Pflegestufe 1 – Alles zum Thema

Pflegestufe 1 wird auch als erhebliche Pflegebedürftigkeit bezeichnet. Der Hilfsbedarf Pflegebedürftiger, die der Pflegestufe 1 angehören, beläuft sich auf mindestens zwei Verrichtungen der Grundpflege (Ernährung, Körperpflege und Mobilität). Des Weiteren nimmt der Pflegebedürftige mehrmals wöchentlich Unterstützung bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten in Anspruch. Der zeitliche Aufwand beträgt wenigstens 90 Minuten pro Tag. Dabei werden mindestens 46 Minuten für die Grundpflege beansprucht.

Achtung: Aus den bisherigen Pflegestufen werden am 01.01.2017 die Pflegegrade. Alle Informationen dazu haben wir für Sie in unseren Artikeln Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 und Pflegegrad 5 zusammengefasst. Sie möchten einen Pflegegrad beantragen? Auch hier haben wir alle nötigen Informationen und Dokumente für Sie aufbereitet.

Pflegestufe 1 – Durchschnittliche Pflegezeiten

Der Grad der Pflegebedürftigkeit richtet sich in erster Linie nach dem zeitlichen Pflegeaufwand, der von Angehörigen, Freunden oder ambulanten Pflegediensten geleistet werden muss, damit die betroffene Person den Alltag bewältigen kann. Bei Pflegestufe 1 verteilt sich der Zeitaufwand wie folgt:

Täglicher Hilfsbedarf Davon Grundpflege Davon im Haushalt
90 Minuten mind. 46 Minuten die übrige Zeit, mehrmals die Woche

Die Pflegezeiten variieren von Pflegestufe zu Pflegestufe. In den Artikeln Pflegestufe 0, Pflegestufe 2 und Pflegestufe 3 finden Sie genauere Informationen zu den Zeitaufteilungen der verschiedenen Pflegegrade.

Pflegestufe 1 – Pflegebedürftige

Pflegebedürftige Pflegestufe 1

Pflegebedürftige mit Pflegestufe 1 brauchen täglich Unterstützung bei Tätigkeiten, die eine wiederkehrende Verrichtung, zur Bewältigung des Alltags, erforderlich machen. Des Weiteren brauchen Betroffene mehrmals wöchentlich Hilfe bei der allgemeinen Haushaltspflege. Da die selbstständige Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung nicht mehr gewährleistet ist, sind die Betroffenen auf die Assistenz von Angehörigen, Freunden oder ambulanten Pflegediensten angewiesen.

Pflegestufe 1 – Grundpflege

Die Grundpflege wird allgemein in drei Verrichtungsbereiche eingeteilt: Ernährung, Körperpflege und Mobilität.

Unter dem Punkt Ernährung wird zusammengefasst, in welchem Rahmen eine pflegebedürftige Person dazu in der Lage ist, sich Speisen selbst zuzubereiten und diese auch selbstständig zu sich zu nehmen. Unter Körperpflege wird die Fähigkeit des Betroffenen verstanden, sich Kleidung selbst herauszusuchen und/oder sich anzuziehen.  In wieweit Dinge, wie z.B. Treppen steigen, sich im Wohnraum zu bewegen und Einkäufe zu erledigen, möglich sind, wird unter Mobilität zusammengefasst.

Angehörige der Pflegestufe 1 sind auf die Hilfe bei mindestens zwei Verrichtungen der Grundpflege angewiesen. Wichtig zu wissen ist, dass die Grundpflege nicht durch einen Pflegedienst geleistet werden muss, in den meisten Fällen erfolgt die Pflege durch Angehörige.

Alle Verrichtungen der Grundpflege werden durch den Einsatz von zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln unterstützt. Angehörige aller Pflegestufen haben Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch in Höhe von 40 Euro. Über Sanubi können Sie sich Ihre individuelle Pflegebox mit allen benötigten Pflegehilfsmitteln zusammenstellen:

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Pflegestufe 1 – Hauswirtschaftliche Versorgung

Zusätzlich zur Grundpflege muss gewährleistet werden, dass das Umfeld, in dem die betroffene Person gepflegt wird, sauber und ordentlich ist. Außerdem müssen Dinge, wie Einkäufe, mehrmals wöchentlich von der pflegenden Person erledigt werden, damit für das Grundwohl des Pflegebedürftigen der Pflegestufe 1 gesorgt wird. Pflegebedürftige Personen der Pflegestufe 1 sind höchstwahrscheinlich nur bedingt in der Lage die eigene Haushaltsführung aufrecht zu erhalten und benötigen Hilfe. Diese Hilfe erfolgt in der restlichen Zeit, die von den täglich 90 Minuten übrig bleibt, und nicht durch die pflegende Person für die Grundpflege (mind. 46 min. täglich) aufgewendet werden muss.

