Pflegehilfsmittel dienen Pflegebedürftigen im Alltag und dabei, ein selbständigeres Leben führen zu können. Sie sind für die häusliche Pflege bestimmt und sollen zur Linderung von Beschwerden der betroffenen Personen beitragen. Pflegebedürftige mit einem Pflegegrad (früher Pflegestufe) haben gesetzlich Anspruch auf Pflegehilfsmittel.

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Man unterscheidet technische Pflegehilfsmittel von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch
  • Für Pflegehilfsmittel ist die Pflegekasse zuständig (Für Hilfsmittel die Krankenkasse)
  • Menschen mit einem Pflegegrad haben grundsätzlich Anspruch auf zuzahlungsfreie Pflegehilfsmittel
  • Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel werden mit bis zu 60 Euro* pro Monat von der Pflegekasse erstattet

*aufgrund der Corona-Pandemie können Sie seit dem 1.4.2020 bis auf Weiteres Pflegehilfsmittel im Wert von 60 Euro statt der bisherigen 40 Euro erhalten.

Pflegehilfsmittel – Definition

Pflegehilfsmittel sind Geräte oder Sachmittel, die zu Erleichterungen in der häuslichen Pflege führen sollen und / oder dazu beitragen sollen, dass die pflegebedürftige Person ein selbstständigeres Leben führen kann.

Was versteht man unter Pflegehilfsmittel

Unter Pflegehilfsmittel fallen sowohl Verbrauchsgüter, wie Desinfektionsmittel, Mundschutz, Handschuhe und mehr, als auch beispielsweise Pflegebetten.

Was zählt zu den Pflegehilfsmitteln – Liste

Pflegekassen unterscheiden grundsätzlich zwei Arten an Pflegehilfsmitteln:

  • zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel
  • technische Pflegehilfsmittel

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch

Lesen Sie, was unter zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel fällt, wie diese definiert sind und was bei Antrag, Bestellung als auch der Kostenübernahme zu beachten ist.

Definition – Was sind Pflegeverbrauchsmittel?

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel sind solche Hilfsmittel, die wegen der Beschaffenheit ihres Materials oder aus hygienischen Gründen nur einmal benutzt werden können, also zum Einmalgebrauch gedacht und in der Regel für den Wiedereinsatz nicht geeignet sind.

Übersicht – Was zählt zu Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch?

Mundschutz

Spätestens nach Einbruch der Covid-19-Pandemie ist ein Mundschutz, oder auch Mund-Nasen-Schutz / Maske nicht mehr aus dem alltäglichen Leben wegzudenken. Pfleger*innen und die zu pflegende Person schützen sich damit vor Krankheitserregern.

Flächendesinfektion

Um das Risiko einer Infektion so gering wie möglich zu halten, sollten Flächen im, beispielsweise Sanitärbereich, großflächig und regelmäßig desinfiziert werden. Auch in Bereichen wie Esszimmer und / oder Küche kann das Mittel genutzt werden.

Handdesinfektionsmittel

Desinfektionsmittel für die Hände ist ein essenzieller Bestandteil der Pflege von Angehörigen. Es reduziert das Risiko von Infektionskrankheiten und sollte regelmäßig angewendet werden.

Bettschutzeinlagen

Bettschutzeinlagen nehmen Körperflüssigkeiten, vorwiegend Urin, auf und bieten der betroffenen Person eine komfortable Nacht. Der Bettschutz, wie der Name bereits sagt, schützt zusätzlich das Bett und die Matratze, sodass tägliches Neubeziehen und aufwändiges Reinigen nicht notwendig werden. Bettschutzeinlagen werden in der Regel einmalig verwendet und nach Gebrauch entsorgt. Es gibt allerdings auch wiederverwendbare Bettschutzeinlagen.

Handschuhe / Einmalhandschuhe

Einmalhandschuhe dienen ebenfalls der Risikominderung in der häuslichen Pflege und schützen dabei sowohl die pflegende als auch die pflegebedürftige Person vor Keimen und Krankheitserregern. Infektionen durch Verunreinigungen werden vorgebeugt. Größe und Material variieren bei Handschuhen (bspw. Latex oder Vinyl).

