Palliativpflege

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Palliativpflege ist heutzutage aus der Pflege nicht mehr wegzudenken. Die Begleitung von Patienten auf ihrem letzten Lebensphase ist enorm wichtig und für viele Menschen ist eine solche Betreuung eine essentielle Unterstützung. Palliativpflege kann an unterschiedlichen Orten im Rahmen einer Pflegeleistung erbracht werden, findet aber oft vor allem in Hospizen statt. Die Wurzeln der palliativen Pflege gehen einige Jahrhunderte zurück. Wirklich Fahrt nahm das Konzept jedoch erst in den 1960er Jahren, ausgehend von Großbritannien, auf, wo es unter dem Namen “palliative care” bekannt ist. Mittlerweile begleitet die Palliativpflege weltweit Menschen auf dem letzten Abschnitt ihres Lebenswegs. Sanubi erklärt Ihnen in diesem Artikel alles Wichtige, das Sie zum Thema Palliativpflege wissen sollten, inklusive der verschiedenen Bestandteile und der Anwendungsorte.

Was ist Palliativpflege?

Obwohl vielen Menschen Palliativpflege ein Begriff ist, hilft es trotzdem sich noch einmal genau vor Augen zu führen, was darunter zu verstehen ist. Aus diesem Grund hat Sanubi eine Definition für Sie vorbereitet.

“Palliativpflege ist der Bereich der Pflege, der sich mit der ganzheitlichen Verbesserung der Lebensqualität von Pflegebedürftigen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen oder terminalen Erkrankungen, sowie deren Angehöriger beschäftigt.”

Palliative Pflege hat damit ganz klar zum Ziel den Lebensabend der Betroffenen und deren Familie so angenehm, wie es die Umstände zulassen, zu gestalten. Dementsprechend handelt es sich bei der Palliativpflege um einen strukturierten, bedürfnisorientierten Prozess, bei dem die subjektiven Wünsche der Betroffenen im Vordergrund stehen, während auf, aus pflegerischer Sicht sinnvolle, Maßnahmen auch verzichtet werden kann. Im Mittelpunkt steht einzig und allein der Patient und sein Umfeld. Es geht darum, sein Leben und das seiner Zugehörigen so angenehm wie möglich zu gestalten. Das ist eine distinkte Unterscheidung zu anderen Pflegeprozessen, wo oftmals kurzzeitige Verschlechterungen in Kauf genommen werden, um langfristige Besserungen zu erzielen.

Die Bereiche der Palliativpflege

Die Palliativpflege unterteilt sich in mehrere Bereiche, bei denen jeweils grundlegend unterschiedliche Bedürfnisse des Patienten behandelt werden. Welche genau das sind, erklärt Ihnen Sanubi jetzt.

Körperliche Dimension

Die erste Dimension der Palliativpflege setzt sich mit den körperlichen Symptomen von Patienten auseinander. Zunächst wird analysiert welche Symptome vorliegen, dabei gilt es genau zu eruieren wo Schmerzen auftreten und welche Ursachen sie haben. Darauf aufbauend wird ein Therapieplan aufgestellt, bei dem nicht die Heilung im Vordergrund steht, sondern die Linderung der Beschwerden. Im besten Fall können so alle Schmerzen beseitigt werden. Darüber hinaus gilt es in diesem Prozess immer wieder zu überprüfen wie sich die Schmerzen entwickeln, ob neue hinzukommen und inwiefern man die Therapie erweitern oder abändern muss.

Psychische Dimension

Der nächste Punkt, an dem man ansetzt, ist die psychische Dimension des Betroffenen. Die Umstände, die eine Palliativpflege nötig werden lassen, sind oft schwer zu bewältigen und Patienten kämpfen oft mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Gefühlen, wie Trauer, Wut, Angst und Hoffnungslosigkeit. Hier gilt es den betroffenen Personen beizustehen, Trost zu spenden und eventuell auch mit psychologischer Hilfe zu arbeiten. Ganz wichtig ist es an dieser Stelle auch den Betroffenen ihren Freiraum zu lassen. Die zuvor erwähnte Gefühlslage ist nichts, das sich über Nacht verbessern lässt und oftmals erfordert es viele kleine Schritte.

Soziale Dimension

Sterben oder die Aussicht zu sterben ist bei den meisten Menschen keine Sache, die nur sie alleine betrifft, sondern etwas, das immer auch das gesamte Umfeld der Patienten beeinträchtigt. Dabei geht es nicht nur um Angehörige, sondern auch um Freunde und Bekannte, weshalb sich in der Palliativpflege der Begriff der Zugehörigen etabliert hat. Besagte Personen sollen deshalb, so weit wie möglich, mit eingebunden werden und ein Miteinander soll gefördert werden. Niemand sollte sich in einer solchen Situation allein fühlen.

