Pflege

Die Altenpflege sorgt dafür, dass ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft, nämlich pflegebedürftige Senioren und Seniorinnen so versorgt werden, dass sie unabhängig ihrer Umstände weiterhin ein erfülltes Leben führen können. Die Pflege kann auf unterschiedlichste Arten passieren und an verschiedenen Orten stattfinden, sei es bei der Pflege zu Hause, in einem Altenheim, einer Seniorenresidenz oder einem Pflegeheim. Im folgenden Artikel stellt Sanubi Ihnen alle relevanten Pflegeformen, sowie Wohnformen vor und erklärt dabei alle wichtigen Details zur Altenpflege.

Pflege: Bedeutung und Wandel

Pflege gewinnt immer mehr an Bedeutung. Bedingt ist dieser Umstand zum einen durch den Wandel unserer Gesellschaft, da die Menschen immer älter werden und Pflege in Anspruch nehmen müssen. Zum anderen wird das Pflegebewusstsein in Deutschland immer größer und vielen wird bewusst wie wichtig eine optimale Pflegeleistung in der Altenpflege ist.
Im Jahr 1995 waren es gerade einmal knapp über 1 Million Menschen, die als pflegebedürftig eingestuft worden sind. Um die Jahrtausendwende waren es dann schon 2,2 Millionen Menschen, die Pflege nötig hatten. 2017 waren es schließlich 3,3 Millionen in Deutschland lebender Menschen, die auf Altenpflege und andere Pflegeformen zurückgegriffen haben.
Nicht nur ein natürlicher Anstieg der Zahl der älteren Menschen ist die Ursache dafür, auch staatliche Reformen, wie die Einführung der Pflegeversicherung 1995 oder die Pflegereform aus dem Jahr 2017 sind für die Veränderungen verantwortlich.

Jahr Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland
1995 1.061.418
2000 1.822.169
2005 1.951.953
2010 2.287.799
2015 2.665.109
2016 2.749.201
2017 3.301.999
Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland

Quelle: Bundesgesundheitsministerium¹

Wohnen im Alter und Versorgungsformen

Ob es nun um Sie selbst geht oder Ihre Angehörigen, älter werden bedeutet vor allem eines und zwar Veränderung. Um unter den neuen Umständen die Lebensqualität aufrecht erhalten zu können, muss man unter zahlreichen Pflege- und Wohnformen abwägen. Im folgenden Abschnitt stellen wir Ihnen alle Formen der Altenpflege vor und schaffen Fragen aus dem Weg noch bevor sie entstehen.

1. Häusliche und ambulante Pflege

Bei der ambulanten Pflege, auch häusliche Pflege genannt, geht es darum die betroffene Person nicht aus ihrem bestehenden Umfeld zu reißen. Sie soll im Optimalfall zu Hause oder in einer anderen häuslichen Umgebung gepflegt werden und dabei so viel Autonomie wie möglich beibehalten.

 

TIPP: Schon an die Pflegehilfsmittel gedacht, die Ihnen bei der häuslichen Pflege in Höhe von 40 € / Monat gesetzlich zustehen?

Jetzt bestellen

Pflege zu Hause

Die Pflege zu Hause ist oftmals genau das, was sich viele Pflegebedürftige wünschen, schließlich würden sie am allerliebsten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden verbleiben und dort alt werden. Versorgt werden sie dabei meist von der eigenen Familie, eine Aufgabe, die den Angehörigen einiges abverlangt. Damit die hohen Anforderungen, die diese Pflege- und Wohnform mit sich bringt, auch wirklich erfüllt werden können, empfiehlt eine vorherige Absprache mit der ganzen Familie.
Pflegeformen, die mit der Altenpflege zu Hause kombinierbar sind, umfassen: 24-Stunden-Pflege, Behandlungspflege, ambulante Pflege, Verhinderungspflege, Tag- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege, Palliativpflege, kurzzeitige Seniorenbetreuung.

