Schlaganfall

Ein Schlaganfall, mitunter auch Gehirnschlag, Hirnschlag, Apoplex oder umgangssprachlich auch Schlag genannt, kann ein schwerer Schicksalsschlag sein. Leider sind Schlaganfälle auch in Deutschland weit verbreitet. Ungefähr 270.000 Menschen sind davon jährlich betroffen, etwa 80% von ihnen erleiden dabei einen ischämischen Schlaganfall, der somit die häufigste Form des Apoplex darstellt. Schlaganfälle sind nicht nur eine häufige Todesursache, sie stellen auch die gängigste Erkrankung dar, die bei erwachsenen Menschen eine Behinderung hervorrufen kann, die die besagte Person womöglich sogar zu einem Pflegefall werden lässt. Die Gefahr eines Hirnschlags steigt mit dem Alter, aber auch andere Elemente spielen eine Rolle. Sanubi erklärt Ihnen in der großen Übersicht alles Wichtige zum Thema Schlaganfall, der dazugehörigen Ursachen, Symptome, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie es mit der Rehabilitation aussieht.

Inhaltsverzeichnis

  1. Schlaganfall: Definition
  2. Symptome eines Schlaganfalls
  3. Schlaganfall: Ursachen
  4. Diagnose Schlaganfall
  5. Schlaganfall: Behandlungsmöglichkeiten
  6. Die Rehabilitation bei einem Schlaganfall
  7. Ein Schlaganfall ist oft vermeidbar

Schlaganfall: Definition

Befasst man sich mit Schlaganfällen, so muss man zunächst klarstellen, dass es sich dabei nicht um eine einheitliche Krankheit handelt. Der Begriff wird vielmehr für eine Reihe von unterschiedlichen neurologischen Erkrankungen verwendet, die sich allerdings allesamt durch ähnliche, akute Symptome auszeichnen, die durch Durchblutungsstörungen im Gehirn ausgelöst werden. In diesem Sinne fällt auch die Definition eines Schlaganfalls relativ einfach aus und lautet wie folgt:

“Ein Schlaganfall ist eine akute Durchblutungsstörung im Gehirn, bei dem entweder eine stark verminderte Durchblutung oder eine Hirnblutung schwerwiegende Symptome hervorruft.”

Schlaganfälle sind insbesondere für ältere Menschen eine große Gefahrenquelle, knapp mehr als die Hälfte aller Betroffenen sind nämlich über 75 Jahre alt. Darüber hinaus liegt das durchschnittliche Lebenszeitrisiko auf einen Schlaganfall weltweit bei 24,9 Prozent. Zusätzlich ist das Risiko einer Pflegebedürftigkeit im Anschluss an einen Gehirnschlag groß. In jedem Fall ist schnelles Handeln in einem solchen Fall wichtig und oftmals können so nicht nur die Überlebenschancen verbessert werden, auch die Langzeitfolgen können gemindert werden.

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Schlaganfall: Symptome

Die Symptome treten bei einem Schlaganfall akut auf. Zwar gibt es Risikofaktoren, die einen Gehirnschlag begünstigen, Symptome, die auf die Erkrankung aufmerksam machen oder sie vorzeitig ankündigen, lassen sich jedoch nicht bestimmen.

Folgende Symptomatiken können sich während eines Schlaganfalles bemerkbar machen:

  • Bewusstseinsstörungen, auch Somnolenz genannt
  • Verlust des Bewusstseins, in der Fachsprache Koma genannt
  • Orientierungsstörungen
  • Taubheitsgefühl in den Armen, Beinen, im Gesicht oder einer gesamten Körperhälfte
  • Lähmungserscheinungen in den Armen, Beinen, im Gesicht oder einer gesamten Körperhälfte
  • Verwirrung
  • Sprachstörungen
  • Wortfindungsstörungen
  • Verständnisprobleme
  • Probleme beim Schreiben
  • Schluckstörungen, in der Fachsprache Dysphagie genannt
  • Schmerzlose Sehstörungen
  • Gesichtsfeldausfall
  • Doppelbilder
  • Einseitige Pupillenerweiterung
  • Schwindelgefühl
  • Probleme beim Gehen
  • Gleichgewichts- oder Koordinationsstörungen, auch Ataxie genannt
  • Extreme Kopfschmerzen
  • Stark erhöhter Blutdruck
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Fehlende Wahrnehmung von Teilen der Umwelt oder seiner selbst

