Pflegegeld

PflegegeldStellt sich eine Pflegebedürftigkeit ein, sind viele Entscheidungen zu treffen. Mit Fragen zum Thema Pflegegeld, Pflegesachleistungen oder der stationären Unterbringung werden Betroffene und pflegende Angehörige wiederholt konfrontiert. Eine der wohl wichtigsten Entscheidungen ist, welche Form der Pflegeleistungen durch die Pflegekassen in Anspruch genommen wird. Ob die Pflege zu Hause von einem Angehörigen, einem Freund oder der Familie übernommen werden kann oder ob sich ein professioneller Pflegedienst im eigenen zu Hause um die Pflege und die Betreuung kümmern soll. Ist die Versorgung im gewohnten Umfeld vielleicht gar nicht möglich, gibt es Einrichtungen wie zum Beispiel betreutes Wohnen.
Wird eine pflegebedürftige Person, mit anerkanntem Pflegegrad, zu Hause ausschließlich von Angehörigen, Freunden oder der Familie gepflegt und versorgt, besteht die Möglichkeit, den Anspruch auf sogenanntes Pflegegeld als Sozialleistung der Pflegekassen geltend zu machen.

Was ist Pflegegeld?

Pflegebedürftige Personen, die zu Hause durch pflegende Angehörige betreut werden, erhalten von gesetzlichen, sowie von privaten Pflegekassen finanzielle Unterstützung in Form des Pflegegeldes. Das Pflegegeld für selbst beschaffte Hilfen ist eine monatlich ausgezahlte Sozialleistung der Pflegekassen. Die Höhe des Betrages richtet sich nach dem anerkannten Pflegegrad. Zwar ist diese Leistung zur Entlohnung der Pflegeperson vorgesehen, doch ist das Pflegegeld nicht zweckgebunden und kann beliebig eingesetzt werden.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um Pflegegeld zu erhalten?

Um das Pflegegeld zu erhalten, muss bereits ein Pflegegrad anerkannt sein. Die notwendigen pflegerischen Tätigkeit dürfen ausschließlich von nicht-professionellen Pflegepersonen durchgeführt werden, die die Betreuung und Pflege der pflegebedürftigen Personen nicht erwerbsmäßig tätigen. Zu diesen Personen zählen Familienmitglieder, Angehörige oder Freunde.
Eine Ausnahme stellt der Pflegegrad 1 dar. Personen, die nachweislich nur sehr gering pflegebedürftig sind, erhalten zwar Pflegeleistungen, um in Ihrer Alltagsbewältigung unterstützt zu werden, jedoch haben Sie keinen Anspruch auf die Auszahlung von Pflegegeld.
Gleiche Voraussetzungen müssen auch erfüllt sein, um einen Anspruch auf die Versorgung mit Pflegehilfsmittel zu erhalten. Pflegehilfsmittel erleichtern den Alltag im eigenen zu Hause und dienen dem Schutz der pflegebedürftigen Person, sowie der Angehörigen und Freude. Die Pflegehilfsmittelversorgung kann bereits ab Pflegegrad 1 in Anspruch genommen werden. Diese Leistung der Pflegekasse wird bei Erfüllung der Voraussetzungen zusätzlich übernommen und nicht dem Pflegegeld angerechnet. Die Ersparnis liegt dadurch bei bis zu 480€ pro Jahr!

Kostenlose Pflegehilfsmittel erhalten

Der Weg zum Pflegegeld

Das Pflegegeld ist pflegebedürftigen Menschen vorbehalten. Somit ist der erste Schritt, um Pflegegeld zu erhalten: Pflegegrad beantragen. Mit der Einstufung in einen Pflegegrad ist die Pflegebedürftigkeit nachweislich anerkannt und es besteht der Anspruch auf Leistungen der Pflegekasse, wie zum Beispiel das Pflegegeld. Einen Pflegegrad zu haben, bedeutet jedoch nicht gleich, auch automatisch Pflegegeld zu bekommen. Nachdem von der Pflegekasse ein Pflegegrad zugesprochen wurde, ist es ausreichend einen formlosen Antrag auf Auszahlung des Pflegegeldes zu stellen. Die Pflegekasse sendet dem Pflegebedürftigen zuerst einen Fragebogen zu. Dieser Fragebogen wird von der pflegebedürftigen Person oder, wenn vorhanden, der bevollmächtigen Betreuungsperson ausgefüllt. Nach der entsprechenden Genehmigung der Pflegekasse wird das Pflegegeld, je zum ersten Werktag des Monats, auf das im Antrag angegebene Konto der pflegebedürftigen Person oder der bevollmächtigten Betreuungsperson überwiesen. Die Zahlung des Pflegegeldes erfolgt außerdem rückwirkend ab dem Tag, an dem der Leistungsantrag auf Pflegegeld gestellt wurde.