Mehrgenerationenhaus

Ein Mehrgenerationenhaus ist oft eine tolle Alternative zur Pflege zu Hause. In einer entsprechend angepassten Immobilie können so die Senioren, in den meisten Fällen im Erdgeschoss, im selben Haus wie andere Familienmitglieder untergebracht werden. Diese Option bietet auf der einen Seite genügend Privatsphäre und sorgt auf der anderen Seite dafür, dass die passende Hilfestellung durch pflegende Angehörige schnell und unkompliziert erfolgen kann. Außerdem können so alle Mitglieder der Familie an der Pflege teilhaben und ihre Liebsten auf dem nächsten Abschnitt ihres Lebenswegs begleiten.
Im Mehrgenerationenhaus sind folgende Pflegeformen zusätzlich möglich: Verhinderungspflege, 24-Stunden-Pflege, Kurzzeitpflege, Palliativpflege, ambulante Pflege, Tag- und Nachtpflege, kurzzeitige Seniorenbetreuung.

   

INFO: 24-Stunden-Pflege stellt oft eine tolle, leistbare Alternative in der häuslichen Pflege dar. Informieren sie sich hier umfassend zum Thema:

Polnische Pflegekräfte

Senioren Wohngemeinschaft

Senioren-Wohngemeinschaft

In einer Senioren-Wohngemeinschaft steht in erster Linie nicht nur die Pflege im Vordergrund, sondern vielmehr das miteinander der einzelnen Bewohner. Nicht jede Person in Deutschland ist mit einer großen Familie gesegnet, die sich auch noch bereit erklärt sie beim Älterwerden zu unterstützen. Außerdem ist die Pflegebedürftigkeit oft ein schleichender Prozess, wo zunächst nur bei großen Aufgaben Hilfe vonnöten ist. Für diese Menschen könnte eine Wohngemeinschaft, in der sich der gemeinsame Wohnraum mit Gleichaltrigen geteilt wird, das Richtige sein. Sollte darüber hinaus der Bedarf nach Altenpflege bestehen, kann diese ambulant erfolgen und oftmals mit anderen Bewohnern abgesprochen bzw. koordiniert werden.
Auch in der Senioren-WG gibt es zahlreiche Pflegeformen, die hinzugefügt werden können: Kurzzeitpflege, Palliativpflege, Verhinderungspflege, 24-Stunden-Pflege, ambulante Pflege, kurzzeitige Seniorenbetreuung.

2. Teilstationäre Pflege

Teilstationäre Altenpflege, oft auch Tagespflege oder Nachtpflege genannt, ist ein Teil der Altenpflege wo die betroffene Person nur teilweise in einer zuständigen Einrichtung behandelt wird. Meist geschieht dies zu bestimmten Zeiten und zwar tagsüber oder in der Nacht. Diese Art der Pflege kann unabhängig von der Wohnform stattfinden und kommt für Menschen, die noch zu Hause leben genauso infrage, wie für jene, die in einem Mehrgenerationenhaus oder in einer Senioren-Wohngemeinschaft untergekommen sind.

TIPP: Gerade bei teilstationärer Pflege vergisst man oft, dass trotzdem eine große Menge an Pflegehilfsmitteln notwendig sind. Lassen sie sich noch heute, schnell und unkompliziert, auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Artikel zuschicken.

Gratis Pflegehilfsmittel

3. Stationäre Pflege

Stationäre Pflege richtet sich an jene Personen, denen das Leben im häuslichen Umfeld nicht mehr möglich ist. Dabei können die Ursachen unterschiedlich sein und von Krankheit, über Demenz, zur körperlichen Einschränkung reichen. Übereinstimmend ist allerdings die Notwendigkeit einer Pflege rund um die Uhr und zwar von geschultem Fachpersonal.

Altenheime und Seniorenheime

In Altenheimen oder Seniorenheimen erfolgt eine vollstationäre Pflege und zwar von examinierten Altenpflegern und Altenpflegerinnen, die von Pflegehelfern und Pflegehelferinnen unterstützt werden. Die Pflege erfolgt somit umfassend und kann auf individuelle Bedürfnisse angepasst werden. Häufig werden bei der Aufnahme in das Altenheim auch Probleme entdeckt, die bei der Laienpflege mitunter übersehen worden sind. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ein Seniorenheim somit die optimale Einrichtung für Betroffene ist, bei denen eine umfassende Versorgung gewünscht oder gebraucht wird und diese von den Angehörigen aus verschiedensten Gründen nicht erbracht werden kann.
Das Pflegeprogramm im Altenheim bzw. Seniorenheim umfasst folgende Pflegeformen: Behandlungspflege, Intensivpflege, Kurzzeitpflege, Langzeitpflege, Palliativpflege.