Pflegestufe 1 – Allgemeine Pflegeleistungen

Zu dem Anspruch auf mindestens 46 Minuten Grundpflege und maximal 44 hauswirtschaftliche Unterstützung täglich, kommen folgende Pflegeleistungen für erheblich pflegebedürftige Menschen:

  • Pflegegeld: 244,00€/Monat
  • Pflegesachleistungen: bis zu 468,00€/Monat
  • Verhinderungspflege (jährlich): 1.612,00€ für bis zu 28 Tage – bzw. – 2.418,00€ für bis zu 42 Tage
  • Kurzzeitpflege (jährlich): 1.612,00€ für bis zu 28 Tage – bzw. – 3.224,00€ für maximal 56 Tage
  • Pflegehilfsmittel: 40,00€/Monat

Die Leistungen der Pflegekasse reichen bei Pflegegrad 1 von Zuschüssen für ambulante, teil- oder vollstationärer Pflege bis hin zur Förderung von Hilfsmitteln und Wohnraumanpassungen.

Pflegestufe 1 – Anspruch auf Pflegegeld

Der Empfänger des Pflegegrades 1 kann Pflegegeld in Höhe von 244,00€ monatlich empfangen, wenn er von seinen Angehörigen oder Freunden zu Hause gepflegt und bereut wird. Die Pflegeversicherung unterstützt mit dem Pflegegeld ausschließlich ambulante Pflege, auch häusliche Pflege genannt.

Zusätzlich zum Pflegegeld können Pflegebedürftige mit Pflegestufe, die zu Hause von Angehörigen gepflegt werden, Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Wert von bis zu 40 Euro beziehen. Pflegehilfsmittel können Sie ganz einfach über Sanubi beziehen. Stellen Sie Ihre individuelle Hilfsmittelbox einfach über unser Online-Formular zusammen und lassen Sie sich die Pflegehilfsmittel bequem jeden Monat nach Hause liefern:

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Pflegestufe 1 – Anspruch auf Pflegesachleistungen

Entscheidet sich der Betroffene des Pflegegrades 1 für die Versorgung und Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst, kann er Pflegesachleistungen von der Pflegeversicherung in Höhe von bis zu 468,00€ jeden Monat beziehen.

Nimmt der Pflegebedürftige der Pflegestufe 1 Pflegegeld und Pflegesachleistungen in Anspruch, spricht man von einer Kombinationsleistung. Der Betroffene wird dabei sowohl durch Angehörige bzw. Freunde als auch durch einen häuslichen Pflegedienstleister betreut und gepflegt. In diesem Fall wird das Pflegegeld um den Anteil verringert, in dem Pflegesachleistungen in Anspruch genommen wurden.

Pflegestufe 1 – Anspruch auf Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Pflegedienst Pflegestufe 1Gegenwärtig ist es auch für Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 möglich Betreuungs- und Entlastungsleistungen von der entsprechenden Pflegekasse zu den bestehenden Pflegegeldleistungen zu erhalten. Die Zuschüsse betragen belaufen sich hierbei auf 104,00€ pro Monat, bei Betroffenen mit einem zusätzlichen Bedarf an Beaufsichtigung und Betreuung (z.B. Demenzkranke) erhalten bis zu 208.00€ monatlich.

Die Betreuungs- und Entlastungsleistungen sollen den pflegenden Angehörigen oder Freund entlasten und die Möglichkeit geben, eigene Einkäufe zu tätigen, Arzttermine wahrzunehmen oder sich eine Pause zu gönnen.