Schutzschürzen

Die wasserabweisenden Schutzschürzen sind für den einmaligen Gebrauch gedacht und dienen dem Schutz der Kleidung aber auch vor Krankheitserregern und Infektionen.

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sind im GKV Hilfsmittelverzeichnis aufgelistet und der Produktgruppe 54 zugeordnet.

Voraussetzungen – Wer hat Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch?

Das Sozialgesetzbuch regelt den Anspruch auf Pflegehilfsmittel. Hierbei wird zwischen Hilfsmitteln SGB V §33 und Pflegehilfsmitteln SGB XI §40 unterschieden. Für stationäre Pflegeheimbewohner gelten abweichende Regelungen. Hier ist normalerweise das entsprechende Heim für die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln zuständig.

Folgende drei Kriterien müssen erfüllt sein, damit ein Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch besteht:

  • Die betroffene Person hat einen Pflegegrad von 1 bis 5
  • Die Pflege erfolgt im eigenen zu Hause, im Haus der Familie, einer WG oder dem betreuten Wohnen
  • Eine angehörige Person oder ein Pflegedienst pflegen die betroffene Person

Mehr zu den einzelnen Pflegegraden finden Sie in unseren Pflegegrad-Ratgebern:

Pflegegrad 1 Pflegegrad 2 Pflegegrad 3 Pflegegrad 4 Pflegegrad 5

 

Gut zu wissen!

Tritt der Pflegefall plötzlich ein, so haben Angehörige Anspruch auf das sogenannte Pflegeunterstützungsgeld – es wird von der Pflegekasse nach Antragstellung für 10 Tage gezahlt – in dieser Zeit muss der Arbeitgeber die betroffenen Personen von der Arbeit freistellen.

Anspruch auf Pflegehilfsmittel leicht erklärt

Kostenübernahme – Welche Pflegehilfsmittel übernimmt die Pflegekasse?

Die Kosten für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden von der Pflegekasse übernommen – Pflegebedürftige haben Anspruch auf Pflegehilfsmittel im Wert von 60 Euro monatlich. Die Hilfsmittel sind also nicht gratis, jedoch für den Betroffenen kostenlos, wenn die Pflegeversicherung die Kosten übernimmt.

Versicherte ab dem 19. Lebensjahr müssen für technische Pflegehilfsmittel folgende Zuzahlung leisten:

    • 10 % der Kosten des Hilfsmittels
    • maximal 25 Euro je Hilfsmittel

Kurz und knapp: Bei technischen Pflegehilfsmitteln kann es zu einer Zuzahlungspflicht kommen, jedoch nicht mehr als 25 Euro pro Hilfsmittel. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden bis zu 60 Euro monatlich von der Pflegekasse erstattet. Alles darüber hinaus muss selbst gezahlt werden.

Verordnung – Wer verordnet Pflegehilfsmittel zum Verbrauch?

Pflegehilfsmittel müssen nicht vom Arzt verschrieben werden – Der Antrag auf Kostenübernahme wird schnell und unkompliziert bei der zuständigen Pflegekasse gestellt.

Beantragen – Wie beantrage ich Pflegehilfsmittel zum Verbrauch?

Der Antrag auf zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel im Wert von monatlich 60 Euro oder auf Bereitstellung von technischen Pflegehilfsmitteln muss bei der Pflegekasse gestellt werden. Bei vielen Dienstleistern, so auch Sanubi, ist die Antragstellung im Service enthalten, sodass Verbraucher alles aus einer Hand schnell und unkompliziert erhalten.

Zur Beantragung von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch, dienen das Formular zur Kostenübernahme für Pflegehilfsmittel (Anlage 4), sowie die Erklärung zum Erhalt von Pflegehilfsmitteln (Anlage 2).

Zunächst wird das Formular Anlage 4 ausgefüllt und von der versicherten oder einer bevollmächtigten Person unterschrieben. Unter anderem werden Angaben zur Art der benötigten Pflegehilfsmittel gemacht.

Mit der Anlage 2 wird dann der Erhalt der Pflegehilfsmittel zum Verbrauch bestätigt.