Spirituelle Dimension

Die letzte Dimension, die in der Palliativpflege behandelt wird, ist die spirituelle Dimension. Wird der Tod zu einer konkreten Realität, die voraussichtlich bald und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten wird, stellen sich viele Patienten existentielle Fragen. Themen, die in diesem Rahmen behandelten werden, können vielfältig sein, oftmals geht jedoch um den Sinn des Lebens oder das Leben nach dem Tod. Pflegende Personen suchen hier in der Regel das Gespräch und versuchen so dem Palliativpatienten bei der Sinnfindung zur Seite zu stehen.

Wo kann Palliativpflege stattfinden?

Palliativpflege ist nicht räumlich gebunden, sprich sie kann an verschiedenen Orten stattfinden. In den meisten Fällen ist das allerdings ein sogenanntes Hospiz. Hospize sind spezielle Einrichtungen, in denen in der Regel nur Palliativpflege geleistet wird. Dementsprechend spezialisiert sind die Pflegekräfte dort, da Palliativpflege andere Schwerpunkte setzt als herkömmliche Pflege. Es wird also etwas mehr Fingerspitzengefühl von den Fachkräften gefordert, da die Umstände, in denen sich die Patienten befinden, oftmals düster erscheinen und somit eine ganze Menge an emotionalem Beistand geleistet werden muss. Konkrete Pflegeleistungen rücken meist als zweite Priorität in den Hintergrund. Selbstverständlich beschränkt sich die Palliativpflege räumlich nicht nur auf Hospize. Sie kann auch Teil der häuslichen Pflege sein und im Rahmen einer Pflege zu Hause, durch beispielsweise einen ambulanten Pflegedienst oder einen Hospizdienst geleistet werden. Bei Hospizdiensten handelt es sich um Unternehmen, die sich auf Palliativpflege spezialisiert haben und somit eine Alternative zum Hospiz darstellen, schließlich bevorzugen viele Menschen, gerade im letzten Lebensabschnitt eine ambulante Pflege. Darüber hinaus gibt es in manchen Krankenhäusern eine Hospizstation, wo ebenfalls eine stationäre Versorgung, bzw. stationäre Pflege, der Sterbenden stattfinden kann.

Palliativpflege: Kostenübersicht

Die Kosten für Palliativpflege können unterschiedlich hoch ausfallen und hängen stark von der individuellen Situation des Patienten ab. Grundsätzlich ist die Beratung, sowie Unterstützungsangebote und alle Arten von ehrenamtlichen Hilfeleistungen kostenlos. Darüber hinaus übernimmt die Krankenkasse Kosten für die palliativmedizinische Versorgung durch ärztliches Fachpersonal, in den meisten Fällen Hausärzte, aber auch durch Schmerztherapeuten oder spezielle Palliativmediziner. Außerdem wird die häusliche Palliativpflege und eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung, kurz SAPV, übernommen, wenn die Bedingungen dafür erfüllt sind. Die Kostenübernahme beruht auf dem fünften Sozialgesetzbuch, kurz SGB V, und ist auf keine Wohnform beschränkt. Hat ein Patient einen anerkannten Pflegegrad, von Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 bis Pflegegrad 5, dann kommen, laut elftem Sozialgesetzbuch, kurz SGB XI, zusätzlich Leistungen durch die Pflegeversicherung, genauer gesagt die Pflegekasse, hinzu.

Palliativpflege ist ein wichtiger Bestandteil der Pflegelandschaft

Palliativpflege ist ein äußerst wichtiger und wertvoller Bestandteil der Pflegelandschaft. Selbstverständlich sollte man immer, falls es irgendwie geht, an eine Heilung glauben und somit an verbessernden Pflegeleistungen festhalten. In der Realität ist das leider nicht immer möglich, oftmals ist der Tod unausweichlich und in solchen Situationen gilt es den Betroffenen nach bestem Wissen und Gewissen beizustehen. In vielen Fällen ist eine Palliativpflege dann die beste Option, um mit dem stetig schlechter werdenden Zustand des Patienten umzugehen und ihm gleichzeitig die verbleibende Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Menschen, die in der Palliativpflege arbeiten, wird viel abverlangt und die Grundvoraussetzungen um überhaupt in einem solchen Beruf arbeiten zu können, bzw. zu dürfen sind hoch. Gerade aus diesem Grund sollte man, vor allem wenn man vielleicht selbst überfordert ist, Palliativpflege als Option in Erwägung zu ziehen. Manchmal ist es, so traurig dies auch klingt, die beste Option Symptome zu behandeln, anstatt die Ursache zu bekämpfen.

INFO: Menschen mit Pflegegrad haben Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, im Wert von 40€, monatlich. Pflegehilfsmittel können bei der häuslichen Palliativpflege eine große Hilfe sein. Sanubi liefert schnell genau die Produkte, die benötigt werden.