Ausnahmefall: Transitorische ischämische Attacke

Dieselben, oben genannten Symptome sind auch bei einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) zu beobachten, bei welcher es sich allerdings nicht um einen herkömmlichen Schlaganfall handelt. Anders als bei den meisten Schlaganfall-Patienten verschwinden die Symptome bei einer TIA nach ungefähr einer Stunde wieder. Oftmals geschieht das schon bevor der Patient überhaupt erst in der Neurologie, im Krankenhaus ankommt. Nichtsdestotrotz sollte man auch hier rasch handeln. Nur ein Fachmann kann sich ein Bild davon machen und bestimmen, ob es sich um einen Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke handelt. Außerdem sollte man beachten, dass Menschen die eine solche TIA erleiden, oftmals ein wesentlich höheres Risiko auf einen echten Schlaganfall haben. Kritisch sind meist die nächsten 5 Jahre und es ist auf jeden Fall ratsam sich über vorbeugende Maßnahmen informieren zu lassen.

Schlaganfall: Ursachen

Arzt unterschreibtWie im bisherigen Verlauf angedeutet gibt es verschiedene Formen von Schlaganfällen. Eine Unterscheidung muss insbesondere zwischen solchen gemacht werden, die von einer Minderdurchblutung im Gehirn verursacht werden und jenen, die durch eine Hirnblutung, also einer schädlich erhöhten Menge von Blut, einer sogenannten Blutung, im Gehirn, hervorgerufen werden. Liegt die besagte Minderdurchblutung vor, dann spricht man von einem ischämischen Schlaganfall. In einem solchen Fall gelangt nicht genügend Sauerstoff und Glukose ins Gehirn, was zu einem schlagartig auftretenden, extrem schnellen Absterben von Gehirnzellen führt. Bei einer Hirnblutung hingegen fließt zu viel Blut ins Gehirn, was eine erhöhte Menge inneren Drucks auf die Gehirnzellen ausübt und ebenfalls dazu führt, dass diese erst geschädigt werden, ehe sie komplett absterben. Ein ganz wichtiger Punkt, den es an dieser Stelle zu beachten gilt, ist, dass ein Schlaganfall niemals primär auf Störungen der Erregbarkeit von Nervenzellen zurückgeführt werden kann, denn in einem solchen Fall spricht man von Epilepsie.

Im Detail können folgende Ursachen für einen Schlaganfall verantwortlich sein:

  • Durch Blutgerinnsel verursachte, arterielle Embolien
  • Gefäßverengungen, die durch Gefäßverkrampfungen bedingt sind
  • Thrombosen der venösen Abflussgefäße
  • Spontane Gefäßrisse
  • Gefäßrisse, aufgrund verschiedener Ursachen, z. B. hoher Blutdruck
  • Subarachnoidalblutung
  • Subdurale oder epidurale Hämatome
  • Spontanblutungen bei gestörter Blutgerinnung

INFO: Man sollte nicht vergessen, dass bei vorhandenem Pflegegrad pflegebedürftigen Menschen Pflegehilfsmittel, im Wert von 40€, pro Monat zustehen. Falls diese benötigt werden, liefert Sanubi nicht nur schnell und diskret, sondern übernimmt auch die Korrespondenz mit der Pflegekasse.

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Diagnose Schlaganfall

Die Diagnostik bei einem Schlaganfall wird klinisch gestellt, das heißt sie erfolgt anhand der äußerlich feststellbaren Symptome. Dem zuständigen Facharzt stehen dabei eine ganze Reihe unterschiedlicher Untersuchungsmethoden zur Verfügung, die je nach individueller Situation des Patienten, angewendet werden können. Generell greift man bei einem sich erhärtenden Verdacht auf Schlaganfall auf verschiedenen bildgebende Diagnosemittel zurück. Hirnblutungen können so mit einer Magnetresonanztomographie, kurz MRT, oder einer Computertomographie, kurz CT, sofort festgestellt werden. Bei ischämischen Schlaganfällen wendet man im Anschluss eine CT-Perfusion oder eine CT-Angiographie, kurz CTA, an. Um die Lokalisation, also den Ort des Schlaganfalls, im Gehirn feststellen zu können, werden diffusionsgewichtete Aufnahmen gemacht. In Ausnahmefällen, wie etwa bei einer feinen Subarachnoidalblutung, kann eine Lumbalpunktion zum Einsatz kommen. Zusätzlich wird dem Patienten immer auch noch Blut entnommen, da verschiedene Blutwerte essentiell sind für die richtige Behandlung eines Schlaganfalls. In jedem Fall ist Zeit bei der Diagnose eines Schlaganfalls von essentieller Bedeutung. Aus diesem Grund wurde von der National Institutes of Health Stroke Scale (NIHSS) die Cincinnati Prehospital Stroke Scale (CPSS) entwickelt. Es handelt sich dabei um eine einfaches Diagnosemittel, das in der ersten Hilfe oftmals unter dem Akronym FAST an Laien vermittelt wird. Sanubi erklärt Ihnen jetzt wie sich dieses Verfahren im Detail zusammensetzt.

