Schuppenflechte

schuppenflechte

Schuppenflechte, in der Fachsprache Psoriasis genannt, ist eine in Deutschland weit verbreitete, oftmals bekannte, Krankheit. Schätzungen zufolge leiden ungefähr 2 Millionen Menschen hierzulande darunter. Die Symptome können sowohl in ihrer Ausprägung, als auch in der Lokalisation sehr unterschiedlich ausfallen und sind je nach Fall dementsprechend anders zu behandeln. Erschwerend hinzu kommt der Umstand, dass Schuppenflechte oft sehr negative psychologische Auswirkungen auf die betroffene Person haben kann. Eine Komponente der Krankheit, die heutzutage oft noch übersehen wird. Sanubi erklärt Ihnen in diesem Artikel alles Wichtige, das Sie zum Thema Schuppenflechte wissen sollten, insbesondere wird dabei auf die Symptome und die Behandlungsmöglichkeiten eingegangen.

Schuppenflechte: Definition

Schuppenflechte wird von Vielen für eine Hautkrankheit, wie ein Ekzem, Neurodermitis oder Nesselsucht gehalten. In Wirklichkeit handelt es sich bei der Schuppenflechte oder Psoriasis aber um eine Autoimmunerkankung, wie es beispielsweise bei Multipler Sklerose auch der Fall ist. Zur Veranschaulichung hat Sanubi für Sie eine Definition von Schuppenflechte vorbereitet:

Schuppenflechte, bzw. Psoriasis, ist eine nicht-ansteckende Autoimmunkrankheit, die hauptsächlich in Form einer entzündlichen Hautkrankheit äußert, aber auch andere Organe betreffen kann, wie etwa die Gelenke, Weichteile, Bänder, Augen, das Herz oder das Gefäßsystem.

Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass Schuppenflechte häufig mit Schlaganfällen oder Diabetes mellitus einhergehen kann. Auftreten kann die Schuppenflechte in allen Lebensjahren, am häufigsten jedoch zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Ab dem 50. Lebensjahr wird die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung geringer.

Woran erkennt man Schuppenflechte?

Im nächsten Abschnitt soll es um das Erscheinungsbild von Schuppenflechte gehen und darum wie man die Krankheit erkennt. Aus diesem Grund sollen zunächst die konkreten Symptome genauer untersucht werden. Anschließend wird die Diagnostik angesprochen und zum Schluss sollen die Ursachen von Schuppenflechte noch einmal erläutert werden.

Schuppenflechte: Symptome

Wie schon erwähnt zeigt sich Psoriasis sehr häufig in Form einer Hauterkrankung. Dabei handelt es sich dann um rötliche, in der Regel runde, sich deutlich abgrenzende und oftmals erhabene Flächen. Auf besagten Flächen kommt es zu einer zu schnellen Erneuerung der Hautzellen, woraufhin sich silbrig-weiß glänzende lamellöse Schuppen bilden. Auftreten kann dies am ganzen Körper, am häufigsten betroffen sind jedoch Stellen, die oft gedehnt oder anderweitig mechanisch belastet werden. Konkret kommt es auf folgenden Hautpartien am häufigsten zur Herausbildung von Symptomen der Schuppenflechte:

  • Kopfhaut
  • Bauchnabel
  • Steißbein
  • Kniescheiben
  • Ellbogen
  • Ohrläppchen
  • Fingerknöcheln
  • Im Genitalbereich, jedoch ohne Bildung von Schuppen

Neben der Symptomatik auf der Haut kommt es außerdem noch zu anderen Einschränkungen. In den Augen kann es zu Entzündungen des Augeninneren, sowie der Netzhaut, kommen. Die Knochen von Patienten, die unter Schuppenflechte leiden, weisen häufiger eine Knochenproliferation auf, allerdings ohne, dass sich der Erosionsumfang verändert. Mitunter kommt es auch zu einer Psoriasis-Arthritis. Zusätzlich besteht die Vermutung, dass Psoriasis-Kranke häufiger unter Herz-Kreislaufproblemen und Gefäßerkrankungen leiden.

Schuppenflechte: Diagnostik

In der Praxis stellt sich nun die nächste Frage und zwar wie diagnostiziert man Schuppenflechte korrekt. Zunächst gilt wie bei allen anderen Krankheiten auch, dass man bei den ersten Anzeichen einen passenden Arzt, im Fall der Schuppenflechte ist das meist ein Hautarzt, aufsuchen soll. Dieser stellt die Diagnose in der Regel anhand der Symptome oftmals in Verbindung mit einer hinreichenden Differentialdiagnose. Darauf aufbauend teilt er die Psoriasis dann in eine der verschiedenen Unterarten ein. Folgende Unterarten gibt es, der ICD-10 Klassifikation nach:

  • L40: Psoriasis
  • L40.0: Psoriasis vulgaris
  • L40.1: Generalisierte Psoriasis pustulosa
  • L40.2: Akrodermatitis continua suppurativa
  • L40.3: Psoriasis pustulosa palmoplantaris
  • L40.4: Psoriasis guttata
  • L40.8: Sonstige Psoriasis
  • L40.9: Psoriasis, nicht näher bezeichnet

Die Schwere der Schuppenflechte wird dann meist mit Hilfe des sogenannten PASI-Scores festgestellt.