Seniorin und Senior im Pflegeheim

Pflegeheime

Ein Pflegeheim richtet sich ebenso wie ein Altenheim oder Seniorenheim an pflegebedürftige Menschen. Im Unterschied zu letzteren werden im Pflegeheim jedoch auch andere pflegebedürftige Menschen behandelt. Darüber hinaus wird dort neben einer vollstationären Altenpflege auch teilstationäre, also Tag- und Nachtpflege angeboten. Außerdem ist die Zielsetzung in einem Pflegeheim oftmals eine etwas andere. Während in anderen Einrichtungen die Bewohner oft auf unbestimmte Zeit einziehen, so wird im Pflegeheim oft auch nur kurzzeitig gepflegt. In diesen Fällen steht dann vor allem die Regeneration im Vordergrund.
Insgesamt werden also die folgenden Pflegeformen angeboten: Intensivpflege, Kurzzeitpflege, Langzeitpflege, Palliativpflege, Behandlungspflege

Seniorenresidenz

Seniorenstifte und Seniorenresidenzen

Grundsätzlich handelt es sich bei Seniorenstiften und Seniorenresidenzen um hochwertige Wohnanlagen für Senioren, die ein unterschiedlich breites Programm an Zusatzleistungen für ihre älteren Bewohner anbieten. Dabei wird ein großes Augenmerk auf Luxus und Komfort gelegt. Eine offizielle Definition darüber, was genau eine solche Anlage ausmacht, gibt es nicht. Dementsprechend unterschiedlich können die jeweiligen Ausstattungen ausfallen. Seniorenresidenzen zeichnen sich jedoch durchwegs durch eine umfangreiche Ausstattung der Wohnungen, ein reichhaltiges Angebot an Freizeitaktivitäten und exzellente gastronomische Einrichtungen aus.
An Pflegeformen können unter anderem die folgenden angeboten werden: Ambulante Pflege, Pflege pro Stunde, 24-Stunden Pflege, vollstationäre Altenpflege in angeschlossenen Einrichtungen.

Hospize

Hospize sind Einrichtungen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben schwer bzw. unheilbar kranke Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt zu begleiten. In diesem Sinne bieten sie hauptsächlich Palliativpflege an, was bedeutet, dass der Hauptaugenmerk nicht mehr auf der Regeneration oder Heilung liegt, sondern darauf, die verbleibende Lebenszeit der Betroffenen so angenehm wie möglich zu gestalten. Häufig geht es dabei nicht nur um die Linderung körperlicher Beschwerden, sondern auch darum die Patienten psychologisch zu betreuen. Darüber hinaus werden in einem Hospiz auch die Angehörigen stark miteinbezogen.
Folgende Pflegeformen werden angeboten: Palliativpflege, Intensivpflege.

4. Betreutes Wohnen

Betreutes Wohnen ist eine Sonderform des Wohnens im Alter, bei der verschiedene Elemente der ambulanten Pflege und stationären Pflege miteinander kombiniert werden. Untergebracht werden die Senioren beim betreuten Wohnen in einer barrierefreien Wohnung, die sowohl auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten ist, als auch genügend Privatsphäre, sowie ausreichende Rückzugsräume bietet. In diesem oft für die betroffenen Menschen sehr angenehmen Umfeld werden sie darüber hinaus ihren Bedürfnissen entsprechend betreut. Die Pflege kann hierbei unterschiedlich umfangreich ausfallen und wird oft von Patient zu Patient individuell angepasst. Diese Kombination aus Autonomie und Fürsorge ist bei vielen Senioren sehr beliebt, was zu einer sehr hohen Nachfrage führt.
Betreutes Wohnen kann folgende Pflegeformen beinhalten: 24-Stunden-Pflege, ambulante Pflege, kurzzeitige Seniorenbetreuung, Verhinderungspflege.


TIPP: Warten sie nicht darauf, bis Sie im Pflegestützpunkt darauf aufmerksam gemacht werden. Bestellen sie noch heute, ganz unkompliziert Pflegehilfsmittel im Wert von 40€.