● Face, auf Deutsch Gesicht

Die Person wird aufgefordert eine Grimasse zu schneiden oder auf andere Art und Weise stark das Gesicht zu verziehen. Das wird deshalb gemacht, um zu sehen ob eine Gesichtshälfte gelähmt ist, was ein eindeutiges Anzeichen für einen Schlaganfall sein kann. Ein ähnliches Prinzip wird angewandt, wenn man den Patienten darum bittet die Backen aufzublasen und anschließend gegen leichten Widerstand aufgeblasen zu halten. Bei einem Schlaganfall gelingt dies ebenfalls meist nicht.

● Arms, auf Deutsch Arme

Als nächstes wird der Betroffene aufgefordert die Arme, im 90° Winkel, vor sich auszustrecken und dabei die Handfläche nach oben zu zeigen. Kann er diese nicht ohne Unterstützung halten, sinken die Arme ab oder schafft er es überhaupt erst gar nicht sie auszustrecken, so zeigt er Symptome eines Schlaganfalls.

● Speech, auf Deutsch Sprache

Grundsätzlich sollte man bei einem möglichen Schlaganfallpatienten immer auf ihre Sprachfähigkeit achten. Das Hauptaugenmerk sollte hier auf mehreren Dingen liegen. Zum einen sollte man versuchen herauszuhören, ob die Aussprache der betroffenen Person verwaschen klingt. Zum anderen kann es sein, dass der Patient Wortfindungsschwierigkeiten hat, er kann also seine Gedanken nicht zum Ausdruck bringen. Darüber hinaus kann sich auf diesem Weg auch ein verlangsamter Denkprozess bemerkbar machen.

● Time, auf Deutsch Zeit

Der letzte Teil und vielleicht der wichtigste Punkt, den es bei der Diagnose und Versorgung eines potentiellen Schlaganfallpatienten zu beachten gibt, ist Zeit. So trivial es auch klingt, Zeit ist Hirn. Bei einem Schlaganfall sterben die Gehirnzellen rapide ab. In diesem Sinne gilt es den Betroffenen schnellstmöglich fachmännisch zu versorgen. Das heißt ein Krankenwagen muss umgehend verständigt werden und anschließend muss der Patient so schnell wie möglich in eine Klinik gebracht werden, die über das nötige Fachpersonal verfügt, um ihm die bestmöglichen Genesungschancen zu verschaffen. Wichtig ist auch immer, dass man schon bei der Verständigung der Rettung die Möglichkeit eines Schlaganfalls erwähnt. Nur so können die richtigen Ersthelfer, bzw. Sanitäter, mitunter auch sogenannte Stroke Units, also speziell ausgebildete Fachkräfte, entsandt werden.

Schlaganfall: Behandlungsmöglichkeiten

Grundsätzlich gilt es im Verdachtsfall sofort zu handeln, auch wenn man sich nicht komplett sicher ist, ob ein Schlaganfall vorliegt. Die Zeitspanne in der eine Behandlung erfolgreich sein kann, liegt in der Regel bei vier Stunden, je schneller man jedoch therapiert wird, desto größer sind die Chancen, dass bleibende Schäden vermieden oder zumindest gelindert werden. Eine sehr häufige Behandlungsmethode ist dann die Lysetherapie, aber auch die intravenöse Verabreichung von Medikamenten kann zielführend sein, ebenso wie eine sogenannte Neurothrombektomie. Bei letzterer handelt es sich um ein hochmodernes Verfahren, durch das das Blutgerinnsel mechanisch, mit Hilfe eines Katheters, entfernt wird. Dieses Verfahren verbreitet sich immer weiter, da es wesentlich wirkungsvoller ist als die herkömmliche Methode mit Medikamenten. Nichtsdestotrotz kann die Neurothrombektomie nicht bei allen Patienten eingesetzt werden, genauer gesagt wirkt sie nur bei 10 bis 15 Prozent der Betroffenen, die unter einem ischämischen Schlaganfall leiden.