Was, wenn der Antrag auf gratis Pflegehilfsmittel abgelehnt wird

Vor allem bei einem niedrigen Pflegegrad kann es vorkommen, dass der Antrag auf Pflegehilfsmittel von der Pflegekasse abgelehnt wird. In diesem Fall sollten Betroffene einen Widerspruch einlegen. Oft ist es eine nicht hinreichende Begründung, die zur Ablehnung führt – ein Fehler der korrigiert werden kann. Auch der MDK (MEDICPROOF für privat Versicherte) können hinzugezogen werden, da bereits bei der Begutachtung der Bedarf an Pflegehilfsmitteln festgestellt wird.

Bestellen – Wo kann ich Pflegehilfsmittel bestellen?

Grundsätzlich können Betroffene und deren Angehörige Pflegehilfsmittel zum Verbrauch in Drogerien oder Apotheken selbst kaufen.

Eine unkomplizierte Alternative bieten hier Online-Anbieter. Solche zugelassenen Dienstleister halten Verträge zu den Pflegekassen und rechnen mit diesen direkt ab. Bestellte Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden dann kostenlos und regelmäßig nach Hause geliefert. Dafür wird ein sogenanntes Pflegepaket – wie unsere Sanubi Pflegebox – bereitgestellt, welches automatisch monatlich versandt wird.

Vorteile beim Online-Kauf von Pflegehilfsmitteln

  • Der Antrag und die Abwicklung mit der Pflegekasse übernimmt ihr Online-Anbieter
  • Pflegehilfsmittelpaket kommt regelmäßig (monatlich) zu ihnen nach Hause geliefert
  • Es kann nichts vergessen werden
  • Das Paket kann jederzeit individuell angepasst werden

Nachteile von Drogerien / Apotheken

  • Die Pflegehilfsmittel müssen selbst bezahlt werden und werden erst später erstattet
  • Der Antrag auf Kostenübernahme bei der Pflegekasse muss eigenständig gestellt werden
  • Die Pflegehilfsmittel können im Laden vergriffen sein
  • Kein regelmäßiger Erhalt von Pflegehilfsmittel

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Technische Pflegehilfsmittel

Was fällt unter technische Hilfsmittel, wie werden Sie beantragt und wer trägt die Kosten?

Definition – Was sind technische Pflegehilfsmittel?

Unter technische Pflegehilfsmittel versteht man langlebige Produkte, die in der häuslichen Pflege Anwendung finden. Dazu gehören beispielsweise Pflegebetten, Badewannenlifte und mehr.

Übersicht – Was zählt zu technischen Hilfsmitteln?

Alle zur Kategorie „Technische Pflegehilfsmittel“ gehörenden Geräte sind in den Produktgruppen 50-53 laut Hilfsmittelverzeichnis des GKV Spitzenverbandes aufgelistet.

Produktgruppe 50: Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege, z. B. Pflegebetten, Pflegezubehör, Pflegestühle, Toilettenstühle

Produktgruppe 51: Pflegehilfsmittel zur Körperpflege / Hygiene, z. B. Urinflaschen, Bettschutzeinlagen, Waschsysteme

Produktgruppe 52: Pflegehilfsmittel zur selbstständigeren Lebensführung / Mobilität, z. B. Rollstühle, Gehhilfen

Produktgruppe 53: Pflegehilfsmittel zur Linderung von Beschwerden, z. B. Lagerungskissen

Eine Ausstattung mit Pflegehilfsmitteln kann die Grundausstattung oder die Ersatzbeschaffung beinhalten. Technische Hilfsmittel werden teils nur leihweise überlassen, deshalb kann das Überlassen der Pflegehilfsmittel auch an eine Ausbildung zu deren Gebrauch gebunden sein. Sie unterliegen meist auch einer Eigenbeteiligung.

Voraussetzungen – Wer hat Anspruch auf technische Hilfsmittel?

Die Grundlage für einen gesetzlichen Anspruch auf technische Pflegehilfsmittel werden in §40 SGB XI geregelt. Voraussetzungen sind eine festgestellte Pflegebedürftigkeit bei der betroffenen Person mit anerkanntem Pflegegrad sowie eine Pflege im häuslichen Umfeld. Grundsätzlich müssen die Pflegehilfsmittel:

  • die Pflege erleichtern / unterstützen
  • zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen 
  • oder ein selbständigeres Leben ermöglichen

Kostenübernahme – Welche technischen Hilfsmittel übernimmt die Pflegekasse?