Ursachen von Schuppenflechte

Die Ursachen, in der Fachsprache Ätiologie genannt, der Schuppenfläche sind noch vollständig aufgeklärt. Grundsätzlich geht man aber von verschiedenen begünstigenden Faktoren aus, die die Erkrankungsgefahr bei gemeinsamen Vorkommen erhöhen. Hierbei spielen vor allem zwei Hauptfaktoren eine Rolle. Zum einen ist das die erbliche Disposition, die einen erheblichen Einfluss haben dürfte. Begründet liegt die Vermutung aufgrund einer deutlichen familiären Häufung, die oftmals auch Generationen überspringen kann. Außerdem kann man starke regionale Unterschiede feststellen. Als zweiter Hauptfaktor lässt sich eine Fehlfunktion des Immunsystems anführen. Man nimmt an, dass es sich bei der Schuppenflechte um eine autoimmune Reaktion handelt, bei der das Immunsystem körpereigenes Gewebe als Fremdkörper wahrnimmt und angreift. Daraufhin entsteht ein entzündungsförderndes Umfeld, durch das auch die Produktion des Proteins Psoriasin gefördert wird.

Schuppenflechte: Verlauf

Der Verlauf von Schuppenflechte ist nicht immer gleich. Je nach Individuum kann es sein, dass die Krankheit ausheilt und nur einmal auftritt, was bei etwa einem Viertel der Betroffenen der Fall ist oder aber die Krankheit tritt immer wieder auf und zwar in unterschiedlich starker Ausprägung. Oftmals ist eine schwerwiegende psychische oder physische Belastung der auslösende Faktor, woraufhin sich die Schuppenflechte ausbreitet. Auch starke hormonelle Veränderungen, wie etwa eine Schwangerschaft oder die Pubertät, können Schuppenflechte befördern. Bei Menschen, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind, sowie im Herbst und in den Wintermonaten, ist eine Erkrankung am wahrscheinlichsten. Darüber hinaus gibt es viele Medikamente, die auslösend wirken oder den Verlauf befördern können. Darunter fallen Betablocker, Folsäure, Lithium-Salze, ACE-Hemmer und viele mehr. Am besten man befragt seinen Arzt vor der Einnahme von Medikamenten oder bei den ersten Anzeichen von Schuppenflechte. Auch Kosmetik, insbesondere wenn sie die Haut austrocknet, kann schädlich sein. Dasselbe gilt auch für andere Reize, wie Verletzungen, Reibung oder Sonnenbrände, welche ebenfalls zur Schuppenflechte führen können.

Heute bestellt – morgen verschickt!

Stellen Sie jetzt Ihre individuelle Sanubi-Box mit Pflegehilfsmitteln zusammen – komplett kostenlos.

Jetzt kostenlos Pflegehilfsmittel erhalten
Pflegehilfsmittel box

Schuppenflechte: Behandlung

Grundsätzlich gibt es für Schuppenflechte keine Therapie oder Behandlung, die zu einer Heilung der Krankheit führt. Stattdessen geht es in den meisten Fällen darum die Symptome zu lindern. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass es sowohl Fälle eines wirksamen Placebo-Effekts bei Schuppenflechte gibt, als auch spontane Remissionen. Aufgrund dieser Tatsachen ist es oftmals schwer die richtige Behandlung zu finden. Sanubi erklärt Ihnen im folgenden Verlauf alle wichtigen Therapieformen.

Äußere Anwendung

Ist die Ausprägung der Schuppenflechte auf der Haut weniger schwer, so greift man in der Regel auf Präparate zur äußeren Anwendung, meist in der Form von Salben oder Cremes, zurück. Eine Wirksamkeit muss dabei nicht gegeben sein und ist bis jetzt auch nicht durch größere Studien erwiesen worden. Nichtsdestotrotz können folgende Wirkstoffe helfen:

  • Kortikoide
  • Harnstoff (Urea pura)
  • Dithranol
  • Salizylsäure
  • Steinkohlenteer
  • Vitamin-D-Devirate
  • Vitamin B12