TIPP: Falls man nach der Behandlung eines Schlaganfalles einen Pflegegrad erhalten hat, dann sollte man seinen Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, im Wert von 40€ pro Monat, nicht vergessen.

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Die Rehabilitation bei einem Schlaganfall

Ein wichtiger Gesichtspunkt beim Schlaganfall ist nicht nur die Therapie, sondern auch die Rehabilitation danach. Es ist leider ein unbestreitbarer Fakt, dass viele Schlaganfallpatienten unter Langzeitfolgen leiden, die teilweise sogar gar nicht mehr verschwinden. In diesem Sinne gilt es sofort nach der akuten Behandlung mit der Rehabilitationsarbeit zu beginnen. Ganz wichtig ist dabei die ständige Bewegung der betroffenen Körperteile. Dieser Ansatz ist relativ neu, zeigt aber sogar bei schweren Fällen eine deutliche Wirkung. Dadurch, dass stets eine Bewegung stattfindet, verlernt der Patient weniger und es fällt ihm leichter schneller wieder selbstständig zu leben. Darüber hinaus sollte eine passende, auf den betroffenen Patienten abgestimmte, Physiotherapie in Anspruch genommen werden. Eine Ergotherapie kann ebenfalls zum Einsatz kommen. Auch die konsequente Logopädie darf nicht unterschätzt werden. Insbesondere hier sind viele Betroffene noch zu nachlässig. Im Rahmen von modernen Rehabilitationsmaßnahmen wird außerdem versucht krankhafte Hirnaktivitäten zu beeinflussen. Es geht hierbei vor allem darum eine ungewollte Überaktion der nicht betroffenen Gehirnhälfte zu vermeiden, da sich diese insgesamt negativ auswirken kann.

Ein Schlaganfall ist oft vermeidbar

Bei einem Schlaganfall handelt es sich nicht nur um eine weit verbreitete Erkrankung, sie kann auch sehr gefährlich werden. Fakt ist, dass viele Menschen vor allem nach ihrem ersten Schlaganfall auf Pflege, meist Pflege zu Hause, angewiesen sind. Diese Pflegeleistungen können in unterschiedlichen Formen erfolgen, sei es durch eine Behandlungspflege, eine 24-Stunden-Pflege, oftmals auch durch polnische Pflegekräfte oder aber man wird durch pflegende Angehörige im Rahmen der häuslichen Pflege versorgt. Außerdem ist es leider so, dass das Risiko an Demenz zu erkranken bei Menschen, die mehr als einen Schlaganfall erlitten haben, erhöht ist. Das alles sind zwar schlechte Nachrichten, aber auch nur ein Teil der Realität. Mut machen vor allem zwei Aspekte. Zum einen kann man einen Schlaganfall behandeln und vor allem wenn man schnellstmöglich versorgt wird, können die Folgen überschaubar, wenn nicht sogar ganz ausbleiben. Zum anderen ist ein Schlaganfall sehr oft vermeidbar. Verfügt man über einen normalen Blutdruck, gute Blutzuckerwerte und verzichtet auf Nikotin, also Zigaretten, verringert sich das Schlaganfallrisiko drastisch. Darüber hinaus tut ein gesunder Lebensstil, also viel Bewegung, eine gesunde Ernährung, kein Übergewicht und normale Cholesterin-Werte, in der Regel sein übriges, um das Risiko auf einen Schlaganfall so gering wie möglich zu halten. Insgesamt kann ein Schlaganfall also sehr häufig abgewandt werden, wichtig ist nur dass man ein wenig auf sich Acht gibt.

WICHTIG: Vergessen Sie nicht, dass Menschen mit Pflegegrad ein Anrecht auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, im Wert von 40€, haben. Sanubi liefert schnell genau die Produkte, die benötigt werden.

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