Pflegeversicherung: Was Sie wissen müssen

Die soziale Pflegeversicherung im Falle einer Pflegebedürftigkeit ist eine wichtige Institution in Deutschland, mit einer langen Geschichte. Der Grundstein für unser heutiges System wurde schon im 19. Jahrhundert unter Kaiser Wilhelm I. gelegt. Seitdem hat die soziale Absicherung in Deutschland viele Meilensteine hinter sich gelassen. Mittlerweile ist auch die soziale Pflegeversicherung ein wichtiger Teil unserer Solidargesellschaft . Was genau das bedeutet und was Sie über die Pflegeversicherung wissen sollten, erklärt Ihnen Sanubi in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition und Aufbau
  2. Leistungen und Beiträge
  3. Pflegeversicherung: Was passiert mit den Beiträgen?
  4. Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Pflegeversicherung
  5. Pflegezusatzversicherung
  6. Pflegeversicherung: Vorsorge für alle

Pflegeversicherung: Definition und Aufbau

Bei der Pflegeversicherung handelt es sich um eine gesetzliche Pflichtversicherung, die das Risiko abdecken soll, pflegebedürftig zu werden. In Deutschland wurde die soziale Pflegeversicherung im Jahre 1995 als eigenständiger Teil der Sozialversicherung eingeführt und gleichzeitig im elften Sozialgesetzbuch geregelt. Pflegeversicherung, gesetzlich, privat Jede Person, die Mitglied bei einer gesetzlichen oder privaten Krankenkasse ist, ist auch im Rahmen einer Pflegeversicherung versicherungspflichtig. In Deutschland ist die soziale Pflegeversicherung die sogenannte “fünfte Säule” im Gebilde der sozialen Pflichtversicherungen. Sie nimmt dabei ihren Platz neben der gesetzlichen Krankenversicherung, Unfallversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung ein. Die Entscheidung, die soziale Pflegeversicherung im Falle einer Pflegebedürftigkeit der Versicherten, als eigenständige Institution zu etablieren wurde getroffen, um eine bessere Versorgung pflegebedürftiger Menschen gewährleisten zu können. Die Notwendigkeit dafür ergab sich außerdem bedingt durch unsere alternde Gesellschaft. Tatsache ist, dass es zunehmend Pflegebedürftige gibt und geben wird, die auf Pflege angewiesen sind und die Leistungen einer Pflegeversicherung in Anspruch nehmen werden müssen.

Pflegeversicherung: Leistungen und Beiträge im Überblick

Sowohl die Leistungen der Pflegeversicherung, als auch die zu leistenden Beiträge sind unterschiedlich geregelt und richten sich dabei nach den individuellen Lebensumständen der Versicherten. Im folgenden Abschnitt wird genau erklärt, wo die Unterschiede bestehen und woraus sich der individuelle Beitragssatz ergibt. Wichtig zu beachten ist an dieser Stelle, dass es im folgenden Verlauf lediglich um die gesetzliche Pflegeversicherung gehen wird. Über den Unterschied zur privaten Pflegeversicherung finden Sie im Anschluss weitere Informationen.

Leistungen der Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung deckt einen großen Bereich von verschiedenen Leistungen ab. Welche Pflegekosten genau getragen werden, hängt oft von der individuellen Situation ab, ganz besonders von den Pflegegraden, die durch ein 6-teiliges Feststellungsverfahren bestimmt werden. In Anspruch nehmen können die Leistungen neben den Versicherten selbst, unter Umständen auch Familienmitglieder, die bei der pflegeversicherten Person mitversichert sind. Bei den Familienversicherten handelt es sich in der Regel um Kinder bis zum 25. Lebensjahr, Ehegatten und Lebenspartner.

Folgende Leistungen können im Rahmen der Pflegeversicherung geleistet werden:

Beitragssätze der Pflegeversicherung

Der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung liegt im Jahr 2019 bei 3,05 Prozent pro Monat für Pflegeversicherte, mit Ausnahme von über 23 Jahre alten, kinderlosen Versicherten, die einen Beitrag von 3,35 Prozent pro Monat bezahlen müssen. Diese zusätzlichen 0,25% müssen darüber hinaus vom Arbeitnehmer allein getragen werden. Ansonsten wird der Beitrag in allen Ländern außer dem Freistaat Sachsen 1:1 zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgeteilt. In Sachsen muss der Arbeitnehmer etwas mehr als der Arbeitgeber bezahlen. Wichtig anzumerken ist hier auch noch, dass der Beitrag zur Pflegeversicherung bei 4.537,50 Euro gedeckelt ist und somit liegt der Maximalbeitrag bei 138,40 Euro monatlich, von denen 69,20 Euro der Arbeitnehmer zu bezahlen hat. Für Kinderlose über 23 beträgt der Maximalbeitrag 149,75 Euro, wobei der Eigenanteil in dem Fall bei 80,55 Euro liegt.
Genauere Informationen können Sie der untenstehenden Tabelle entnehmen (Beträge gerundet):