In den meisten Fällen übernehmen ehrenamtliche Hilfskräfte die Betreuung und ehrenamtliche Haushaltshelfer die hauswirtschaftliche Versorgung. Die ehrenamtlichen Alltagsbegleiter führen mit den Betroffenen der Pflegestufe 1 Gespräche, gehen mit ihnen spazieren, lesen gemeinsam mit ihnen oder begleiten die Pflegebedürftigen zu verschiedenen Veranstaltungen (z.B. Gottesdienste).

Pflegestufe 1 – Anspruch auf Verhinderungspflege

Für den Fall, dass pflegende Angehörige oder Freunde, z.B. Urlaub machen wollen oder selbst erkrankt sind, kann die pflegebedürftige Person Verhinderungspflege durch einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch nehmen. Folgende Zuschüsse können dabei von der Pflegekassen gewährt werden: maximal 1.612,00€ für bis zu 28 Tage und bis zu 2.418,00€ für maximal 42 Tage, wenn im laufenden Kalenderjahr keine Kurzzeitpflege in Anspruch genommen wurde. Der Zuschuss für Verhinderungspflege wird jährlich gewährleistet.

Pflegestufe 1 – Anspruch auf Kurzzeitpflege

Benötigt der Pflegebedürftige des Pflegegrades 1 nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer ambulant durchgeführten Operation vor seiner Rückkehr nach Hause noch professionelle Hilfe, kann er übergangsweise Kurzzeitpflege, z.B. in einem Pflegeheim wahrnehmen. Die Pflegekasse stellt in diesen Fällen einen Zuschuss von bis zu 1.612,00€ für höchstens 28 Tage jährlich zu Verfügung. Wurde jedoch im laufenden Kalenderjahr keine Verhinderungspflege in Anspruch genommen, dann kann der Betroffene für bis zu 56 Tage mit maximal 3.224,00€ gefördert werden.

Pflegestufe 1 – Anspruch auf Tagespflege

Neuerdings ist es für Pflegebedürftige mit Pflegestufe 1 möglich, zusätzlich zum Pflegegeld, Zuschüsse für die fachmännische Tages- und Nachtpflege zu erhalten. Der bezuschusste Beitrag beläuft sich auf 468,00€ pro Monat.

Pflegestufe 1 – Anspruch auf Pflegehilfsmittel

Pflegehilfsmittel zum VerbrauchWussten Sie, dass Pflegebedürftige mit Pflegestufe Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Wert von bis zu 40,00€ haben? Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sind z.B. Bettschutzeinlagen, Desinfektionsmittel und Handschuhe zum Einmalgebrauch. Über Sanubi können Sie sich ganz einfach ihre Pflegebox mit allen benötigten Pflegehilfsmitteln zusammenstellen. Unsere Pflegebox wird dann so schnell wie möglich an Sie versandt.

Alle Informationen zu Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch erklären wir Ihnen in unserem Video :

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Hilfsmittel, wie Rollatoren oder Rollstühle, werden unter Umständen von der zuständigen Kasse bezuschusst, allerdings muss immer ein Teil der Kosten von der pflegebedürftigen Person mit Pflegestufe übernommen werden.

Pflegestufe 1 – Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes

Wohnraumanpassungen werden möglicherweise innerhalb der Pflegestufe 1 mit bis zu 4.000,00€ bezuschusst. Der Betroffene kann sich nach der Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes leichter in den eigenen Wohnräumen bewegen. In den meisten Fällen erleichtert es zudem die Pflege durch Angehörige bzw. Freunde.

Pflegestufe 1 – Mit erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf

Ein Teil der Betroffenen des Pflegegrades 1 leiden zusätzlich unter körperlichen bzw. geistigen Erkrankungen/Behinderungen oder unter Demenz. In den meisten Fällen betrifft das ältere Menschen. Pflegebedürftige werden dann in den Pflegegrad 1 mit eingeschränkter Alltagskompetenz eingestuft. Durch die Sondereinstufung ergeben sich ein erhöhtes Pflegegeld für die Pflege und Versorgung bzw. eine erhöhte Pflegesachleistung für die Betreuung durch einen ambulanten Pflegedienst. Die Pflegekasse gewährt in diesen Fällen Pflegegeld in Höhe von 316,00€ pro Monat bzw. eine Pflegesachleistung in Höhe von 689,00€ monatlich.

Weitere Informationen zum Thema “eingeschränkte Alltagskompetenz” erhalten sie in unserem Artikel Pflegestufe 0.