Technische Pflegehilfsmittel sind in der Regel teurer und werden von der Pflegekasse teils vollständig übernommen. Eine Zuzahlung ist unter bestimmten Voraussetzungen jedoch möglich. Pflegebedürftige müssen ab dem 18. Lebensjahr einen Eigenanteil von 10 %, maximal 25 Euro, je Hilfsmittel tragen. Größere Pflegehilfsmittel werden von der Pflegekasse teilweise nur leihweise überlassen, eine Zuzahlung entfällt in diesem Fall. 

Verordnung – Wer verordnet technische Hilfsmittel? 

Grundsätzlich müssen technische Pflegehilfsmittel nicht von einem Arzt verordnet werden. Sie werden direkt bei der zuständigen Pflegekasse beantragt. Für teure Hilfsmittel, wie etwa einem Pflegebett, ist allerdings eine ärztliche Verordnung einzureichen. Geprüft wird dann, ob das Pflegehilfsmittel gegebenenfalls von der Krankenkasse, statt der Pflegekasse bezahlt werden muss. 

Beantragen – Wie beantrage ich technische Hilfsmittel?

Im Vorfeld können Betroffene oder Angehörige sich bei Dienstleistern (beispielsweise im Sanitätshaus) informieren und beraten lassen, welche Ausführungen geeignet sind und was von der Kasse übernommen wird. Im Anschluss kann der betreuende Arzt eine Verordnung ausstellen. Diese Verordnung enthält die genaue Bezeichnung des Hilfsmittels sowie eine Erläuterung, aus welchen Gründen das Hilfsmittel aus medizinischer Sicht notwendig ist (inkl. Diagnose).

Bestellen – Wo kann ich technische Hilfsmittel bestellen?

Da vor allem größere technische Pflegehilfsmittel von der Kasse nur leihweise überlassen werden, erfolgt die “Bestellung” mit der von der Kasse genehmigten Verordnung. Das Pflegehilfsmittel kann daraufhin bei einem anerkannten Leistungserbringer, beispielsweise einem Sanitätshaus oder der Apotheke bestellt werden.

Pflegehilfsmittel, wie beispielsweise Pflegebetten, können selbstverständlich auch privat neu gekauft werden. Einigen Betroffenen ist ein eigenes neues Gerät oft wichtig. Bei zahlreichen Onlinehändlern können solche technischen Pflegehilfsmittel in einem solchen Fall erworben werden.

Abrechnung – Wie werden technische Hilfsmittel abgerechnet?

Nach bestätigter Kostenübernahme erhalten pflegebedürftige Personen die technischen Pflegehilfsmittel vom Leistungserbringer. Dies kann beispielsweise ein Sanitätshaus sein. Diese Leistungserbringer rechnen direkt mit der Pflegekasse ab – die Versicherte Person muss nichts weiter tun.

Pflegehilfsmittel bei Inkontinenz

Inkontinenzartikel gehören leider nicht zu den Pflegehilfsmitteln. Da pflegebedürftige Personen oft von Inkontinenz  betroffen sind, macht eine zusätzliche Antragstellung allerdings Sinn. Erforderlich ist dafür ein Inkontinenz-Rezept vom Arzt, welches bei der Krankenkasse vorgelegt wird.

Was sollte auf dem Inkontinenz-Rezept vermerkt sein?

  • Die Kennzeichnung als Hilfsmittelrezept (Nummer 7)
  • Die Diagnose der Inkontinenzform, z. B. Harninkontinenz
  • Der Produktname, z. B. Inkontinenzwindeln
  • Die Stückzahl, z. B. 2 Windeln zum Verbrauch
  • Die Fallgruppe

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nur, wenn eine Fallgruppe identifiziert wurde. Fallgruppen sind Begründungen für die Inkontinenzversorgung mit den Hilfsmitteln. Mögliche Fallgruppen / Begründungen sind:

  • Teilnahme am gesellschaftlichen Leben
  • Zur Prävention einer Dekubitus
  • Zur Prävention von Hauterkrankungen

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Werden diese Punkte beachtet sollte die Ausstellung eines Rezepts und die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse reibungslos klappen.

FAQ: Häufige Fragen zu Pflegehilfsmitteln