Innerliche Anwendung

Liegt eine mittlerer bis schwerer Fall von Schuppenflechte vor, sind häufig innerliche Anwendungen, auch systemische Therapie genannt, notwendig. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn nicht nur Hautflächen stark betroffen sind, sondern auch eine Beeinträchtigung der inneren Organe vermutet wird. Da Psoriasis eine entzündliche, Autoimmunkrankheit ist, kann es oftmals zu damit einhergehenden Erkrankungen kommen. Aus diesem Grund ist der Stellenwert der systemischen Therapie sehr hoch. Folgende Wirkstoffe oder Präparate können bei der innerlichen Anwendung verwendet werden:

  • Fumarsäureester
  • Kortikoide
  • Verschiedene Biologicals
  • Methotrexat
  • Retinoide
  • Apremilast
  • Ciclosporin

Psychomentale Ansätze

Eine schlechte psychische Verfassung kann sich negativ auf den Verlauf der Psoriasis auswirken. Aus diesem Grund gibt es verschiedene psychomentale Ansätze, die darauf abzielen Patienten zu entspannen, Stress zu lindern und den Umgang mit der Krankheit positiv zu verändern. Da Akzeptanz ein wichtiger Faktor beim Umgang mit Schuppenflechte ist, haben vor allem Selbsthilfegruppe positive Resultate hervorgebracht.

Bade- und Lichttherapie

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist eine Badetherapie oder eine Lichttherapie. In diesem Rahmen gibt es verschiedene Anwendungsformen. Sanubi listet die wichtigsten für Sie auf:

  • Fangotherapie
  • Balneotherapie bzw. Balneophototherapie
  • PUVA
  • Fischtherapie
  • Lasertherapie
  • Schmalspektrum-UV-Bestrahlung
  • Blaue LED-Lichttherapie
  • Selektive Ultraviolett-Phototherapie

Elektrotherapie

Auch eine Elektrotherapie mit schwach dosiertem Interferenzstrom ist eine Option bei Schuppenflechte. Eine Elektrotherapie muss regelmäßig, zweimal täglich, jeweils 5 Minuten lang, durchgeführt werden. Dies erfolgt in der Regel zu Hause und zwar in Eigenbehandlung. Ein geeignetes Gerät kann gekauft oder geliehen werden. Grundsätzlich ist die Elektrotherapie darüber hinaus gut verträglich.

Chirurgische Eingriffe

Zunächst muss klargestellt werden, dass es keinerlei chirurgische Eingriffe gibt, die Schuppenflechte selbst behandeln. Eine Entfernung der Gaumenmandeln hat allerdings in verschiedenen Studien gezeigt, dass eine Besserung der Symptome von Schuppenflechte, insbesondere von Psoriasis vulgaris, Psoriasis guttata und Psoriasis pustulosa palmoplantaris, die Folge sein kann.

Ernährung

Grundsätzlich muss man ernährungstechnisch bei Psoriasis nicht allzuviel zu beachten. Eine Ausnahme bildet hierbei jedoch die Glutenunverträglichkeit, in der Fachsprache Zöliakie genannt, welche manchmal vorkommt. In jenen Fällen kann eine glutenfreie Ernährung zu Linderungen der Beschwerden führen.

Alternative Heilmethoden

Es gibt zahlreiche alternative Heilmethoden, die bei Schuppenflechte Anwendung finden können. Darunter fällt Homöopathie, verschiedene Diäten, die Anwendung von Kräutern und Behandlungen aus dem Bereich der traditionellen chinesischen Medizin, wie beispielsweise Akupunktur. Obwohl viele Patienten von Erfolgen berichten, konnte bis zum heutigen Zeitpunkt durch keine Studie gezeigt werden, dass alternative Heilmethoden oder Homöopathie über den Placebo-Effekt hinaus wirksam sind.

Schuppenflechte: Mehr als ein Hautausschlag

Psoriasis, bzw. Schuppenflechte wird oftmals als Hautkrankheit wahrgenommen, ist aber in Wirklichkeit wesentlich mehr als eine oder vielfach auftretende Hauterscheinungen. Psoriasis ist eine Autoimmunerkrankung, die unbedingt ernst genommen werden sollte. Vor allem weil sie auch die andere Körperteile, wie etwa die Gelenke, betreffen kann. Im Fall der Gelenke spricht man von Psoriasis-Arthritis. Bemerkt man Hautveränderungen sollte man rasch einen Arzt aufsuchen. Schuppenflechte kann sowohl durch die entsprechende genetische Veranlagung, als auch durch andere Auslöser verursacht werden. Wichtig ist vor allem, dass man reagiert. Auch wenn keine Heilung im eigentlichen Sinne möglich ist, so gibt es zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten, die die Beschwerden lindern.

Vergessen Sie nicht, dass Menschen mit Pflegegrad ein Anrecht auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, im Wert von 40€, haben. Sanubi liefert schnell genau die Produkte, die benötigt werden.