antibiotika

Ein weiterer Grund für die Verbreitung von MRSA ist die häufige Verschreibung und Verwendung von Antibiotika. Hier gilt es vor allem deren Einsatz bei der Erkrankung an Viren hervorzuheben. Antibiotika haben nämlich gar keine Wirkung gegen virale Infekte und dienen lediglich der Vorbeugung. In solchen Fällen geraten bakterielle Erreger in längeren Kontakt zu Wirkstoffen und bekommen so die Gelegenheit Resistenzen zu bilden.

3. Falscher Einsatz von hochwirksamen Antibiotika

Wenn hochwirksame Breitspektrumantibiotika in Situationen, in denen herkömmliches Penicillin noch ausreichen würde, eingesetzt werden, befördert man die Bildung multiresistenter Keimstämme. Das kann dazu führen, dass das hochwirksame Mittel, wenn es darauf ankommt, nicht mehr verwendet werden kann.

4. Verwendung von Antibiotika in der Lebensmittelindustrie

In der sogenannten Intensivtierhaltung, umgangssprachlich auch als Massentierhaltung bekannt, werden häufig Antibiotika in das Futter der Tiere gemischt. Dies dient zur Vorbeugung gegen gewisse Krankheiten, um dadurch den Ertrag weiter zu steigern. Die eingesetzten Wirkstoffe sind hier allerdings häufig nicht von denen zu unterscheiden, die für Menschen bestimmt sind. Das Resultat ist, dass man beim Verzehr des Fleisches diese Antibiotika in geringen Mengen zu sich nimmt, was wiederum die Selektion resistenter Bakterien fördert.

MRSA: Krankheitsbild

Das Krankheitsbild von MRSA ist nicht immer gleich. Bei verschiedenen Patienten können unterschiedliche Teile des Körpers betroffen sein. Sanubi gibt Ihnen im folgenden Verlauf einen Überblick zu den Symptomen und darüber wie man MRSA diagnostizieren kann.

Symptome

Folgende Symptome können bei MRSA-Kranken auftreten:

  • Entzündungen, insbesondere im Mittelohr, in den Nasennebenhöhlen, dem Nasenvorhof, der Brustdrüse und der Hirnhaut
  • Eine Lungenentzündung, die durch MRSA-Keime verursacht worden ist, in der Fachsprache auch MRSA-Pneumonie genannt
  • Infektionen der Weichteile und der Haut, auch Abszesse oder Wundinfektionen nach einer Operation
  • Hohes Fieber
  • In seltenen Fällen auch Kreislaufversagen oder Nierenversagen
  • Harnwegsinfektionen

Diagnose

Eine Diagnose für MRSA, genauer gesagt der MRSA-Test, an sich ist sehr unkompliziert. Der erste Schritt ist ein Abstrich an den Körperstellen, an denen MRSA-Erreger am häufigsten vorkommen. Dieser Abstrich wird anschließend an ein dafür zuständiges Labor geschickt und wenige Tage später, liegt dann ein Ergebnis vor. In verschiedenen Krankenhäusern in ganz Deutschland gibt es darüber hinaus, heutzutage auch schon MRSA-Schnelltests. Folgende Stellen am Körper weisen die höchste Konzentration von MRSA-Bakterien auf:

  • Schleimhäute, wie die Nasenhöhle, der Rachen, bzw. die Rachenschleimhaut
  • Wunden
  • Die Haut
  • Die Achseln
  • Die Leistengegend
  • Auch im Stuhl und im Urin kann eine stark erhöhte Zahl von MRSA-Keimen festgestellt werden

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Wie wird MRSA übertragen?

MRSA kann auf vielfältige Art und Weise übertragen werden, was ein weiterer Grund ist, der die Krankheit so unangenehm macht. Grundsätzlich kann die Infektion auf drei verschiedenen Wegen weitergegeben werden. Die häufigste Form der Übertragung geschieht von Mensch zu Mensch, beispielsweise über die Hände oder beim Nießen. Da nicht alle Menschen, die den MRSA-Erreger mit sich tragen, auch daran erkranken, kann dieser Übertragungsweg besonders tückisch sein. Der zweite Weg, über den man sich anstecken kann, ist über Gegenstände, wie beispielsweise Türklinken, die Bettwäsche und das Waschbecken im Badezimmer. Abschließend sollte man auch die Möglichkeit der Übertragung von Tier zu Mensch beachten. Diese ist insbesondere in der Nutztierhaltung gegeben und sollte keinesfalls ignoriert werden. Selbstverständlich ist die Übertragungsgefahr im Krankenhaus oder einer stationären Einrichtung, in der Pflegeleistungen erbracht werden am höchsten. Vor allem die Mitarbeiter, also das Pflegepersonal, können hier schnell zu ungewollten Verbreitern von MRSA werden. Nichtsdestotrotz ist MRSA auch in der häuslichen Pflege ein ernstzunehmender Risikofaktor. Sollte also eine Erkrankung vermutet werden, rät Sanubi umgehend einen Arzt zu kontaktieren, um einen möglichst umsichtigen Umgang mit der Ansteckungsgefahr zu gewährleisten.

Risikogruppen

Für MRSA können verschiedene Risikogruppen bestimmt werden, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung erhöht ist. Laut Robert Koch-Institut¹ sind Menschen, auf die mindestens einer der folgenden Umstände zutrifft Risikopatienten:

  • Patienten mit bekannter MRSA-Anamnese
  • Patienten, die aus Regionen bzw. Einrichtungen kommen, bei denen eine hohe MRSA-Prävalenz festgestellt worden ist
  • Dialysepatienten
  • Menschen, die regelmäßig, womöglich beruflich bedingt, Kontakt zu MRSA-Trägern haben, wie beispielsweise solche, die in der Nutztierhaltung tätig sind
  • Patienten, die in den letzten 12 Monaten einen Krankenhausaufenthalt vorweisen können, der länger als 3 Tage gedauert hat
  • Menschen, die während eines stationären Aufenthaltes Kontakt mit MRSA-Trägern hatten, wie es etwa bei der Unterbringung im gleichen Zimmer der Fall ist
  • Patienten, die unter chronischen Hautläsionen leiden, wie etwa einem Ulkus, chronischen Wunden oder tiefen Weichgewebeinfektionen
  • Menschen, die eine chronische Pflegebedürftigkeit vorweisen, z. B. aufgrund von Immobilität, Störungen bei der Nahrungsaufnahme, Schluckstörungen, Inkontinenz oder eines Pflegegrades, und die einem der nachfolgenden Risikofaktoren ausgesetzt sind:
    • Antibiotikatherapie innerhalb der letzten 6 Monaten
    • Vorhandensein eines liegenden Katheters, wie etwa einem Harnblasenkatheter, einer PEG-Sonde oder einer Trachealkanüle

Der Umgang mit MRSA

MRSA ist definitiv eine große Bedrohung und stellt Pflegepersonal, Ärzte und alle anderen, die damit in Kontakt kommen, zweifelsohne vor große Herausforderungen. Nichtsdestotrotz gibt es im Umgang mit der Krankheit Mittel und Wege. Welche das sind, erklärt Ihnen Sanubi jetzt.

Therapiemöglichkeiten

Die gute Nachricht ist, dass MRSA heilbar ist. Auch wenn der Erreger gegen viele Antibiotika resistent ist, so gibt es dennoch einige Wirkstoffe, die in der Regel effektiv sind. Da MRSA dennoch sehr widerstandsfähig ist, müssen diese Arzneimittel über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. In der Regel dauert die Behandlung dann ungefähr zwei Wochen. In der Fachsprache nennt man eine solche Behandlung dann MRSA-Dekolonisation, MRSA-Dekontamination oder Sanierung. Eine solche Behandlung ist grundsätzlich notwendig, unabhängig davon, ob der Patient nun Symptome zeigt oder einfach nur Träger ist. Erschwert wird die Therapie, wenn der Betroffene zusätzlich noch andere Beschwerden hat, wie etwa eine offene Wunde, er ohnehin schon Antibiotika zu sich nimmt oder er einen Katheter tragen muss. Grundsätzlich umfassen die Therapiemöglichkeiten bei MRSA also die folgenden Maßnahmen:

● Behandlung mit Antibiotika

Es werden sogenannte Reserve-Antibiotika verwendet, die noch dazu in der Lage sind die MRSA-Keime zu bekämpfen. Dabei handelt es sich um teure Wirkstoffe, die oftmals verschiedene, schwerwiegende Nebenwirkungen haben können.

● Isolierung des Patienten

Der zweite, wichtige Schritt bei der MRSA-Therapie ist die Isolierung des Erkrankten oder MRSA-Trägers und zwar so lange bis keine Keime mehr nachgewiesen werden können.

● Verschärfte Hygienemaßnahmen

Beim Umgang mit MRSA sind strikte Hygienemaßnahmen einzuhalten. Dies umfasst das Verwenden Hilfsmitteln, insbesondere von Schutzkleidung, wie Schutzschürzen und einem Mundschutz. Außerdem müssen die Hände regelmäßig desinfiziert und bei der Umgebungshygiene besonders sorgfältig gehandelt werden.

● Unterstützende Zusatzmaßnahmen

Neben der Gabe von Antibiotika kann außerdem auf Mundspülungen oder antibakterielle Salben zurückgegriffen werden. Diese helfen bei der Bekämpfung von MRSA und können das Abtöten der Keime beschleunigen.

Die MRSA-Behandlung ist dabei Teil der sogenannten MRSA-Sanierung, die immer dann vorgenommen wird wenn eine MRSA-Besiedlung vorliegt. Dazu gehören neben der Therapie auch Kontrollen, inklusive Screening und Abstrichen, sowie regelmäßige Pausen. Dabei geht es darum sicherzustellen, dass der Körper langfristig nicht mehr von Keimen besiedelt wird und damit keine Anzeichen der Infektionskrankheit mehr festgestellt werden können.

Prävention

Der beste Weg um gegen eine Besiedlung durch MRSA-Bakterien vorzugehen ist nicht die Therapie, sondern die Prävention der Verbreitung des Erregers. Grundsätzlich helfen hier vor allem zwei wichtige Maßnahmen, nämlich erstens das regelmäßige Händewaschen und zweitens eine gründliche Händedesinfektion. Aus diesem Grund sollte man sich vor Mahlzeiten, der vor Einnahme von Medikamenten, vor dem Kochen, vor der Wundbehandlung, wie etwa einem Dekubitus, vor dem Kontakt mit kranken Menschen und vor dem Auftragen von Make-Up unbedingt die Hände waschen. Darüber hinaus sollte man sich nach dem Niesen, Husten und Schnäuzen, nach dem Heimkommen, nach dem Kochen, nach dem Kontakt mit kranken Menschen, nach dem Entsorgen von Abfall, nach dem Kontakt mit Tieren oder Tierfutter, nach der Behandlung von Wunden und nach Toilettengängen ebenfalls die Hände waschen.

Kommt man öfter in Kontakt mit MRSA oder MRSA-Trägern, weil man Pflege benötigt, kann es gut sein, dass man ein Anrecht auf einen Pflegegrad hat. Sanubi rät in einem solchen Fall einen Pflegegrad zu beantragen. Auf die Pflegegrad Begutachtung sollte man sich jedoch gut vorbereiten. Ist der Pflegegrad erteilt, kann man Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, im Wert von 40 €, pro Monat beziehen. Am besten man bestellt Sie bequem bei einem Online-Dienstleister. Sanubi liefert schnell und diskret!

Präventions-Checkliste für die Pflege zu Hause

Auch in der häuslichen Pflege sollte man vor MRSA auf der Hut sein und deshalb besonders viel Wert auf Hygiene legen. Sanubi hat für Sie eine übersichtliche Checkliste zusammengestellt, an der Sie sich orientieren können:

  • Hände waschen: Besser einmal zu häufig als zu wenig, achten Sie dabei darauf möglichst gründlich vorzugehen.
  • Verwenden Sie Desinfektionsmittel: Scheuen Sie nicht davor zurück Flächen zu desinfizieren und verwenden Sie bei Bedarf Händedesinfektion, um eine ausreichende Händehygiene zu gewährleisten.
  • Richtige Wundversorgung: Seien Sie vorsichtig beim Umgang mit offenen Wunden, versorgen Sie diese entsprechend und geben Sie acht auf die dazugehörigen Hygienemaßnahmen.
  • Halten Sie Textilien sauber: Waschen Sie falls möglich bei 60° und sparen Sie nicht zu sehr beim Waschmittel.
  • Benutzen Sie Hygieneartikel nur einmal: Das Wiederverwenden von Waschlappen, Handtüchern und ähnlichem sollte vermieden werden.
  • Bleiben Sie auf dem neuesten Stand: Informieren Sie sich zu MRSA und anderen Gefahrenquellen.

MRSA ist eine globale Bedrohung

MRSA stellt eine globale Bedrohung dar, nicht umsonst weisen viele Gesundheitsorganisationen, allen voran die WHO darauf hin. Der MRSA-Erreger ist nicht nur gefährlich, weil die eigentliche Erkrankung Betroffenen zum Verhängnis werden kann. Er ist auch eine Gefahr, weil es unglaublich schwer ist das Bakterium wieder loszuwerden. Der gewissenhafte Umgang mit Antibiotika ist Gegenstand vieler medizinischer Debatten. Fakt ist allerdings, dass die fahrlässige Verwendung von Penicillin und anderen Antibiotika mindestens Mitschuld am Entstehen und an der Verbreitung der MRSA-Keime trägt. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger betroffene Personen und solche, die mit ihnen in Kontakt kommen, darüber zu informieren. Nur wer Bescheid weiß, kann entsprechend handeln. Eine MRSA-Infektion ist schwer zu behandeln, aber auf dem Gebiet der Prävention, also wenn es darum geht die weitere Verbreitung zu vermeiden oder zumindest einzudämmen, können große Erfolge erzielt werden. Alles was es dazu braucht sind, entsprechend gut informierte, verantwortungsbewusste Menschen, die umsichtig handeln.

Quellenverzeichnis

1. Robert Koch-Institut: Empfehlungen zur Prävention und Kontrolle von Methicillinresistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen 

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