In welcher Höhe wird das Pflegegeld ausgezahlt?

Pflegebedürftige Personen erhalten Pflegegeld als Sozialleistung der Pflegekassen, wenn Sie zu Hause von Freunden oder Angehörigen pflegerisch versorgt und betreut werden. Die Höhe des Auszahlungsbetrages richtet nach dem bereits zugesprochenen Pflegegrad.

Pflegegrad Pflegegeld pro Monat
Pflegegrad 1 0 €
Pflegegrad 2 316 €
Pflegegrad 3 545 €
Pflegegrad 4 728 €
Pflegegrad 5 901 €

Pflegegeld bei Hartz IV Bezug

Pflegebedürftige Personen, die nach dem Sozialhilfegesetz Sozialhilfe empfangen, sind ebenfalls gesetzlich pflegeversichert und erhalten die Leistung des Pflegegeldes in gleicher Höhe. Der Kostenträger ist in diesem Fall jedoch das Jobcenter. Um Pflegegeld zu erhalten, ist es auch hier Voraussetzung, dass die pflegebedürftige Person einen anerkannten Pflegegrad vorweisen kann.
Sind pflegebedürftige Personen nicht pflegeversichert, besteht dennoch ein Anspruch auf den Erhalt des Pflegegeldes. Hier werden die Geldleistungen vom zuständigen Sozialhilfeträger (Sozialamt der Stadt/ des Landkreises), in gleicher Höhe wie von der Pflegeversicherung, erbracht. Der Anspruch auf Pflegegeld ist gegenüber vergleichbaren Leistungen anderer Sozialträger jedoch nachrangig. Nicht pflegeversicherte Pflegebedürftige erhalten also kein oder nur anteilig das Pflegegeld als Leistung der Sozialhilfeträger, wenn Sie kein anderweitiges Einkommen oder Vermögen haben. Sowohl das eigene Einkommen, als auch das des Ehe- oder Lebenspartners darf die aktuelle Einkommensgrenze nicht überschreiten.

Muss das Pflegegeld versteuert werden?

Da es sich bei dem Pflegegeld um eine Sozialleistung handelt, ist es für die pflegebedürftige Person steuerfrei. Auch für die pflegenden Angehörigen ist die Einnahme des Pflegegeldes für Ihre erbrachten Leistungen steuerfrei, solange sie, neben dem Pflegegeld keine weitere Vergütung für die Pflege erhält. Pflegekosten, die von der Höhe des Pflegegeldes, und der Leistungen der privaten und gesetzlichen Pflegeversicherung, sowie von privaten Zusatzversicherungen nicht abgedeckt werden, können vom steuerpflichtigen Pflegebedürftigen als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.

Anteiliges Pflegegeld bei Kombinationsleistungen

Es kommt häufig vor, dass die pflegenden Angehörigen, wie zum Beispiel Verwandte oder Freunde, nicht alle anfallenden pflegerischen Aufgaben übernehmen können oder wollen. In diesem Fall kann die Kombinationsleistung beantragt werden. Die pflegerischen Tätigkeiten, die von privaten Pflegepersonen nicht geleistet werden können, übernimmt dann ein professioneller Pflegedienst. Die pflegebedürftige Person erhält das Pflegegeld ab dem Zeitpunkt nicht mehr vollständig ausgezahlt. Es wird kombiniert mit der sogenannten Pflegesachleistung.

Pflegegeld bei Unterbrechung der häuslichen Pflege

Es gibt verschiedene Faktoren, die dazu führen können, dass die häusliche Pflege unterbrochen wird. Muss der Pflegebedürftige, zum Beispiel, wegen Krankheit oder eines Unfalls in ein Krankenhaus, so wird die Leistung des Pflegegeldes unter bestimmten Voraussetzungen dennoch weiterhin gewährt. Gleiches gilt auch, wenn die pflegenden Angehörigen beispielsweise eine Reise geplant haben oder einfach mal eine Auszeit brauchen.

