Grundpflege

grundpflege

Die Grundpflege ist ein vielseitiger Begriff, der, innerhalb der Gesundheitspflege und Krankenpflege, sowie anderen Pflegeberufen, grundlegende, ständig wiederkehrende Pflegeleistungen beschreibt. Innerhalb des Pflegerechts spielte die Grundpflege bis zur Pflegereform 2017 eine wichtige Rolle, wurde aber als definierendes Kriterium für der Erteilung der damaligen Pflegestufen, von Pflegestufe 0, Pflegestufe 1, Pflegestufe 2 bis Pflegestufe 3, abgeschafft. Stattdessen werden mittlerweile Pflegegrade, von Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 bis Pflegegrad 5 anhand des Neuen Begutachtungsassessments, kurz NBA, verteilt, bei dem die Bestandteile der Grundpflege zwar eine Rolle spielen, der Oberbegriff jedoch als maßgeblicher Faktor fallen gelassen wurde. Sanubi erklärt Ihnen in diesem Artikel alles Wichtige, dass Sie zum Thema Grundpflege wissen müssen, inklusive der Bestandteile und einigen Tipps für pflegende Angehörige.

Grundpflege: Definition und Begriffserklärung

Grundpflege ist ein umfassender Begriff, der grundsätzlich einer Definition bedarf, denn er wird und wurde schon in vielen verschiedenen Kontexten genannt. Eingeführt wurde der Begriff in Deutschland erstmals 1967, im englischsprachigen Raum existierte ein vergleichbares Konzept jedoch schon seit Mitte der 1930er Jahre. In der darauffolgenden Zeit hat sich ein Zusammenspiel der beiden Begriffe Grundpflege und Behandlungspflege etabliert, welche ebenfalls im elften Sozialgesetzbuch, kurz SGB, genauer gesagt SGB XI, behandelt werden. Zu Beginn der 1990er Jahre wurde dieses Konzept mehr und mehr kritisiert, da die beiden Begriffe nicht ausreichen, um die immer komplexer werdenden pflegerischen Anforderungen adäquat zu beschreiben. Aus diesem Grund ist die Grundpflege in der heutigen Zeit, insbesondere seit dem Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetz II und der damit verbundenen Pflegereform, wortwörtlich zu verstehen. Zur Veranschaulichung hat Sanubi noch einmal eine Definition für Sie vorbereitet:

Grundpflege bezeichnet in der modernen Pflegewissenschaft, grundlegende, in der Regel wiederholt notwendige Pflegeleistungen, die die Bereiche Körperpflege, Ernährung, Mobilität und andere nicht-medizinische Leistungen betreffen, die im Rahmen der Pflege anfallen.

Wie man sieht handelt es sich bei Grundpflege also um einen weitläufigen Begriff, der viele Bereiche der Pflege umfasst und wo je nach Schwere des Pflegefalls mitunter mehr oder auch weniger Grundpflege notwendig werden kann.

Umfang der Grundpflege

Wie eben schon beschrieben, ist die Grundpflege sehr umfassend. Folgende Leistungen können konkret in den Bereich der Grundpflege fallen:

  • Ernährung, Nahrungsaufnahme, Essen: Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr und Hilfe bei der Ernährung über eine Magensonde oder endoskopische Gastrostomie, kurz PEG oder Jejunostomie.
  • Körperpflege: Baden, Duschen oder Waschen, außerdem Mundpflege, Zahnpflege, Lippenpflege und Hautpflege, sowie Rasur bzw. rasieren, Haarpflege und Nagelpflege. Zusätzlich fällt auch die Pflege einer Augenprothese in diesen Bereich.
  • An- und Auskleiden: Vorbereitung der Kleidung, Hilfe beim Anziehen und Ausziehen der Kleidungsstücke, sowie von Strümpfen, Strumpfhosen und Bandagen. Außerdem An- und Ablegen von Prothesen oder Orthese und von Stützkorsetts, Bruchbändern und Ähnlichem.
  • Toilettengänge: Hilfe beim Ausscheiden und der anschließenden Beseitigung von Urin, Stuhl, Sputum, Mageninhalt oder Schweiß. Hilfe bei der Verwendung von Inkontinenzmaterial bei Inkontinenz, wie etwa Windeln für Erwachsene oder Inkontinenzeinlagen. Außerdem Hilfe bei der Reinigung eines Katheters, Wechsel der Katheterbeutel und Reinigung bzw. Versorgung eines Urostoma oder Enterostoma. Zusätzlich Kontinenztraining und Toilettentraining.
  • Krankenbeobachtung:
    • Dekubitusprophylaxe, sofern noch kein Dekubitus vorhanden ist
    • Pflegerische Prophylaxe zur Vorbeugung von Thrombose, Kontrakturen, Obstipation, Parotitis, Hornhautaustrocknung, Pneumonie bzw. Lungenentzündung, Soor oder Intertrigo
    • Pflegerische Lagerung, wie Flachlagerung, Bauchlagerung, Beintieflagerung, Beinhochlagerung, Oberkörperhochlagerung, Seitenlagerung. Falls notwendig Verwendung von Lagerungshilfen
    • Erweiterte Mobilitätshilfe und Verbesserung der Mobilität im Rahmen der aktivierenden Pflege, darunter fällt Hilfe beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen, beim Gehen, Stehen, Treppensteigen, Hinsetzen, Umsetzen, generellen Transfer, Betten eines bewegungsunfähigen Patienten und beim Hinlegen. Außerdem Assistenz bei allgemeinen Bewegungsübungen.