Jetzt bestellen

5. Pflegestützpunkte

Pflegestützpunkte sind öffentlich zugängliche Einrichtungen, die als örtliche Auskunfts- und Beratungsstelle zum Thema Altenpflege und Pflege fungieren. Dabei sollen gleich mehrere Themenkreise abgedeckt werden. Zum einen soll über Rechte und Pflichten nach dem Sozialgesetzbuch unabhängig aufgeklärt werden und zum anderen sollen unterschiedliche wohnortnahe Versorgungs- und Betreuungsleistungen koordiniert werden. Darüber hinaus werden auch aufeinander abgestimmte pflegerische Betreuungsangebote vernetzt. Kurz gesagt, der Pflegestützpunkt dient als übergreifende Anlaufstelle, wo sich Betroffene und Angehörige über ihre Möglichkeiten rund um das Thema Altenpflege informieren können.

Bedeutung von Pflegegraden in der Altenpflege

Pflegegrade sind ein zentraler Begriff in der Altenpflege, mit dem Sie immer wieder konfrontiert werden, egal ob es nun um einen Ihrer Angehörigen, eine vertraute Person oder Sie selbst geht. Pflegegrade wurden 2017 eingeführt und bestimmen als wie pflegebedürftig ein älterer Mensch, im Sinne des deutschen Gesetzes, einzuschätzen ist.

 

INFO:  Lesen Sie eine umfangreiche Zusammenfassung zu allen Änderungen der Pflegereform 2017.

INFO: Wissen Sie schon genau über Pflegegrade Bescheid? Hier können sie einen Pflegegrad beantragen.

Pflegegrad beantragen

Die Grundlage dieser Einstufung bildet ein aus 6 Schritten bestehender Test, in dem die Selbstständigkeit der betroffenen Person festgestellt wird. Daraus ergibt sich dann ein Pflegegrad der von Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 bis zu Pflegegrad 5 reichen kann. Die jeweilige Einschätzung beeinflusst die Ihnen zustehenden Aufwendungen durch die Pflegedienstleister maßgeblich und zeigt auf, worauf man die individuelle Altenpflege aufbauen kann.

Gesetzliche Grundlagen der Pflege

Die gesetzliche Hauptgrundlage für die Altenpflege stellt das elfte Sozialgesetzbuch dar, in dem die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung festgelegt sind. Für Heime und Heimpersonal ist das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz maßgeblich, das zusätzlich von landesspezifischen Heimrechten ergänzt wird. Weitere relevante Gesetze finden sich im bürgerlichen Gesetzbuch, im Sozialdatenschutz und im Strafgesetzbuch. Die Rahmenbedingungen für die Ausbildung von Altenpflegern und Altenpflegerinnen wird im Altenpflegegesetz geregelt.

INFO: Falls Sie sich zum Wohle Ihrer Liebsten ganz genau informieren wollen, können Sie die kompletten Gesetzestexte auf der Onlinepräsenz des Bundesministeriums der Justiz im SGB XI einsehen.²

Altenpflege – Eine echte Herausforderung

Altenpflege ist ein heikles Thema, da es uns alle betrifft, viele Facetten hat und uns vor schwierige Situationen stellt. Oft wissen wir nämlich nicht wie wir am besten mit unseren älteren Mitmenschen umgehen sollen, vor allem wenn sie ihren Alltag nicht mehr selbst bestreiten können und pflegebedürftig geworden sind. Dabei sind wir zunächst mit den vielen Formen des Wohnens im Alter konfrontiert. Soll der liebgewonnene Senior im häuslichen Umfeld, also in der Pflege zu Hause verbleiben oder in ein Mehrgenerationenhaus bzw. in eine Senioren-Wohngemeinschaft ziehen und bei Bedarf ambulant gepflegt werden? Sorgt etwa eine teilstationäre Altenpflege für ausreichende Unterstützung und kann der Rest der notwendigen Pflegeleistung von der eigenen Familie erbracht werden? Oder aber ist die Situation schon zu weit fortgeschritten, sodass eine stationäre Behandlung in einem Altenheim, einem Seniorenheim, einem Pflegeheim oder sogar einem Hospiz vonnöten ist? Wichtig ist, dass Sie sich informieren und mit ihrer Familie beratschlagen. Oftmals ist beim Thema Altenpflege keine Einzelentscheidung gefragt, sondern der gesamte Familienrat nötig, um die bestmögliche Lösung für geliebte Angehörige zu finden.

Das interessierte andere Nutzer:

Quellenverzeichnis:

1. Zahlen und Fakten zur Pflegeversicherung, Bundesgesundheitsministerium
2. Sozialgesetzbuch IX, Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz