Pflegestufe 3 – Alles zum Thema

Pflegestufe 3, auch Schwerstpflegebedürftigkeit genannt, stellt den höchsten Grad an Betreuungsbedarf einer pflegebedürftigen Person dar. Damit ist gemeint, dass der Pflegebedürftige unter einer schwerwiegenden Beeinträchtigung leidet den Alltag zu bewältigen und auf tägliche mehrstündige Hilfe durch eine betreuende Person angewiesen ist.

Achtung: Aus den bisherigen Pflegestufen werden am 01.01.2017 die Pflegegrade. Alle Informationen dazu haben wir für Sie in unseren Artikeln Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 und Pflegegrad 5 zusammengefasst. Sie möchten einen Pflegegrad beantragen? Auch hier haben wir alle nötigen Informationen und Dokumente für Sie aufbereitet.

Pflegestufe 3 – Pflegebedürftige

Elderly woman in bed and her nurse

Pflegebedürftige der Pflegestufe 3 sind Menschen, die körperlich schwerstbedürftig sind und fremde Unterstützung zu jeder Tages- und Nachtzeit benötigen. Diese Hilfe zeichnet sich durch eine intensive Betreuung aus, die rund um die Uhr zur Verfügung steht. Die ständige und unmittelbare Hilfe bei jeder Tätigkeit der Grundpflege, sowie der hauswirtschaftlichen Versorgung ruft die Notwendigkeit für die ständige Anwesenheit der Pflegeperson hervor.

Pflegestufe 3 – Durchschnittliche Pflegezeiten

Die durchschnittliche Pflegezeit von fünf Stunden täglich verteilt sich folgendermaßen: Mindestens vier Stunden entfallen  auf die  Grundpflege, jederzeit, auch nachts (Nacht: von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr). Die restliche Zeit kann für die hauswirtschaftliche Versorgung genutzt werden. In der nachstehenden Tabelle sind die Zeiteinteilungen noch einmal für Sie zusammengefasst:

Täglicher Hilfsbedarf davon Grundpflege davon hauswirtschaftliche Versorgung
5 Stunden mind. 4 Stunden die übrige Zeit, mehrmals die Woche

Die notwendigen Pflegezeiten variieren zwischen Pflegestufe 0 Pflegestufe 1 und Pflegestufe 2. Aus diesem Grund ist es wichtig die richtige Pflegestufe zu beantragen, sodass dem Pflegebedürftigen die Unterstützung zukommt, die er braucht.

Pflegestufe 3 – Grundpflege

Unter Grundpflege sind alle Tätigkeiten zusammengefasst, die eine wiederkehrende Verrichtung zur Bewältigung des Alltags erforderlich machen. Die Grundpflege ist grob in drei Tätigkeitsbereiche zu unterscheiden: Körperpflege, Ernährung und Mobilität. Unter Körperpflege fällt in welchem Grad der Pflegebedürftige die eigene Körperhygiene aufrechterhalten kann. Dabei spielen Faktoren, wie die Fähigkeit sich selbst zu Waschen und sich die Zähne zu putzen bzw. die  Zahnprothese zu reinigen und einzusetzen, eine große Rolle. Des Weiteren ist zu klären, ob die pflegebedürftige Person selbstständig Speisen zubereiten und/oder aufnehmen kann. Unter Mobilität fällt unter anderem die Frage, ob der Pflegebedürftige in der Lage ist, alleine das Bett zu verlassen. Es ist zu bedenken, dass die Grundpflegezeit nicht durch einen Pflegedienst gewährleistet sein muss. Die Feststellung, dass Bedarf besteht, reicht aus; wie der Bedarf abgedeckt wird, bleibt letzten Endes dem Pflegebedürftigen überlassen.

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Pflegestufe 3 – Hauswirtschaftliche Versorgung

Zu der Grundpflege kommt die zusätzliche mehrmals wöchentlich stattfindende Unterstützung bei der Haushaltsführung, denn es kann davon ausgegangen werden, dass Pflegebedürftige, die einer intensiven Grundpflege bedürfen, definitiv nicht in der Lage sind in irgendeiner Form hauswirtschaftlichen Pflichten nachzukommen. Aktivitäten wie Einkaufen und Putzen werden dabei von der pflegenden Person übernommen. Täglich wird maximal eine Stunde für die hauswirtschaftliche Versorgung berechnet.

Pflegestufe 3 – Pflegeleistungen

Zu dem Anspruch auf 240 Minuten Grundpflege und 60 Minuten hauswirtschaftlicher Unterstützung pro Tag kommen folgende Pflegeleistungen für körperlich schwerstpflegebedürftige Menschen:

  • Pflegegeld: 728,00€/Monat
  • Pflegesachleistungen: 1.612,00€/Monat
  • Verhinderungspflege: 1.612,00€/Jahr
  • Pflegehilfsmittel: 40,00€/Monat

Pflegestufe 3 – Anspruch auf Pflegegeld

Pflegebedürftige, die Leistungen der Pflegestufe 3 beziehen, können ambulante Pflegedienste beauftragen, die Sachleistungen im Gegenwert von 1.612,00€ erbringen.

Pflegestufe 3 – Anspruch auf Pflegesachleistungen

Entscheidet sich ein Pflegebedürftiger für die Betreuung durch eine teil- oder vollstationäre Pflegeeinrichtung, so stehen ihm bis zu 1.612,00€ monatlich zur Verfügung.

Pflegestufe 3 – Anspruch auf Verhinderungspflege

Ist eine private Pflegeperson für einen Pflegebedürftigen der Stufe 3, z.B. ein pflegender Angehöriger, vorrübergehend an der Pflege gehindert, können jährlich Leistungen im Gegenwert von bis zu 1.612,00€ geltend gemacht werden.

Pflegestufe 3 – Anspruch auf Pflegehilfsmittel

Wie auch bei den anderen Pflegegraden besteht ein Anspruch auf Pflegehilfsmittel. Körperlich Schwerstpflegebedürftige erhalten eine monatliche Pauschale in Höhe von 40,00€ für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel, wenn sie zu Hause von Angehörigen oder Freunden gepflegt werden. Nützliche Pflegehilfsmittel, sind z.B.  Bettschutzeinlagen, Handschuhe oder Desinfektionsmittel.

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Pflegestufe 3 – Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfelds

Über die genannten Leistungen hinaus besteht die Möglichkeit Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes zu beantragen bei der zuständigen Pflegekasse. Für die behindertengerechte Umgestaltung des Wohnumfeldes können bis zu 4.00,00€ zur Verfügung gestellt werden.

Pflegegrad 3 – Härtefall

Besteht ein täglicher Hilfsbedarf von mindestens sieben Stunden liegt ein sogenannter Härtefall vor. Pflegebedürftige, die Härtefälle darstellen, haben einen Betreuungsbedarf von mindestens zwei Stunden jede Nacht. Dabei ist zu beachten, dass der nächtliche Hilfsbedarf immer zwei Pflegepersonen erfordert, die gleichzeitig im Einsatz sind. Die erforderliche Zeit der Betreuung ist dabei auch doppelt anzusetzen. Darüber hinaus ergeben sich weitere Pflegeleistungen, die höher ausfallen, als oben erwähnt.

Pflegegrad 3 – mit eingeschränkter Alltagskompetenz

Eine weitere Form der Pflegestufe 3 stellt die Pflegestufe 3 mit eingeschränkter Alltagskompetenz dar. Dieser Pflegegrad wird bei Personen festgestellt, die zusätzlich zur Schwerstbedürftigkeit unter Demenz, einer länger als ein halbes Jahr andauernden Krankheit oder einer geistigen Behinderung leiden.

Sie wollen mehr zum Thema “eingeschränkte Alltagskompetenz erfahren? Lesen Sie auch unseren Artikel Pflegestufe 0.