Fortzahlung des Pflegegeldes bei einem Krankenhausaufenthalt

Steht der pflegebedürftigen Person ein Krankenhausaufenthalt bevor, geht man davon aus, dass der Auslöser der Pflegebedürftige selbst ist, der etwa wegen einer Operation einige Zeit nicht zu Hause gepflegt wird. Das Pflegegeld wird in diesem Fall für 4 Wochen je Kalenderjahr in voller Höhe weiter ausgezahlt. Ab dem 29. Tag der Abwesenheit ruht die Auszahlung des Pflegegeldes bis zur Rückkehr in die Häuslichkeit.
Die 28 Tage, in denen das Pflegegeld vollständig ausgezahlt wird, beginnen mit dem Tag der Aufnahme im Krankenhaus. Der Tag der Entlassung zählt jedoch bereits nicht mehr und das Pflegegeld wird wieder in voller Höhe gezahlt.

Fortzahlung des Pflegegeldes bei einem Aufenthalt in der Kurzzeitpflege

Kann die Pflegeperson Ihren Tätigkeiten, zum Beispiel wegen Abwesenheit, nicht nachkommen oder bedarf es nach einem Krankenhausaufenthalt einer speziellen Nachbehandlung, können Pflegebedürftige vorübergehend in einer Kurzzeitpflege-Einrichtung untergebracht werden. Während dieser Kurzzeitpflege wird das Pflegegeld für maximal 8 Wochen pro Kalenderjahr zur Hälfte des gewohnten Betrages ausgezahlt.

Zur Berechnung der 56 Tage, in denen das Pflegegeld fortwährend gezahlt wird, werden der Tag der Aufnahme, sowie der Tag der Entlassung nicht berücksichtigt und werden der Zeit der häuslichen Pflege angerechnet.

Fortzahlung des Pflegegeldes bei stundenweiser Verhinderungspflege

Müssen pflegende Angehörige Terminen nachkommen oder sind sogar nebenbei berufstätig, können Sie die stundenweise Verhinderungspflege in Anspruch nehmen. Wird dieses Angebot mit weniger als 8 Stunden pro Tag genutzt, wird das Pflegegeld unverändert weitergezahlt. Auch der Tageweise Verhinderungspflege werden diese Stunden nicht angerechnet.

Fortzahlung des Pflegegeldes bei häuslicher Krankenpflege

Wird der pflegebedürftigen Person die häusliche Krankenpflege vom Arzt verordnet, soll ein Aufenthalt im Krankenhaus vermieden werden. Man nennt die häusliche Krankenpflege daher auch Krankenhausvermeidungspflege.
Das Pflegegeld wird während der verordneten häuslichen Krankenpflege weiterhin in voller Höhe ausgezahlt, solange diese Form der Pflege 4 Wochen pro Kalenderjahr nicht überschreitet.

Fortzahlung des Pflegegeldes nach dem Tod

Verstirbt die pflegebedürftige Person, wird das Pflegegeld dennoch für den gesamten Monat gezahlt. Eine Rückzahlung des Betrages für diesen Monat ist nicht nötig. Die Auszahlung des Pflegegeldes erfolgt immer zum 1. Werktag des Monats. Tritt der Tod des Pflegebedürftigen jedoch beispielsweise am 31.05. ein und die Pflegekasse hat das Pflegegeld für den Monat Juni bereits überwiesen, muss der gesamte Betrag zurückgezahlt werden.

Pflichttermine für Pflegegeldempfänger

Erhalten pflegebedürftige Personen ausschließlich Pflegegeld und beschaffen die nötige Pflege und Betreuung selbst, sind sie verpflichtet pro Jahr zwei Termine zu Beratungseinsätzen wahrzunehmen. Die Kosten für diese Beratung trägt die Pflegekasse. Wenn Pflegesachleistungen bezogen werden oder die Kombinationsleistung in Anspruch genommen wird, besteht ebenfalls die Möglichkeit, dieses Beratungsangebot zu nutzen. Anders als bei Pflegegeldempfängern, ist der Einsatz hier jedoch freiwillig.
Ziel dieser Beratungseinsätze ist es unter anderem, den Pflegepersonen, sowie den pflegebedürftigen Personen den richtigen Umgang mit wichtigen Pflegehilfsmitteln zu erklären. Kostenlose Pflegehilfsmittel zum Verbrauch erhalten Sie direkt hier:

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