Wie man an der Aufzählung klar erkennen kann, zählt alles was in den Bereich der Behandlungspflege fällt, sprich medizinisch pflegerische Tätigkeiten, wie die Beaufsichtigung bei der Einnahme von Medizin, beispielsweise bei Diabetes, nicht zur Grundpflege.

Große und kleine Grundpflege

Möchte man einen ambulanten Pflegedienst im Rahmen einer häuslichen Pflege bzw. ambulanten Pflege beauftragen, steht man meistens von der Frage ob man eine kleine oder eine große Grundpflege wünscht. Im Rahmen der kleinen Grundpflege werden meist folgende Pflegeleistungen vom Pflegedienstleister übernommen:

  • Hilfe beim An- und Auskleiden, sowie bei der Kleidungswahl
  • Assistenz bei Toilettengängen
  • Zahn- und Mundpflege
  • Teilwäsche des Gesichts, Oberkörpers oder des Intimbereichs

Entscheidet man sich für eine große Grundpflege ist im Leistungskatalog auch eine Ganzkörperwäsche mit inbegriffen. Zusätzlich können die anderen Hilfeleistungen umfangreicher ausfallen und dem Pflegebedürftigen wird bei der Nahrungsaufnahme bzw. beim Essen geholfen.

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Grundpflege für pflegende Angehörige

Grundpflege ist selbstverständlich ein Bereich der Pflege, den nicht nur Fachkräfte übernehmen können, sondern der auch von pflegenden Angehörigen erbracht werden kann. Die pflegerischen Leistungen haben dabei selbstverständlich denselben Umfang, da die Pflege jedoch für viele Pflegepersonen komplettes Neuland ist, hat Sanubi für Sie drei wertvolle Tipps bzw. Ratschläge vorbereitet:

  • Nehmen Sie Hilfe in Anspruch: Auch wenn Sie die Grundpflege komplett selbst übernehmen, gibt es dennoch zahlreiche Angebote, die Sie nützen können. Geht es um zusätzliche Informationen, suchen Sie einen Pflegestützpunkt auf oder nehmen Sie Ihr Recht in Pflegeberatung in Anspruch. Außerdem hat man, von der gesetzlichen Pflegeversicherung aus, ab einem Pflegegrad von 2, ein Anrecht auf Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, wie z. B. einen Treppenlift, die insbesondere für das barrierefreie Wohnen und ein barrierefreies Bad genützt werden können. Zusätzlich hat jeder Mensch mit Pflegegrad Anspruch auf den Entlastungsbetrag. Vergessen Sie außerdem Ihr Anrecht auf Pflegehilfsmittel nicht.
  • Bleiben Sie aufmerksam: Der Bedarf an Pflege kann sich täglich ändern, also seien Sie stets aufmerksam und überprüfen Sie inwiefern der Pflegebedürftige Hilfe benötigt. Es kann nämlich gut sein, dass er sich an einigen Tagen noch gut zurecht findet und an anderen Tagen etwas mehr Hilfe braucht. In diesem Zusammenhang sollte man auch die Möglichkeit einer Höherstufung in einen anderen Pflegegrad im Hinterkopf behalten. So gerne man es vermeiden möchten, manchmal nimmt die Pflegebedürftigkeit mit der Zeit einfach zu.
  • Wenn Sie Zeit haben, nutzen Sie Möglichkeiten hinzuzulernen: Heutzutage gibt es viele Angebote für Angehörige, sich im Bereich der Pflege weiterzubilden. Diese können sowohl persönlich, insbesondere im Rahmen gemeinnütziger Angebote, oder aber online in Form von sogenannten Online-Pflegekursen bzw. Schulungen wahrgenommen werden. Viele Menschen fühlen sich anfangs überfordert, aber auch für jene, die schon etwas mehr Routine gesammelt haben, können solche Kursangebote sehr gelegen kommen.

Grundpflege ist die Basis einer umfassenden Pflege

Eine gute Grundpflege ist zweifelsohne die Basis einer umfassenden Pflege. Im Rahmen der Grundpflege werden nämlich alle wichtigen Teilbereiche und Verrichtungen, bzw. Grundverrichtungen des Lebens einer pflegebedürftigen Person abgedeckt und dafür gesorgt, dass sie dort zurecht kommt und dass es ihr an nichts mangelt. Für Angehörige kann eine umfassende Grundpflege, vor allem ab einem Pflegegrad von 3, schnell zur Herausforderung werden. Schließlich hat man meist noch andere Verpflichtungen, sei es durch die Familie, Freunde oder den Beruf. Vor allem wenn womöglich auch noch eine hauswirtschaftliche Versorgung des Pflegebedürftigen notwendig wird. In solchen Situationen ist es keine Schande sich helfen zu lassen. Was zählt sind die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen und in einem solchen Fall sollte die Pflege nicht zu einer Ein-Personen-Aufgabe werden.

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