Personengruppe Arbeitnehmeranteil Arbeitgeberanteil
Angestellte außerhalb Sachsens 1,525% (max. 69,20€) 1,525% (max. 69,20€)
Rentner 3,05% (max. 138,40€)
Freiwillig Versicherte 3,05% (max. 138,40€)
Beihilfsberechtigte 1,525% (max. 69,20€)
Angestellter in Sachsen 2,025% (max. 91,90€) 1,025% (max.46,50€)
Zuschlag für Kinderlose +0,25% (max. 11,35€)

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Pflegeversicherung: Was passiert mit den Beiträgen?

Im Gegensatz zu anderen Versicherungen finanziert sich die gesetzliche Pflegeversicherung durch ein Umlagesystem. Das bedeutet, dass die aktuell eingezahlten Beiträge der Versicherten dazu genutzt werden die Leistungen der Pflegeempfänger zu bezahlen. Diese Vorgehensweise stellt sicher, dass stets eine ausreichende Liquidität gewährleistet werden kann und die Pflegekasse nicht ohne die nötigen Mittel dasteht, ihre Versicherten zu versorgen.

Pflegeversicherung: Gesetzlich oder privat?

Grundsätzlich gilt zunächst, dass jeder dort pflegeversichert ist wo er auch krankenversichert ist.Pflegeversicherung, gesetzlich, privat
Konkret heißt das, diejenigen die gesetzlich krankenversichert sind, sind auch gesetzlich pflegeversichert. Wohingegen privat Krankenversicherte sich auch privat pflegeversichern müssen. Anzumerken sind hier zwei wichtige Punkte und zwar zum einen ist es nicht ganz leicht sich in Deutschland als Arbeitnehmer privat versichern zu lassen. Verantwortlich dafür ist, das vorgeschriebene Mindesteinkommen von 60.750€ jährlich, das nötig ist um für eine private Krankenversicherung in Frage zu kommen. Zum anderen kommen im Falle einer privaten Krankenversicherung auch gewisse gesetzliche Regularien zum tragen, die hauptsächlich dazu dienen sollen, dass auch für Privatversicherte die Pflegeversicherung leistbar bleibt.

Pflegezusatzversicherung

Ganz wichtig zu wissen beim Thema Pflegeversicherung ist die Tatsache, dass die gesetzliche Pflegeversicherung nicht alle Pflegekosten übernimmt. Aus diesem Grund gibt es die Möglichkeit eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen, um im Falle des Falles sein eigenes Vermögen zu schützen. Oftmals können die Kosten für die adäquate Pflege seiner selbst oder eines Angehörigen schnell aus dem Ruder laufen. Um diesem Umstand vorzubeugen bieten zahlreiche private Versicherungen, Pflegezusatzversicherungen an. Zusätzlich gibt es noch die “Pflegebahr”, eine staatlich subventionierte, private Pflegezusatzversicherung, bei der keine Gesundheitsprüfung nötig ist. Die Beiträge können je nach individuellem Lebensumstand, Alter, Geschlecht und sonstiger Daten unterschiedlich hoch ausfallen. In jedem Fall empfiehlt sich eine umfangreiche Beratung vom Fachmann, falls Sie den Wunsch verspüren eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen.

Pflegeversicherung: Vorsorge für alle

Im Rahmen unserer sich ständig ändernden Gesellschaft ist es wichtiger denn je, dass die Pflegeversicherung als fünfte Säule unserer Sozialversicherung existiert. Aufgebaut auf die Pflegegrade von 1 bis 5 versorgt sie Menschen, die pflegebedürftig sind und trägt dabei die Pflegekosten. Pflegebedürftigkeit ist ein Schicksal das jeden von uns ereilen kann und dementsprechend weiß niemand ob er nicht eines Tages die Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen muss. Gekoppelt an die Art der Krankenversicherung, sprich entweder an die gesetzliche Krankenversicherung oder eine private, erfolgt auch die Pflegeversicherung. Für diejenigen die besonders umsichtig vorsorgen wollen bietet die Pflegezusatzversicherung eine großartige Alternative sich umfassend abzusichern.

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